Helmut Zenz: Götz Briefs im Internet
Götz Briefs (1889-1974)
-
Katholischer Sozialethiker,
Sozialphilosoph und Nationalökonom
* 1.1.1889 in Eschweiler
ausgebildet in München, Bonn und Freiburg
1912 Ph.D. in Freiburg
1912 Forschungsaufenthalt in London
1913 Dozent in Freiburg.
1915-16 Wirtschaftsexperte für das Innenministerium
1916-1918 "substitute professor" für Wirtschaft in Gießen. Er war mit 27 Jahren daher der jüngste Professor des Deutschen Reiches.
1919 "assistant professor" in Freiburg
1919 Eheschließung mit Anna Weltmann (1881-1946), Leiterin der Berliner katholischen Sozialen Frauenschule und Mitarbeiterin im Katholischen Frauenbund
1920: Briefs setzt sich mit Spenglers "Der Untergang des Abendlandes" auseinander und formuliert dabei Sätze wie:"Die Last der Arbeitsintensität, der Minderbewertung als Mensch und als soziale Gruppe, der Nichtgewährung gleicher staatsbürgerlicher Rechte traf dazu noch Schichten, die durchgängig in der ersten, höchstens der zweiten Generation vom Lande stammten. Eine ungeheure Binnenwanderung hatte den schnellen Aufschwung des deutschen Kapitalismus begleitet; was zuwächst an Menschen - die Zuwachsquoten sind fast durchaus ländlich-kleinstädtisch - wandert zur Indust-riestadt, zur Großstadt. Eine Entwurzelung von Millionen landsässigen, einfachen Volkes im kurzen Verlauf von 30-40 Jahren!... Sie bedeutet Auflösung des Gemeinschaftsbewußtseins und Zersetzung des Gemeinschaftsempfindens, Heimatlosigkeit, Verblassen der inneren Bindungen, Verbitterung und Haß gegen die kalte unfaßbare Macht, die stärkste Arbeitsleistung verlangt und dabei der Seele und dem Herzen alles nimmt, woran ein Mensch für sich und vor seiner Umwelt Stütze und Halt findet?" (S. 65f.)
1920: Briefs formuliert sein bekanntes Theorem von der Grenzmoral: "Unter ’Grenzmoral‘ verstehe ich die Moral der am wenigsten durch moralische Hemmungen im Konkurrenzkampf behinderten Sozialschicht, die aufgrund ihrer Mindestmoral unter übrigens gleichen Umständen die stärksten Erfolgsaussichten hat und sohin die übrigen konkurrierenden Gruppen bei Strafe der Ausschaltung vom Wettbewerb zwingt, allmählich in Kauf und Verkauf sich dem jeweiligen tiefsten Stand der Sozialmoral (der ’Grenzmoral‘) anzugleichen. Das gilt ’tendenziell‘."
1921-1923 Professor für Wirtschaft in Würzburg
1923-1926 Professor in Freiburg. Sein Nachfolger ist dort Walter Eucken
1926-1934 Professor in Berlin. Außerdem in dieser Zeit Gastprofessor in Wien, Bern und Salzburg.
1926-1934 Direktor des Instituts für Industriebeziehungen.
1928 Gründer und Leiter des ersten betriebssoziologische Institut an einer deutschen Hochschule unter dem Titel "Institut für Betriebssoziologie und soziale Betriebslehre" an der TH Berlin. Dort räumt er der Betriebssoziologie einen festen Platz ein und begründet das Wirtschafts-Ingenieur-Studium mit. Neben Georg Schlesinger und Willy Prion verbindet sich daher mit Goetz Briefs auch die Integration der Wirtschaftswissenschaften in die technikwissenschaftliche Ausbildung.
1928 Stipendium der Deutschen Stiftung für Sozialforschung für ein Studium in den Vereinigten Staaten
1929 Mitglied der Kommission zur Arbeitslosigkeitsversicherung beim Deutschen Arbeitsministerium.
Zweimal wurden ihm Kabinettposten in der Weimarer Republik angeboten.
Mitglied des Königswinterer Kreises am dortigen "Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung" (neben Nell-Breuning, Paul Jostock, Theodor Brauer, Franz H. Mueller, Gustav Gundlach, Heinrich Rommen u.a.)
1931 Stipendium des Deutschen Bildungsministeriums für ein Stuidum in Spanien. Außerdem erhielt er ein Stipendium von Volker, Relm und A.P. Sloane-Stiftung.
1934 Auswanderung über Italien in die Vereinigten Staaten, dort zunächst Gastprofessor an der Katholischen Universität in Georgetown. Da mit ihm auch nahezu der gesamte Herausgeber- und Redaktionskreis des Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik (Emil Lederer, Joseph Schumpeter, Alexander von Schelting) emigriert, stellte die Zeitschrift damit auch ihr Erscheinen Ende 1933 ein. Wenig später kam seine Frau mit den vier Kindern nach.
1937 Angliederung an die Georgetown Fakultät als "full professor for economics". Zur gleichen Zeit lehrte Heinrich Rommen dort "Government"
1938-1948 zwischenzeitlich immer wieder Gastprofessor an der Columbia University Summer School
1946 Ehrendoktor des St. Mary´s College (Californien)
1946 Götz Briefs erste Frau stirbt.
1948 Sein Sohn Godfrey („Götz“) Briefs jun., Washington-Bethesda heiratet Angela Bender (* 17.7.1923 in Freiburg)
1951 (1946?) Götz Briefs heiratet in zweiter Ehe Elinor Castendyk verw. Struwe (1928-1974).
1957 Emeritierung in Georgetown.
1958 Ehrendoktor der Universität Mailand
1959 Ehrendoktor der Universität München
1959 Auszeichnung mit dem Großen Kreuz des Ordens pour le merit der Bundesrepublik Deutschland
1960 Ehrendoktor in St. Gallen
1963 Ehrendoktor in Freiburg
1965 Briefs auf dem
Wirtschaftstag in Düsseldorf: „Der Demokratismus wittert
Herrschaft in allen Formen … . Unverkennbar ist heute die
Neigung, die
Demokratie zur verbindlichen Weltanschauung zu
steigern. … Dieser Demokratismus ist eine eminente Gefahr …
.Demokratismus ist die logische Vorform zum totalen Kollektiv.“
1965 Das Konzept der Formierten Gesellschaft, welches der damalige Bundeskanzler Ludwig Erhard als umfassendes politisches Gesamtkonzept auf dem Bundesparteitag der CDU im März 1965 der politischen Öffentlichkeit vorstellte, verweist neben Erhard vor allem auf den politischen Publizisten Rüdiger Altmann. Er war es, der die in erster Linie von Götz Briefs und Eric Voegelin angestellten gesellschaftspolitschen Überlegungen zu der Formel der Formierten Gesellschaft als Essay verdichtet und 1965 unter gleichnamigem Titel veröffentlicht hat
1967 Ehrendoktor der Technischen Hochschule in Berlin
1969 An seinem 80. Geburtstag bezeichnet Briefs, die "vulkanische Gewalt" mit der unvermutete dunkle Mächte und Kräfte die "offenbar dünne Decke von Zivilisation und Kultur durchstoßen konnten", als die tiefste Erschütterung seines Lebens bezeichnet. (nach Hans Filbinger, 1998, Festvortrag bei der Weikersheimer Hochschulwoche)
Dr. Briefs war Mitglied der American Economic Association, der American Catholic Economic Association (dort weiterhin enge Verbindung zu dem ebenfalls emigrierten Franz H. Müller), der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, der Mont Pelerin Society und der deutschen Association for Free Enterprise. Außerdem war er in den Vereinigten Staaten "consultant to the antitrust division of the Department of Justice, the Office of Strategic Service and the Department of Defense."
+ 16.5.1974
Sein Sohn Henry Briefs ist Econ Prof at Georgetown University
Der Münchner Volkswirtschaftsprofessor Bernhard Pfister gilt als Freund von Goetz Briefs mit dem gemeinsamen Interesse an der Gewerkschaftsbewegung.
In Eschweiler ist ein Weg nach ihm benannt
Bibliographie
Primärliteratur:
Das Spirituskartell: Eine wirtschaftspolitische Untersuchung, Karlsruhe, Braun, 1912. - IV, 252 S. ([Volkswirtschaftliche Abhandlungen der badischen Hochschulen / Neue Folge] ; 7)
Untersuchungen zur klassischen Nationalökonomie: mit besonderer Berücksichtigung des Problems der Durchschnittsprofitrate, Jena : Fischer, 1915. - 283 S.
Deutschland und England. Mönchengladbach : Sekretariat Sozialer Studentenarbeit, 1915 ca.. - 32 S. (Der Weltkrieg ; 18.)
in Verbindung mit Pfeilschifter, Georg (Hrsg.): La culture allemande, le catholicisme et la guerre. Amsterdam, 1916 = Deutsche Kultur, Katholizismus und Weltkrieg: e. Abwehr d. Buches La guerre Allemande et la Catholicisme, Freiburg im Breisgau : Herder, (2)1916. - VI, 494 S.
/Stadthagen, Hans: Die Preisprüfungsstellen. Berlin : Verl. d. Beitr. zur Kriegswirtschaft, 1917. - 94 S. (Beiträge zur Kriegswirtschaft ; 22/23) In Fraktur. -
/Voß-Zietz, Martha/Stegemann-Runk, Maria: Die Hauswirtschaft im Kriege. Berlin : Verl. d. Beitr. zur Kriegswirtschaft, 1917. - 70 S. (Beiträge zur Kriegswirtschaft ; 25) In Fraktur. -
Ueber das Organisationsproblem. Berlin : Verl. d. Germania, 1918. - 15 S. (Vom katholischen sozialen Geist ; 2.)
Untergang des Abendlandes, Christentum und Sozialismus. Eine Auseinandersetzung mit Oswald Spengler. Freiburg i. Br., 1920; Freiburg im Breisgau, München [u.a.], 1921 ("Anti-Spengler")
/Krebs, Engelbert (Hrsg.): Geschichte des Bankhauses J. A. Krebs in Freiburg im Breisgau 1721-1921 : Aus Anlaß des 200jährigen Bestehens des Hauses, Freiburg : Herder, 1921 - VII, 47 S., 15 Taf. -
Nationalökonomie. Über H.P.s Lehrbuch, in: Literaturblatt der Frankfurter Zeitung vom 13.6. 1926, Nr. 24;
Ketteler und das proletarische Problem seiner Zeit, in: Schönere Zukunft 2 (1927), Nr. 43;
Probleme der sozialen Betriebspolitik. Berlin, 1930
(Hrsg.): Probleme der sozialen Werkspolitik. Teil 1–3. München/Leipzig 1930–1935. Reprint Vaduz 1994
(Mitwirkung neben Arthur Feiler, Georg Jahn und Ludwig Mises) an Lederer, Emil (Hrsg.): Das Kartellproblem. Beiträge zur Theorie und Praxis. Teil 1–3. München/Leipzig 1930–1932. Reprint Vaduz 1994
Die Wandlungen der Wirtschaft im kapitalistischen Zeitalter. Berlin-Grunewald, 1932
Betriebsführung und Betriebsleben in der Industrie. Stuttgart, 1934
Heinrich Pesch, in: Encyclopaedia of the Social Sciences, hrsg. von E.R.A. Seligman und A. Johnson, Bd. XII, New York 1934, 91 f. (15. Nachdruck 1963);
The proletariat. New York [u.a.], 1937
Pesch and his Contemporaries. Nationalökonomie vs. Contemporary Economic Theories, in: Social Order (St. Louis, Mo.) 1 (1951), 153-160
Zwischen Kapitalismus und Syndikalismus. Die Gewerkschaften am Scheideweg. München, 1952; Bern, 1952
1. Thema &Widmung
2. Einleitung & kritischer Kommentar
3. Prolegomena zur Demokratie
4. Die Dialektik d. wirtschaftlichen Liberalismus
5. Demokratie & Demokratismus. Ein Beitrag zum Problem d. Wirtschaftsdemokratie
6. Gewerkschaftslogik & Mitbestimmung
7. Mitbestimmung & Kompetenzerweiterung
8. Die Gewerkschaften am Scheideweg
9. Exkurs - Kommentar zu einem Gewerkschaftsprogramm
Economics of Heinrich Pesch. A Review, in: Social Order (St. Louis) 3 (1953), 447-451;
Der Versuch einer sozial-biologischen Pädagogik für Körperbehinderte. Bigge-Ruhr, 1954
Das Gewerkschaftsproblem gestern und heute. Frankfurt/Main, 1955
Die Verantwortung des christlichen Unternehmers heute. Köln, 1955
"Social Encyclicals and Liberal Ethics." Social Order 6 (January 1956) 13-20.
Das Ethos in der pluralistischen Gesellschaft von heute. München, 1958
Das Soziale und die Gemeinschaft, 1959
in Verbindung mit Vierkandt,
Alfred (Hrsg.): Handwörterbuch der Soziologie. Unveränd.
Neudr. [d. Ausg. 1931]
Stuttgart : Enke, 1959. - XII,690 S.
Das Bild des Arbeiters in der katholischen Sozialbewegung. Katholisch-Soziales Institut der Erzdiözese Köln <Honnef>. Köln, 1960
Von der Happiness zum Wohlfahrtsstaat, in: Freiheit und Verantwortung in der modernen Gesellschaft, Festschrift für Gustav Gundlach, Münster 1963
Laissez-faire-Pluralismus. Berlin, 1966
Konsequente soziale Marktwirtschaft, die Heimat aller Schaffenden. Ludwigsburg, 1966
Mitbestimmung(?). Stuttgart, 1967; 1968
Gewerkschaftsprobleme in unserer Zeit . Frankfurt a.M., 1968
/Böhm, Franz (Hrsg.): Mitbestimmung, Ordnungselement oder politischer Kompromiß. Stuttgart, 1971; (2)1973; darin: Einleitung
o.J.
Probleme der sozialen Werkspolitik. München o.J.
Die betriebliche Sozialpolitik einzelner Industriezweige. München o.J.
posthum
Beitrag in: Hinrichs, Peter (Hrsg): Industrieller Friede?. Köln, 1976
Beitrag in: Lampert, Heinz (Hrsg.): Arbeitsmarktpolitik. Stuttgart (u.a.), 1979
Die dünne Grenze zur Barbarei. Würzburg, 1981
Ausgewählte Schriften, hrsg. von Heinrich B. Streithofen und Rüdiger von Voss. Berlin, 1980
"Catholic Social Doctrine, 'Laissez-Faire' Liberalism, and Social Market Economy." Review of Social Economy 41 (December 1983) 246-58.
Sekundärliteratur (alle
Bücher sind im Bayern-Opac aufgeführt):
Verleihung der akademischen Würde Doctor Rerum Politicarum honoris causa an Herrn . . Götz Briefs durch die Technische Universität Berlin. Berlin, 1967
Broermann, Johannes/Herder-Dorneich, Philipp (Hrsg. in Verbindung mit F. A. Hermens, F. K. Mann u. W. Schreiber): Soziale Verantwortung: Festschrift f. Goetz Briefs zum 80. Geburtstag, Berlin : Duncker & Humblot, 1968. - 1 Portr.,XV,698 S.; darin Beiträge von Johannes Messner, Gehard Colm, Kurt Weichselberger,
Niggemann, Jürgen: Verbändelehre bei Goetz Briefs. Berlin, 1971
posthum:
Amstad, Alois: Das Werk von Goetz Briefs. Berlin, 1985
Brenninkmeijer, Ferdinand: Der Unternehmer bei Goetz Briefs, 1986
Schabowicz, Otto Ignacz: Aufgaben und Ziele moderner Gewerkschaften: Darstellung und philosophische Kritik der Gewerkschaftstheorie von Goetz Briefs, 1986. - II, 128 Bl. (Hochschule für Philosophie <München>: Magisterarbeiten ; 172) München, Hochsch. für Philosophie, Magisterarbeit, 1985/86.
Lehmann, Hermann: Das Werk von Götz Briefs als Beitrag zur Sozialwissenschaft und Gesellschaftskritik aus der Sicht christlicher Sozialphilosophie, in: (Amstad, Alois): Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, 1989, Teil III, S. 226
Bossle, Lothar. Mit Goetz Briefs ins 21. Jahrhundert. Paderborn, 1994
Finsterer, Manfred: Das Verhältnis von Goetz Briefs zur Ordoliberalen Gesellschaftslehre, 1997; (nur UB Würzburg) [Mikroform], Manfred, 1997
Herms, Eilert: Art: Goetz Briefs, in: RGG, (4)1998, I, 1763
Der jüngste Professor des deutschen Reiches erregte allgemeine Aufmerksamkeit, als er Oswald Spengler 1920 des Nihilismus überführte.
"Keine Demokratie kann übersehen, daß ziffernmäßig starke Verbände, auch wenn sie primär im Wirtschaftlichen verankert sind, politisch relevant sind ... Die Forderung an die Verbände, in ihrer Politik das Gesamtinteresse zu wahren, übersieht, daß selbst bei gutem Willen (…) ihre Struktur und Funktion es schwer, wenn nicht unmöglich machen, zur Idee der Gesamtverantwortung für das Gemeinwohl durchzudringen". Daher warnte er vor "befestigten Gewerkschaften", was ihm die Kritik einbrachte, er sei "Gewerkschaftsfeind".
Briefs betonte den Zusammenhang zwischen Liberalismus und Faschismus/Nationalsozialismus: "Wir haben im nationalsozialistischen Deutschland und im faschistischen Italien den Aufstand gegen die zweite Phase des Liberalismus erlebt; gegen die Starrheiten und Inflexibilitäten der gruppenindividualistischen Phase sah man die Rettung in einer totalitären Form von Wirtschaft und Gesellschaft". Totalitäre Formen seien "die dritte Phase der Dialektik des Liberalismus". Briefs sieht in dieser Phase des Liberalismus den totalitären Gedanken als dessen "kontradiktorisches Gegenteil" an: "So hat sich in der sekundären Phase des Liberalismus die alte Neutralität des Staates in eine sehr aktive Kooperation mit den pluralistischen Organisationen verwandelt." Wenn dann die ursprünglichen gesellschaftlichen Selbstregelungsmechanismen nicht mehr funktionieren, kommt es zur Krise: "Lohn- und Preis-Niveaus bleiben durch die Macht von Kartellen und Gewerkschaften aufrecht erhalten, selbst gegen den Trend der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Preis dafür ist die Vertiefung der Krise, ungeheure Erwerbslosigkeit, Überlastung der öffentlichen Kassen, das Unergiebigwerden von alten und neuen Steuern, und neue Vertiefung der Krise, die sich in ausweglose Depression auswächst". Der Ruf nach Ordnung und Regierung wendet sich dann ins Totalitäre.
Im Hinblick auf die ordnungspolitische Einordnung der Gewerkschaften war er gemeinsam mit Gustav Gundlach und Johannes Even Gegenspieler von Oswald von Nell-Breuning, der diese im Unterschied zu ihnen optimistisch sah.
Ein besonderes Augenmerk legte Briefs auf die Betriebssoziologie und die Ausbildung von Wirtschafts-Ingenieuren.
Unternehmer-Sein heißt nach Goetz Briefs wesentlich auch: die Kosten in Schach und Proportionen halten.
Neben Ernst Michel prägt Götz Briefs den Begriff der „Fremdbestimmung“ des Arbeiters als einen bedeutenden Problemkreis, der inder Neuzeit und besonders durch die „industrielle Arbeitswelt“ entstanden ist. Dazu gehören: 1. Der Arbeiter ist wirtschaftlich unselbständig und abhängig vom Unternehmer. 2. Arbeitgeber und Arbeitnehmer kenne sich kaum oder gar nicht. 3.Die Arbeiter sind sich untereinander fremd. 4. Der Arbeiter bleibt der Arbeitsstätte und der Arbeit selbst innerlich fremd, er findet nicht den inneren Einklang mit ihnen.
Alphons Horten schreibt über seinen Freund Goetz Briefs: "Während weite Teile der Öffentlichkeit in Spengler den größten geistigen Führer durch die Turbulenzen und Unsicherheiten der Nachkriegszeit sahen, wies Goetz Briefs mit unerbittlicher Konsequenz und durchdringender Klarheit nach, daß der Kern der sogenannten Spenglerschen Philosophie nihilistisch war und die große abendländische Geistestradition verleugnete."
Briefs, Goetz A. Papers, Part I Scope: Papers of Professor Goetz Briefs, economist and educator, who was active in government service in Germany prior to his emigration to the United States in 1934. The bulk of the papers date from his arrival in this country. They include correspondence and manuscripts, particularly in the field of economics and the "ethos problem." A contemporaneous gift of Professor Briefs' extensive library, relating largely to the field of economics, was placed in the library's main stacks. Gift of Henry W. Briefs and Mrs. Elinor Castendyk Briefs 1928-1974 * 4.50 lf unpublished finding aid available in repository
Briefs, Goetz A. Part II Papers, Part II 1.50 lf
Hinweis auf zwei Briefe von Alfred Schütz an Goetz Briefs (1940)
Seitenanfang
Homepage: Helmut Zenz
Copyright © Helmut Zenz 2004