Was es mit dem bairischen "Fasching" auf sich hat?

Die je nach Frühlingsvollmond zwischen 28 und 63 Tage dauernde Zeit zwischen Epiphanie (6. Januar) und Aschermittwoch (4. Februar bis 10. März), vor allem aber zwischen Lichtmeß (2. Februar) und Aschermittwoch und insbesondere die Woche vor dem Aschermittwoch, mit dem dann - ganz im biblischen Sinn (Mt 4,2: Fasten Jesu in der Wüste) - die vierzig Tage und vierzig Nächte dauernde Fastenzeit vor Ostern beginnt, wird im größten Teil des Bairischen als "Fasching" bezeichnet. Dies geschieht im Unterschied zur verwandten "Fastnacht" bzw. "Fasnacht", ein Begriff der im "Westen" (Alemannischer und ostfränkischer Sprachraum, Tirol und zum Teil westliches Bayern) gebräuchlicher ist, und dem sonst üblichen "Karneval". Woher kommen diese begrifflichen Unterschiede? Und was versteckt sich dahinter an Brauchtumsgeschichte?



Karneval - Fasnacht - Fasching

Das lateinische Stammwort für Karneval lautet "caro" und heißt übersetzt "Fleisch". Aus dessen Ableitungen "carnislevamen", "carnisprivium", "carnetollendas" und "carnelevale" bzw. "carne vale" - letzteres bedeutet so viel wie "Fleisch(eslust) ade!" - hat sich nach der Meinung der meisten Sprachforscher im Spätmittelalter das Wort "Carneval" entwickelt. So berichtet uns Benedikt, der Chorherr von St. Peter in Rom und Verfasser der `Mirabilia Urbis´, in seinen Aufzeichnungen aus dem im Jahre 1142 über vier damals übliche Feste: die "Cornomania" am Sonntag nach Ostern, die "Ludi Romani communes in Kalendis Ianuarii" am 1. Januar, die "Ludus carnelevarii" (Karneval) am Sonntag "dimissionis carnium" (also dem Faschingssonntag) und die "Laudes pueorum in medio Quadragesimae" (Mittfasten). Der Papst war zumindest bei der "Cornomania", die ebenfalls von Narren geprägt war, und beim "Ludus carnelevarii" anwesend. Letzteres bestand aus einem Gelage und aus einem Turnier der römischen Ritter beim Monte Testaccio. Dann tötete man "einen Bären, den Teufel, den Versucher unseres Fleisches; man tötete junge Stiere, das heißt den Übermut unserer Lust, man tötete einen Hahn, die Geilheit unserer Lenden, damit wir von nun an keusch und nüchtern leben im Kampf unserer Seele, um an Ostern würdig den Leib unseres Herrn empfangen zu können." Von Maskerade ist in diesem Bericht für diese Feier noch nicht die Rede.

In Deutschland ist das Wort "Karneval" bislang erstmals für das Jahr 1699 belegt. Zu dieser Zeit existierten die Begriffe "Fasnacht" und "Fasching" schon einige Jahrhunderte im alemannischen bzw. bairischen Sprachraum und zwar als unmittelbare Übersetzung der lateinischen Ursprungsbegriffe. Der "deutsche" Begriff Karneval braucht uns also nicht weiter zu kümmern.

Das Wort "Fasching" geht sprachgeschichtlich auf die mittelhochdeutsche Prägung "vastschanc" zurück, das bald schon zu "vaschang" verkürzt worden ist. Das Wort bezeichnete den "Ausschank vor dem Fasten".

Das Wort "Fas(t)nacht" kommt stattdessen von "vas(t)(en)nacht" und meinte zunächst allgemein die "Nacht vor dem Fasten".



Fasching und Fastenzeit

Dass diese Worte in engen Zusammenhang mit der von der Kirche eingeführten Fastenzeit vor dem Osterfest steht, liegt natürlich auf der Hand. Die Kirche hatte auf dem Konzil von Nicäa 325 ihren Ostertermin auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgelegt und Papst Gregor der Große hat um 600 die vorgelagerte vierzigtätige Fastenzeit begründet.

Zählt man nun von Ostern aus 40 Tage und 40 Nächte zurück, ergibt sich als Beginn der Fastenzeit der Dienstag nach dem 6. Sonntag vor Ostern. Dieser 6. Sonntag vor Ostern erhielt im Hinblick auf die genannten 40 Tage den Namen "Dominicia Quadragesima" oder "Invocavit" - auch "Funkensonntag" genannt. Der Montag nach diesem Sonntag wurde infolgedessen früher oftmals als eigentliche "Fastnacht" begangen. Und diese Tradition lässt sich heute noch in Basel und in manchen Gemeinden des badischen Markgräflerlandes greifen, in denen der Termin der "alten Fastnacht" nicht aufgegeben wurde.

Das Konzil von Benevent im Jahre 1091 nahm dann, einer Regelung Papst Gregors des Großen aus dem 7. Jahrhundert folgend, die Sonntage als Gedächtnistage der Auferstehung Jesu von der Fastenzeit aus, so dass der Beginn der Fastenzeit um 6 Tage vorrückte. Damit verschob sich auch die Fastnacht nach vorne, die seither dem sogenannten "Aschermittwoch" vorausgeht.

Im Konzilskanon heißt es ausdrücklich, dass es "kein Laie nach dem Aschermittwoch wagen solle, Fleisch zu essen". Vielmehr sollten alle, Kleriker wie Laien, Männer so gut wie Frauen an diesem Tage die Asche auf ihren Häuptern empfangen. Dieser liturgische Brauch wird in Bayern liebevoll auch als "Einascherln" bezeichnet und von ihm hat der Aschermittwoch schließlich auch seinen Namen.

Der 7. Sonntag vor Ostern hieß dann konsequenterweise auch "dominicia quinquagesima".

Diese "Neuerung" führte allerdings zu einer Unterscheidung zwischen der "neuen" oder auch "Herrenfastnacht", da die Obrigkeit der Nacht vor dem Aschermittwoch den Vorzug gab, und der "alten" oder auch "Bauernfastnacht", da die einfache Bevölkerung noch lange am gewohnten Termin, also am Sonntag "Invocavit" und dem zugehörigen Montag festhielt.

Da beide Termine an sich auch gleich gut begründet waren, blieben sie in einzelnen Gebieten jahrhundertelang nebeneinander bestehen. Dabei ergab sich jedoch die Situation, dass mancherorts noch Fastnacht gefeiert wurde, als anderswo längst die Fastenzeit begonnen hatte, immerhin handelt es sich um 6 Tage Unterschied. Die Konkurrenz zwischen den beiden Terminen wird in zahlreichen Urkunden des 13. bis 16. Jahrhunderts bezeugt, die "auf den Freitag vor der alten Fastnacht", auf die "rechte" (d.h. die neue) oder auf die "Pfaffenfastnacht" datiert worden sind. Mit letzterem Begriff wird darauf angespielt, dass vor allem die "Pfaffen", vor allem auch die Jesuiten, in Zusammenarbeit mit der Obrigkeit und den Patriziern diesen Termin durchzusetzen versuchten. (Er meint später aber auch den Unterschied zwischen der "Pfaffenfastnacht" am Faschingssonntag und "Laienfastnacht" am Faschingsdienstag.) Noch im 16. Jahrhundert sind diese Verschiebungen durchaus üblich.

Ende des 14. Jahrhunderts mehren sich die Belege, die auf den neuen Fastnachtstermin abheben und beispielsweise lauten: Erst ab dem 16., vor allem im 17. und 18. Jahrhundert bemühte man sich, um diesem Mißstand der ungleichen Fastnachtstermine abzuhelfen, verstärkt darum, die Bräuche der alten Fastnacht auf den neuen Termin vorzuverlegen und den alten ganz zu beseitigen. Zum Beispiel griffen in Luzern die Jesuiten in diesem Sinn stark in die Brauchgestaltung ein. Über die Verlegung des Fastnachtstermins berichtet der dortige Stadtschreiber Renward Cysat: "Anno 1580 ward das vngerympt Wäsen vnd Vmbzug am Montag nach der allten Fassnacht ..., item ouch vff denselben Sonntag selbs mit Gastery, Fassnachtfüwr ... abgeschaft, vnd das Fassnachtwäsen vnd Beschluß der Fassnacht vff den letzten tag der Fassnacht, die junge Fassnacht genant, gelegt ..." So blieb nur dort, wo sich die Jesuiten nicht durchsetzen konnten, wie im reformierten Basel mit seiner katholischen Minderheit, der alte Brauchtermin erhalten.

Waren also die "Funkenfeuer" am heutigen ersten Fastensonntag, der vor allem im Allgäu aufgrund dieser Feuer auch heute noch "Funkensonntag" heißt, Bestandteil des Fastnachtsbrauchtums, bildeten sie mit der Durchsetzung des "rechten" Faschingstermins - außer z.B. in Basel und Mailand - nur mehr das "Überbleibsel" der "alten" Fastnacht.. Die Funkenfeuer kennt man auch im östlichen Frankreich, in Luxemburg und Belgien, in der Schweiz, in Vorarlberg und Tirol. Oftmals wird dabei in Gestalt einer Hexe aus Stroh alles Böse verbrannt.

Als Perikope für den Sonntag vor der von Gregor dem Großen vorgesehenen, also am heutigen Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit findet sich bereits in dessen Homilienverzeichnis (um 600) eine Stelle aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus: "Wenn ich mit Menschen und mit Engelszungen redete, ohne Liebe zu haben, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle". Bei Papst Gregor dürfte dies keinen bloßen Zufall darstellen, trifft es sich zeitlich mit den damals in Rom schon gängigen Masken- und Schellenbräuchen.
Auch in der Perikopenliste des heiligen Burckhardt von Würzburg (gest. 753), im Evangelienverzeichnis der Pfalzkapelle zu Aachen und noch öfter findet sich für diesen Sonntag vor der bzw. zum Teil noch gut eine Woche vor der Fastenzeit die besagte Stelle.



Römisch-heidnische Ursprünge

Die römische Kirche legte also Fastenzeiten vor Weihnachten (Advent) und vor Ostern um ein schon bestehendes Brauchtum zu begrenzen. Dieses "heidnische" Brauchtum hat seinen Ursprung :

Die Kernaussage dieser römisch-heidnischen "Masken"-Festlichkeiten konnte relativ leicht christlich umgeformt werden. Auch konnte die Kirche auf diese Weise eine Fastnachtsfeier gutheißen, die den Gläubigen einerseits den Eintritt in die Fastenzeit erleichtern, zugleich aber auch den Gläubigen eine Alternative im Leben deutlich machen konnte. Die Feiern führten die abgelehnte Lebensform in der von Begierden bestimmten Gemeinschaft "Babylons" anschaulich vor, während mit Beginn der Fastenzeit man sich nach "Jerusalem" hinwandte.



Die Faschingstage

Das feste Ende der nunmehr also römisch-christlichen Bräuche hatte freilich eine Folge, mit der die kirchliche und staatliche Obrigkeit zunächst nicht gerechnet hatte. Sie rief die Bürger quasi erst Recht dazu auf, die letzten Tage vor der Fastenzeit besonders intensiv zu nutzen.

Faschings-Donnerstag
Zunächst begann man die Faschingszeit - wohl auch aus theologischen Gründen, nämlich in Analogie zum Gründonnerstag als Tag der "Wiederaufnahme der Gefallenen" - bis auf den Donnerstag vor Aschermittwoch auszudehnen. Vielerorts werden an diesem Tag auch heute noch Narrenreiche errichtet, die mit dem Fastnachtsdienstag wieder verschwinden. An diesem Tag beginnen also allerorten die Narreteien. Er heißt deshalb auch "unsinniger" oder "unseliger Donnerstag" und wird gelegentlich - unter Verwendung des mittelhochdeutschen Wortes "gumpeln" für das Possenreißen bzw. "gumpen" für Hüpfen, Springen - auch als "gumpata", "gumpeliger" oder "gumpiger Donnerstag" bzw. im Bairischen "Pfin(g)sta" bezeichnet. (Da im Rheinland an diesem Tag auch vielerorts die "Weiberfastnacht" stattfand, bürgerte sich dort auch dieser Begriff für den ganzen Tag ein.) Dieser Donnerstag heißt im südwestdeutschen Raum zumeist "schmutziger Donnerstag", was sich nicht von "Schmutz", sondern von "Schmotz" herleitet, was soviel wie Schmalz bedeutete und sich auf die fetten oder fettgebackenen Speisen bezieht, die man an diesem Tag zu essen pflegt. Von daher hat sich in anderen Landschaften auch der Name "fetter" oder "feister" Donnerstag gehalten.
Franziska Hager weiß zu berichten: "Wir wissen auch noch, was es mit dem `Unsinnigen Pfingsta´ für eine Bedeutung hat. ... An diesem unsinnigen Pfingsta, den sie auch den `gumpaten Donnerstag´ nannten (gumpen = hupfen, springen), schlüpften die Dörfer in die Masken. Alt und jung ging Maschkera. Der Hanswurscht im Flecklgewand und mit der Saubladern am Stecken, war bei den Kindern `Moar´. Die Leute gingen als Einsiedler, Mausfallenhändler, Bärentreiber, andere kamen auf Stelzen. Es gab ein Wursthupfats, ein Sackhupfats, Schubkarrenrennen und das Ziegeltragen. Die fünf Finger der rechten Hand hielten den sechs Pfund schweren Stein, der nach unten hing. So musste die Rennbahn durchlaufen werden. Das war die Bedingung für den Glückslauf, den meist eine Stalldirn oder ein Senn gewannen, denn sie hatten vom Melken das meiste `Schmalz´ in den Fingern.
Am Unsinnigen Pfinsta war das `Fleischstehlen´ erlaubt. Fleisch gab es bei den meisten Bauern nur an Sonn- und Feiertagen. Fleisch war in einer Weise begehrt, wie wir es uns, die wir an seinen täglichen Genuß gewöhnt sind, nicht mehr vorzustellen vermögen. `A Unsinniga hat mir mei Fleisch gstohln!´ lamentierte an dem Donnerstag manche Bäuerin." (Hager, Franziska/Heyn, Hans: Drudenhax und Allelujawasser. Volksbrauch im Jahreslauf, Rosenheim, S. 135). Und für Partenkirchen schreibt Paul Ernst Rattelmüller: "So richtig geht es aber erst am unsinnigen Donnerstag los, das ist der Donnerstag vor dem Aschermittwoch. Er ist besonders interessant in Mittenwald; dort gibt es nämlich das Schellenrühren, das allerdings nur stattfindet, wenn der unsinnige Donnerstag nicht auf den Agathentag fällt, auf den 5. Februar. Sonst wird es auf den Faschingssonntag verschoben. Zweimal, so erzählt man sich, wären die Mittenwalder Schellenrühren gegangen, als der unsinnige Donnerstag am Agathentag war, und zweimal sei an diesem Tag ein Feuer ausgebrochen. Ein großes Feuer, das gleich ein ganzes Viertel von Mittenwald in Schutt und Asche gelegt hat. ..." (Rattelmüller, Paul Ernst: Ein bairisch Jahr, München 1962, S. 24 ff.). Ähnliches berichtet Rattelmüller auch für Partenkirchen.

Faschingsfreitag:
Der Freitag in der Fastnacht, der nur vereinzelt bräuchlich begangen wird, weil nach vielen örtlichen Verboten seit dem 15. Jahrhundert (z.B. 1475 in München) sogar ein Edikt des Papstes Benedikt XIV. von 1748 eine Brauchübung an diesem Tage untersagte, trägt gelegentlich den Namen "beramiger", "bromiger" oder "Beramfreitag". Dieses Wort beruht auf dem mittelhochdeutschen Substantiv "râm", das "Ruß" bedeutet. Tatsächlich wird er vielerorts eben auch "rußiger Freitag" genannt. Das Verbot konnte sich aber nie ganz durchsetzen. So berichtet uns noch Josef Schlicht 1877: "Der rußige Freitag (Freitag vor dem Faschingssonntag) bringt einen kernigen Hausjux ins Land. Nämlich, wer an diesem Tag in eine fremde ilmländische Stube tritt, ohne wohl auf seiner Hut zu sein, dem wird jählings eine Handvoll Pfannenruß auf die Backe gestrichen. Selbst die Mutter tut´s, besonders gern führt aber die erwachsene Tochter den Schabernack auf; indes die alleremsigsten in dem Stück sind natürlich die Wirtsdianln. Jede hat am rußigen Freitag eine schwarze Hand. Und sowie ein Bursch die Türschnalle Drückt, um in die Zechstube zu treten, im Pfennigsagen (so schnell) sitzt ihm auch von rückwärts angeflogen ein possierlicher Rußfleck im Gesicht. Den Gipfel, wenn der biedere Bursch in der Zipfelhaube, ohne es zu ahnen, seine angehexte, schwarze, neckende Liebesschmarre hinter der Nase nicht nur den ganzen Zechabend führt, sondern auch noch nach Hause trägt." (vgl. Schlicht, Josef: Blauweiss in Schimpf und Ehr, Lust und Leid (1877), Rosenheim (3)1991, S. 52). Nach Franziska Hager kam der Brauch aber dann doch immer mehr ab, so dass er Mitte der zwanziger Jahre kaum mehr geübt wurde (Hager/Heyn, a.a.O., S. 135 f.)

Faschingssamstag
Ähnliches wie für den Faschingsdonnerstag gilt auch für den Samstag, der vielerorts als "schmalziger" oder "Schmalzsamstag" bekannt ist, weil an ihm die Schmalzküchlein, also die "Fastnachtskrapfen" gebacken wurden. Dieser Begriff ist schon 1462 für Augsburg und 1643 für Ulm belegt.

Faschingssonntag
In der Gegend um Augsburg und Ulm findet sich dann auch für den Sonntag der Begriff "Küchlesonntag".

Faschingsmontag
Der Montag dagegen war in Süddeutschland bis ins 20. Jahrhundert nie ein besonderer Tag. Und selbst der "Rosenmontag" im Rheinland erhielt seinen Namen erst nach 1824, weil das Komitee, das seit 1824 die Umzüge des Kölner Karnevals vorbereitet, am Sonntag Laetare (Mittfasten) bzw. dem ihm folgenden Montag seine Generalversammlung abhielt. Und da dieser Sonntag Laetare seit dem 11. Jahrhundert "Rosensonntag" hieß, weil an diesem Tag der Papst mit einer goldenen Rose in der Hand auf den Altan des Laternpalastes trat, um durch sie, das Sinnbild Chrsiti in seiner Passion, auf die am darauffolgenden Sonntag anhebende Leidenswoche und das Auferstehungsfest vorauszuweisen, nannte sich das Komittee "Rosenmontagsgesellschaft". Von dieser Gesellschaft aus übertrug sich nach 1830 der Begriff "Rosenmontag" auf den Montag, an dem die von der Gesellschaft vorbereiteten Umzüge stattfanden. Die ältere Bezeichnungen für diesen Montag sind daher auch "guter" oder "blauer" Montag, wohl weil am Nachmittag dieses Tages nicht gearbeitet wurde, im bairisch-fränkischen Raum seit dem 15. Jahrhundert aber auch "geiler Montag", was damals noch nichts anderes als "fröhlich" und "übermütig" bedeutete und nur am Rande auf sexuelle Freizügigkeit abhob.

Faschingsdienstag
Der Faschingsdienstag wird regelmäßig als "Narrenfastnacht" bezeichnet, weil bei ihm von alters her besonders viele Narren auf den Straßen ihr Unwesen trieben, wie gesehen als "Laienfastnacht", analog zum Faschingsdonnerstag auch als "unsinniger Dienstag", im Unterschied zur "falschen" am Montag nach Quadragesima auch "rechte Fastnacht" bezeichnet. Auf dem Lande hieß dieser Tag vereinzelt auch "Schnitzdienstag", weil das bäuerliche Hauptgericht an diesem Tag aus gedörrten Birnenschnitzen und Speck bestand.
Schließlich wurde in der Regel am Faschingdienstag auch die Faschingszeit beendet. Nur mancherorts führte man die Begräbniszeremonien für die Fastnacht erst am Aschermittwoch durch, was von der Geistlichkeit sehr kritisch betrachtet wurde. Im besagten Edikt des Papstes Benedikt XIV. von 1748 wird auch darauf Bezug genommen: Es sei unerträglich, dass hin und wieder Gläubige am Aschermittwoch in ihren Fastnachtskleidern, nur mit einem Überwurf angetan, das Aschenkreuz empfingen und anschließend zu Bett gingen, um erst einmal den Rausch des letzten Fastnachtstages auszuschlafen. Der Aschermittwoch sei gewissermaßen das Tor zum Fasten, und wer den Eingang entweihe, sei nicht würdig, das Heiligtum zu betreten. Dass jemand in Karnevalskleidern zum Altar gehe, widerstreite der schuldigen Ehre der Kirche. (Vgl. dazu auch Rattelmüller, Paul Ernst: Ein bairisch Jahr, München 1962)



Versuche der Ausdehnung nach vorne und hinten

Es wurde wieder und wieder versucht, die "fetten" bzw. "tollen" Tage noch weiter auszudehnen. Noch im 18. Jahrhundert versuchte man zum Beispiel in Venedig, den Beginn des Karnevals soweit vorzuziehen, dass die Maskenherrschaft schließlich von Anfang Oktober bis Aschermittwoch mehr als fünf Monate betrug, nur unterbrochen von der Advents- und Weihnachtszeit. Und ähnliches dürfte hinter dem Ausspruch von Grimmelshausen stehen, der darauf verwies, dass das "biß Faßnacht währende Fressen und Saufen bei uns Teutschen um Martini einfällt". Tatsächlich war der Martinitag, der "Fasching" der Adventszeit, solange die Adventszeit als Fastenzeit gehalten wurde. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass der Martingstag, der 11. November, als Beginn des Faschings gehandelt wird, zumal er sich für die Schnapszahl 11.11. um 11.11 Uhr eignet. Allerdings gilt dies eben nur, wenn man die Adventszeit nicht als allzu strenge Fastenzeit nimmt, was bereits im 18. Jahrhundert immer mehr der Fall gewesen zu sein scheint.

Aber auch der Aschermittwoch als strenge Scheidelinie zwischen Faschings- und Fastenzeit wird immer wieder einmal zu durchbrechen versucht. Als 1978 die Fastnacht sehr früh einfiel, so dass die Zeit für die zwischen Epiphanie und Aschermittwoch üblichen Tanzveranstaltungen nicht ausreichte, entschloß sich die Direktion des "Bayerischen Hofes" in München, etwa 20 Bälle, darunter den "Magnolienball" der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft, den Ball der Österreichisch-Bayerischen Gesellschaft sowie die närrischen Feste der Metzger, Zahnmediziner und einiger Großbetriebe, unter Beibehaltung der Faschingsdekoration in die Fastenzeit hinein fortzuführen. Dieses Vorhaben wurde sofort vom Erzbischöflichen Ordinariat als "reichlich närrisch" und "außerordentlich bedauerlich" beanstandet. Prälat Anton Maier trat in einer Presseerklärung entschlossen gegen eine Verlängerung des Faschings ein. Der Aschermittwoch sei nicht nur die geistliche Grenze des Faschings, er gebe ihm vielmehr erst seinen Sinn. Den Fasching über diesen Tag hinaus zu verlängern, würde bedeuten, ihn aus seinem traditionellen und kulturellen Rahmen herauszunehmen. Deutlicher noch hob an Fastnacht 1978 selbst der damalige Münchener Erzbischof Joseph Kardinal Ratzinger hervor, der Fasching sei zwar kein kirchliches Fest im engeren Sinn, "aber doch nicht ohne den Festkalender der Kirche zu denken". Der Mensch bedürfe des "Wissens um den Rhythmus der Zeit", in dem alles seinen Platz habe, das Sinnliche wie das Geistige. Es sei daher "töricht", den Fasching verlängern zu wollen, "wenn Geschäfte und Terminkalender dazu raten", weil auch der Fasching durch die Herausnahme aus dem Jahreslauf seinen eigentlichen Sinn verliere. Ähnlich hartnäckig wie die Narren versuchte also die Kirche diesem Ansinnen nach "Verlängerung" immer wieder entgegenzusteuern. Die Kirche schwankte also in Bezug auf die Faschingsbräuche ständig zwischen Zustimmung und Ablehnung, Verständnis und Begrenzung.



Germanisch-keltische Wurzeln des Faschingsbrauchtums

Auch in Deutschland war schon lange ein auf die Bändigung (Bräuche zur Wintersonnenwende) und schließlich Austreibung des Winters und das Wiedererstehen der Fruchtbarkeit bezogenes Brauchtum vorhanden. Ob und wie ähnlich es dem römischen Brauchtum war und inwieweit der härtere Winter nördlich der Alpen zunächst völlig eigenständige Bräuche entwickelt hatte, ist schwer zu entscheiden. Sicher gilt, dass Ähnlichkeiten allein zwischen römischen Festen und heutigen Faschingsbräuchen kein zuverlässiger Wegweiser sind. Eine Beeinflussung ist anzunehmen, muss aber immer zusammengedacht werden mit der Möglichkeit, dass mehrerenorts gleiche Bräuche entstanden sind, es sich also um "archetypische Erscheinungen" (Fuhrmann) handelt.

Zweifellos aber aber wurde das Brauchtum nördlich der Alpen mit der römischen Besatzung (Rhein, Schwäbisch-Alemannien, Bayern und Österreich), dem Vordringen der Germanen bis nach Rom (568) und der allmählichen Einführung des Christentums und seiner Feste durch das römisch-christliche Brauchtum überformt. Und in diesem christlich-römisch überformten keltischen, germanischen, alemannischen, fränkischen und nicht zuletzt bairischen Brauchtum wurzeln dann eben auch die Begriffe "Fasching" und "Fasnacht".



Warum sagen aber nun die einen Fastnacht und die anderen Fasching?

 Vom "Fasching" zur "Fasnacht" und zurück

Der Sprachforscher Peter Wiesinger hat aus bestehenden Sammlungen und eigenen Recherchen für die Zeit des ausgehenden 13. bis endenden 15. Jahrhunderts 605 Belege für die Worte "Fasching" und "Fasnacht" aus 145 genannten oder erschlossenen Orten ermittelt und ausgewertet und dabei interessante Ergebnisse zu Tage gefördert.

Im Westen Deutschlands hat sich auf kirchlichen Gütern im 12. Jahrhundert vor dem Aschermittwoch, also am Dienstag, eine nächtliche Feier eingebürgert, die allmählich ausgebaut wurde. Vor allem in den Klöstern wurden die Bediensteten reichlich bewirtet und beschenkt, ehe dann bald die Städte diesen Brauch aufgriffen und dort zum Beispiel die Ratsherren üppige Mähler abhielten. Man wollte vor der mit dem Aschermittwoch anbrechenden Fastenzeit sich und seine Bediensteten noch einmal kräftig stärken.

Als sich diese Bräuche bald weiter nach Osten ausdehnte, begann der Begriff "Fastnacht" (vasnaht, vahstnacht, vastenaht) mit dem dort bodenständigen, bairischen Begriff "Fasching" (vaschang) zu konkurrieren und sich allmählich durchzusetzen.

Diesen Verdrängungsprozeß glaubt Wiesinger vor allem anhand einer Pfründe-Ordnung des Benediktinerklosters Geisenfeld bei Pfaffenhofen aus dem Ende des 13. Jahrhunderts und ihrer Übersetzung nachweisen zu können. Denn in dieser lateinisch abgefaßten Pfründe-Ordnung wird der Anspruch der Klosterbediensteten auf Fleisch, das sog. "carnisprivium", zunächst mit der Erklärung versehen: "ius quod dicitur vaschanc" - "das Recht, das `vaschanc´ genannt wird". In der bald darauf erfolgten deutschen Übersetzung derselben Handschrift heißt es an derselben Stelle ebenfalls noch "vaschang". An fünf zeitlich späteren Stellen wird "carnisprivium" dann aber bereits mit "vasnaht" übersetzt. Die weiteren Belege aus dieser frühen Zeit zeigen, dass dieser Prozeß im oberbayerischen Westen (Mittelbairisch) und am Südwestrand des Nordbairischen wohl das ganze 13. Jahrhundert hindurch vollzogen hat, im Südbairischen von Tirol und Südtirol dagegen erst im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts.

Während also zu Beginn des 14. Jahrhunderts im Nordbairischen und oberbayerischen Westen, in Tirol und Südtirol schon überwiegend von der "Fastnacht" die Rede war, konnte sich im östlichen Oberbayern, in Niederbayern, in Salzburg, Ober- und Niederösterreich der "Fasching" neben der "Fastnacht" halten, ja zum großen Teil überwog das Wort "Fasching" sogar noch. Die Wort-Grenze verlief leicht westlich von Kufstein, Rosenheim, Landshut und Regensburg. Auch für den Chiemgau ist das Wort "vaschang" in dieser Zeit einmal belegt.

Im Laufe des 14. Jahrhunderts setzt sich die "Fasnacht" dann auch in Niederbayern und im östlichen Oberbayern durch und greift dann über Oberösterreich bis nach Niederösterreich aus.

Ende des 14. Jahrhunderts kommt es aufgrund dieses Schwankens - belegbar für Vilshofen und Wels - zur sprachlichen Auseinandersetzung und Vermischung in Wortbildungen wie "vaschnacht" aus "vasch(-ang)" und "(vas-)nacht". Insgesamt kann man für das beginnende 15. Jahrhundert sagen, dass in ganz Bayern das Wort "Fastnacht" und nur noch in Salzburg, Ober- und Niederösterreich das Wort "Fasching" überwog.

Ganz verdrängen konnte aber die schwäbisch-alemannische "Fastnacht" den bairischen "Fasching" nie. So gibt es im 16. und 17. Jahrhundert Belege für das Wort "faschang" in Landshut, Straubing, Wasserburg am Inn, Laufen und Burghausen, wobei zumindest in letzteren beiden Orten die Bezeichnung "Fastnacht" wesentlich häufiger vorkommt. In den Klosterrechnungen von Berchtesgaden stehen noch 1717 "Fastnacht" und "Faschinglohn" nebeneinander.

Im mittelbairischen Osten von Niederösterreich und in der Bauernschaft von Südmähren konnte sich dagegen die "Fastnacht" nie durchsetzen. Es existiert in Wien für "Fastnacht" nur eine einzige Belegung von 1404 und im Urbar von Nikolsburg (Südmähren) findet sich aus der Perspektive der Bauern für die zu leistenden Abgaben stets "vaschanghwner", während der vom Grundherrn festgelegte Termin fast ausschließlich als "vase(n)nacht" bezeichnet wird. Dies weist auf eine zweite Tendenz hin. Insgesamt gilt nämlich auch, dass die Oberschichten den Begriff "Fastnacht", die Unterschichten dagegen den Begriff "Fasching" bevorzugten.

Von Wien aus begann schließlich der umgekehrte Prozeß, der dazu führte, dass wir in Altbayern heute wieder mehrheitlich von Fasching sprechen. Denn das im Osten erhalten gebliebene Wort "Fasching" wurde dort nun mit einem neuen, brauchtumsbezogenen Inhalt versehen. In Wien wandte sich nämlich Kaiser Leopold I. nach der Türkenbelagerung von 1683 zur Wahrung von Ordnung und Sicherheit gegen den bis dahin üblichen Mummenschanz und das ausgelassene Treiben auf den Straßen und verbannte sie in Lokale und Säle. Dies führte bald zur Entwicklung der Wiener Bälle (Faschings-Bälle), die dann im frühen 18. Jahrhundert allseits lebhaften Zuspruch fanden und in allen Sozialschichten vom Adel bis zu den Kleinbürgern veranstaltet wurden. Das neue Tanzbrauchtum wurde dann sehr schnell in anderen österreichischen und bayerischen Städten aufgegriffen und auch die ersten Bauernfaschingsbälle finden sich. Und im Nu wurde in den östlichen bayerischen Städten das Wort "Fasnacht" fallen gelassen, und das vor allem auf dem Land nie ganz aufgegebene "Fasching" kam zu neuen Ehren. Auch die bayerische Haupt- und Königsstadt München griff den "Fasching" auf. Das ganze 19. Jahrhundert hindurch vollzog sich dieser Ablöseprozeß. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war er so weit fortgeschritten, dass sich vor allem um München und im westböhmischen Egerland das Wort "Fasnacht" so gut wie überhaupt nicht mehr belegen lässt. Um 1935 stellten dann Sprachforscher fest, dass sich das Wort "Fasching" in Bayern gänzlich durchgesetzt habe und von "Fasnacht" kaum mehr die Rede ist.

Heute im Zeitalter der Medien und der durch sie ausgelösten Begriffseinebnung und -individualisierung löst sich dieser Begriffsunterschied jedoch aus anderen Gründen allmählich wieder auf. Jeder gebraucht das Wort, das ihm am Besten "gefällt".



Der Unterschied zwischen Fastnachts- und Faschingsbrauchtum

Aus diesen sprachgeschichtlichen Ergebnissen lässt sich nun aber folgern, dass sich das schwäbisch-alemannische Fastnachtsbrauchtum vom bairischen Faschingsbrauchtum inhaltlich unterschieden haben muss.

Das in den "Osten" transportierte "Fastnachts"-Brauchtum bestand zunächst wesentlich aus dem von der Kirche unterstützten "Gelage" in der Nacht vor dem Aschermittwoch, das sich dann allmählich auf die benannten sechs Tage davor ausdehnte und mit allerlei öffentlichem Treiben verband.

In München ist für den Adel seit dem 14. Jahrhundert belegt, dass Gelage und Tanz abgehalten wurden.

Beim "Fastschank" ist dem Namen nach eher ist vom Namen her eher an ein Trinkbrauchtum zu denken, das im bairischen Raum vorherrschte um sich auf das Fasten vorzubereiten. Woran ist dabei zu denken?

Das von einzelnen Klosterbrauereien speziell in der Fastenzeit ausgeschenkte Starkbier stellte keinen Verstoß gegen die Fastenordnung dar, denn nach einer alten klösterlichen Regel "bricht Flüssiges das Fasten nicht". Es war als Stärkung für den durch das Fasten geschwächten Körper erlaubt. Von daher darf darauf geschlosssen werden, dass eben mit den Tagen vor dem Fasten der Ausschank des sättigerenden Starkbiers begonnen wurde.



Die Haltung der Kirche zum Faschingsbrauchtum in der Neuzeit

Immer wieder versuchte die Kirche das Brauchtum der Vorfastenzeit zu kritisieren, aber auch zu deuten. Vor allem im 15. Jahrhundert begann die Kirche damit, den moralischen Zeigefinger gegen das tolle Treiben zu erheben, was die Feiernden jedoch nur noch anspornte: Immer phantasiereicher wurden Masken und Bräuche, die eine gewisse Lust am Bösen und den Spaß an der fastnachtlichen Verkehrung der Welt spiegelten. So verlegte man sich stärker auf die Deutung.

So heißt es aus wissenschaftlicher Sicht: "Das Thema der Fastnacht lautet `Gegenwelt´, und es ist zu beachten, dass diese Gegenwelt tendentiell negativ konnotiert ist und vom Charakter der Vergänglichkeit geprägt wird."


Gecken-, Narren- und Faschingsorden und -gesellschaften

Der älteste deutsche Geckenorden ist die "Narrenzunft von Stockach" gewesen. Der Hofnarr Albrechts I. (Nachfolger Rudolfs von Habsburg) war ihr Gründer.
Recht exklusiv war die Geckengesellschaft zu Kleve, die am Kunibertitage 1381 vom Grafen Adolf von Kleve gegründet wurde.



Quellen und Literatur

Quellen:

Literatur:

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Auswahl an Belegen nach Wiesinger

Gedichte und Sprüche

Das Narrenschiff
Die erste deutsche Narrendichtung ist die von dem Juristen und Dichter Sebastian Brant (Brandt) (* Straßburg 1457, ebd. 1521) verfaßte und in fast alle
europäische Sprachen übersetzte Verssatire "Das Narren Schyff" (Basel: Johann Bergmann von Olpe 1494, mit Holzschnitten zum Teil von Albrecht Dürer), in der er Laster und Torheiten von Personen, Berufen und Ständen in Gestalt von Narren darstellte. "Das Narrenschiff" wurde der erste Verkaufserfolg ("Bestseller") der
deutschsprachigen Literatur.

Doktor Faustus
Georg Faust (Doktor Faust), vermutlich um 1480 in Süddeutschland geboren, erwirbt sich für seine Zeit beachtliche Kenntnisse und führt als Gaukler und Scharlatan ein bewegtes Leben. Sein unruhiges Leben führt ihn auch nach Erfurt, wo ihn 1513 der Humanist Mutianus Rufus bezeugt und als Wahrsager, Narren und Prahlhans bezeichnet. Bei einem späteren Aufenthalt Fausts in der Stadt soll der Franziskaner Conrad Klinge vergebens versucht haben, ihn zu bekehren. Als solcher wurde Doktor Faust eine der beliebtesten Gestalten der europäischen Literatur (vgl. nicht zuletzt Goethes "Faust").

Spruch
"Lustig ist die Fasenacht,/wenn mei Mutter Küachl bacht,/wenn sie aber keine bacht,/pfeif ich auf die Fasenacht."

Gedicht
"Ma mechts net glam, wos ma ois siegt
und wos für Unglücksfälle s´giebt.
Oamoi hot se da Dichtl vom Gschwendt
fast soiba nimma kennt,
denn beim Susser drin in oaner Nacht,
hot er an nettn Servus zsammabracht.
Er darf se heit no glücklich nenna,
dass er überhaupts no hoam is kemma.
Wia er dahoam im Bett drin flackt,
do hotn auf oamoi s Grima packt
doch untern Bett war a Haferl drin
do hot da Dichtl einigschpim
und hot net gseng in der Dunkelheit,
dass er s´Gebiß mit eini schpeipt.
Wia dann stad der Morgen kimmt,
sei guate Frau des Haferl nimmt
und denkt sich voller Graus
de Sauerei, de larst glei aus,
hot ois an Mühlbach einigschmissn,
des Wosser hats glei owigrissn.
Und wia da Dichtl wieda sicht,
da is´s so lar da drin im Gsicht.
De Zähn hot er a nimma gfuna,
de san an Mühlbach owigschwumma.
Buam is des wahr?" (Rattelmüller, a.a.O., S. 32)


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