Helmut Zenz
Ernst Fraenkel im Internet
Ernst Fraenkel (1898-1975),
Rechtsanwalt und Politologe
Quelle: http://www.polwiss.fu-berlin.de/theorie/images/Fraenkel5.jpg
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Biographie
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* 26. Dezember 1898 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Köln.
Früher Tod seiner Eltern. Wesentliche Impulse von seinen Verwandten
mütterlicherseits, besonders von Onkel Wilhelm Epstein, einem Sozialdemokraten
und bürgerlichen Pazifisten.
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Schulzeit in Köln und Frankfurt/Main
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1916 Notabitur
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Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Fraenkel rettete den Schwerverletzten Adolf
Reichwein, seither waren sie gute Freunde.
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Studium der Rechts- und Geschichtswissenschaften in Frankfurt und Heidelberg
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1919 In Frankfurt traf Fraenkel auf Franz Neumann und Leo Löwenthal
und gründete mit ihnen 1919 ein sozialistische Studentengruppe.
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1921 Eintritt in die SPD. Er blieb ein Reformist, auch wenn er sich selbst
eher auf dem linken Flügel der SPD verortete. Zur Leitfigur dieser
jungen, sozialdemokratischen Juristen wurde Hugo Sinzheimer.
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1923 Promotion bei Sinzheimer (ebenso wie Carlo Schmid)
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1925 Assessorexamen
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Dozen an der Wirtschaftsschule des Deutschen Metallarbeiterverbandes
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1926?/1927 Niederlassung in Berlin als Rechtsanwalt
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Syndikus des Deutschen Metallarbeiterverbandes
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seit 1931 Rechtsberatung des SPD-Parteivorstandes.
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1933-1938 Widerstand in Deutschland, unter anderem als Mitglied des Internationalen
Sozialistischen Kampfbundes
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20.9.1938 Flucht/Emigration in die USA, Annahme der amerikanischen Staatsbürgerschaft
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1939-1941 Studium des amerikanischen Rechts an der University of Chicago.
Danach arbeitete er Konzepte für die Neugestaltung eines demokratischen
Nachkriegsdeutschlands aus; parallel lehrte er als Dozent an der New School
of Social Research in New York.
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1944 bis 1951 juristischer und militärischer Berater im US-Staatsdienst
der Vereinigten Staaten, nicht zuletzt als Berater für sozial- und
verfassungsrechtliche Fragen der amerikanischen Militärregierung in
Südkorea
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1946 Fraenkel geht mit seiner Frau Hanna nach Südkorea, um beim Aufbau
der Demokratie mitzuhelfen.
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1951 Rückkehr nach Berlin auf Drängen des Präsidenten des
Berliner Abgeordnetenhauses Otto Suhr (1894–1957)
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1951 Dozent für Politikwissenschaft am späteren Otto-Suhr-Institut
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1953-1967 Professor für Politologie (Vergleichende Lehre der Herrschaftssysteme)
an der Freien Universität. Erst jetzt beginnt seine akademische Laufbahn
im engeren Sinn. Er gibt der Politikwissenschaft in Deutschland eine interdisziplinäre
Ausrichtung. Er vertrat konsequent den politischen Pluralismus und beschäftigte
sich mit dem Vergleich von Regierungssystemen.
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Dazwischen immer wieder längere Aufenthalte in den Vereinigten Staaten,
etwa als Gastprofessor an der University of Colorado und der University
of North Carolina.
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1964 Gründung des John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien
an der FU und bis 1967 erster Direktor desselben. Als solcher trug er maßgeblich
dazu bei, dieses Institut zu einem der wichtigsten Zentren der Amerika-Forschung
außerhalb der USA zu machen. "Der Amerikaner in Berlin" hatte enge
Kontakte in die Vereinigten Staaten.
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Im Mittelpunkt der letzten Jahren seines Lebens stand die Auseinandersetzung
mit der 1968er-Studentenbewegung, der Fraenkel einen demokratiefeindlichen
Dogmatismus vorwarf.
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† 28. März 1975 in Berlin
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Bestattung auf dem Landeseigenen Friedhof Dahlem bestattet (Ehrengrab).
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1999/2000: Die ersten vier Bände der Gesammelten Schriften erscheinen.
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Bibliographie
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Primärliteratur
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Zur Soziologie der Klassenjustiz. Berlin, 1927
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The dual state. New York, 1941; 1969; deutsch: Der Doppelstaat. Frankfurt/Main
u.a., 1974; Frankfurt am Main, 1984
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Military occupation and the rule of law. London [u.a.], 1944
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Labor courts in the German judicial system, in: Wunderlich, Frieda: German
labor courts. Chapel Hill, NC : Univ. of North Carolina Press, 1946. -
X, 252 S.
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Der Pluralismus als Strukturelement der freiheitlich-rechtsstaatlichen
Demokratie. s.1, 1950ca., München, 1964
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Korea, ein Wendepunkt im Völkerrecht?. Berlin, 1951
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Staat und Politik. Frankfurt am Main, 1957; 1958; 1959; 1960; 1964; 1967;
1968; 1969; 1970; 1971; 1972; 1973; 1975; 1976; 1976; 1980; o.J. (Fischer)
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Die Repräsentative und die plebiszitäre Komponente im demokratischen
Verfassungsstaat. Tübingen, 1958
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Stadien der sozialen Entwicklung seit Beginn des Industriezeitalters, Weinheim
(u.a.), 1958
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Amerika im Spiegel des deutschen politischen Denkens. Köln, 1959
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Das amerikanische Regierungssystem. Köln, 1960; 1962; Köln/Opladen
1976; 1981
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Öffentliche Meinung und internationale Politik. Tübingen, 1962
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Zur Theorie der pluralistischen Demokratie. Bonn, 1964
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Deutschland und die westlichen Demokratien. Stuttgart 1964; Stuttgart (u.a.)
1968; 1973; 1974; 1979; Frankfurt am Main 1991
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Der Staatsnotstand. Otto-Suhr-Institut <Berlin, West>. Berlin, 1965
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Universität und Demokratie. Universitätstage <1967, Berlin,
West>. Berlin, 1967; Stuttgart u.a., 1967
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Zur Soziologie der Klassenjustiz und Aufsätze zur Verfassungskrise
1931 - 32. Darmstadt, 1968
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/Sinzheimer, Hugo: Die Justiz in der Weimarer Republik: Eine Chronik mit
e. Einf. v. Otto Kirchheimer, hrsg. von Thilo Ramm, Neuwied (u.a.): Luchterhand,
1968. - 488 S. (Politica ; 29)
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/Bracher, Karl D./Niclauss, Karlheinz (Hrsg.): Internationale Beziehungen.
Frankfurt/M., 1969; 1971; 1973; 1975; 1977
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Beiträge zur Theorie und Kritik der pluralistischen Demokratie. Bonn,
1969; 1970
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Reformismus und Pluralismus. Hamburg, 1973
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Der Sinn illegaler Arbeit. Berlin, 1979; 1982
-
u.a.: Laboratorio Weimar: conflitti e diritto del lavoro nella Germania
prenazista ... A cura di Gianni Arrigo u.a. Roma : Ed. Lavoro, 1982. -
327 S. (Classici e contemporanei ; 4)
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Völkerrecht und internationale Beziehungen. München u.a., 1994
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Gesammelte Schriften. Baden-Baden 1999ff.
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Band 1: "Recht und Politik in der Weimarer Republik", Gesammelte Schriften,
Band 1, Nomos Verlag, Baden-Baden 1999
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"Herausgegeben von Alexander von Brünneck u.a."
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Band 2: "Nationalsozialismus und Widerstand", Gesammelte Schriften, Band
2, Nomos Verlag, Baden-Baden 1999, ISBN 3789058262 Gebunden, 676
Seiten, 70,56 EUR
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"Herausgegeben von Alexander von Brünneck. Dieser Band enthält
alle Schriften, die Ernst Fraenkel in den 40 Jahren von 1934 bis 1974 zum
Thema "Nationalsozialismus und Widerstand" publizierte. Im Mittelpunkt
steht eines seiner Hauptwerke, der 1941 auf englisch, 1974 auf deutsch
erschienene "Doppelstaat". Erstmals wird in diesem Band der von Fraenkel
selbst so bezeichnete "Urdoppelstaat" von 1938 veröffentlicht, der
signifikante Unterschiede gegenüber den Buchfassungen von 1941 und
1974 aufweist. In teils engerem, teils weiterem thematischen Zusammenhang
mit dem Doppelstaat publizierte Fraenkel zwischen 1934 und 1960 insgesamt
16 Aufsätze, Lexikonartikel, Rezensionen und Zeitungsartikel zum Thema
"Nationalsozialismus und Widerstand". Die meisten dieser Arbeiten waren
bisher kaum bekannt und schwer zugänglich. Alle diese Arbeiten zeichnen
sich durch einen zweifachen Ansatz aus: Sie wollen einen Beitrag zur theoretischen
Erfassung der Problematik und zugleich einen praktischen Beitrag zum Kampf
gegen das Regime und – später – zur Stabilisierung der Demokratie
in Deutschland leisten. In dieser doppelten Zielsetzung sind die Arbeiten
Fraenkels bis heute aktuell." - vgl. dazu: http://www.perlentaucher.de/buch/2629.html
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Band 3: "Neuaufbau der Demokratie in Deutschland und Korea", Gesammelte
Schriften, Band 3, Nomos Verlag, Baden-Baden 1999, ISBN 3789061050, Gebunden,
664 Seiten, 63,40 EUR
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"Herausgegeben von Gerhard Göhler unter Mitarbeit von Dirk Rüdiger
Schumann. Der dritte Band der Gesammelten Schriften enthält jene Texte
von Ernst Fraenkel, die sich, direkt oder indirekt, mit dem Neuaufbau der
Demokratie in Deutschland und Korea nach dem Zweiten Weltkrieg befassen.
Der Großteil dieser Studien stammt aus den vierziger und fünfziger
Jahren. Die ersten Texte sind noch in seiner Emigrationszeit in den USA
entstanden. Die folgenden Arbeiten entspringen seiner Funktion als legal
adviser (Rechtsberater) bei verschiedenen US-Regierungsbehörden
in Washington und in Korea. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland
im Jahre 1951 verlagerte sich das Gewicht wieder stärker auf politikwissenschaftliche
Studien zur internationalen und völkerrechtlichen Lage in Korea und
generell im südostasiatischen Raum. Eine Gattung für sich bilden
seine Arbeitsberichte aus den fünfziger Jahren über seine bildungspolitischen
Tätigkeiten in Deutschland, die er im Rahmen eines Consultant-Programmes
des US State Departements abfaßte. Des weiteren sind noch einige
Briefe aufgenommen, die Fraenkel zum Teil als Rundbriefe für seinen
Freundeskreis verfaßt hat. Sie gewähren einen Einblick in seine
persönlichen Anschauungen und Motivationen zu jener Zeit." - vgl.
dazu: http://www.perlentaucher.de/buch/2630.html
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Band 4: "Amerikastudien", Gesammelte Schriften, Band 4, Nomos Verlag, Baden-Baden
2000, ISBN 3789061611, Gebunden, 1016 Seiten, 85,90 EUR
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Chronologische Bibliographie der Sekundärliteratur
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Festschriften
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Ritter, Gerhard A. u.a. (Hrsg.): Faktoren der politischen Entscheidung:
Festgabe für Ernst Fraenkel zum 65. Geburtstag, Berlin : de Gruyter,
1963. - X, 451 S.
-
Sontheimer, Kurt: Politische Wissenschaft und Staatsrechtslehre : Ernst
Fraenkel zum 65. Geburtstag - 1. Aufl. Freiburg: Rombach, 1963, 53 S.
-
Doeker, Günther u.a. (Hrsg.): Klassenjustiz und Pluralismus: Festschrift
für Ernst Fraenkel zum 75. Geburtstag am 26. Dezember 1973, 1. Aufl.,
Hamburg : Hoffmann und Campe, 1973. - 578 S.
-
Sonstiges
-
Massing, Peter: Interesse und Konsensus : zur Rekonstruktion und Begründung
normativ-kritischer Elemente neopluralistischer Demokratietheorie, Opladen
: Leske + Budrich, 1979. - 257 S. (Sozialwissenschafliche Studien
; 16) Zugl.: Hamburg, Univ., Diss., 1977
-
Blau, Joachim: Sozialdemokratische Staatslehre in der Weimarer Republik:
Darst. u. Unters. d. staatstheoret. Konzeptionen von Hermann Heller, Ernst
Fraenkel u. Otto Kirchheimer, Marburg : Verl. Arbeiterbewegung u. Gesellschaftswiss.,
1980. - XVII, 509 S. (Schriftenreihe für Sozialgeschichte und Arbeiterbewegung.
; 21.) Zugl.: Gießen, Univ., Diss., 1979
-
Erdmann, Heinrich: Neopluralismus und institutionelle Gewaltenteilung:
Ernst Fraenkels pluralist. Parteienstaatstheorie als Theorie parlamentar.-pluralist.
Demokratie, Opladen : Leske + Budrich, 1988. - 378 S. (Sozialwissenschaftliche
Studien ; 23) Zugl.: Hamburg, Univ., Diss., 1987
-
Detjen, Joachim: Neopluralismus und Naturrecht: zur polit. Philosophie
d. Pluralismustheorie, Paderborn ; München u.a. : Schöningh,
1988. - 728 S. (Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft: Politik-
und kommunikationswissenschaftliche Veröffentlichungen der Görres-Gesellschaft
; 1) (Teilw. zugl.: Hamburg, Univ., Diss., 1986 u.d.T.: Detjen, Joachim:
Die politische Philosophie des Pluralismus 1986. - 8 Mikrofiches : 24x,
Hamburg, Univ., Diss. - Mikroreprod. e. Ms. 741 S.)
-
Buchstein, Hubertus: Auf der gemeinsamen Suche nach einer "modernen Demokratietheorie"
: Otto Suhr, Franz L. Neumann und Ernst Fraenkel, in: Kontinuitäten
und Brüche in der deutschen Politikwissenschaft, (1991), S. 171-194
-
Noetzel, Thomas: Ernst Fraenkel : regulative Ideen und politische Ordnung,
in: Macht, Freiheit, Demokratie, Bd. 1 (1991), S. 32-44
-
Brünneck, Alexander von: Nachwort: Leben und Werk von Ernst Fraenkel
(1898-1975), in: Fraenkel, Ernst: Deutschland und die westlichen Demokratien,
erw. Aufl. Frankfurt/M. 1991, S. 360 ff.
-
Doeker-Mach, Günther: Ernst Fraenkels Beitrag zu Tehorie und Empirie
der internationalen Politik und den internationalen Beziehungen, in: ders.
u.a. (Hrsg.): Ernst Fraenkel : Völkerrecht und internationale Beziehungen
- München [u.a.] : Oldenbourg, 1994. - 378 S.
-
Atripaldi, Vincenzo: Il pluralismo come innovazione : società, Stato
e costituzione in Ernst Fraenkel, aus: Quaderni del pluralismo; : Giappichelli,
1996; VII, 136 S.
-
Steffani, Winfried: Ernst Fraenkel, in: Demokratische Wege, (1997), S.
178-180
-
Steffani, Winfried: Ernst Fraenkel als Persönlichkeit, in: In: Zeitschrift
für Politikwissenschaft. - 7 (1997), H. 4, S. 1261 - 1285
-
Buchstein, Hubertus: Ernst Fraenkel als Klassiker?, In: Leviathan <Opladen>
. - Opladen. - 26 (1998), S. 458 - 481
-
Buchstein, Hubertus u.a. (Hrsg.): Vom Sozialismus zum Pluralismus: Beiträge
zu Werk und Leben Ernst Fraenkels, 1. Aufl., Baden-Baden : Nomos-Verl.-Ges.,
2000. - 151 S. ISBN 3-7890-6869-1
-
Söllner, Alfons: Ernst Fraenkel und die Verwestlichung der politischen
Kultur in der Bundesrepublik Deutschland, in: Leviathan <Wiesbaden>
. - Wiesbaden. - 30 (2002), S. 132 - 154
-
Wildt, Michael: Die politische Ordnung der Volksgemeinschaft: Ernst Fraenkels
"Doppelstaat" neu betrachtet, in: Mittelweg 36 . - Hamburg. - 12 (2003/04),2,
S. 45 - 61
-
-
Brugger, Winfried: Theorie und Verfassung des Pluralismus : zur Legitimation
des Grundgesetzes im Anschluß an Ernst Fraenkel, in: Legitimation
des Grundgesetzes aus Sicht von Rechtsphilosophie und Gesellschaftstheorie,
o.O. o.J.?, S. 273 - 315
Thesen (sind im Entstehen)
-
Internet
-
Prof.
v. Brünneck: Forschungsbericht über die Edition der Werke Ernst
Fraenkels
-
John
F. Kennedy-Institut (FU Berlin):
-
Publications: Ernst Fraenkel
-
Ernst-Fraenkel-Vorlesungen
-
Munzinger
Archiv: Ernst Fraenkel
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Lexikon:
Ernst Fraenkel
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Uni
Rostock: Ernst Fraenkel
-
Ruhr-Uni
Bochum: Fraenkel
-
Perlentaucher:
Autoren: Fraenkel
-
Patel,
Kiran Klaus: Rezension zu Ernst Fraenkel: Gesammelte Schriften
-
Vierecke, Andreas:
Rezension zu Ernst Fraenkel: Der Doppelstaat (Neuauflage)
-
Pluralistische
Demokratie: Robert Dahl und Ernst Fraenkel
-
Nils Bandelow:
-
Als
es keine Rechtsgarantien mehr gab. Rezension
-
Ernst Fraenkel
- eine politische Biographie
-
Pluralismus
(Ernst Fraenkel) - Folie
-
Antrittsvorlesung
M. Wildt: Die politische Ordnung der Volksgemeinschaft. Ernst Fraenkels
'Doppelstaat' neu betrachtet
-
Die Bändigung der Gruppen (Die Welt 4.12.1999)
-
"Die Bändigung der Gruppen. Gesammelte Schriften des Politologen Ernst
Fraenkel - Von Paul Noack
Man liegt nicht allzu weit von der - etwas komplizierteren - ganzen
Wahrheit, wenn man der deutschen Politikwissenschaft nach 1945 drei Gründerväter
zuordnet. Arnold Bergstraesser, Eric Voegelin und Ernst Fraenkel. Indem
sie deutsche Diktatur und amerikanische Demokratie vergleichend analysierten,
begründeten sie die politische Wissenschaft neu. Deren Aufgabe war
es vor nunmehr fünfzig Jahren, die dauerhaften theoretischen Grundlagen
für eine antitotalitäre Entwicklung der neuen deutschen Republik
zu entwickeln.
Von Ernst Fraenkel, der 1898 als Sohn wohlhabender jüdischer Eltern
in Frankfurt geboren wurde, beginnt mit dem ersten Band soeben eine auf
sechs Bände veranschlagte Gesamtausgabe zu erscheinen. Sie versammelt
die Aufsätze des jungen Juristen zwischen 1923 und 1933 nebst einigen
seiner knappen autobiografischen Äußerungen, enthält also
noch nicht die Standardwerke zur Theorie des Neo-Pluralismus, mit denen
er insbesondere in den sechziger Jahren die deutsche Diskussion belebt
hat. Seine in der Weimarer Republik erschienenen Veröffentlichungen
spiegeln vielmehr die Beschäftigung des - wenn man so sagen darf -
pragmatischen Marxisten mit der Lage der arbeitenden Massen wider. Denn
nach der freiwilligen Teilnahme am Ersten Weltkrieg hatte Fraenkel bei
Hugo Sinzheimer, dem "Rechtskünstler" und "Vater des deutschen Arbeitsrechts",
promoviert. So bilden im weitesten Sinne Fragen des Tarifrechts die eine
Säule seines Denkens; eine zweite Säule sind Fragen der Arbeiterbildung,
und zunehmend thematisiert er - von 1926 bis 1933 sowohl ständiger
Rechtsvertreter des "Deutschen Metallarbeiterverbandes" wie später
auch der SPD - die deutsche Staatskrise.
Damit tauchen untergründig Stücke seiner Pluralismustheorie
auf, etwa Überlegungen zur demokratietheoretischen Bedeutung sozialer
Gruppen. Heute noch interessant ist die Diskussion innerhalb der SPD darüber,
wie man sich dem Nationalsozialismus entgegenstemmen solle. Fraenkel, damals
ein "Jungsozialist", formuliert in diesem Zusammenhang Gedanken, die an
die Diskussionen der 68er erinnern. Der "Revolution" hat er allerdings
nie viel abgewinnen können. Vielmehr verdüstert sich sein bis
dahin eher kritisch-optimistisches Staatsbild in der zweiten Hälfte
der Weimarer Zeit immer mehr. Seine antitotalitäre Tendenz bleibt
stets ungebrochen, wenn er auch selbstkritisch noch 1973 feststellt, im
halben Jahrhundert seines Einsatzes für eine dezente Demokratie "meine
Ansichten und Überzeugungen mehr als einmal geändert zu haben",
ohne allerdings die Grundvorstellungen deshalb jemals zu verändern.
Er hat sich seit den zwanziger Jahren nicht nur verändert, er
hat sich in den Jahrzehnten, die der Band dokumentiert, auch geirrt. Als
richtig zwar erwies sich auch über 1933 hinaus sein Befund in "Hindenburg
als Mythos" (1927): "Das deutsche Volk leidet an einem Großvaterkomplex.
In Deutschland wird erst populär, wer einen weißen Bart hat".
In der Person Hitlers aber hat er sich um der Pointe willen furchtbar verrechnet.
"Frankreich hat seinen Napoleon, Italien seinen Mussolini, Russland seinen
Lenin. Und Deutschland? Hitler wird in den nächsten 40 Jahren nicht
den Faschismus machen. Er wird in Deutschland erst populär werden
nach dem dritten Schlaganfall."
Die chronologische Anlage der Gesamtausgabe bringt es mit sich, dass
Grundgedanken seines "Neopluralismus" in diesem ersten Band erst sporadisch
auftauchen. Aber sie sind schon da. So schrieb Fraenkel schon 1929 von
einer "Kollektiven Demokratie". Darunter verstand er - eine Art demokratiefreundliche
Variante eines Carl Schmitt, dessen Seminar er besuchte - die Veränderung
des Parlamentarismus, in dem sich nicht mehr Individuen, sondern durch
das Gemeinwohl gebändigte Gruppen gegenüberstehen. Was er damals
schon suchte und nach dem Kriege im Jahre 1958 fand, war der auf den Begriff
gebrachte "kontradiktorische Gegensatz zum Totalitarismus".
Den Sprung in die Unregierbarkeit sollte übrigens das "konstruktive
Misstrauensvotum" verhindern, das sich im Grundgesetz wieder findet und
für das er die Urheberschaft reklamierte. Auch dahinter stand die
drängende Frage, wie sich ein Parlament aus einer Zwangslage herausmanövrieren
könne, in die es sich mit den "normalen" Mitteln der Mehrheitsdemokratie
hineinmanövriert hatte.
Fraenkel musste als jüdischer Frontkämpfer erst 1938 aus
Deutschland emigrieren. Bis dahin hatte er, soweit das überhaupt möglich
war, vom NS-Regime verfolgte Sozialdemokraten und Gewerkschafter vertreten.
In Amerika setzte er sich seitdem für die Wiedererrichtung einer sozialen
Demokratie in Deutschland ein. Später lernte er in Korea das kennen,
was man damals erst seit wenigen Jahren Kalten Krieg nannte. 1941 erschien
in den USA seine Studie des NS-Staates "The Dual State". 1951 holte ihn
Otto Suhr nach Berlin. "Für die deutsche Politikwissenschaft war die
Rückkehr Ernst Fraenkels aus der erzwungenen Emigration ein Glücksfall",
so urteilt der Herausgeber im Nachhinein.
In Berlin übernahm Fraenkel 1953 eine Professur für "Vergleichende
Lehre der Herrschaftssysteme" und wurde dort auch zum Begründer der
Nordamerika-Forschung. Dem revisionistischen Marxisten, der seinem Revisionismus
schon lange abgeschworen hatte, haben es die 68er dann besonders schwer
gemacht. Im Jahre 1975 ist er in Berlin gestorben.
Demjenigen, der es nicht zu einem Zeitvertreib werden lässt, jeweils
der neuesten Mode nachzulaufen, erweist sich die Gesamtausgabe der Werke
Ernst Fraenkels (die nicht den Anspruch erhebt, eine historisch-kritische
Ausgabe zu sein, weil sie das allzu Zeitbezogene weglässt) schon mit
deren erstem Band als ein Gewinn. Gerade aus den arbeitsrechtlichen und
soziologischen Bezügen geht hervor, welcher Anstrengungen es mehr
als ein Jahrhundert lang bedurft hat, um die Emanzipation der "Lohnabhängigen"
auf den Stand zu bringen, auf dem sie sich heute bewegt.
Ernst Fraenkel: Gesammelte Schriften. Band 1: Recht und Politik in
der Weimarer Republik. Hrsg. von Hubertus Buchstein unter Mitarbeit von
Rainer Kühn. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1999. 704 S.,
128 Mark.
Paul Noack ist Politikwissenschaftler in München."
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Max Weber: Die politische Lage Ende 1918 (Vortrag im Oktober 1918 in Frankfurt,
Aufzeichnungen Ernst Fraenkels), in: Max Weber, Gesamtausgabe I/15: Zur
Politik im Weltkrieg. Schriften und Reden 1914-1918. Herausgegeben von
Wolfgang J. Mommsen in Zusammenarbeit mit Gangolf Huebinger
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