Die Lauretanische Litanei nach dem geltender Text aus dem Gotteslob
1975 (GL 769)
"Herr, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser.
Gott Heiliger geist, erbarme dich unser.
Heiliger dreifaltiger Gott, erbarme dich unser.
Heilige Maria,
bitte für uns
Heilige Mutter Gottes
bitte für uns
Heilige Jungfrau
bitte für uns
Mutter Christi
bitte für uns
Mutter der Kirche
bitte für uns
Mutter der göttlichen Gnade
bitte für uns
Mutter, du Reine
bitte für uns
Mutter, du Keusche
bitte für uns
Mutter, ohne Makel
bitte für uns
Mutter, du viel Geliebte
bitte für uns
Mutter, so wunderbar
bitte für uns
Mutter des guten Rates
bitte für uns
Mutter der schönen Liebe
bitte für uns
Mutter des Schöpfers
bitte für uns
Mutter des Erlösers
bitte für uns
Du kluge Jungfrau
bitte für uns
Jungfrau, von den Völkern gepriesen
bitte für uns
Jungfrau, mächtig zu helfen
bitte für uns
Jungfrau, voller Güte
bitte für uns
Jungfrau, du Magd des Herrn
bitte für uns
Du Spiegel der Gerechtigkeit
bitte für uns
Du Sitz der Weisheit
bitte für uns
Du Ursache unserer Freude
bitte für uns
Du Kelch des Geistes
bitte für uns
Du kostbarer Kelch
bitte für uns
Du Kelch der Hingabe
bitte für uns
Du geheimnisvolle Rose
bitte für uns
Du starker Turm Davids
bitte für uns
Du elfenbeinerner Turm
bitte für uns
Du goldenes Haus
bitte für uns
Du Bundeslade Gottes
bitte für uns
Du Pforte des Himmels
bitte für uns
Du Morgenstern
bitte für uns
Du Heil der Kranken
bitte für uns
Du Zuflucht der Sünder
bitte für uns
Du Trost der Betrübten
bitte für uns
Du Hilfe der Christen
bitte für uns
Du Königin der Engel
bitte für uns
Du Königin der Patriarchen
bitte für uns
Du Königin der Propheten
bitte für uns
Du Königin der Apostel
bitte für uns
Du Königin der Märtyrer
bitte für uns
Du Königin der Bekenner
bitte für uns
Du Königin der Jungfrauen
bitte für uns
Du Königin aller Heiligen
bitte für uns
Du Königin, ohne Erbschuld empfangen
bitte für uns
Du Königin, aufgenommen in den Himmel
bitte für uns
Du Königin vom heiligen Rosenkranz
bitte für uns
Du Königin des Friedens
bitte für uns
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Herr, verschone
uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Herr, erhöre
uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Herr, erbarme
dich.
Lasset uns beten.
Gütiger Gott, du hast allen Menschen Maria zur Mutter gegeben;
höre auf ihre Fürsprache; nimm von uns die Traurigkeit dieser
Zeit, dereinst aber gib uns die ewige Freude. Durch Christus, unsern Herrn.
Amen."
Was bedeutet uns der Name Maria?
Welche Stellung hat sie für uns als Heilige unter den Heiligen?
In kaum einem Mariengebet heißt es: "Bitte für mich".
Maria wird immer in der Gemeinschaft angerufen: "Bitte für uns". Welche
Konsequenzen ziehe ich daraus?
Bitten und Danken sind untrennbar miteinander verbunden. Was heißt
eigentlich bitten für mich und was danken?
Ist es Zufall, daß Bitten und Beten, sowie Danken und Denken
sich so ähnlich sind?
Die ältesten Mariengebete und -hymnen:
Ende des 3. Jahrhunderts: Unter deinen Schutz und Schirm fliehen
wir (GL 32-3)
| Sub tuum præsidium confugimus, sancta Dei Genitrix;
nostras deprecationes ne descipias in necessitatibus; sed a periculis cunctis libera nos semper, sola virgo gloriosa et benedicta. Domina nostra, Mediatrix nostra, Advocata nostra! Tuo filio nos reconcilia, tuo filio nos commenda, tuo filio nos repraesenta! Amen |
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin;
verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau! Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin! Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor! Amen |
Cyrill von Alexandrien (+ 444) (Hom. div. 4: ACO 1.1.8., 102-104):
"Sei gegrüßt,
Gottesgebärerin Maria (heilige Mutter Gottes),
verehrungswürdiges Kleinod des ganzen Erdkreises (Du der Schöpfung
kostbarer Schatz),
Lampe, die nicht erlischt (Du nie verlöschendes Licht),
Krone der Jungfrauschaft (Du der Jungfräulichkeit Krone),
Zepter der Rechtgläubigkeit (Du Wohnung)
Heiligtum, das nicht zerstört wird (Du unzerstörbarer Tempel),
Gefäß des Unfasslichen (Du Haus dessen, den keine Räume
je fassen),
(Heilige,
Du hast den Unermeßlichen im jungfräulichen Schoße
umfangen!
Denn aus Dir ging hervor, der den Tod besiegte, der unsere Sünde
gesühnt hat!
Denn aus Dir ging das Licht auf vor uns, die wir in Nacht und Todesschatten
wandelten.
Denn durch Dich wird der Dreifaltige Gott über den Erdkreis hin
angebetet und verherrlicht!
Wer könnte nach Gebühr Dich, Vielgepriesene, preisen?
Dich:)
Mutter und Jungfrau!
Sedulius, + um 450: Salve, sancta parens (aus: CARMEN PASCHALE, LIBER
SECUNDUS)
| Salve, sancta parens, enixa puerpera regem,
Qui caelum terramque tenet per saecula, cuius Nomen et aeterno conplectens omnia gyro Imperium sine fine manet; quae ventre beato Gaudia matris habens cum virginitatis honore Nec primam similem visa es nec habere sequentem: Sola sine exemplo placuisti femina Christo. |
"Sei gegrüßt, die den König gebar, du heilige Mutter,
ihn, der Himmel und Erde erhält im Wandel der Zeiten, dessen Walten das All umfaßt mit ewigem Kreise, dessen Reich ohne Ende besteht: Dein seliger Leib hat Freuden der Mutter gepaart mit reiner Ehre der Jungfrau, dir, der keine je glich, wird keine fürderhin gleichen, denn vor allen Frauen erwählte dich, Einzige, Christus." In einer anderen Übersetzung "Heilige Mutter, sei gegrüßt! Du Mutter des Königs, der über Himmel und Erde herrscht zu aller Zeit, dessen majestätische Macht alles umschließt im ewigen Kreis und dessen Herrschaft ohne Ende ist. Sei gegrüßt, dein gesegneter Schoß ist jungfräulich und unversehrt geblieben. Zugleich durftest du die Freude haben, Mutter zu werden. Keine Frau ist dir gleich, keine wird dich erreichen: Einzigartige Frau bist du vor allen andern, denn du hast uns Christus, Gottes Gnade geschenkt." |
|
| Salve sancta Parens
Enixa puerpera regem Qui caelum terramque regit In saecula saeculorum Eructavit cor meum verbum bonum Dico ego opera mea regi |
Hail, holy Parent,
that didst bring forth the King who ruleth Heaven and earth for ever and ever. My heart hath uttered a good word: I speak of my works to the King. |
Mariengebet von Mutter Teresa
Maria, meine liebste Mutter,
gib mir dein Herz,
so schön, so rein, so unbefleckt,
so voll von Liebe und Demut,
damit ich wie du Jesus empfange und
damit ich eile, ihn andern zu bringen.
Mutter Gottes - Gottesgebärerin? Gott wird Mensch - ist das
für mich überhaupt vorstellbar?
Was verbinde ich mit dem Wort "Mutter"? Ich denke an meine Mutter,
an die Großmütter, aber auch an Menschen wie Mutter Teresa?
Maria selbst hatte eine Mutter: Anna. Ich denke an eine mit bekannte
Anna Selbdritt-Darstellung oder an die Kindheit Marias?
Maria als heilige Mutter - sind wir etwa unheilige "Mütter"?
Glaubensbekenntnis
Apostolisches Glaubensbekenntnis: "Ich glaube ... an Jesus Christus,
... geboren von der Jungfrau Maria."
Großes Glaubensbekenntnis: "Für uns Menschen und zu unserem
Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen
Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden."
Strophe aus: Jacopone da Todi, + 1306 (vielleicht auch schon der hl. Bonaventura + 1274): Stabat mater dolorosa; daneben Hymnus der sieben Freuden Mariens
| Jungfrau, der Jungfrauen herrlichste,
sei doch nicht über mich verbittert! Laß mit dir mich weinen, laß mich Christi Sterben tragen, gib mir teil an seinem Leiden, laß mich seine Wunden nachempfinden. |
Jungfrau, der Jungfrauen herrlichste,
sei doch nicht über mich verbittert! Laß dein Kind mich an sich ziehen, laß mich das schöne Kind tragen, das durch seine Geburt den Tod bezwang, weil es Leben schenken möchte. |
Gebet des hl. Maximilian Kolbe (1894-1941): Erlaube mir
"Erlaube mir, daß ich dich preise, heiligste Jungfrau.
Erlaube mir, daß ich dich mit meinem eigenen Vermögen preise.
Erlaube mir, daß ich für dich und allein für dich lebe
und arbeite, leide, für dich mich selbst verzehre und sterbe.
Erlaube mir, zu deiner größeren und vermehrten Erhebung
beizutragen.
Erlaube mir, dir eine solche Ehre darzubringen, wie sie dir noch niemand
dargebracht hat.
Erlaube mir, daß mich andere im Eifer um deine Erhöhung
übertreffen und daß ich dann - wie in einem edlen Wettstreit
immer tiefer und rascher deine Ehre ausbreite, immer prächtiger, so
wie es Der ersehnt, Der dich so unaussprechlich über alle anderen
Wesen erhoben hat. Amen."
Jesus hat Fleisch von Maria angenommen? Kann ich mir das vorstellen?
Wie stehe ich zum Dogma der Jungfrauschaft Mariens vor, während
und nach der Geburt Jesu?
Hat die Jungfrau Grund, über mich verbittert zu sein?
Muss Maria uns ihre Verehrung erst erlauben? Was bedeutet das für
meine Marienverehrung?
Duderstadt 1724: Mutter Christi, hoch erhoben
"Mutter Christi, hoch erhoben
in dem schönen Himmel droben,
aller Engel Königin,
unsre Frau und Mittlerin.
Bitt an Gottes Gnadenthrone,
bitt für uns bei deinem Sohne;
o Maria steh uns bei,
daß uns Gott barmherzig sei.
Du, o Jungfrau, voll der Gnaden,
weißt von keinem Sündenschaden:
voller Glanz und Tugendschein,
warst du allzeit engelrein.
O du Zuflucht aller Sünder,
sieh uns an als deine Kinder;
Mutter, auf dich hoffen wir,
suchen flehend Trost bei dir.
Laß uns deine Hilfe erscheinen,
laß uns nicht vergebens weinen,
führe uns zum Gnadenthron
und versöhn uns deinem Sohn.
Fleh, daß Gott nach diesem Leben
uns zum Himmel mög erheben.
O Maria, Jungfrau rein,
laß uns dir empfohlen sein.
Bitt an Gottes Gnadentrhone,
bitt für uns bei deinem Sohne;
o Maria, steh uns bei,
daß uns Gott barmherzig sei."
Strophe aus: Jacopone da Todi, + 1306 (vielleicht auch schon der hl. Bonaventura + 1274): Stabat mater dolorosa; daneben Hymnus der sieben Freuden Mariens
| Gibt es einen Menschen,
der nicht weinte, sähe er Christi Mutter in so großer Pein? Wer könnte, ohne mitzuleiden, zusehen, wie die Mutter Christi leidet mit ihrem Sohn? |
Gibt es einen Menschen,
der sich nicht freute, sähe er Christi Mutter in so großem Glück? Wer könnte, ohne sich mitzufreuen, zusehen, wie die Mutter Christi scherzt mit ihrem Sohn? |
|
O allerseligste Jungfrau
"O allerseligste Jungfrau, Mutter Jesu und unsere Mutter!
Niemand hat Jesus mehr geliebt als du
Niemand hat für Jesus mehr gelitten als du.
Niemand hat an Jesus geglaubt wie du.
Niemand ist Jesus so treu nachgefolgt wie du.
Niemand hat Jesus so gekannt wie du.
Niemand hat Jesus besser gedient als du.
Niemand ist mit Jesus vereinigt gewesen wie du.
Niemand hat Jesus angebetet wie du.
Niemand hat Jesus verherrlicht wie du.
Niemand hat Jesus gehorcht wie du.
Niemand hat Anteil an der Allmacht Jesu wie du.
O Maria, unsere Mutter, wende deinen Blick nie ab von uns Pilgern auf
Erden, unterwegs zum Hafen, der auf uns wartet.
O Maria, unsere Mutter, hilf uns, stehe uns bei, beschütze und
verteidige uns gegen die vielen geistigen und materiellen Übel, die
uns umgeben.
O Maria, wahre Mutter Gottes und unsere wahre Mutter, beschütze
uns in allen Nachstellungen der Hölle, schenke uns Ausdauer und geleite
uns durch die Schwierigkeiten unseres Lebens. Amen.
Sind wir nicht doch nur Zuschauer der Freude und des Leids von Maria?
Ist die Mutter Christi nicht schon zu weit weg für uns, zu
hoch (erh)oben im schönen Himmel?
Kenne ich die sieben Schmerzen und sieben Freuden Mariens und denke
ich manchmal an sie im Blick auf mein Leben? Besteht für mich ein
Unterschied darin, ob ich Maria als Mutter Jesu oder als Mutter Christi
anrede?
Benennen wir einige geistige und materielle Übel, die uns persönlich
zu schaffen machen! Was verstehe ich unter Nachstellungen der Hölle?
Was bedeutet für mich "Hölle"?
Ein Weihegebet von Papst Johannes Paul II.:
"Maria, reine Jungfrau, Mutter des wahren Gottes und Mutter der
Kirche, du erweist deine Milde und Barmherzigkeit allen, die um deine
Fürbitte flehen.
Wir wollen ganz dein sein und mit dir den Weg rückhaltloser Treue
zu Christus und seiner Kirche gehen, auf den du uns mit liebender Hand
führst.
Du, unsere Hoffnung, lehre uns, unablässig Christus entgegenzugehen.
Wenn wir fallen, hilf uns aufzustehen und durch das Bekenntnis unserer
Schuld und Sünden im Sakrament der Buße wieder zu ihm zurückzukehren.
So könnten wir, heiligste Mutter, mit einem Gewissen, das im Frieden
mit Gott ist, mit einem Herz frei von Haß und Bösem, allen die
wahre Freude und den wahren Frieden bringen, der ausgeht von deinem Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus. Amen."
14. Jahrhundert: Salve, mater misericordiae: Gruß dir, Mutter, in Gottes Herrlichkeit (GL 586)
"KV: Gruß dir, Mutter, in Gottes Herrlichkeit,
Mutter Gottes, Mutter der Christenheit,
Stern der Hoffnung und Quell der Seligkeit.
Gruß dir, Mutter, reich an Barmherzigkeit, o Maria.
Du Maria bist Gottes treue Magd,
hast auf sein Wort im Glauben Ja gesagt.
Selig bist du, weil du ihm ganz vertraut,
du Magd des Herrn, du Mutter und du Braut, o Maria. - KV
Gruß dir, Jungfrau, du Gottes heilges Zelt.
In deinem Schoß barg sich der Herr der Welt,
der herrscht zur Rechten auf des Vaters Thron;
der Schöpfung Herr und König ward dein Sohn, o Maria. - KV
Hilf, o Mutter, Zuflucht in allem Leid,
sei unser Trost und Quell der Fröhlichkeit.
Auf Gottes Wort laß gläubig uns vertraun,
bis wir mit dir den Herrn im Lichte schaun, o Maria. - KV
Gott der Vater schuf dich nach seinem Plan.
Es nahm der Sohn aus dir die Menschheit an.
Die Kraft des Geistes hat dich ganz erfüllt;
die Liebe Gottes ist in dir enthüllt, o Maria. - KV"
Lateinische Vorbilder:
| Salve
Mater misericordiae, Mater Dei et Mater veniae, Mater spei et Mater gratiae, Mater plena Sanctae Letitiae, O Maria! Salve decus humani generis. Salve Virgo dignior ceteris, quae virgines omnes transgrederis et altius sedes in superis. O Maria! |
Salve mater misericordiae
Mater spei et mater veniae Mater Dei et mater gratiae Mater plena sanctae laetitiae Vallis vernans virtutum liliis
|
Gebet zur Schwarzen Madonna von Jasna Góra
"Mutter von Czestochowa, Mutter der Kirche!
Vereint mit den Scharen der Engel und heiligen Patronen unseres Landes,
wenden wir uns mit vertrauensvollem Gebet an Dich, unsere Mutter und Königin.
Seit Jahrhunderten ist Jasna Góra in Czestochowa als berühmte
Gnadenstätte und Ort Deiner unerschöpflichen Barmherzigkeit bekannt.
Schaue in unsere Herzen hinein, die mit Huld und Verehrung ganz von
der Liebe zu Dir erfüllt sind.
Wir bitten Dich: wecke in uns das feste Streben nach Heiligkeit, mache
unseren Glauben unerschütterlich und missionarisch durch den Hl. Geist,
entfalte in uns die tiefe und wirksame Liebe zur Kirche, erflehe uns bei
Gott die ersehnte Gnade ...
O Mutter mit dem verwundeten Antlitz!
Nimm mich, meine Familie und alle Freunde ganz in Deine mütterlichen
Arme und Obhut auf.
Voll Zuversicht vertraue ich auf Deine unbegrenzte Fürsprache
durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht
in der Einheit des Hl. Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen."
Wie geht es mir im Moment mit der Kirche? Fühle ich mich zugehörig
oder am Rand? Fühle ich mich an den Rand gedrängt oder ziehe
mich selbst zurück? Oder lebe ich mitten in und aus dieser Kirche?
Wenn die Gottesmutter Mutter der Kirche ist, kann ich mir die Kirche
als Kind vorstellen (staunend, trotzig, in manchem unbeholfen und sprachlos,
immer lernend, ...) und was bedeutet das für meine Einschätzung
der Kirche?
Wie stehe ich zum großen Marienverehrer Papst Johannes Paul
II.?
Habe ich Schwierigkeiten mit dem Bekenntnis meiner und unserer Schuld
und Sünden?
Welche Erfahrungen habe ich mit dem Sakrament der Buße?
Mutter der Christenheit? Gestehe ich auch nicht-katholischen Christen
eine Marienverehrung zu, auch wenn sie sich von der meinen unterscheidet?
Wie ökumenisch bin ich eingestellt - auch in Bezug auf Maria? Nehme
ich Rücksicht auf die religiösen Gefühle meiner Mitchristen?
Wie steht es mit meinen Feinden? Soll Maria sie nicht in ihre mütterlichen
Arme und in ihre Obhut aufnehmen?
Heriman Contractus=Hermann der Lahme (+ 1054): Salve Regina, mater misericordiae
| Salve Regina,
Mater misericordiae; vita dulcedo et spes nostra, salve. Ad te clamamus, exsules filii Evae.
Eia ergo, advocata nostra, illos tuos
O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.
|
Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, unsre Wonne und unsre Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;
Wohlan denn, unsre Fürsprecherin, wende
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
|
Weitere Textvarianten und Übersetzungen:
Text 1: Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit
(GL 32-1, 570, 571)
"Sei gegrüßt,
o Königin, Mutter der Barmherzigkeit;
unser Leben,
unsere Wonne und unsre Hoffnung, sei gegrüßt!
Zu dir rufen
wir, verbannte Kinder Evas; zu dir seufzen wir trauernd und weinend
in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn,
unsre Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu (zu uns),
und nach diesem
Elend(e) zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige,
o milde, o süße Jungfrau Maria."
(Elend bedeutet
Leben in der Fremde)
Text 2: Salve-Regina-Lied im Rheinfelsischen Gesangsbuch 1666: Salve!
Maria, Königin, Mutter
und Helferin
(GL 572)
"Salve!
Maria Königin,
Mutter
und Helferin, Maria, salve! Du unsres Lebens Freud, Trost in Verlassenheit,
Maria, salve!
Dich rufen allzumal
in diesem Tränental wir Evas Kinder; weinen so mannche Stund, klagen
aus Herzensgrund wir
armen Sünder.
Maria, hohe
Frau, barmherzig auf uns schau, zu uns dich neige. Jesus, den wir gesucht,
ihn, deines Leibes Frucht,
dereinst uns
zeige."
Text 3: Salve-Regina-Lied von Johann Georg Seidenbusch 1687 (auch
Köln 1852): Gegrüßet seist du, Königin (GL 573)
"Gegrüßet
seist du, Königin, - o Maria,
erhabne Frau
und Herrscherin, - o Maria! - KV
O Mutter
der Barmherzigkeit, - o Maria,
du unsres Lebens
Süßigkeit, - o Maria! - KV
(Köln
1852: sei uns gegrüßt, gebenedeit!
Du bist des
Lebens Süßigkeit
der Engel
und der Menschen Freud)
Du unsre Hoffnung,
sei gegrüßt, - o Maria,
die du der Sünder
Zuflucht bist, - o Maria! - KV
Wir Kinder Evas
schrein zu dir, - o Maria,
aus Tod und
Elend rufen wir, - o Maria! - KV
(Köln
1852: aus der Verbannung rufen wir)
O mächtige
Fürsprecherin, - o Maria,
bei Gott sei
unsre Helferin, - o Maria! - KV
(Köln
1852: bei Gott sei unsre Mittlerin!)
Dein mildes
Auge zu uns wend, - o Maria,
und zeig uns
Jesus nach dem End - o Maria! - KV
KV: Freut euch,
ihr Cherubim, lobsingt ihr Seraphin, grüßet eure Königin:
Salve, salve, salve, Regina!
Wallfahrtslied
Maria, wir kommen zu dir mit Vertrauen.
Sieh, Jungfrau und Mutter, auf dich woll` n wir bauen.
Hilf Jesus uns zu finden, der freimacht von Sünden!
Du Mutter der Gnad`, gib Trost und Rat!
Dein Gnadenbild, Mutter, vor das wir hier treten,
hat viele ermuntert, voll Hoffnung zu beten.
So lehr` uns Gott preisen und Ehr` ihm erweisen!
Du Mutter der Gnad`, gib Trost und Rat!
Du Hilfe der Christen, du Hoffnung der Kranken,
du Mutter, der wir den Erlöser danken,
vernimm unsere Sorgen, hilf heut` uns und morgen!
Du Mutter der Gnad`, gib Trost und Rat!
Hör Mutter der Kirche, uns beten uns singen,
und hilf uns die Einheit im Glauben erringen!
Steh` du uns zur Seite, den rechten Weg leite!
Du Mutter der Gnad`, gib Trost und Rat!
Maria, wir Pilger dich liebend verehren,
fürs Eichsfeld wir Frieden und Einheit begehren.
Behüt` die Getrennten mit liebenden Händen!
Du Mutter der Gnad`, gib Trost und Rat!
Maria, dich dürfen wir jederzeit bitten,
mit Jesus verbunden hast für uns gelitten.
Behüt` uns auf Erden, daß selig wir werden!
Du Mutter der Gnad`, gib Trost und Rat!
Maria, als Schutzfrau stehst du uns zur Seiten.
Du bist unsre Hoffnung, du hilfst uns hier streiten.
So wird` s uns gelingen, die Kron` zu erringen!
Du Mutter der Gnad`, gib Trost und Rat!
Text: Neuverfassung Ursulinenkloster Hildesheim, 1974.
Melodie: Wallfahrtskirche Germershausen.
Mutter der Barmherzigkeit, der göttlichen Gnade? Was sagen mir in der heutigen Zeit die Worte "Barmherzigkeit" und "Gnade" noch? Maria als Herrscherin? Worüber herrscht Maria?
13. Jahrhundert: Rosenkranz-Legende:
Ein Marienverehrer hatte die Gewohnheit, der seligen Jungfrau einen
Kranz aus Rosen zu flechten und mit diesem Kranz eine Marienstatue zu schmücken.
Eines Tages wird er aber durch eine Erscheinung belehrt, dass es einen
"Rosenkranz" gäbe, der die Jungfrau noch mehr erfreuen würde,
nämlich das wiederholende Beten von 50 Ave-Maria. Die Gebete würden
in der Hand der Gottesmutter zu Rosen, aus denen sie sich den schönsten
Rosenkranz flechten würde.
Joh. Baptist Tafratshofer + 1889: Rosenkranzkönigin, Jungfrau
der Gnade (GL 859, 1.-4. Strophe, M. L. Thurmair: 5.-7. Strophe)
"Rosenkranzkönigin, Jungfrau der Gnade,
lehre mich (uns) wandeln auf himmlischem Pfade
Freudig erheben wir
unser Gebet zu dir
Jungfrau, Jungfrau der Gnade
Rosenkranzkönigin, Mutter du reine,
hilf, daß dir unser Herz ähnlich erscheine!
Schirme uns allezeit
treulich in Kampf und Streit,
Mutter, Mutter, du reine!
Rosenkranzkönigin, Fürstin, du hehre,
flehe bei deinem Sohn, daß er gewähre,
was von dem Himmel kommt
und uns zum Heile frommt,
Fürstin, Fürstin, du hehre!
Rosenkranzkönigin, unser Vertrauen,
laß uns in Leid und Not fest auf dich bauen,
bis in der Selgen Kreis
grüßt dich mit Lob und Preis
unser, unser Vertrauen!
ZUM FREUDENREICHEN ROSENKRANZ
Rosenkranzkönigin, freudengekrönte,
du trugst das Kindlein, das die Erde versöhnte.
Du warst des Herrn Gezelt,
gebarst das Heil der Welt,
Jungfrau, freudengekrönte.
ZUM SCHMERZHAFTEN ROSENKRANZ
Rosenkranzkönigin, Mutter der Schmerzen,
wie dunkel stand das Kreuz über deinem Herzen,
da dein Sohn litt und starb,
Leben im Tod erwarb,
Jungfrau, Mutter der Schmerzen.
ZUM GLORREICHEN ROSENKRANZ
Rosenkranzkönigin, glorienumwoben,
die der verklärte Sohn mächtig erhoben.
Aus deiner Herrlichkeit
neige dich unserm Leid,
Jungfrau, glorienumwoben."
Neuer Text nach Friedrich Dörr
EINLEITUNGSSTROPHE
"Rosenkranzkönigin, höchste der Frauen!
Sieh uns mit Zuversicht auf zu dir schauen.
Du Mutter unsres Herrn,
strahlender Morgenstern:
Jungfrau, höchste der Frauen.
FREUDENREICHER ROSENKRANZ
Rosenkranzkönigin, Mutter des Lebens!
Wer dir sich anvertraut, hofft nicht vergebens.
Du trugst das Gotteskind,
das uns das Leben bringt:
Jungfrau, Mutter des Lebens.
Rosenkranzkönigin, Mutter voll Liebe!
Hilf uns, daß unser Herz Gott nicht betrübe.
In seiner Jugendzeit
hast du den Herrn betreut:
Jungfrau, Mutter voll Liebe.
SCHMERZHAFTER ROSENKRANZ
Rosenkranzkönigin, Mutter der Schmerzen!
Du nahmst des Sohnes Leid tief dir zu Herzen:
trugst mit ihm jede Not
bis in den Kreuzestod,
Jungfrau, Mutter der Schmerzen.
Rosenkranzkönigin, Mutter der Schmerzen!
Rühre zum Mitleid auch unsere Herzen.
Du nahmst zu unserm Heil
an der Erlösung teil:
Jungfrau, Mutter der Schmerzen.
GLORREICHER ROSENKRANZ
Rosenkranzkönigin, Jungfrau, verklärte!
Strahlend im Glanz, mit dem Christus dich ehrte.
Des Heilands Helferin,
Gnadenvermittlerin:
Jungfrau, glorreich verklärte.
Rosenkranzkönigin, Jungfrau, verklärte!
Zierde des Himmels und Freude der Erde:
Laß uns im Glorienschein
mit dir bei Jesus sein:
Jungfrau, glorreich verklärte.
SCHLUSSSTROPHE
Rosenkranzkönigin, Hilfe der Christen!
Laß nie den bösen Feind uns überlisten.
Mach uns zu jeder Zeit
für Christi Dienst bereit:
Jungfrau, Hilfe der Christen."
17. Jahrhunderts auf einem "fliegenden Blatt": Der güldne Rosenkranz
(GL 864)
"Der güldne Rosenkranz,
geziert mit Perlen ganz,
besetzt mit lauter Edelstein,
gehört der Jungfrau rein.
Maria ist ihr Nam,
von königlichem Stamm,
sie ist ein' Jungfrau wohl geziert,
der dieser Kranz gebührt.
Sie sitzt vor Gottes Thron,
ihr scheinet Sonn und Mond,
sie ist die Größt' im Himmelreich,
kein Engel ist ihr gleich.
O Jungfrau, mild und süß,
wir fallen dir zu Füß,
wir bitten dich ganz inniglich,
erhör uns gnädiglich."
Hymnus: Salve Virgo Benedicta
"Gruß dir, Jungfrau, hochverklärte,
die du der verlornen Erde Gottes Heil geboren hast.
Gruß dir, Jungfrau, Mutter reine,
Makel ist an dir nicht eine,
trägst nicht unsre Sündenlast.
Freu dich, Mutter Jesu, werte,
freu dich, liebe Hochgeehrte,
alle Gnad' in dir sich find't.
Gottes Hand dich gleich berührte,
daß du wärst der Menschen Zierde
durch dein göttlich liebes Kind.
Auf dich, Maria, hofft die Erde,
du des Retters Mutter werde,
ihr erfleh'n Barmherzigkeit.
Zeig dich uns als Mutter milde,
laß uns sehn der Hoffnung Bilde,
die du weißt in Traurigkeit.
Wenn du vorträgst unsre Klagen,
wie könnt' dir denn je versagen
solcher Mutter edler Sohn.
Führ du uns, o Mutter gute,
die erkauft' mit seinem Blute,
hin zu Jesu Gnadenthron."
unbekannter Verfasser:
O liebevolle Mutter, reinste Jungfrau, Mutter meines Erlösers!
Sei gegrüßt mit der innigsten Liebe, die ein Kinderherz für
Dich haben kann.
Du bist ohne Makel der Erbsünde empfangen, frei von jeder Verderbnis
und allen Regungen der Gnade immer treu gewesen. Dadurch hast Du Dir so
große Verdienste erworben, daß Du über alle Geschöpfe
erhoben wurdest.
Zur Mutter Jesu Christi auserwählt, hast Du Ihn wie in einem reinen
Heiligtum behütet, und er, der gekommen ist, der Welt das Leben zu
schenken, hat aus Dir das Leben genommen und seine Nahrung empfangen.
Sei gebendedeit und gelobt, Mutter meines Erlösers, Mutter der
armen Sünder! Hab Erbarmen mit uns und birg uns unter Deinen mütterliche
Schutz.
Amen
Was bedeutet mir der Rosenkranz als Gebet? Was bedeutet mir der Rosenkranz
als Gebetskette? Bete ich ihn lieber allein und still oder zusammen mit
anderen und laut?
Maria will nicht bloß äußerlich geschmückt
werden, auch nicht nur mit den Worten des Rosenkranzes? Lasse ich einen
inneren Bezug zu Maria zu?
Maria im Rosenkranz "zu Füß zu fallen"? Was heißt
das? Geht das nicht zu weit?
Maria - rein, keusch, ohne Makel? Was bedeuten mir diese Worte?
12. Jahrhundert: Corona aurea super caput eius
"Heilige Jungfrau, dich will ich lobpreisen und benedeien, du bist
heller als die Sonne, lieblicher als der Frühling.
Du bist schöner als alle Schönheit, so licht und gut, so
liebenswürdig und anmutig.
Deine Würde ist so erhaben, daß ich dich nicht genug loben
kann, wenn ich auch mit der Sprache des Menschen und Engel reden könnte
und alle Geheimnisse besäße und das ganze Wissen der Heiligen
Schriften.
Du schönste Frau unter allen Frauen, voller Weisheit und Tugend,
wie sie sonst keiner von uns hat.
Erhoben über alle Heilige des Himmels bist du gekrönt zur
Rechten deines Sohnes.
Das goldene Diadem des Herrn auf deinem Haupt."
Oberösterreich o.J.: Wie schön glänzt die Sonn (GL
866)
"Wie schön glänzt die Sonn,
wie hell leucht' der Mond,
der Schönheit Maria
doch gleichen nichts kann.
Sie ist nur allein,
ganz würdig und rein,
dem göttlichen Prinzen
ein Mutter zu sein.
Des Herrn eine Magd
in Demut sie sagt,
indem ihr der Engel
das Ave vortragt.
Mit himmlischer Gnad
wurd' sie überschatt',
indem sich die Gottheit
vermischet sich hat.
O Jungfrau geehrt,
ganz rein, unversehrt,
ein göttliches Wunder
bist worden der Erd.
Ich hoff', daß du mich,
wann's kommet zum Sterben,
nit lassest verderben.
Ich hoffe auf dich!
2. Hälfte des 18. Jahrunderts: Maria zu lieben
Text aus dem Bruderschaftsbüchlein zu Ehren des heiligen Johann
von Nepomuk (1752)
Maria zu lieben ist allzeit mein Sinn,
in Freuden und Leiden ihr Diener ich bin.
Mein Herz, o Maria, brennt ewig zu Dir
in Liebe und Freude, o himmlische Zier.
Maria, Du milde, Du süße Jungfrau!
Nimm auf meine Liebe, so wie ich vertrau!
Du bist ja die Mutter, Dein Kind will ich sein,
im Leben und Sterben, Dir einzig allein!
Gib, daß ich von Herzen Dich liebe und preis`,
gib, daß ich viel Zeichen der Liebe erweis`.
Von Dir mich nichts scheidet, nicht Unglück noch Leid,
Dich lieb ich auf ewig, Dich lieb ich allzeit.
Ach, hätt ich der Herzen nur tausendmal mehr!
Dir tausend zu geben, das ist mein Begehr,
so oft mein Herz klopfet, befehl ich es Dir,
so vielmal ich atme, verbind ich Dich mir.
Du Trost der Betrübten, zur Hilf sei bereit,
Du Stärke der Schwachen, beschütz mich im Streit,
wann wider mich kämpfen Fleisch, Hölle und Welt,
sei Du mir als Zuflucht zur Seite gestellt!
Du Meerstern, ich bitte, Dein Licht auch erteil
verfinsterten Seelen zum ewigen Heil.
Die irren im Glauben, erleucht und bekehr
zur wahren Erkenntnis der christlichen Lehr!
Verwandte und Freunde mit Leib und mit Seel
ich Dir, Maria, auf ewig empfehl.
Du Mutter der Gnaden, barmerzig und mild,
sei meine Patronin, mein Schutz und mein Schild!
Gedenke, o Herrin, auch gnädig zu sein
den leidenden Seelen in Fegfeuers Pein.
Du bist ihre Hoffnung, Dir rufen sie zu,
ach laß sie gelangen zur ewigen Ruh!
O Mutter, nun segne den ewigen Bund,
Dein Nam` mir versiegle das Herz und den Mund.
Sei bei mir im Tode, dann reich mir die Hand
und führ mich nach oben ins himmlische Land!
Neue Textfassung: -> Friedrich Dörr: Maria, dich lieben, ist
allzeit mein Sinn (GL 594)
"Maria, dich
lieben ist allzeit mein Sinn;
dir wurde die
Fülle der Gnaden verliehn:
du Jungfrau,
auf dich hat der Geist sich gesenkt;
du Mutter hast
uns den Erlöser geschenkt.
Dein Herz war
der Liebe des Höchsten geweiht;
du warst für
die Botschaft des Engels bereit.
Du sprachst:
`Mir geschehe, wie du es gesagt.
Dem Herrn will
ich dienen, ich bin seine Magd.'
Du Frau aus
dem Volke, von Gott ausersehn,
dem Heiland
auf Erden zur Seite zu stehn,
kennst Arbeit
und Sorge um das tägliche Brot,
die Mühsal
des Lebens in Armut und Not.
Du hast unterm
Kreuz auf Jesus geschaut;
er hat dir den
Jünger als Sohn anvertraut.
Du Mutter der
Schmerzen, o mach uns bereit,
bei Jesus zu
stehen in Kreuz und in Leid.
Du Mutter der
Gnaden, o reich uns die Hand
auf all unsern
Wegen durchs irdische Land.
Hilf uns, deinen
Kindern, in Not und Gefahr;
mach allen,
die suchen, den Sohn offenbar.
Von Gott über
Engel und Menschen gestellt,
erfleh uns das
Heil und den Frieden der Welt.
Du Freude der
Erde, du himmlische Zier:
du bist voll
der Gnade, der Herr ist mit dir."
Einzig schön bist du, Maria
| Tota pulchra es, Maria.
Et macula originalis non est in te. Tu gloria Jerusalem. Tu laetitia Israel. Tu honorificentia populi nostri. Tu advocata peccatorum. O Maria! Virgo prudentissima. Mater clementissima. Ora pro nobis. Intercede pro nobis ad Dominum Jesum Christum. |
Einzig schön bist du, Maria,
der Erbschuld Makel ist dir fremd. Du Ruhm Jerusalems, du Wonne Israels, du Preis unseres Volkes, du Walterin der Sünder. Maria, Jungfrau klug vor Allen, Mutter, mild wie keine, bitte für uns, tritt ein für uns bei unserem Herrn Jesus Christus. Anton Bruckner (für Tenor, gem. Chor und Orgel) |
Maria, Mutter Gottes, es ist schön, mit dir zu leben
"Gott schenkt uns durch dich Hoffnung, wo alles hoffnungslos scheint.
Gott beschützt uns durch dich, wo es sonst keinen Schutz mehr
gibt.
Maria,
Gott schenkt uns durch dich Hilfe, wo es sonst keine Hilfe mehr gibt.
Gott gibt uns durch dich Kraft, wo wir sonst zusammenbrechen.
Maria,
Gott erfüllt uns durch dich mit Freude, wo sonst alles freudlos
scheint.
Gott gibt uns durch dich in aller Aussichtslosigkeit Aussicht, daß
Er alles zum Guten wenden kann.
Maria,
Gott zeigt uns druch dich in aller Weglosigkeit wieder neu den Weg
und das Ziel unseres Lebens
Maria,
durch dich möchten wir Gott danken, der dich uns zur Mutter gegeben
hat.
Amen."
Wie kann ich Maria lieben, Diener Mariens in Freuden und Leiden sein? Wie wichtig ist mir die "Schönheit" Mariens? Wie wichtig ist mir meine eigene innere und äußere Schönheit? Es ist schön, mit Maria zu leben! Wie zeigen wir das anderen?
Mutter mit dem Jesuskind
"Mutter mit dem Jesuskind,
Mutter Du vom guten Rat,
da wir keinen Weg mehr finden,
zeig uns Du den rechten Pfad!
In Deine lieben Hände
leg ich meine ohne Bangen,
nimm Du mich mit,
du kennst den Weg, den ER gegangen.
Es hat ihm niemals je gebrannt
ein Herz so wie das Deine,
und keine Liebe hat erkannt
wie Du die seine!
Und seine unermess´ne Pein
hat niemand so empfunden,
du trugest tief im Herzen Dein
all seine Wunden!
Du warest, Mutter, ihm zur Seit´,
der wankend schritt in Banden!
Und hast in namenlosem Leid
am Kreuz gestanden.
Dir legten sie ihn in den Schoß,
in Weh und bitt´rem Klagen,
entstellt und blutig, nackt und bloß,
den Du getragen.
Und drum in deine Hände
leg ich meine ohne Bangen,
nimm Du mich mit,
Du kennst den Weg, den ER gegangen.
Maria Haid
Oh Himmelskönigin hilf tragen
Hilf dass wir nicht im Leid verzagen.
Den Toten wollen wir gedenken
Und ihnen das Gebet nun schenken.
Maria mit der Himmelskron
Oh bitt für uns bei deinem Sohn.
Maria mit dem Kinde lieb
Uns allen deinen Segen gib.
Oh Mutter mit dem Jesuskind
Das alles Leiden und versüßt
Oh Mutter mit dem Jesuskind
Sei tausendmal von uns gegrüßt.
P. Koch SVD: O du Mutter vom Guten Rat
"O du Mutter vom Guten Rat!
Wie oft narrt uns das Leben!
Wie oft scheint der Boden unter unseren Füßen sich zu verlieren!
Wie gefährlich sind oft die Wege, die wir zu gehen haben!
Wie verantwortungsvoll sind Entscheidungen, die wir treffen müssen!
Wie drückend die Sorgen, die auf uns liegen!
Wie ängstigend so mancher Kummer bei Nacht und Tag -
Lebenskummer, Leibeskummer, Seelenkummer!
O Mutter vom Guten Rat, führe du uns!"
Gebet zur Heiligen Mutter von Einsiedeln: Alles möcht´
ich Dir erzählen
"Alles möcht´ ich Dir erzählen,
alle Sorgen, die mich quälen,
alle Zweifel, alle Fragen,
möcht´ ich Mutter, zu Dir tragen.
Wege, die ich selbst nicht kenne,
liebe Namen, die ich nenne,
Schuld, die ich mir aufgeladen,
andern zugefügten Schaden.
Ärgernis, so ich gegeben,
all mein Wollen, all mein Streben,
mein Beraten, mein Verwalten,
mein Vergessen, mein Behalten,
mein Begehren, mein Verzichten,
und mein Schweigen und mein Richten,
all die kleinen Kleinigkeiten,
die so oft mir Müh´ bereiten.
Jedes Lassen, jeden Tag,
Mutter, Dir, vom Guten Rat,
leg´ ich alles in die Hände,
Du führst es zum rechten Ende."
Wann suche ich bei Maria Rat? Hat sie mich schon einmal gut beraten? Erzähle ich ihr alles? Erzähle ich ihr mehr als Gott und seinem Sohn?
Gebet des hl. Franziskus zu Maria
"Sei gegrüßt, Maria, heilige Frau, du erhabene Königin
und Gottesmutter, reine Jungfrau, vom himmlischen Vater erkoren, sei gegrüßt!
Dich hat der Vater gesegnet zugleich mit seinem geliebten Sohne und
mit dem Heiligen Geiste, dem Tröster.
Gesegnet bist du, und gesegnet seien die schönen Tugenden, die
in die Herzen der Gläubigen strömen auf dein Gebet hin durch
die Salbung des Heiligen Geistes.
Heilige Jungfrau Maria, unvergleichliche Tochter und Magd des allerhöchsten
Königs und Vaters, reineste Mutter unseres Herrn Jesus Christus, Braut
des Heiligen Geistes, bitte für uns mit allen Heiligen bei deinem
göttlichen Sohn, unserem lieben Herrn und Meister.
Amen."
Gib, o Mutter, Born der Liebe (Hymnus im Stundenbuch zum Gedächtnis
der Schmerzen Mariens - Ausschnitt aus Stabat mater, siehe oben)
"Gib, o Mutter, Born der Liebe
daß ich mich mit dir betrübe
daß ich fühl' die Schmerzen dein.
Daß mein Herz von Lieb' entbrenne,
daß ich nur noch Jesus kenne,
daß ich liebe Gott allein.
Drücke deines Sohnes Wunden,
wie du selber sie empfunden,
heil'ge Mutter, in mein Herz.
Daß ich weiß, was ich verschuldet,
was dein Sohn für mich erduldet,
gib mir teil an deinem Schmerz.
Laß mit dir mich herzlich weinen,
mich mit Jesu Leid vereinen,
solang hier mein Leben währt.
Unterm Kreuz mit dir zu stehen,
dort zu teilen deine Wehen,
ist es, was mein Herz begehrt.
Mutter, dir vertrauen wir uns an
"Mutter,
daß wir unser Herz in das deine legen,
daß wir unsere Hände dir entgegenstrecken, von dir führen
lassen.
Mutter,
daß wir deinem Ruf folgen und ihm nicht ausweichen,
daß wir uns von deiner Liebe anstecken lassen.
Mutter,
daß wir uns von deinem Blick treffen lassen,
daß wir deiner Einladung folgen.
Mutter,
daß wir uns von deinem Beispiel mitreißen lassen und so
dir ähnlich werden.
Mutter,
daß wir uns ganz dir anvertrauen und so zu Christus führen
lassen.
Mutter,
daß wir immer wieder auf dich schauen, damit wir immer mehr lernen
und leben, was dein Sohn uns sagt."
Maria, Mutter vom guten Rate (aus: Joseph Gabler (Hrsg.): Neue Geistliche
Nachtigall, Linz 1884)
"Maria, Himmelskönigin,
des Heilgen Geistes Braut,
du bist mir Trost und Helferin,
auf dich hab ich vertraut;
dir sei nach Gott das höchste Lob im Himmel und auf Erd,
ja allerort, Maria rein, dein Nam geehret werd.
Du bist, o Jungfrau, keusch und rein,
bist ohne Sünd´ gebor´n.
Dich preisen alle Engelein:
O Rose ohne Dorn.
Gott schmückte dich mit vieler Gnad´, bewahrte dich vor
Schuld
Die Engel trugen dich hinauf zum Thron der ew´gen Huld.
Du bist die Helf´rin in der Noth,
o edle Jungfrau rein!
Wenn ich werd´ ringen mit dem Tod,
laß mich dein eigen sein;
damit ich auf dem schmalen Weg nicht aufgehalten werd.
Daß ich dich immer loben kann im Himmel und auf Erd."
Maria, "Braut des Geistes"! Welche Rolle spielt der Heilige Geist in meinem Leben, welche in meiner Marienverehrung? Mit dem Born (=Brunnen) der Liebe mitfühlen, sich mitfreuen und mitleiden! Maria lädt uns ein, ihrem Beispiel zu folgen, nämlich zu tun, was ihr Sohn sagt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Quem terra, pontus, aethera und O gloriosa Domina - beide von Venantius
Fortunatus (530-609), Bischof von Poitiers
| Quem terra, pontus, aethera
colunt, adorant, praedicant, trinam regentem machinam claustrum Mariae baiulat. Cui Luna, Sol, et omnia deserviunt per tempora, perfusa coeli gratia, gestant Puellae viscera. Beata Mater, munere, cuius supernus Artifex, mundum pugillo continens, ventris sub arca clausus est. Beata coeli nuntio, fecunda Sancto Spiritu, desideratus Gentibus, cuius per alvum fusus est. Iesu, Tibi sit gloria, qui natus es de Virgine, cum Patre, et almo Spiritu, in sempiterna saecula. Amen. |
"Den Erde, Meer und Firmament
verehren, loben, beten an, der die drei Reiche trägt und lenkt, ihn birgt Mariens reiner Schoß. Dem Sonne, Mond und jeder Stern durch alle Zeiten dienstbar sind, ihn trägt der Leib der reinen Magd, vom Hauch der Gnade ganz durchströmt. Beglückte Mutter, reich beschenkt: In deinem Schoße schließt sich ein: er, dessen Hand die Welt umfäng, der Höchste, der das All erschuf. Dir ward des Engels Botschaft kund, und du empfingst vom Heil'gen Geist: Aus deinem Schoße trat hervor, der aller Völker Sehnsucht ist. (Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis, Gott, den die Jungfrau uns gebar, Lob auch dem Vater und dem Geist durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen)" |
The God whom earth, and sea, and sky
adore, and laud, and magnify, who o'er their threefold fabric reigns, the Virgin's spotless womb contains. The God whose will by moon, and sun, and all things in due course is done, is borne upon a Maiden's breast, by fullest heavenly grace possessed. How blest that Mother, in whose shrine the great Artificer Divine, whose hand contains the earth and sky, vouchsafed, as in His ark, to lie. Blest, in the message Gabriel brought; blest, by the work the Spirit wrought; from whom the great Desire of earth took human flesh and human birth. All honor, laud, and glory be, o Jesu Virgin-born, to Thee, whom with the Father we adore, and Holy Ghost for evermore. Amen. |
| O gloriosa domina
excelsa super sidera, qui te creavit provide, lactas sacrato ubere Quod Eva tristis abstulit, tu reddis almo germine; intrent ut astra flebiles, sternis benigna semitam. Tu regis alti ianua et porta lucis fulgida; vitam datam per Virginem, gentes redemptae, plaudite. Patri sit Paraclito tuoque Nato gloria, qui veste te mirabili circumdederunt gratiae. Amen. |
"Du große Herrin, schönste Frau,
hoch über Sternen steht dein Thron. Du trugst den Schöpfer, der dich schuf, und nährtest ihn an deiner Brust. Was Eva einst verloren sah, gibst du ihm Sohne reich zurück. Der Himmel öffnet sich in dir; zur Heimkehr steht der Weg uns frei. Du Pforte für den Königssohn, des neuen Lichtes helles Tor, in dir grüßt jauchzend alle Welt das Leben, das du ihr geschenkt. (Herr Jesus Christus, dir sei Ruhm und Preis, Gott, den die Jungfrau uns gebar, Lob auch dem Vater und dem Geist durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen)." |
O heaven´s glorious mistress,
enthron'd above the starry sky! thou feedest with thy sacred breast thy own Creator, Lord most high. What man had lost in hapless Eve, thy sacred womb to man restores, thou to the wretched here beneath hast open'd Heaven's eternal doors. Hail, O refulgent Hall of light! Hail Gate august of Heaven's high King! through thee redeem'd to endless life, thy praise let all the nations sing. To the Father and the Spirit and to thy Son all glory be, who with a wonderous garment of graces encircled thee. Amen. |
1 O gloriosa virginum/ sublimis inter sidera;/ qui te creavit, parvulum/
lactente nutris ubere.
2 Quod Heva tristis abstulit,/ tu reddis almo germine;/ intrent ut
astra flebiles,/ coeli recludis cardines.
3 Tu Regis alti ianua,/ et aula lucis fulgida:/ vitam datam per Virginem,/
gentes redemptae, plaudite.
4 Iesu, tibi sit gloria,/ qui natus es de Virgine,/ cum Patre, et almo
Spiritu,/ in sempiterna saecula. Amen.
Mariens Schoß umschließt den, der die Welt umfängt. Innen und außen verkehren sich! Weißt Du, wo der Himmel ist? Außen oder innen, du bist mittendrinnen, heißt es in einem Lied. Ist das stimmig für mich? "Du trugst den Schöpfer, der dich schuf." Scheinbar paradox, aber wahr!
Kloster Reichenau, 11. Jahrhundert (Heinrich der Lahme?):
"Maria,
segenbringende Mutter unseres Erlösers,
du weitaufgetanes Tor zum Himmel,
du Stern über dem Meer:
Bitt' für uns Menschen in Not,
daß uns helfe der Herr.
Du hast im Geheimnis der Natur deinen Heiligen Schöpfer geboren
und bist geblieben die Jungfräuliche vordem und nachher,
hast aus dem Mund des Engels das `Ave' empfangen:
Bitt' Gott für uns Sünder!"
Maria, zu dir kommen wir
"Maria, wir kommen zu dir,
der Magd des Herrn,
der Mutter des göttlichen Sohnes,
zu unserer Mutter,
zur Mutter aller Menschen,
zur Königin des Himmels und der Erde,
zur Königin des Friedens.
Bei dir möchten wir sein,
bei dir verweilen,
von dir lernen, Gottes Wege zu gehen, Seine Ruf zu folgen."
Mutter des göttlichen Sohnes, des Erlösers: Jesus hat auch
mich erlöst! Bin ich deshalb gelöster? Was fesselt mich? Kann
ich als Erlöster auch anderen verzeihen, oder binde ich Schuld häufiger,
als ich sie löse? Sie ist Mutter aller Menschen, der großen
und kleinen Sünder! Wer von euch frei ist von Schuld, der werfe den
ersten Stein! Wie steht es mit unseren Vorurteilen?