1. Tag: Gebet des Hl. Ephräm des Syrers (306-373)
Herr und Gebieter meines Lebens: den Geist des
Müßigganges,
des Kleinmuts, der Herrschsucht und der Geschwätzigkeit gib mir
nicht.
Den Geist der Lauterkeit, Demut, Geduld und Liebe aber verleihe mir,
Deinem Diener.
Ja, Herr und König, laß mich meine eigenen Sünden
erkennen und nicht meinen Bruder verurteilen - denn gepriesen bist Du
in
alle Ewigkeit.
Amen.
in den Stundengebeten der Fastenzeit; Textfassung: Archimandrit
Irenäus Totzke aus dem Benediktinerkloster Niederaltaich
2. Tag: Gebete des Hl. Gregor von Nazianz (329-390) und des Hl.
Basilius
(330-379)
O du, alles vorbei, wie anders bist du zu nennen?
Wie können Worte dich preisen,
dich, der du durch kein Wort auszusagen bist?
Wie können Gedanken dich erreichen,
dich, der du durch kein Denken zu greifen bist?
Du einziger, unaussprechlicher, bei dir allein bleibt alles bewahrt,
auf dich hofft alles, du bist das Ziel von allem.
Du bist eins. Du bist alles. Du bist niemand. Du bist nicht eins. Du
bist nicht alles.
Sei mir gnädig. O du, alles vorbei.
3. Tag: Gebete des Hl. Augustinus Aurelius von Hippo (354-430)
Herr, du bist groß und hoch zu loben;
groß ist deine Macht,
deine Weisheit ist ohne Ende.
Und dich zu loben wagt der Mensch,
ein winziger Teil deiner Schöpfung,
der Mensch, der dem Tod verfallen ist,
der weiß um seine Sünden und weiß,
dass du dem Hoffärtigen widerstehst;
und dennoch, du selbst willst es so:
wir sollen dich loben aus fröhlichem Herzen;
denn du hast uns auf dich hin geschaffen,
und unruhig ist unser Herz,
bis es Ruhe findet in dir.
Wer gibt mir, daß ich Ruhe finde in dir?
Wer gibt mir, daß du in mein Herz kommst und es trunken machst,
damit ich alles Schlechte hinter mir lasse und mein einziges Gut
umfange
- dich?
Was bist du mir?
Erbarme dich, damit ich reden kann.
Und ich, was bin ich für dich, daß du von mir geliebt sein
willst und, wenn ich es unterlasse, mir zürnst und mit Unheil
drohst?
Ist es nicht Unglück schon genug, wenn ich dich nicht liebe.
Bei deinen Erbarmungen, Herr, mein Gott, sag mir, was du mir bist!
Sag meiner Seele: Dein Heil bin ich.
Und sage es so, daß ich es höre.
Sieh, meines Herzens Ohr ist bei dir, Herr;
tu es auf, und sag meiner Seele: Dein Heil bin ich.
Nachlaufen will ich dieser Stimme, bis ich dich fassen kann.
Verbirg dein Angesicht nicht vor mir:
Sterben will ich, um nicht zu sterben und dein Angesicht zu schauen.
Eng ist das Haus meiner Seele, in das du kommen magst zu ihr: erweitere
es!
Baufällig ist es: erneuere es!
Es bietet ein Ärgernis deinen Augen, ich weiß und bekenne
es.
Aber wer wird es reinigen?
Zu wem andern soll ich rufen als zu dir:
"Von meinen verborgenen Sünden reinige mich, Herr,
und vor fremden Sünden behüte deinen Knecht!
Ich glaube, und darum rede ich."
Herr, du weißt es.
"Hab ich dir nicht meine Sünden bekannt wider mich selbst, mein
Gott, und du hast mir vergeben die Bosheit meines Herzens?"
Ich rechte nicht über das Urteil mit dir, der du die Wahrheit
bist;
und ich will mich nicht selbst betrügen, daß nicht "meine
Sünde sich zum eigenen Schaden lüge".
Darum rechte ich nicht mit dir über das Urteil,
denn "wenn du acht haben wolltest auf die Missetaten, Herr, Herr, wer
könnte dann bestehen?
Herr, mein Gott,
Deine Worte sind Freude für mich.
Hilf mir, dass ich sie nicht missdeute und andere in die Irre
führe.
Herr, wende dich mir zu und hab Erbarmen.
Du bist das Licht der Blinden und die Kraft der Schwachen.
Du bist das Licht für die Sehnenden und die Stärke der
Starken.
Dein sind Tag und Nacht, deine Hand lenkt die Zeiten.
Schenke mir ein wenig Zeit, damit ich in deine Gesetze eindringen.
Verschließe nicht die Tür vor dem, der anklopft.
(Verschließ uns nicht das Geheimnis deines Gesetzes, wenn wir
anklopfen.
Offenbare uns deine Geheimnisse.)
Herr, vollende dein Werk an mir dein Wort, und erschließe mir
dein Wort.
Deine Stimme ist mir Freude, teurer als jedes andere Vergnügen.
Herr, du mein Gott, meine einzige Hoffnung, sei mir gnädig und
erhöre mich!
Laß nicht zu, daß ich so schwach werde und nicht mehr nach
dir verlange;
gib, daß ich immer und unermüdlich dein Angesicht suche.
Gib mir die Kraft, zu dir zu streben.
Du ließest dich finden und gabst mir die Hoffnung, dich mit immer
reinerem Gewissen erkennen zu können.
Vor dir ist meine Schwachheit und Kraft offenkundig.
Mehre die Kraft, und nimm von mir die Schwachheit;
du kennst mein Wissen und meine Torheit.
Wo du mir aufgetan hast, empfange mich;
wenn ich anklopfe, öffne mir;
mach mir auf, wo du versperrt hattest.
Gib, daß ich an dich denke, dich begreife und dich liebe.
Mehre in mir diese Gaben, bis du mich einst verwandelst auf ewig.
Gott,
von dir sich entfernen heißt fallen, zu dir zurückkehren
heißt sich erheben, in dir bleiben heißt auf sicheren Grund
bauen.
Weggehen von dir heißt sterben, zurückkehren zu dir
heißt
auferstehen, wohnen in dir heißt leben.
Keiner verliert dich, ohne getäuscht zu sein, keiner sucht dich,
ohne gerufen zu sein, keiner findet dich, ohne gereinigt zu sein.
Dich verlassen heißt verlorengehen, dich suchen heißt dich
lieben, dich sehen heißt dich besitzen.
Der Glaube drängt uns zu dir, die Hoffnung führt uns hin
zu dir, die Liebe vereinigt uns mit dir.
Herr und Gott, wie tief verborgen sind deine Geheimnisse!
Heile meine Augen, daß ich mich über dein Licht freue.
Du bist der unwandelbar Ewige, der wahrhaft ewige Schöpfer der
Seelen.
In dir gibt es kein Nacheinander der Eindrücke oder eine
Erinnerung
an das Gehörte wie bei einem, der ein unbekanntes Lied singt oder
singen hört.
Wie du im Anfang Himmel und Erde in deinem ewigen Erkennen geschaut
hast, so hast du im Anfang Himmel und Erde erschaffen, ohne daß
sich
dein Tun änderte.
Wer das versteht, der soll dich bekennen;
aber dich bekennen soll auch, wer es nicht versteht.
Wie erhaben bist du!
Und doch nimmst du Wohnung in den demütigen Herzen.
Du richtest auf, die am Boden liegen;
und sie fallen nicht wieder, weil du sie aufrecht hältst.
Sedulius Caelius (425-450)
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und
dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke
böser Menschen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst, um
dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere
über
dich herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
So segne dich der gütige Gott.
Hl. Patrick (+ 493)
Aus dem Morgengebet
Ich erhebe mich heute
Christus sei, wo ich liege,
Christus sei, wo ich stehe,
Christus sei, wo ich sitze,
Christus in der Tiefe,
Christus in der Höhe,
Christus in der Weite.
Herr, wenn wir fallen, sieh uns an und heile uns durch deinen Blick.
Dein Blick löscht Fehl und Sünde aus, in Tränen
löscht
sich unsre Schuld.
Du Licht, durchdringe unsern Geist, von unsren Herzen scheuch den
Schlaf,
dir sei das erste Wort geweiht, dich preise unser Morgenlob.
Amen.
Gebet des Johannes Chrysostomus (344-407)
Gedenke, Herr, der Stadt, in der wir wohnen, jeder Stadt und jeden
Landes und der Gläubigen, die darin wohnen.
Gedenke, Herr, der Reisenden, der Kranken, der Notleidenden und
Gefangenen.
Gedenke, Herr, derer, die Frucht bringen und Gutes tun und sich der
Armen annehmen in Deinen Gemeinden.
Lass über uns kommen den Reichtum Deiner Barmherzigkeit und
lass uns mit einem Mund und einem Herzen Deinen herrlichen und hohen
Namen preisen und feiern.
Vater, Sohn und Heiliger Geist, jetzt und immerdar und von Ewigkeit
zu Ewigkeit.
9. Tag:
Gebet der Hl. Hildegard von Bingen (1098-1179)
Hymnus zu Ehren des Heiligen Geistes
Feuergeist! Preis Dir!
Du wirkest auf Pauken und Harfen.
Der Menschen Geist entbrennt von Dir, der Menschen Gezelte tragen ihre
Kräfte.
Davon steigt der Wille empor und verleiht der Seele Geschmack;
ihre Leuchte ist das Sehnen.
Mit süßem Tone ruft Dich der Geist an und bereitet Dir gar
vernünftig eine Stätte, die er in goldenen Werken
mühevoll
aufbaut.
Du aber führst immer ein Schwert, das abzuschneiden, was der
schadenbringende
Apfel in schwarzem Morde hervorbringt.
Wenn der Nebel den Willen und die Strebungen bedeckt, in denen die
Seele fliegt und sich allum bewegt.
Aber der Geist ist die Bindung des Willens und des Sehnens.
Reckt sich aber der Geist also empor, daß er des Bösen
Pupille
zu sehen sucht und zum Kinnbacken des Bösen hinstrebt, dann
verbrennst
du - wenn Du nur willst - ihn schnell im Feuer.
Neigt sich die Vernunft durch üble Werke zum Bösen, dann
zerpresst und zerreibst Du sie, wenn es Dir beliebt, und führst
sie
durch Ergießung von Erlebnissen zurück.
Zieht jedoch das Böse sein Schwert wider Dich, dann wendest Du
es gegen dessen Herz zurück, wie Du beim ersten gefallenen Engel
getan,
wo Du den Turm seines Stolzes in die Tiefe hinabschmetterst.
Aufgerichtet hast Du einen anderen Turm unter den Zöllnern und
öffentlichen Sündern, die Dir ihre Sünden und Werke
bekennen.
Darum preist Dich jegliche Kreatur, die von Dir lebt, weil Du die
köstlichste
Salbe bist für alle Brüche und eiternden Wunden, die Du in
die
kostbarsten Perlen verwandelst.
Und nun würdige Dich, uns alle bei Dir zu versammeln und auf den
rechten Weg zu führen.
Amen.
Gebete des Hl. Franz von Assisi (1181-1226)
11. Tag
| Du bist heilig, Herr, einziger Gott.
Du tust Wunderbares. Du bist der Starke. Du bist der Große. Du bist der Höchste. Du der allmächtige König. Du heiliger Vater, König des Himmels und der Erde. Du Dreifaltiger und Einer, Herr, Gott aller Götter. Du bist das Gut, das ganze Gut, das höchste Gut, Herr, Gott, lebendig und wahr. Du Weisheit, Du Demut, Du Geduld,
|
Du bist heilig, Herr, unser Gott. Du bist der alleinige
Gott,
der Eine, der Wundertaten vollbringt. Du bist der Starke, du bist der Große, du bist der Höchste. du bist allmächtig, du bist heilig, der Vater und König des Himmels und der Erde Du bist der Dreifaltige und der Eine, Gott der Herr. Du bist der Gute, das höchste Gut der lebendige und wahre Gott. Du bist die Güte, die Liebe du bist die Weisheit, du bist die Demut, du bist die Geduld. Du bist die Geborgenheit und Ruhe,
|
Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus — und in allen Deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind, und preisen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Gebet vor dem Kreuz von St. Damiano
Höchster, glorreicher (herrlicher) Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens,
schenke mir echten Glauben, feste Hoffnung und vollkommene Liebe,
Gespür
und Erkennen, Herr,
(und gib mir rechten Glauben, sichere Hoffnung und vollkommene Liebe.
Gib mir, Herr, Sinn und Erkenntnis.)
daß ich erfülle deinen heiligen und wahrhaften Auftrag.
(damit ich erfüllen möge deinen heiligen und wahren Auftrag)
Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre!
Würdig ist der Herr, zu empfangen Lob und Ehre!
Alle, die ihr den Herrn fürchtet, lobet ihn!
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit
dir!
Lobet ihn, Himmel und Erde!
Lobet, alle Flüsse, den Herrn!
Preiset, Kinder Gottes, den Herrn!
Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, frohlocken und freuen wir
uns an ihm.
Halleluja, halleluja, halleluja!
König Israels!
Jeder Geist lobe den Herrn!
Lobet den Herrn, denn er ist gut!
Alle, die ihr dies lest, preiset den Herrn!
Alle Geschöpfe, preiset den Herrn!
Alle Vögel des Himmels, lobet den Herrn!
Alle Kinder, lobet den Herrn!
Jünglinge und Jungfrauen, lobet den Herrn!
Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, zu empfangen Lob, Ruhm
und Ehre!
Gepriesen sei die heilige Dreifaltigkeit und ungeteilte Einheit!
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampf!
Segensgebet für Bruder Leo nach Num 6,24-26
Der Herr segne und behüte dich.
Er zeige dir sein Angesicht und erbarme sich deiner.
Er wende dir sein Antlitz zu und schenke dir den Frieden.
Der Herr segne dich.
Die Hl. Klara von Assisi ergänzt für die selige Agnes
von Prag:
Unser Herr sei mit dir zu allen Zeiten,
und gebe Gott, dass du allzeit in ihm seiest.
Amen.
Gebet im Geiste des Hl. Franz von Assisi (wohl aber erst
Frankreich
1913)
Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens:
dass ich Liebe bringe, wo man sich hasst.
dass ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt.
dass ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist.
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält.
dass ich Wahrheit bringe, wo Irrtum herrscht.
dass ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht.
dass ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist.
dass ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.
O Meister, hilf mir, dass ich nicht danach verlange:
Getröstet zu werden, sondern zu trösten.
Verstanden zu werden, sondern zu verstehen.
Geliebt zu werden, sondern zu lieben.
Denn:
Wer gibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen.
Wer stirbt, der wird zum ewigen Leben geboren.
Amen.
Gebete des Hl. Thomas von Aquin (1225-1274)
16. Tag:
Allmächtiger und Allerbarmer Gott, ich bitte dich:
Gewähre mir die Gnade,
Amen.
Adoro te devote, Übertragung Petronia Steiner 1951
| Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir.
Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier. Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin, weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin. Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir, doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir. Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an; er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann. Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz, hier ist auch verborgen deine Menschheit ganz. Beide sieht mein Glaube in dem Brote hier; wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu dir. Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig: "Du mein Herr und Gott!" Tief und tiefer werde dieser Glaube mein, fester laß die Hoffnung, treu die Liebe sein. Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod! Du gibst uns das Leben, o lebendig Brot. Werde gnädig Nahrung meinem Geiste du, daß er deine Wonnen koste immerzu. Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein; wasch in deinem Blute mich von Sünden rein. Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld, bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld. Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht, stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht: laß die Schleier fallen einst in deinem Licht, daß ich selig schaue, Herr, dein Angesicht. Amen. |
Ich bete an und beuge, Gottheit mich vor dir:
Du, der Tiefgeheime, weil in Zeichen hier. All mein Wesen neigt sich, gibt sich ganz dahin, weil ich, dich betrachtend, nichts als Armut bin. Auge, Mund und Hände trügen sich in dir, doch der Schall der Botschaft offenbart dich mir. Alles will ich glauben Gottes wahrem Sohn, seiner Rede lausch ich als der Wahrheit Ton. Einst verbarg am Kreuze sich der Gott in dir, nun verhüllt der Mensch auch sich dem Auge hier. Gläubig sei umfangen, hohe Zwienatur! Wie der Schächer seufz ich nach der ewigen Flur. Ach, mein Thomasauge sieht kein Wundenrot, dennoch ruft mein Glaube: Du, Herr, bist das Brot. Tief und tiefer werde dieser Glaube mein, tiefer laß die Hoffnung, laß die Liebe sein! Heiliges Gedächtnis an des Herren Tod, köstlich uns belebend, du lebendig Brot: Gnädig werde Nahrung meinem Geist du, daß er dein sich freue wonnig immerzu. Du, dem Pelikane gleicher Jesu mein, wasche, der ich unrein, Blutender, mich rein. Dieses Bluts ein Tropfen ist der Welt genug, gnädig tilgt er alle Frevel, die sie trug. Jesus, meinem Auge, bist du hier verhüllt, mein Verlangen betet, daß es einst sich stillt: Unverhüllt erscheine, Glorien-Angesicht, daß ich selig schaue dich in deinem Licht! Amen. |
Dank sei dir, o heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott,
daß du mich ohne all mein Verdienst, aus reiner Gnade und
Erbarmung,
mit dem kostbaren Leibe und Blute deines eingeborenen Sohnes, unseres
Herrn
Jesus Christus, gespeist hast.
Ich bitte dich nun:
Laß mir diese heilige Kommunion nicht zur Schuld und Strafe
gereichen,
sondern eine Quelle der Gnade sein.
Sie sei mir eine Waffenrüstung des Glaubens und ein Schild des
guten Willens;
sie möge
18. Tag:
Gebet der Hl. Gertrud von Helfta (1256-1302)
Lopreis der allerheiligsten Dreifaltigkeit
O Wesen aller Wesen, Leben allen Lebens,
o durchdringender Glanz der ewigen Klarheit, allerheiligste
Dreieinigkeit,
Du gnadenreicher Gott, Du ewige Allmacht und Glückseligkeit, Du
nie versiegender Quell der Barmherzigkeit.
Nimm auf, o allerheiligste Dreifaltigkeit, das Lob meines Mundes,
welches
die Liebe meines Herzens zur Erhöhung Deiner Herrlichkeit mir
eingegeben
hat.
Niemand vermag Dich würdig zu loben.
So opfere ich Dir auf mein Lob in Vereinigung des unaussprechlichen
Lobes und jener Ehren, die in Deiner dreieinigen Gottheit eine Person
der
anderen darbringt und bezeigt.
Ich lege mein armes Herz als ein kleines Weihrauchkörnchen in
das goldene Rauchfaß des edelsten Herzens Jesu Christi, in
welchem
ohne Unterlaß der köstliche Weihrauch der ewigen Liebe zu
Deine
Lobe angezündet wird und zum Thron Deiner Majestät
emporsteigt.
Und für alle Seelen mit allen, die vor Dir stehen, möchte
ich meine Stimme vereinen und nie endend rufen:
Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen!
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, denn Er ist
lob- und preiswürdig in Ewigkeit!
Amen.
Gebet der Hl. Birgitta von Schweden (1303-1373)
Lob sei dir, Herr Gott, der du bist und warst ohne Ende.
Wir sind dein eigen und loben und ehren dich.
Denn du hast uns geschaffen, daß wir uns freuten in dir,
und hast uns dein unaussprechliches Licht gegeben, in dem wir dich
ewig genießen sollen ...
Herr, laß deine Liebe walten über dem Werk deiner
Hände,
dem Menschen!
Du bist allein zu fürchten in deiner unermeßlichen
Allgewalt,
du bist allein zu ersehnen in deiner Liebe,
du bist allein zu lieben in deiner unwandelbaren Stetigkeit.
Darum sollst du gelobt sein ohne Ende.
Gebet der Hl. Katharina von Siena (1347-1380)
Gott, Du bist mein Vater, ich danke Dir,
weil Du das Werk Deiner Hände nicht verachtet hast.
Du hast Dein Gesicht nicht von mir gewandt.
Du bist das Licht.
Du hast über die Finsternis in mir hinweggeschaut.
Du bist das wahre Leben.
Du hast alles Tote in mir übersehen.
Du bist der Arzt.
Du hast Dich von meiner Krankheit nicht abstoßen lassen.
Du bist ewige Reinheit.
Du hast meine vielen Leiden nicht verachtet.
Du bist der Grenzenlose.
Du hast über meine Grenzen hinweggesehen.
Du bist die Weisheit.
Du hast Dich von meiner Torheit nicht abstoßen lassen.
19. Tag
Gebet des Hl. Klaus von (der) Flü(h)e (1417-1487)
Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.
Pater Noster
Vater unser, ewiger Vater der Barmherzigkeit,
du bleibst immer ein lieber, getreuer Vater deinen gläubigen und
gehorsamen Kindern und hast dich selbst zum Diener und Helfer der armen
Menschen auf dieser Erde gemacht:
20. Tag
Hl. Thomas Morus (1478-1535)
Gebet um Humor
Schenke mir eine gute Verdauung, Herr,
und auch etwas zum Verdauen.
Schenke mir Gesundheit des Leibes,
mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu
erhalten.
Schenke mir eine heilige Seele, Herr,
die das im Auge behält, was gut und rein ist,
damit sie im Anblick der Sünde nicht erschrecke,
sondern das Mittel finde, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.
Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist,
die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen,
und laß nicht zu, daß ich mir allzuviel Sorgen mache
um dieses sich breit machende Etwas, das sich "Ich" nennt.
Herr, schenke mir Sinn für Humor,
gib mir die Gnade, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben
und anderen davon mitteile.
21. Tag
Hl. Ignatius von Loyola (1491-1556)
Nimm hin, o Herr, meine ganze Freiheit.
Nimm an mein Gedächtnis, meinen Verstand, meinen ganzen Willen.
Was ich habe und besitze, hast du mir geschenkt.
Ich gebe es dir wieder ganz und gar zurück und überlasse
alles dir,
daß du es lenkst nach deinem Willen.
Nur deine Liebe schenke mir mit deiner Gnade.
Dann bin ich reich genug und suche nichts weiter.
zugeschrieben:
Seele Christi, heilige mich.
Leib Christi, rette mich.
Blut Christi, tränke mich.
Wasser der Seite Christi, wasche mich.
Leiden Christi, stärke mich.
O gütiger Jesus, erhöre mich.
Verbirg in deinen Wunden mich.
Von dir laß nimmer scheiden mich.
Vor dem bösen Feinde beschirme mich.
In meiner Todesstunde rufe mich.
Und heiße zu dir kommen mich,
mit deinen Heiligen zu loben dich,
in deinem Reiche ewiglich.
Amen
zugeschrieben:
Ewiges Wort, eingeborener Sohn Gottes:
Lehre mich die wahre Großmut.
Lehre mich:
22. Tag
Gebete der Hl. Theresa von Avila (1515-1582):
Gepriesen seist du, Herr,
dass du mich so unfähig und nutzlos gemacht hast.
Aber noch mehr preise ich dich, dass du so viele berufen hast, damit
sie uns aufrütteln.
Wir sollten häufig beten für jene, die uns Licht bringen.
Was wären wir ohne sie in diesen stürmischen Zeiten, wie
sie die Kirche gerade durchlebt?
Hat es unter ihnen auch schlechte gegeben, so leuchten die guten doch
um so mehr hervor.
Der Herr möge sie an der Hand nehmen und ihnen helfen, dass sie
uns helfen.
O Herr meiner Seele,
hätte ich doch Worte, um zu beschreiben, was du denen gibst, die
sich dir anvertrauen, und was jene verlieren, die diese Gnade erlangen
und trotzdem nicht von sich selber lassen.
Lass das, o Herr, niemals mit mir geschehen!
Tust du mir doch viel mehr, da du Wohnung nimmst in einer so elenden
Herberge wie meiner.
Sei gepriesen in Ewigkeit.
Herr meiner Seele!
Als Du noch in dieser Welt wandeltest, hast Du den Frauen immer deine
besondere Zuneigung bewiesen.
Fandest Du doch in ihnen nicht weniger Liebe und Glauben als bei den
Männern.
Auch befand sich ja unter ihnen deine Heilige Mutter, deren Verdienste
uns zukommen und deren Habe wir tragen.
Die Welt irrt, wenn sie von uns verlangt, dass wir nicht
öffentlich
für Dich wirken dürfen, noch Wahrheiten aussprechen, um
derentwillen
wir im Geheimen weinen, und dass Du, Herr, unsere gerechten Bitten
nicht
erhören würdest.
Ich glaube das nicht, Herr, denn ich kenne deine Güte und
Gerechtigkeit,
der Du kein Richter bist wie die Richter dieser Welt, die Kinder Adams;
kurz, nichts als Männer, die meinen, jede gute Fähigkeit bei
einer Frau verdächtigen zu müssen.
Aber es wird der Tag kommen, mein König, wo dieses alles bekannt
wird.
Ich spreche hier nicht für mich selbst, denn die Welt kennt meine
Schwachheit, und das ist mir lieb.
Aber ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten
begabte Geister zurückstößt, nur weil es sich um Frauen
handelt.
23. Tag
Gebet des Hl. Philipp Neri (1515-1595)
Ich möchte dir dienen, und ich finde den Weg nicht.
Ich möchte das Gute tun, und ich finde den Weg nicht.
Ich möchte dich finden, und finde den Weg nicht.
Ich möchte dich lieben, und ich finde den Weg nicht.
Ich kenne dich noch nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche.
Ich suche dich und ich finde dich nicht.
Komm zu mir, mein Jesus.
Ich werde dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus.
Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst, mein Jesus.
Jesus sei mir Jesus.
Gebet des Hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591)
Du nimmst mir ja nicht weg, mein Gott, was du mir in deinem einzigen
Sohn Jesus Christus einmal gegeben hast;
und in ihm hast du mir alles gegeben, was ich mir überhaupt
wünschen
kann.
Gebete des Hl. Franz von Sales (1567-1622)
24. Tag
Heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria, mein heiliger Engel und ihr
lieben Heiligen des himmlischen Reiches,
legt Fürsprache für mich ein, damit ich Gottes Huld an mir
erfahre. Helft mir gut sein.
Glorreicher hl. Josef, Bräutigam Mariens, nimm uns unter deinen
väterlichen Schutz; wir beschwören dich darum durch das
Heiligste
Herz Jesu.
O du, dessen Macht sich auf all unsere Bedürfnisse (Nöte)
erstreckt und
der du das Unmögliche möglich machen kannst (der du
möglich
zu machen weißt, was unmöglich zu sein scheint),
wende deine väterlichen Augen auf die Interessen deiner Kinder,
und nimm dich ihrer an. (Schaue mit deinen väterlichen Augen auf
die
Anliegen deiner Kinder.)
In der Not und Bedrängnis, die uns bedrücken, eilen wir mit
Vertrauen zu dir.
Würdige dich, die Leitung dieser wichtigen und schwierigen
Angelegenheiten,
die uns beunruhigen und bedrücken, mit väterlicher Güte
selbst zu übernehmen.
Mache, daß der glückliche Ausgang derselben zu deiner Ehre
und zu unserem Besten gereichen möge.
Amen.
Ich weihe und übergebe der allerheiligsten Dreifaltigkeit alles was in mir ist; mein Gedächtnis und mein Tun Gott dem Vater, meinen Verstand und meine Worte Gottes Sohn, meinen Willen und mein Denken Gott dem Heiligen Geiste, mein Herz, meinen Leib, meinen Zunge, meine Sinne und all meine Leiden der hochheiligen Menschheit Jesu Christi. Amen.
26. Tag
Gebet des Hl. Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars (1786-1859)
Mariengebet
O Mutter Jesu,
durch Deine unermeßlichen Schmerzen im Leiden und Sterben Deines
göttlichen Sohnes und um der bitteren Tränen willen die Du
vergossen
hast, bitte ich Dich:
Opfere den heiligen, mit Wunden und Blut bedeckten Leib unseres
göttlichen
Erlösers in Vereinigung mit Deinen Schmerzen und Tränen dem
himmlischen
Vater auf zur Rettung der Seelen und um die Gnade zu erlangen, um die
ich
Dich anflehe.
Jesus, Maria, ich liebe Euch, rettet Seelen!
Gebet des Hl. Pius X. (1835-1914)
Jungfräulicher Vater Jesu reinster Bräutigam Mariä,
Sankt Joseph, bitte Tag für Tag für uns bei Jesus, dem Sohne
Gottes!
Seine Kraft und Gnade soll uns stärken, daß wir siegreich
streiten im Leben und die Krone von Ihm erhalten im Sterben.
Heiligstes Herz Jesu,
gieße in reicher Fülle Deinen Segen aus über die
heilige
Kirche, über den Papst und den ganzen Priesterstand!
Gib den Gerechten die Gnade der Beharrlichkeit, den Sündern die
Gnade der Bekehrung, den Ungläubigen das Licht des Glaubens!
Segne unsere Verwandten, Freunde und Wohltäter, stehe den
Sterbenden
zur Seite und befreie die Seelen aus dem Fegefeuer!
Breite über alle Herzen die süße Herrschaft Deiner
Liebe aus!
Amen.
Gebet des Papstes Benedikt XV. (1854-1922)
Heiligstes Herz Jesu, Quelle alles Guten,
ich bete Dich an, ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe
Dich und bereue alle meine Sünden.
Dir schenke ich dieses mein armes Herz, mache es demütig,
geduldig,
rein und in allen Deinen Wünschen entsprechend.
Gib o guter Jesu, daß ich in Dir lebe und Du in mir lebst.
Beschütze mich in Gefahren, tröste mich in
Trübsal
und Betrübnissen.
Gewähre mir die Gesundheit des Leibes und der Seele, Deinen Segen
für alle meine Werke und die Gnade eines heiligen Todes.
Amen.
Gebete der Hl. Mirijam von Abellin (1846-1879)
Heiliger Geist beseele mich.
Gottes Lieb´ verzehre mich.
Den Weg der Wahrheit führe mich.
Maria Mutter schau auf mich.
Mit Deinem Jesus segne mich.
Vor aller Täuschung und Gefahr,
vor allem Übel mich bewahr.
Amen.
28. Tag:
Nichts kann mich erschrecken, mein Jesus, weder Regen noch Wind.
Und wenn die dunklen Wolken niedersinken, um Dich vor meinem Blick
zu verbergen, werde ich mich nicht fürchten und weggehen.
Ich weiß, dass über den Wolken die Sonne Deiner Liebe
für
immer scheint und ihre Pracht keinen einzigen Augenblick
ausgelöscht
werden kann.
Wir leben in einem Jahrhundert der Erfindungen.
Man braucht nicht mehr die Treppen hinaufzusteigen, denn in den
Häusern
der Reichen sind sie bequem durch einen Lift ersetzt.
Auch ich will einen Lift finden, der mich zu Dir, Jesus, empor tragen
kann.
Denn ich bin zu klein, um die steilen Treppen der Vollkommenheit
hinaufzusteigen.
Der Lift, der mich zum Himmel hinauftragen soll, sind Deine Arme, mein
Jesus.
| In deinem bitteren Leiden wurdest du, lieber Jesus der Spott
der Menschen,
der Mann der Schmerzen.
Ich verehre dein göttliches Antlitz. Einst strahlte daraus göttliche Schönheit und Anmut, jetzt gleicht es dem Antlitz eines Aussätzigen. Doch auch in den entstellten Zügen erkenne ich deine
unendliche
Liebe.
Ich bitte dich:
|
O Jesus, der Du in Deinem grausamen Leiden "der Leute Spott"
und "der
Mann der Schmerzen" wurdest,
ich verehre Dein göttliches Antlitz, auf dem die Schönheit und die Milde der Gottheit erglänzen, und das jetzt für mich das Antlitz eines "Aussätzigen" (Is 53,4) geworden ist. Unter diesen Zügen jedoch erkenne ich Deine unendliche Liebe, und ich brenne vor Verlangen, Dich zu lieben und dazu beizutragen, daß Du von allen Menschen geliebt wirst. Die Tränen, die Deinen Augen so überreich entströmten, erscheinen mir wie kostbare Perlen, die ich sammeln will, um mit ihrem unendlichen Wert die Seelen der armen Sünder zu erkaufen. O Jesus, dessen Antlitz die einzige Schönheit ist, die mein Herz entzückt, ich will gerne hienieden auf die Süßigkeit Deines Blickes, auf den unaussprechlichen Kuß Deines Mundes verzichten, aber ich flehe zu Dir: Drücke Dein göttliches Bild in mein Herz ein und entflamme mich mit Deiner Liebe, damit ich mich schnell verzehre und schon bald dahin gelange, Dein glorreiches Antlitz im Himmel zu schauen. Amen. |
Gebete der Hl. Schwester Faustine (1905-1938)
30. Tag
O Jesus, Ewige Wahrheit, stärke meine schwachen Kräfte.
Du, Herr, vermagst alles.
Ich weiß, daß meine Anstrengungen ohne Dich nichts sind.
O Jesus, verberge Dich nicht vor mir, denn ich kann ohne Dich nicht
leben.
Erhöre das Rufen meiner Seele.
Deine Barmherzigkeit, Herr, ist nicht erschöpft, so erbarme Dich
über mein Elend.
Deine Barmherzigkeit übersteigt den Verstand der Engel und
Menschen
zusammen,
und obgleich es mir scheint, daß Du mich nicht hörst, habe
ich mein Vertrauen ins Meer Deiner Barmherzigkeit versenkt,
und ich weiß, daß mein Vertrauen nicht enttäuscht
wird.
Amen.
O Gott der Barmherzigkeit, Du unendliche Güte!
Heute ruft die ganze Menschheit aus dem Abgrund ihres Elends zu Dir,
zu Deinem Erbarmen.
O Gott, sie ruft mit der gewaltigen Stimme ihrer Not.
Guter Gott, verschmähe nicht das Gebet der Verbannten dieser Erde.
O Herr, unbegreifliche Güte,
Du kennst unser Elend ganz und gar und weißt, daß wir nicht
imstande sind, uns aus eigener Kraft zu Dir zu erheben.
Deshalb bitten wir Dich,
komme uns mit Deiner Gnade zuvor und vervielfache stets Deine
Barmherzigkeit
in uns,
damit wir Deinen heiligen Willen treu erfüllen im ganzen Leben
und in der Stunde des Todes.
Möge uns die Allmacht Deiner Barmherzigkeit vor den Angriffen
der Feinde unserer Erlösung beschirmen,
damit wir mit kindlichem Vertrauen auf Dein entgültiges Kommen
warten.
Dieser Tag ist allein Dir bekannt,
doch wir erhoffen, daß wir alles erhalten werden, was uns Jesus
versprochen hat
- denn Jesus ist unser Vertrauen -
dann schreiten wir durch Sein barmherziges Herz wie durch ein
geöffnetes
Tor in den Himmel hinein.
Amen.
Ich möchte mich ganz in Deine Barmherzigkeit umwandeln, um so
ein
lebendiges Abbild von Dir zu sein, o Herr, möge diese
größte
Eigenschaft Gottes, seine unergründliche Barmherzigkeit, durch
mein
Herz und meine Seele hindurch zu meinen Nächsten gelangen.
Hilf mir, o Herr, daß meine Augen barmherzig schauen , daß
ich niemals nach äußerem Anschein verdächtige und
richte,
sondern wahrnehme, was schön ist in den Seelen meiner
Nächsten
und ihnen zu Hilfe komme.
Hilf mir, daß mein Gehör barmherzig wird, damit ich mich
den Bedürfnissen meiner Nächsten zuneige, daß meine
Ohren
nicht gleichgültig bleiben für Leid und Klagen der
Nächsten.
Hilf mir, Herr, daß meine Zunge barmherzig wird, daß ich
niemals über meinen Nächsten abfällig rede, sondern
für
jeden ein Wort des Trostes und der Vergebung habe.
Hilf mir, Herr, daß meine Hände barmherzig und voll guter
Taten sind, damit ich meinem Nächsten nur Gutes tue und
schwiergere,
mühevollere Arbeit auf mich nehme.
Hilf mir, Herr, daß meine Füße barmherzig sind,
daß
sie meinen Nächsten immer zu Hilfe eilen und die eigene Mattheit
und
Ermüdung beherrschen. Meine wahre Rast ist im Dienst am
Nächsten.
Hilf mir, Herr, daß mein Herz barmherzig ist, auf daß ich
alle Leiden der Nächsten empfinde, daß ich niemandem mein
Herz
versage, aufrichtigen Umgang auch mit denen pflege, von denen ich
weiß,
daß sie meine Güte mißbrauchen werden; ich selbst
werde
mich im barmherzigsten Herzen Jesu verschließen. Über eigene
Leiden will ich schweigen. Deine Barmherzigkeit, o mein Herr, soll in
mir
ausruhen (...).
O mein Jesus, verwandle mich in Dich, denn Du vermagst alles. (163)
31. Tag
Gebet des Sel. Pater Rupert Mayer SJ (1876-1945)
Herr, wie Du willst, soll mir gescheh´n,
und wie Du willst, so will ich geh´n,
hilf Deinen Willen nur versteh´n.
Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit;
und wann Du willst, bin ich bereit,
heut und in alle Ewigkeit.
Herr, was Du willst, das nehm´ ich hin,
und was Du willst, ist mir Gewinn;
genug, daß ich Dein Eigen bin.
Herr, weil Du´s willst, drum ist es gut;
und weil Du´s willst, drum hab´ ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht!
Laß blind mich, Herr, die Wege gehn, die Deine sind.
Will Deine Führung nicht verstehn, bin ja Dein Kind.
Bist Vater der Weisheit, auch Vater mir.
Führst durch Nacht Du auch, führst doch zu Dir!
Herr, laß geschehn, was Du willst: Ich bin bereit!
Auch wenn Du nie mein Leben stillst in dieser Zeit.
Bist ja der Herr der Zeit: Das Wann ist Dein.
Dein ew´ges Jetzt, einst wird es mein!
Mach alles wahr, wie Du es planst in Deinem Rat.
Wenn still Du dann zum Opfer mahnst, hilf auch zur Tat!
Segne die Herzen, Herr, die bitteren.
Vor allem gib den Kranken Linderung.
Lehr die vergessen, denen du das Liebste hast genommen.
Laß auf der ganzen Erde niemand in Seelennot.
Segne die Frohen, Herr, bewahre sie.
Von mir nahmst du noch nie die Traurigkeit.
Sie lastet manchmal schwer auf mir.
Doch gibst du Kraft, so trag ich sie.
34. Tag
Gebet des Hl. Maximilian Kolbe (1894-1941)
Marienweihe:
Das Leben, jeder Augenblick, der Tod, wo, wann und wie er mich trifft,
die ganze Ewigkeit, alles ist Dein, Immaculata.
Nimm alles in Deine Hände, wie es Dir gefällt. ...
35. Tag
Vater im Himmel,
Lob und Dank sei dir für die Ruhe der Nacht;
Lob und Dank sei dir für den neuen Tag;
Lob und Dank sei dir für alle deine Liebe und Güte und Treue
in meinem Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen;
laß mich auch das Schwere aus deiner Hand annehmen.
Du wirst mir aber nicht mehr auferlegen, als ich tragen kann.
Du läßt deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen.
Gott, zu dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu dir;
ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld;
ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für
mich.
Herr, mein Gott,
ich danke dir, daß du diesen Tag zu Ende gebracht hast.
Ich danke dir, daß du Leib und Seele zur Ruhe kommen
ließest.
Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt.
Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages
und hilf, daß ich allen vergebe, die mir Unrecht getan haben.
Laß mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen
und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.
Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.
Gott, dein heiliger Name sei gelobt.
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last,
ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das Du uns bereitet hast.
Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
36.Tag
Gebete von Mohammed (um 570-632)
O Gott, der Du die Herrschaft inne hast,
Du gibst die Herrschaft, wem Du willst, und Du entreißest die
Herrschaft, wem Du willst.
Du machst mächtig, wen Du willst, und Du demütigst, wen Du
willst.
In Deiner Hand liegt das Gute.
Wahrlich, Du bist der Allmächtige.
Nach der Nacht führst Du den Tag herauf, und nach dem Tage die
Nacht.
Leben läßt Du aus dem Tod entstehen, Tod aus dem Leben.
Du versorgst, wen Du willst, ohne Abrechnung abzuhalten.
O Gott, ich bitte Dich
Ich bitte Dich bei Deiner Macht, ich bitte Dich um Gnade; denn
siehe:
Du bist mächtig, ich bin unmächtig.
Du bist wissend, ich bin unwissend...
Du bist der Herr und ich bin Dein Diener.
Verzeihe mir meine Sünden alle; denn siehe:
Es verzeiht keiner die Sünden außer Dir.
Und führe mich zu den besten Sitten; denn siehe:
Es führt keiner zu den besten Sitten außer Dir.
Entferne von mir die bösen Sitten; denn siehe:
Es entfernt keiner die Bösen Sitten außer Dir;
alles Gute ist in Deiner Hand ...
Das Lob sei Gott, dem Herrn der Welten, dem Erbarmer, dem
Barmherzigen,
dem König des Tages des Gerichtes!
Dich beten wir an und Dich bitten wir um Hilfe.
Führe uns die gerade Straße, die Straße derer, denen
Du Gunst erwiesen hast,
nicht der dem Zorn Verfallenen und nicht der Irrenden.
Gebete von Mahatma Gandhi
Du bist barmherzig, ich bin im Elend.
Du bist der Gebende, ich bin ein Bettler,
ich bin ein Sünder, Du vergibst Berge von Sünden;
Du bist die Hilfe der Hilflosen, und wer kann so hilflos sein wie ich?
Es gibt keinen so Betrübten wie mich, es gibt keinen Erretter
außer Dir.
Du bist der Schöpfer, ich bin ein winziges Geschöpf;
Du bist der Herr, ich bin der Sklave;
Du bist Vater, Bruder, Lehrer, Freund, alles in einem für mich;
wenn ich nur den Glauben habe, weiß ich, daß viel zwischen
Dir und mir ist.
Die Heiligen Schriften weisen uns an, unsere Freunde bei denen guten
Herzens zu suchen,
aber mein Stolz, meine Leidenschaft, meine Eifersucht entfernten mich
von ihnen.
Immer vergnüge ich mich an dem, das mich ins Elend bringt.
Nun sag mir, Herr, wie kann ich von diesem Elend erlöst werden?
Ich werde nur gerettet, wenn Du Erbarmen mit mir hast;
Tulsi - das hat keine andere Hoffnung;
wie lange soll er in diesem Sumpf verharren?
Gott, mein Freund, ich bitte Dich um diese Gnade:
Vergiß mich nicht.
Ich bin schwach von Geist, weiß nichts, noch zeige ich Liebe
für Dich.
Du verläßt niemanden, den Du unter Deinen Schutz genommen
hast.
Ich weiß, ich habe kein Verdienst, das ich Dir rühmen
könnte,
im Gegenteil, ich habe schreckliche Mängel.
Wenn Du, der meine Mängel kennt, mich aufgäbest, wäre
ich verloren.
Aber ich trage die sichere Zuversicht in mir, daß Du mich nicht
verläßt.
Seit jeher schaust Du nicht auf die Gebrechen Deiner Diener.
Du bist der Freund der Armen, Du bist gütig.
Ich bete Dich an.
Ich suche Zuflucht bei Dir.
Ich besitze weder Vermögen noch Kraft noch Klugheit.
Mein einziger Glauben ist in der Berührung Deiner Füße,
o Herr.
Ich bin nichts als ein schwaches Kind, das Deinen Schutz sucht.
O Herr, vergiß mich nicht, der ich so hilflos bin.
38. Tag
Gebet des Sel. Johannes XXIII (1881-1963)
Heiliger Geist,
vervollständige in uns das Werk, das Jesus begonnen hat!
Gib unserem Apostolat Begeisterung, damit es alle Menschen und
Völker
erreicht, denn alle Menschen sind erlöst durch das Blut Christi.
Gib uns heilige Demut, wahre Gottesfurcht und hochherzigen Mut.
Kein irdisches Band soll uns hindern, unserer Berufung zu folgen;
kein Eigeninteresse, keine Trägheit soll uns davon abhalten, uns
einzusetzen für Gerechtigkeit;
keine Berechnung soll die unendliche Weite deiner Liebe in die Enge
unserer kleinen Selbstsucht zwängen!
Möge alles an uns groß sein:
die Suche und die Verehrung der Wahrheit,
die Bereitschaft zum Opfer bis hin zu Kreuz und Tod!
Und alles möge dem letzten Gebet des Sohnes an den himmlischen
Vater entsprechen, der Einheit, die er durch dich, Heiliger Geist der
Liebe,
der Kirche und ihren Einrichtungen, den einzelnen Menschen und den
Völkern
schenken wollte.
39. Tag
O Herr,
du hast uns gesagt, dass unser Vater im Himmel für uns sorgen
wird, so wie er für die Lilien auf dem Felde und die Vögel
unter
dem Himmel sorgt.
Du, der nicht einmal einen Platz hatte, wohin er sein müdes Haupt
legen konnte, sei unser Lehrer.
Lehre uns, auf Gottes Vorsehung zu vertrauen und hilf uns, unsere
menschliche
Habgier zu überwinden.
Habgier hat nie jemanden glücklich gemacht.
Gib uns die Kraft, uns dir ganz zu ergeben, damit wir ein Werkzeug
sein können, deinen Willen zu erfüllen.
Segne den Gebrauch des Geldes in der Welt, damit die Hungernden
gespeist,
die Nackten gekleidet, die Armen beherbergt und die Kranken gepflegt
werden
können.
Und Herr, gib uns deinen Heiligen Geist, damit wir durch den Glauben,
den du uns verleihst, klar erkennen, dass wir alle vor dir mehr gelten
als jede schöne Lilie oder jede singende Lerche in der Luft.
Lieber Herr,
Du hast mir Mut gegeben aus dem Vertrauen, daß Du mich annimmst.
Laß mich alle Unerwünschten so lieben, wie Du mich liebst.
Gib uns Anteil am Reichtum Deiner Liebe, dann werden wir auch einander
annehmen.
Gepriesen seist du, Herr,
der meinem Leben so viel Freude gebracht hat.
Ich lächle, wenn ich den Reichtum deiner Segnungen sehe.
Meine Augen lächeln, wenn ich sehe, wie hungernde Kinder
gesättigt
werden.
Mein alter Mund lächelt, wenn ich sehe, wie Menschen begreifen,
daß sie von dir gebraucht werden.
Oft, Herr, lache ich aus vollem Herzen gemeinsam mit den Schwestern,
wenn wir sehen, was du wirklich bist.
Und täglich lachen wir mit der Freude, die du uns gibst, wenn
wir dir unser Loblied singen.
Dank dir für dieses wunderbare, fröhliche Lachen, Herr.
Amen.
Liebster Herr.
Werde ich dich, verkörpert in deinen Kranken, heute und jeden
Tag sehen, und, während ich sie pflege, deine Schmerzen lindern.
Wenn du dich auch verbirgst unter dem abstoßenden Mantel des
Gereizten, des Fordernden, des Unvernünftigen, darf ich dich doch
erkennen und sagen: "Jesus, mein Patient, wie süß ist's dir
zu dienen."
Herr, gib mir einen sehenden Glauben, dann wird meine Arbeit nie zur
Plage, und ich werde neue Freude finden, im Eingehen auf Launen, im
Erfüllen
der Wünsche aller armen Leidenden.
Ihr geliebten Kranken, wie seid ihr mir doppelt teuer, da ihr Christus
mir verkörpert; und welch große Gnade ist es mir, euch
pflegen
zu dürfen.
Liebster Herr, lass mich die Würde meiner hohen Berufung einsehen,
mit all ihren Verpflichtungen.
Lass nie zu, dass ich ihrer unwürdig werde, indem ich in
Kälte
verfalle, in Unfreundlichkeit oder in Ungeduld.
Und, oh Herr, da du Jesus bist, mein Patient, sei gnädig auch
mein geduldiger Jesus, verzeih mir meine Fehler und schau nur auf
meinen
Willen, der sich darauf richtet, dich zu lieben, dir zu dienen, in der
Person eines jeden Kranken.
Herr, stärke meinen Glauben, segne mein Tun und meine Arbeit,
jetzt und immer.
Mach uns würdig Herr, unsern Mitmenschen in der ganzen Welt,
die
in Hunger und Armut leben und sterben zu dienen.
Gib ihnen durch unsere Hand heute ihr tägliches Brot und durch
unser Verstehen Liebe, Friede und Freude. -
Laß jede Schwester in der Person des Armen Jesus Christus sehen.
Je abstoßender die Arbeit oder Person sind, desto
größer
müssen auch ihr Glaube, ihre Liebe und ihre freudige Hingabe sein,
wenn sie unserm Herrn in dieser jammervollen Verkleidung dient.
41. Tag
Die einfachen Dinge sind die größten - und darum auch am
schwersten zu bewältigen! Was sind die einfachen Dinge?
Leben, ohne zu zweifeln.
Lieben, immer wieder lieben, auch wenn diese Liebe nicht erwidert wird.
Anfangen, stets von neuem anfangen, auch im Alter sich nicht zu
schämen,
abermals zu beginnen.
Die Dinge sehen wie sie sind. Ohne Vorurteile, ohne Spott, ohne
Haß.
Sie sehen wie sie sind heißt doch unter anderem auch, sie
annehmen,
sie lieben lernen.
Herr, mit dem Alter wächst das Verständnis für die
einfachen
Dinge.
Mit dem Altwerden sollte auch unsere Einsicht wachsen,
daß die einfachen Dinge die wahrhaft wichtigen sind;
daß einfache Menschen große Menschen sind;
daß alles Große sich im Kleinen und Einfachen einfangen
läßt.
`Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...´, sagte Dein Sohn zu
seinen Landsleuten.
Wenn wir nicht werden wie die Kinder kindlich einfach, kindlich
gläubig,
kindlich wahr,
warten wir vergebens auf den Anbruch Deines Reiches.
Du bist groß, o Herr, und Deiner Herrlichkeit ist kein
Maß.
Alles bist Du. Alles vermagst Du.
Unendlichen Lebens voll, bedarfst Du keines Dings, sondern ruhest in
ewiger Freiheit.
Deine Macht ist aber nicht nur Kraft, sondern Wahrheit und
Gerechtigkeit.
Deine Herrlichkeit ist nicht nur Gewalt, sondern Reinheit und
Güte.
Und Dein Sein ist nicht nur Wirklichkeit, sondern heiliger Sinn.
Du bist so viel wahr, als Du seiend bist;
(Du bist) so viel gerecht, als Du mächtig bist;
(Du bist) so viel gütig, als Du stark bist;
und Deine Wirklichkeit, o Herr, vor der die unsere verweht, ist mit
Deiner Heiligkeit ganz eins, o ewiges Licht.
So bist Du, "der Herr, Gott, der Allherrscher, der da ist und der da
war", und "würdig, den Lobpreis zu empfangen und die Ehre und die
Macht".
Lehre mich, das Geheimnis Deiner Hoheit zu erkennen.
Laß mich inne werden, daß im Neigen vor Dir mein Wesen
sich erfüllt.
So viel mir das aufgeht, bin ich in der Wahrheit.
So viel ich das tue, bin ich heil.
In Deiner Anbetung, ewiger Gott, bin ich geborgen;
und mein Leben verliert sich in Trug und Verwirrung, wenn ich das
vergesse.
Schenke uns, o Herr, die Freude an Deiner Herrlichkeit.
Wenn wir sie haben, sind wir reich.
"Wir loben Dich, wir preisen Dich, wir beten Dich an, wir sagen Dir
Dank ob Deiner großen Herrlichkeit" -
so lehrt uns die Kirche zu sprechen: gib uns die Gnade, es in der
Freude
des Herzens zu tun.
Amen.
Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand.
So ist es und so soll es sein.
Das ist meine Wahrheit und meine Freude.
Immerfort blickt Dein Auge mich an,
und ich lebe aus Deinem Blick,
Du mein Schöpfer und mein Heil.
Lehre mich in der Stille Deiner Gegenwart,
das Geheimnis zu verstehen, das ich bin.
Und das ich bin durch Dich und vor Dir und für dich.
(aus dem Schriftlesungskalender "365mal Gottes Wort" 1991,
Frankfurt, Verlag der action 365, 1991)
In unserem dahingehenden Leben, o Herr, ahnen wir Deine stille
Ewigkeit.
Die Dinge beginnen, und haben ihre Zeit, und enden.
Im Anfang des Tages fühlen wir voraus, wie er im Abend sinken
wird.
In jedem Glück mahnt schon das kommende Leid.
Wir bauen unser Haus und schaffen unser Werk und wissen, daß
es zerfallen muß.
Du aber, o Herr, lebst, und keine Vergänglichkeit rührt an
Dich.
Du, Jesus Christus, bist zu uns gekommen und hast uns Kunde gebracht
von dem, `was kein Auge gesehen hat, und kein Ohr vernommen, und was in
keines Menschen Herz gedrungen ist´.
Wenn die Zeit vollendet ist, soll dort auch meine Heimat sein.
Mache mich dessen gewiß.
Laß das Verlangen dorthin in meinem Herzen nie sterben, damit
ich im Wandel des Lebens dessen inne bleibe, was allem Leben erst
Maß
und Sinn gibt.
(Aus dem Bändchen "Theologische Gebete" mit Texten von Romano
Guardini, Verlag J. Knecht, 204 Seiten, 12,80 DM)
Herr, lehre uns beten.
Jesus Christus, einst sind deine Jünger zu dir gekommen und haben
verlangt: "Herr, lehre uns beten."
Lehre mich einsehen, daß ohne Gebet mein Inneres verkümmert
und mein Leben Halt und Kraft verliert.
Nimm das Gerede von Erlebnis und Bedürfnis weg, hinter welchem
sich Trägheit und Auflehnung verbirgt.
Gib mir Ernst und festen Entschluß, und hilf mir, durch
Überwindung
zu lernen, was zum Heil nottut.
Führe mich aber auch in deine heilige Gegenwart.
Lehre mich zu dir sprechen im Ernst der Wahrheit und in der Innigkeit
der Liebe.
Bei dir steht es, mir die innere Fülle des Gebetes zu
gewähren,
und ich bitte dich, gib sie mir zur rechten Zeit.
Zuerst aber ist das Gebet Gehorsam und Dienst: erleuchte mich,
daß
ich den Dienst in Treue tue.