Helmut Zenz:
Franz Hitze, Lorenz Werthmann -
Heinrich Weber und Benedict Kreutz
im Internet
Franz Hitze (1851-1921)
katholischer Sozialtheoretiker und Sozialpolitiker
Lorenz Werthmann (1858-1921)
1. Präsident des Deutschen Caritasverbandes
Heinrich Weber (1888-1946)
Sozialethiker und Caritaswissenschaftler
Benedict Kreutz (1879-1949)
2. Präsident des deutschen Caritasverbandes
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Biographie von Franz Hitze (nach Friedrich Wilhelm
Bautz, BBKL)
Quelle: http://www.unitas.org/images/hitze.jpg
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* 16.3. 1851 in Hanemicke Kreis Olpe (Sauerland),
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Hitze beschäftigte sich schon als Schüler mit Kettelers Werken
und sozial engagierten Zeitschriften.
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Schüler des Gymnasiums Theodorianum
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1872-1877 Studium der Theologie und Philosophie in Würzburg; weiterhin
Befassung mit sozialen Problemen.
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1874 Sein Freund Aloys Schäfer gründet Unitaskorporation in Würzburg;
dort hielt Hitze seine ersten Vorträge zur sozialen Frage mit den
Titeln: »Die soziale Frage und der moderne Sozialismus in Deutschland
mit besonderer Berücksichtigung des christlichen«. Damit
begann Hitzes Entwicklung zu einem der bedeutendsten katholischen Sozialtheoretiker
und -politiker.
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1878 Priesterweihe in Paderborn; Vertiefung seiner Bildung durch einen
zweijährigen Aufenthalt im Studienhaus des Campo Santo in Rom.
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1878-1880 Begegnungen mit Lorenz Wertheim in Rom
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1880 erschienen seine Werke »Quintessenz der sozialen Frage«
und »Kapital und Arbeit und die Reorganisation der Gesellschaft«.
Hitze setzte sich darin mit dem Werk Marx' und der Kritik Karl von Vogelsangs
am Wirtschaftsliberalismus auseinander. Im Anschluß an Vogelsang
forderte er eine Überwindung des schrankenlosen Individualismus und
Liberalismus durch eine Reorganisation der wirtschaftlichen Berufsstände
in Anlehnung an das Mittelalter, aber in Anpassung an die Gegenwart durch
demokratische Gleichberechtigung der Stände. Im Sinne eines genossenschaftlichen
Sozialismus forderte er die Umwandlung von Fabriken in Produktivassoziationen.
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1880 Generalsekretär des katholischen Unternehmerverbandes »Arbeiterwohl«
in Mönchengladbach, der einem Aufruf des Aachener Katholikentages
von 1879 folgend gegründet worden war. In dieser Eigenschaft machte
Hitze hauptsächlich praktische Vorschläge zur Verständigung
von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, forderte die Sozialversicherung und
den gesetzlichen Arbeiterschutz, die Beteiligung der Arbeiter am wirtschaftlichen
Produktivitätsfortschritt. Hitze folgte so teilweise einer allgemeinen
Wandlung im deutschen Katholizismus von der Forderung einer grundlegenden
Sozial- und Gesellschaftsreform zum Konzept partieller Sozialpolitik auf
dem Boden der bestehenden Verhältnisse, wie dieses durch Georg Freiherr
von Hertling propagiert wurde. Hitze trat nicht nur für eine systematische
staatliche Arbeiterwohlfahrtspolitik ein, sondern befürwortete die
Selbstorganisation der Arbeiter in Gewerkschaften, weil nur diese gewährleisten
könnten, daß die Arbeiter sich ihren Anteil am Produktivitätszuwachs
sichern könnten und die schwache Position des individuellen Arbeitnehmers
gegenüber dem Arbeitgeber durch den kollektiven Arbeitsvertrag gestärkt
werden könne.
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achtziger Jahre: Hitze wird zum maßgebenden sozialpolitischen Fachreferenten
der Zentrumsfraktion
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1882-1893 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.
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1884-1912 Mitglied des Reichstages
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1888 Joseph Mausbach, Religionslehrer am Gymnasium in Mönchengladbach,
betätigt sich im katholischen Vereinsleben und erhält dabei »sozialethische«
Anregungen von dem Sozialpolitiker Franz Hitze, mit dem er sich befreundete.
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1890 Mitgründer des von Ludwig Windhorst initiierten »Volksvereins
für das katholische Deutschland«, dessen erster Vorsitzender
Franz Brandts und dessen Vizepräsident Carl Trimbon wird.
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1892 Hitzes Freund Joseph Mausbach wird von Friedrich Theodor Althoff auf
eine Professur für Moraltheologie und Apologetik an der Akademie Münster
berufen.
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1893 Vorübergehendes Ausscheiden aus dem Preußischen Abgeordnetenhaus
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Am 13. April 1893 außerordentlicher Professor für christliche
Gesellschaftslehre an der theologischen Fakultät an der Akademie in
Münster. Der Kultusministeralbeamte Friedrich Theodor Althoff hat
den nicht graduierten, sondern vorher nur ehrenhalber promovierten katholischen
Sozialpolitiker Franz Hitze als Extraordinarius auf den soeben errichteten
ersten Lehrstuhl für christliche Gesellschaftslehre in Münster
berufen. Sein Lehrstuhl blieb in Deutschland für lange Zeit der einzige
in seiner Art. In den gut besuchten Vorlesungen thematisierte Hitze vor
allem praktische Fragen der Arbeiter- und Sozialpolitik. Gegen seinen Münsteraner
Kollegen Peter Hüls, der das Konzept rein katholischer Arbeiterorganisationen
unter der Leitung der kirchlichen Hierarchie vertrat, befürwortete
Hitze im sogenannten Gewerkschaftsstreit eindeutig interkonfessionelle
Gewerkschaften.
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ca. 1895 Im Ehrenrat des Gewerkvereins traf Heinrich auf Franz Hitze, mit
dem ihm von nun an eine tiefe Freundschaft verband.
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1896 Gleich im ersten Jahrgang der neugegründeten Zeitschrift ‘Caritas’
veröffentlichte er einen Beitrag über die ‘Organisation der Katholischen
Caritas’.
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1897 Franz Hitze beteiligt sich an der Gründung des "Charitasvereins"
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1898-1912 erneut Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses
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1900 Als Vorstandmitglied des Volksvereins veranlasste Franz Hitze, dass
der gesundheitlich zusammengebrochene Heinrich Brauns zum wiss. Mitarb.
an die Zentralstelle in Mönchengladbach werden konnte.
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1901 Gründung der "Gesellschaft für soziale Reform" durch Freiherr
von Berlepsch. Hitze ist Vorstandsmitglied
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1903 Die Akademie Münster wird zur Universität
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1918/19 Franz Hitze berät Joseph Mausbach bei dessen Mitwirkung am
Verfassungsausschuss für die Weimarer Verfassung. Zusammen mit Heinrich
Brauns übte er großen Einfluß bei der Formulierung der
»soz. Artikel« der Weimarer Verfassung aus.
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Mitbegründer der Zeitschrift Soziale Praxis
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Am Ende seines Lebens kehrt er zu der Zielvorstellung einer berufsständischen
Reorganisation der Gesellschaft zurück.
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† 20.7. 1921 in Bad Nauheim.
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(Fünf Tage später stirbt sein lanjähriger Weggefährte
und Freund, der Zentrums-Abgeordnete im Preußischen Abgeordnetenhaus
(1896-1918) und im Reichstag (1896-1921) Carl Trimbon (* 2.12. 1854 Köln,
+ 25.7. 1921 Bonn), der sich ebenfalls der Sozialpolitik verschrieben hatte.
Dieser wurde 1890 mit Unterstützung Ludwig Windhorsts zum 2. Vorsitzenden
des Volksvereins und 1914 1. Vorsitzender.)
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Primärliteratur:
-
Die sociale Frage und die Bestrebungen zu ihrer Lösung. Paderborn,
1877;
-
Die Quintessenz (Quintessens) der socialen Frage. Paderborn, 1880
-
Kapital und Arbeit und die Reorganisation der Gesellschaft. Paderborn,
1880
-
Schutz dem Handwerk!. Paderborn, 1883
-
Lockerung des Familienlebens im Arbeiterstande. In: Arbeiterwohl, 1883,
Heft X, S. 175-182; -
-
Bedeutung und Aufgabe der katholischen Arbeitervereine: in: Arbeiterwohl,
1884, Heft VIII, S. 127-134; 1885, Heft VIII, S. 190-196; 1889. Heft VIII,
S. 191-198; -
-
Die Frau in der modernen Industrie. In. Arbeiterwohl, 1886, Heft I, S.17-37;
-
-
Aufgaben der Kirche und Vereine in der Arbeiterfrage: in: Arbeiterwohl,
1886, Heft X, S. 203-211; -
-
Pflichten und Aufgaben der Arbeitgeber in der Arbeiterfrage. Köln
1888; -
-
Arbeiterfrage und Christentum. In: Arbeiterwohl, 1,888, Heft X, S. 224-232;
-
-
Haushaltungsunterricht. In: Arbeiterwohl, 1889, Heft VIII, S. 182-187;
-
-
Schutz dem Arbeiter, (Sonderdruck aus ‘Arbeiterwohl’). Köln 1890;
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-
Inhalt der Arbeiterschutzvorlage und Tätigkeit der Arbeiterschutz-Kommission
des Reichstags. In: Arbeiterwohl, 1890, Heft IX, S. 222-228
-
Normal-Arbeitsordnung sowie Normal-Statut eines Arbeiter-Ausschusses. Köln,
1892
-
Stellung und Aufgaben der Arbeitgeber gegenüber der Sozialdemokratie.
In: Arbeiterwohl, 1895, Heft I, S. 28-36; -
-
Arbeiterausschüsse. In: Arbeiterwohl. 1895, Heft XI, S. 305-317; -
-
Organisation der katholischen Caritas. In: Caritas. Freiburg 1896; -
-
Ergänzung der gesetzlichen Arbeiterversicherung durch freie Fürsorge.
In: Arbeiterwohl, 1897, Heft XI, S. 267-282;
-
Die Arbeiterfrage und die Bestrebungen zur ihrer Lösung. Mönchen
Gladbach, 1898; 1899; 1900; Mönchengladbach, 1900; 1902; 1904; 1905
-
Arbeitskammern. In: Arbeiterwohl, 1898, Heft IX, S. 243-262; -
-
Referat über die Handwerkerfrage. Bd. 76 der Schriften des Vereins
für Sozialpolitik. Leipzig 1898; -
-
Was Jedermann bezüglich der Invalidenversicherung wissen muß.
Berlin, 1901
-
Arbeiterbildung und Sozialreform. In: Arbeiterwohl., 1902, Heft VIII, S.
189-206; -
-
Einige interessante Ergebnisse der Berufs- und Betriebszählung von
1907. In: Soziale Kultur. 1910. Bd. 1, S. 18-27; -
-
Die Unfallversicherung (Soziale Tagesfragen, hrsg. vom Volksverein für
das kath. Deutschland, Heft 24) 2. Aufl. Mönchen-Gladbach 1907;
-
Abriß der Agrarfrage. M. Gladbach, 1908
-
Skizze der Arbeiterfrage und der deutschen Arbeitersozialpolitikmit einer
statistischen Übersicht der Hauptergebnisse der letzten Berufs- und
Betriebszählung (Nr. 6 der Vortragsskizzen, hrsg. vom Volksverein
für das kath. Deutschland.) Mönchen-Gladbach 1910; 1911
-
30 Jahre deutscher Arbeitersozialpolitik. In: Soziale Kultur. 1910, Bd.
2, S. 449-465; -
-
Was jedermann von der Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung wissen
muß. In Fragen und Antworten auf Grund der Reichsversicherungsordnung
neu zusammengestellt. Berlin 1912/1913;
-
Zur Würdigung der deutschen Arbeiter-Sozialpolitik.Kritik der Bernhardtschen
Schrift: Unerwünschte, Folgen der deutschen Sozialpolitik. M.Gladbach,
1913
-
Geburtenrückgang und Sozialreform. Mönchen-Gladbach, 1917; unv.
Nachdruck 1922
-
/Mausbach, Joseph: Ehe und Volksvermehrung. M.Gladbach, 1917
-
/Berlepsch, Hans von: Soziale Arbeit im neuen Deutschland. M.Gladbach,
1921
posthum:
-
Ziele und Wege der Arbeiterbildung. 2. Aufl. Mönchen-Gladbach 1924.
-
Sekundärliteratur:
-
Berlepsch, Hans von: Soziale Arbeit im neuen Deutschland. M.Gladbach, 1921
-
Kaufmann, Paul: Neue Ziele der Sozialversicherung. M.Gladbach, 1921
-
Pieper, August:
-
Soziale Arbeit im neuen Deutschland. Festschrift zum 70.
Geburtstag Franz Hitzes. Mönchen-Gladbach 1921; -
-
Franz Hitze zum Gedächtnis. Erinnerungsblätter von Freunden.
Mönchen-Gladbach 1921
-
?Pieper, August: Franz Hitze, 1921
-
Geschichtliche Stellung Hitzes in der katholisch-sozialen Bewegung.
In: Soziale Praxis, 1921, S.273 ff.;
-
Zum Gedächtnis von F. H. In: Deutsche Arbeit, 1921, Heft 10, S.361-367;
-
Gateiger, Michae: Dr. Franz Hitze und Dr. Karl Trimborn. In: Soziale Revue.
1921. Heft 21, S. 641-653;
-
Heyde: Franz Hitze †. In: Soziale Praxis. 1921. Sp. 771; -
-
Müller, Otto: Gedanken über Franz Hitze, in: Soziale Revue, 1921,
Heft 19, S.577-582;
-
Nieder, Ludwig: Ein Bahnbrecher deutscher Sozialreform Prälat Dr.
Franz Hitze, in: Deutsche Arbeit, 1921, Heft 4, S.126-129; -
-
Stegerwald, Adam: Professor Hitze und die christlichen Gewerkschaften.
In: Soziale Praxis, 1921, Sp. 281-282;
-
Kraneburg, Hans: Hitzes sozialpolitische Forderungen und ihre Verwirklichung
in der Gesetzgebung. Mönchen Gladbach, 1922
-
Bergmann, Alfons: Franz Hitze und die Handwerkerfrage. Diss. Münster
1924;
-
Gosebruch, Karl: Franz Hitze und die Gemeinschaftsidee. Warendorf, 1927;
Diss. Münster 1927
-
Moenig, Maria: Die Stellung der deutschen katholischen Sozialpolitiker
des 19. Jahrhunderts zur ‘Staatsintervention’ in der sozialen Frage. Diss.
Münster 1927; -
-
Pieper, August:, Hitze, in: Staatslexikon. Bd. 2, 5. Aufl. Freiburg
i.Br. 1927, Sp. 1215-1221;
-
Müller, Franz: Franz Hitze und sein Werk. Hamburg, 1928
-
Weber, Heinrich: Franz Hitze, in: Rheinisch-Westfälische
Wirtschaftsbiographien, hrsg. von der Historischen Kommission des Provinzialinstituts
für westfäl. Landes- und Volkskunde, dem Rheinisch-Westfälischen
Wirtschaftsarchiv und der Volkswirtschaftlichen Vereinigung im Rheinisch-Westfälischen
Industriegebiet. Bd. I. Münster 1932, S.318-338
-
Ritter, Emil: Die kath.soz. Bewegung Dtld.s im 19. Jh. u. der Volksver.,
1954; -
-
Schreiber, Georg
-
in: Westfäl. Forsch. 9, 1956, 55 ff.;
-
Westdeutsche Wissenschaftspolitik im 20. Jahrhundert. Begegnungen mit Wilhelm
Neuß, J.M., Franz Hitze, in: Westfälische Forschungen 13, 1960,
71-79
-
Schürmann, Karl Heinz: Zur Vorgesch. der christl. Gewerkschaften (Diss.
Köln), Freiburg/Breisgau 1958, 53-57;
-
Budde, Heinz: Franz Hitze und sein Werk. München, [ca. 1959]
-
Staatslexikon IV, 1959, 107 f.;
-
Becher, Paul: Vergleich u. Kritik der sozialpolit. Auffassungen bei Lujo
Brentano, Adolph Wagner, Georg v. Hertling u. Franz Hitze, (Diss. München),
1965; München 1965
-
Hegel, Eduard:, Gesch. der katholisch-theologischen Fakultät Münster
1773-1964, I u. II, 1966, 1971;
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Grenner, Karl Heino: Wirtschaftaliberalismus u. kath. Denken. Ihre Begegnung
u. Auseinandersetzung im Dtld. des 19. Jh.s (Diss. München, Köln
1967);
-
Stegmann, Franz Josef: Gesch. der soz. Ideen im dt. Kath., in: Gesch. der
soz. Ideen in Dtld., hrsg. v. Helga Grebing, 1969;
-
Franz-Hitze-Haus: Aspekte der Akademiearbeit. Zum 50. Todestag von Franz
Hitze, Münster 1971, 7-24
-
Mockenhaupt, Hubert: Franz Hitze (1851-1921), in: Zeitgeschichte in
Lebensbildern. Aus dem dt. Kath. des 20. Jh.s. Hrsg. v. Rudolf Morsey,
Bd. I, Mainz 1973, S. 53-64
-
Krüger, Hans-Jürgen: Franz Hitze (1851-1921) u. der »dritte
Weg«, in: Jb. f. Christl. Sozialwiss. 20, 1979, 9-37;
-
Hitze, Franz: 100 Jahre Rerum Novarum. Paderborn, 1991
-
Gerl-Falkovitz, Hanna-Barbara: Sehen, was ist. Münster, 1994
-
Pfeiffer, Wolfram: Der Sozialreformer Franz Hitze. Münster, 1998
-
NDB IX, 272 ff.
-
LThK V, 395
-
ESL 568f.
-
Internet:
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Biographie von Lorenz Werthmann (nach Konrad
Hilpert, BBKL)
Quelle: http://www.caritasverband-rheingau-untertaunus.de/lorenz_werthmann/LWmini.jpg
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* 1.10. 1858 als zweites Kind einer Gutsverwalter- und Weinbauernfamilie
in Geisenheim a.Rh. (Rheingau). Er war ein schwächliches und kränkliches
Kind und blieb kränklich zeitlebens.
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Schule in Geisenheim
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ab 1873 Besuch des Bischöflichen Konvikts in Hadamar
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1877 Abitur in Hadamar
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Studium der Philosophie, danach der Katholischen Theologie an der Gregorianischen
Universität in Rom
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1878-1880: Ludwigs Wertheims Gespür und Interesse für die Sozialen
Fragen reicht offensichtlich bis in die römische Studienzeit zurück;
dort verkehrte er viel mit dem jungen Franz Hitze, der seine Aufmerksamkeit
auf die sozialen Fragen lenkte und ihn - wie Lorenz Wertheims Tagebücher
ausweisen - mit wichtigen Schriften der deutschen und französischen
Sozialbewegung bekannt machte.
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1880 Dr. phil.
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28.10.1883 Priesterweihe
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1884 Dr. theol.
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Nach Abschluß der Studien kommt er zurück nach Limburg.
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Er absolviert einige (vom Konkordat vorgeschriebene) Semestern an einer
deutschen Universität (Bonn)
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dazu wird er Privat- bzw. Geheimsekretär des Limburger Bischofs Peter
Josef Blum (auch ein Geisenheimer, + 30.12.1884)
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1885 Kaplan an der Dompfarrei nach Frankfurt.
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Bereits nach einem halben Jahr wurde er wiederum zum Kaplan des neuen Bischofs
Johann Christian Roos berufen, der ihn nach seiner Ernennung zum Metropolit
der Oberrheinischen Kirchenprovinz mit nach Freiburg nahm. Hier hörte
Lorenz Werthmann neben seiner Tätigkeit in der bischöflichen
Verwaltung und als Begleiter des Bischofs jahrelang juristische und volkswirtschaftliche
Vorlesungen an der Universität. Nach dem Tod von Roos wurde er von
dessen Nachfolger an der Kurie gehalten.
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1888 Werthmann nimmt die badische Staatsbürgerschaft an ( Limburg
gehörte zum Staatsgebiet Preussen) als Voraussetzung zur Inkorporierung
als Priester in die Erzdiözese Freiburg. Das geschah sehr zum Unwillen
einiger hoher Geistlicher in der Erzdiözese, die den cholerischen
“preussischen” Rheingauer nicht sehr schätzten. Wegen seines tatsächlichen
oder vermeindlichen Einflusses auf “seinen” Bischof galt er als “der kleine
schwarze Erzbischof”. (Das bezieht sich auf die schwarze Kleidung der Priester
im Gegensatz zur violetten Kleidung der Bischöfe.)
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Nach dem Tod von Erzbischof Roos folgt Erzbischof Thomas Nörber im
Amt. Auch er fördert die Arbeit von Lorenz Werthmann und stellt ihn
von vielen Aufgaben im Bischöflichen Ordinariat frei. Werthmann wird
mit der Seelsorge der italienischen Saisonarbeiter im Erzbistum Freiburg.betraut.
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Am 19.8.1895 beschloß eine Versammlung von 30 Caritasfreunden aus
9 deutschen Diözesen in Bingen am Rhein die Abhaltung jährlicher
Caritastage und die Herausgabe einer eigenen Caritaszeitung. Werthmann
übernimmt die Schriftleitung der Zeitschrift "Charitas" (Schreibweise
"Caritas" wurde 1909 eingeführt), die er bis kurz vor seinem Tod innehatte.
Es bildet sich das sog. "Charitas-Comités". Vor allem mit Hilfe
der Zeitschrift und der Gewinnung von Autoren für sie sowie durch
unermüdliches Werben für den Caritasgedanken bei den verschiedensten
Konferenzen und Versammlungen der katholischen Vereine, ferner in Gesprächen
mit ihm persönlich bekannt gewordenen Mitgliedern der Diözesanverwaltungen
arbeitete Lorenz Werthmann gezielt auf eine alle Katholiken in Deutschland
umfassende Caritasorganisation hin. Deren Gründung wurde von Wertheim
wiederholt mit den führenden Köpfen der Verbände »Arbeiterwohl«
(F. Brandts, F. Hitze, M. Brandts, dessen Vorarbeit und Urteil L.W. zeitlebens
hochschätzte), »Volksverein« (F. Hitze, A. Pieper) und
»Seraphisches Liebeswerk« (C. Fröhlich) beraten und so
sorgfältig vorbereitet.
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14.10.1896 Der erste Caristas-Tag fand in Schwäbisch-Gmünd statt.
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9.11.1897 Gründung des "Charitasverband für das katholische Deutschland"
als Dachorganisation in Köln, zu dessen Vorsitzendem Wertheim gewählt
wird. Die Entwicklung des Verbandes war eine Aufgabe, die Lorenz Werthmann
bis zu seinem Tod ganz in Anspruch nehmen sollte, zumal sich die deutschen
Bischöfe schwer mit dem neuen Caritasverband taten. Werthmanns Hang
zu alleinverantwortlichem, ja eigensinnigen Handeln, sein Ungestüm
und seine schier unüberschaubaren Aktivitäten weckten das Mißtrauen
der kirchlichen Hierarchie.
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1898 Ernennung zum Geistlichen Rat.
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1900 Freistellung durch den Bischof für die Organisation der Caritasarbeit.
Ernennung zum Monsignore und ab Mai 1900 “Commissarius für charitative
Angelegenheiten” in der Sorge für die Italiener in Deutschland. In
dieser Funktion traf er mit vielen anderen Inititatoren caritativer Bewegungen
zusammen, die heute nur noch in Fachkreisen bekannt sind.
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1913 Ernennung zum päpstlichen Hausprälaten.
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1914: Der Erste Weltkrieg bedeutete nicht nur eine Stagnation im weiteren
Ausbau der Organisation, sondern brachte auch eine Verlagerung des Aufgabenprofils
mit sich, um dessen Bewältigung sich Lorenz Werthmann mit großem
persönlichem Einsatz kümmerte.
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ab 1915 Erst jetzt wird die offizielle Anerkennung des Verbands als Zusammenfassung
und Repräsentant der organisierten Sozialarbeit der Katholischen Kirche
in Deutschland durch Beschlüsse der Bischofskonferenz vollzogen.
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23.8.1916 Der sog. “Anerkennungsbeschluß” sichert den Bestand des
Caritasverbandes. Es folgten Jahre unermüdlicher Arbeit im In- und
Ausland. Die enormen Belastungen aufgrund zahlreicher Reisen durch Europa
und nach Übersee, Vorträge und Veranstaltungen, Arbeit rund um
die Uhr führten Wertheim bei der seit Geburt schwächlichen gesundheitlichen
Konstitution zur völligen Erschöpfung.
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1918 Ausbau der Verbandslogistik mit der Eröffnung einer Hauptvertretung
in Berlin fortgesetzt, deren Leitung Lorenz Wertheim zusätzlich zu
seinen bisherigen Aufgaben übernahm.
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1919 Umbenennung des Verbandes in »Deutscher Caritasverband«
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seit 1920: Die schonungslose Verausgabung führte zusammen mit rheumatischen
Beschwerden und einem jahrelangen chronischen Leiden zu einem raschen Verfall
der Gesundheit, der bereits nach wenigen Monaten zum Tod führte.
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1920 Ehrendoktorwürde von der Medizinischen Fakultät der Universität
Freiburg.
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Eine Caritasschule, in der hauptamtliche Mitarbeiter ein bis zwei Jahre
lang auf ihren Einsatz vorbereitet werden sollten, wurde von Lorenz Werthmann
geplant und tatkräftig vorbereitet, konnte dann aber wegen des Ersten
Weltkriegs erst kurz vor seinem Tod zur Ausführung gebracht werden.
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1921 Einige Wochen vor seinem Tod: Ernennung zum Apostoloischen Protonotar.
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+ 10.4. 1921 in Freiburg i.Br. im St. Josefskrankenhaus
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Werthmann rief noch weitere Periodika wie die Frauenzeitschrift »Die
christliche Frau«, das (heute noch bestehende) »Jahrbuch des
Caritasverbandes« sowie die heute unter dem Namen »Jugendwohl«
und »Krankendienst« erscheinenden Zeitschriften ins Leben.
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Anlage der Caritasbibliothek; als Dokumentationszentrum sollte sie möglichst
vollständig Monographien, Nachschlagewerke und Zeitschriften zu Armenpflege,
Fürsorgewesen, Krankenpflege und Sozialpolitik sammeln und zugleich
als zentrale Auskunftstelle fungieren. Zur besseren fachlichen Qualifizierung
der professionellen und der ehrenamtlichen Helfer stellte Lorenz Werthmann
ein umfangreiches Kurs- und Schulungs-, später auch Lehrgangsprogramm
auf.
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Von staatlicher Seite wurde vor allem sein Einsatz für die Kriegswohlfahrtspflege
(Versorgung der Kriegsverwundeten, Betreuung Kriegsbeschädigter, Sorge
für die Familien der Soldaten, die Hinterbliebenen, die Flüchtlinge,
Unterbringung von Stadtkindern auf dem Land u.ä.) während des
Ersten Weltkriegs ausgezeichnet
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seit 1924: Die DCV-Zentrale in Freiburg trägt seinen Namen. Neben
dem Lorenz Werthmann-Haus gibt es auch noch eine Lorenz Werthmann Straße
in Ettlingen
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Primärliteratur:
-
Die Ziele des Charitasverbandes für das katholische Deutschland, 1899;
-
Die soziale Bedeutung der Charitas und die Ziele des Charitasverbandes,
1900;
-
Die ersten fünf Jahre des Charitasverbandes für das katholische
Deutschland, 1903;
-
Das St.-Vinzentiushaus und der Vinzentiusverein in Baden-Baden, 1906;
-
Wohlfahrtseinrichtungen für alleinstehende Frauen und Mädchen
in Deutschland, in: IV. Congresso Internationale d'Assistenca pubblica
e privata, Milano 1906, Tema III, fasciculo II, 29-55;
-
Bilder aus der katholischen Mäßigkeitsbewegung, 1908;
-
Art. Caritas, in: Enzyklopädisches Handbuch des Kinderschutzbundes
und der Jugendfürsorge, hrsg. v. Th. Heller - F. Schiller - M. Taube,
1911, I, 108-115;
-
Die katholischen Anstalten und Vereine, in: Das Großherzogtum Baden,
hrsg. v. Edmund Rebmann, 21912, I, 1919-1925;
-
Katholische Wohlfahrtspflege, in: Soziale Kultur und Volkswohlfahrt während
der ersten 25 Regierungsjahre Kaiser Wilhelms II., 1913, 695-707;
-
Caritasarbeit katholischer Frauen im Weltkrieg, in: Die Kriegsarbeiten
der Frauen, 1915, 20-27;
-
(Hrsg.), Die Freiburger Lazarette im Völkerkrieg 1914-1915, 1915;
-
Fünfzig Jahre Raphaelsverein zum Schutz katholischer deutscher Auswanderer
und die drohende Auswandererflut im neuen Deutschland, 1919;
-
zahlreiche Aufsätze, Referate, Stellungnahmen, Kurzbeiträge und
Nachrufe (viele davon ungezeichnet) finden sich in der Zeitschrift Caritas
1, 1896 - 25, 1919/20. -
-
Eine Auswahl aus seinen Schriften bietet: Lorenz Werthmann. Reden und Schriften,
ausgewählt und hrsg. v. Karl Borgmann, 1958.
-
Bibliographie: Liese, Wilhelm: Lorenz Werthmann und der Deutsche Caritasverband,
1929, 275-288.
-
Sekundärliteratur:
-
Mayer, Joseph: Lorenz Werthmann, der Organisator der deutschen Caritasbewegung,
1928; -
-
Liese, Wilhelm: Lorenz Werthmann und der Deutsche Caritasverband, 1929;
-
Gröbner, Conrad: Prälat Dr. Lorenz Werthmann. Erinnerungen an
den Gründer des Caritasverbandes, in: Caritas 48, 1947, 132-136; -
-
Zum 100. Geburtstag von Lorenz Werthmann, 1. Oktober 1958, in: Caritas
59, 1958, 285-305 (mit Beiträgen von A. Eckert, E. Laslowski, K. Borgmann);
-
Röhrich, Wendelin: Lorenz Werthmann, seine Bedeutung für die
Entwicklung der caritativ-sozialen Arbeit in Deutschland, in: Jahrbuch
für Caritaswissenschaft und Caritasarbeit 2, 1958, 25-36; -
-
Wollasch, Hans-Josef:
-
Lorenz Werthmann 1858-1921. Gründer des Deutschen Caritasverbandes,
hrsg. v. Deutschen Caritasverband, 1971; -
-
Lorenz Werthmann (1858-1921), in: Zeitgeschichte in Lebensbildern, hrsg.
v. J. Aretz, R. Morsey, A. Rauscher, Bd. IV, 1980, 79-91;
-
Lorenz Werthmann, in: Badische Biographien, NF I, 270 f.
-
Lorenz Werthmann, in: StL2 V, 966-968
-
/Manderscheid, Michael (Hrsg.): Lorenz Werthmann und die Caritas. Aufgegriffenes
und Liegengelassenes der Verbandsgründung 1897, Freiburg i. Br. 1989;
-
-
Lorenz Werthmann und der Deutsche Caritasverband, in: E. Gatz (Hrsg.),
Geschichte des kirchlichen Lebens in den deutschsprachigen Ländern
des 18. Jahrhunderts, Bd. V: Caritas und soziale Dienste, Freiburg / Basel
/ Wien 1997, 173-183.
-
Borgmann, Karl
-
Lorenz Werthmann, in: LThK2 X, 1060
-
Ebert, Ferdinand:
-
Lorenz Werthmann, in: Nassauische Lebensbilder VI, 293-304
-
Internet:
-
Biographie von Heinrich Weber (nach Manfred Hermans,
BBKL)
-
* 20.10. 1888 in Röllinghausen, Kreis Recklinghausen als Sohn des
Hauptlehrers Heinrich Weber und seiner Ehefrau Elisabeth Weber, geb. Rüping.
Weber wuchs zusammen mit drei Geschwistern, zwei Brüdern und einer
Schwester in einem katholischen Milieu auf, das von der Landwirtschaft
und vom Kohlebergbau geprägt war. Die damalige Bauerschaft Röllinghausen
liegt im heutigen Nordrevier am nördlichen Rand der Emscher-Niederung,
wo in den Kindheitsjahren von Weber die ersten Förderschächte
abgeteuft wurden. Dort waren bereits sein Urgroßvater Theodor Weber
(seit 1797) wie auch sein Großvater Joseph Weber Lehrer gewesen.
Diese Lehrerfamilie genoß hohes Ansehen bei der einheimischen Bevölkerung.
Weber besuchte zunächst die von seinem Vater geleitete Volksschule,
anschließend das humanistische Gymnasium Petrinum in Recklinghausen.
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1908 Reifezeugnis
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Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Münster.
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1.6.1912: Priesterweihe durch Felix von Hartmann, dem Bischof von Münster
und späteren Kardinal und Erzbischof von Köln
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Ab Juli 1912: Kaplan in Münster
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1914: Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges erhielt er die Einberufung
als Sanitäter. Ferner war er in der Zentrale für Vermißtennachforschung
und als Lazarettgeistlicher tätig. -
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1916 Gründung des Diözesan-Caritasverbandes, die für den
jungen Geistlichen lebensentscheidend wurde. Dort erhielt er die caritative
Aufgabe, die sein gesamtes Leben prägte und begleitete.
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17.12.1916 Weber wird zum »Diözesansekretär« des
Caritasverbandes des Bistums Münster. Als Caritassekretär organisierte
er ein umfangreiches Programm der Unterbringung von 60 000 Stadtkindern
auf dem Lande.
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Ab 1916 Lehrer an der Münsterschen sozialen Frauenschule (einer staatlich
anerkannten Wohlfahrtsschule) in den Fächern Volkswirtschaftslehre
und Wohlfahrtskunde. Zudem entfaltete er eine rege Vortragstätigkeit
beim Seelsorgeklerus über soziale und wohlfahrtspflegerische Fragen.
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ab 1916: Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität
Münster
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1918 Monographie »Sozialcaritative Frauenberufe«
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1919 Promotion bei dem Soziologen und Volkswirtschaftler Johann Plenge
zum Dr. rer.pol. mit einer Dissertation über »Das Lebensrecht
der Wohlfahrtspflege«, einem in der damaligen Gesellschaftspolitik
sehr umstrittenen Thema. Schon in dieser staatswissenschaftlichen Dissertation
setzte er sich mit historischen, rechtlichen, ethischen und ökonomischen
Argumenten für die freie Wohlfahrtspflege ein und wandte sich gegen
die Allkompetenz des Staates.
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Juni 1920: Geschäftsführer des neu gegründeten Ausschusses
für Jugend- und Wohlfahrtspflege am Staatswissenschaftlichen Institut,
wo er Sonderkurse für Jugendamtsleiter nach dem geplanten Reichsjugendwohlfahrtsgesetz
vorbereitete und Vorlesungen und Übungen über Grundfragen der
Volkswirtschaft, Armenpflege, Jugend- und Wohlfahrtspflege hielt.
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19.8.1920: Weber wird zum Direktor des Caritasverbandes des Bistums Münster.
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1920-1936 Weber gehört in seinen Caritas-Funktionen dem Zentralrat
und dem Zentralvorstand des Deutschen Caritasverbandes an. Während
ihrer Sitzungen hielt er weichenstellende Referate vor allem zur Thematik
Caritas und Wirtschaft.
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Oktober 1920 Teilnahme an der Fachkonferenz der Reichsgemeinschaft der
Hauptverbände der freien Wohlfahrtspflege mit einem vielbeachteten
Referat über »das Verhältnis von Wohlfahrtspflege und Hochschulstudium«.
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1921 Habilitation als Dozent für »Soziales Fürsorgewesen«
in der gleichen Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät mit
dem Thema »Akademiker und Wohlfahrspflege im deutschen Volksstaat«.
In seiner Habilitationsschrift erwies er die Notwendigkeit der Einführung
der Wohlfahrtskunde an den Universitäten zur Qualifizierung des wachsenden
hauptamtlichen Personals der Wohlfahrtspflege, insbesondere für die
Inhaber leitender Stellen.
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seit 1921: Vorsitzender des Fachausschusses Caritaswissenschaft des Deutschen
Caritasverbandes.
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13.12.1921: Antrittsvorlesung als Privatdozent am 13.12. 1921 über
»Die Wohlfahrtspflege als Resultante der Wirtschafts- und Staatsentwicklung«.
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28.4.1922: Promotion zum Dr. theol. an der Universität Tübingen
mit dem Thema »Die religiös-ethischen Grundlagen der Fürsorgearbeit
in Judentum und Christentum«. Doktorvater war der Moral- und Pastoraltheologe
Otto Schilling (1874-1956).
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1922: Sammlung Berufsbilder »Die Wohlfahrtspflegerin«
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1922: Ordinarius für soziales Fürsorgewesen und Gesellschaftslehre
an die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät berufen, mit der
gleichzeitigen Verpflichtung für einen Lehrauftrag für Christliche
Gesellschaftslehre an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Weber
ist somit Schüler und Nachfolger von Franz Hitze, über den er
schreibt: ‘Er wurde dem Arbeitgeber genau so gerecht wie dem Arbeitnehmer,
der Großindustrie genau so wie dem Mittel- und Kleingewerbe.’ Franz
Hitze selbst hatte H.Weber als geeignetste Persönlichkeit für
den seit 1921 verwaisten Lehrstuhl vorgeschlagen.
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1922: Weber promoviert Benedict Kreutz. Zwischen den beiden bestand
seither eine lebenslange intensive Freundschaft.
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1923-1936: Erster Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Münster.
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1923: Mehrere Jahre vor der Sozialenzyklika »Quadragesimo anno«
(1931) spricht Weber vom »subsidiären Charakter« des öffentlich-rechtlichen
Anspruchs gegenüber dem privat-rechtlichen (1923, 22). In seinem 1923
unter dem Titel »Jugendfürsorge im Deutschen Reich« erschienenen
Kommentar zu dem 1924 in Kraft tretenden Reichsjugendwohlfahrtsgesetz hob
Weber die Bedeutung der Jugendwohlfahrt hervor und formulierte die Grundgedanken
der künftigen Jugendfürsorge. Er wollte die Jugendwohlfahrtspflege
nicht auf die »vorwiegend heilenden Maßnahmen (Jugendfürsorge)«
eingeschränkt wissen, sondern berücksichtigte ebenso die vorwiegend
vorbeugenden Maßnahmen (Jugendpflege) »zur Förderung der
Jugend in wirtschaftlicher, körperlicher und geistig-moralischer Hinsicht«
(1923, 3).
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1924: Zusammen mit Professor Werner Friedrich Bruck Direktor des 1924 gegründeten
»Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften«,
das aus dem Plengeschen »Staatswissenschaftlichen Institut«
hervorging. Dem Institut waren Seminare für Fürsorgewesen, Arbeitsvermittlung
und Berufsberatung, Gewerkschaftswesen und Sozialpolitik mit je eigenen
Bibliotheken zugeordnet. W. entwickelte ein reges Forschungs- und Publikationsprogramm.
Weber gab in den folgenden Jahren in Verbindung mit Professor Bruck, ferner
dem Landeshauptmann der Provinz Westfalen oder dem Leiter des Westfälischen
Arbeitsamtes die »Beiträge zur sozialen Fürsorge«
(18 Hefte), die »Münsterer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen
Abhandlungen« (9 Hefte), die Schriftenreihe »Der Arbeitsmarkt«
(4 Hefte), die Dissertationsreihe »Fragen des Arbeitsmarktes«
(9 Hefte), ferner die Schriftenreihen »Arbeit und Sozialpolitik«
(3 Bände) und »Westfälische Verwaltungsakademie«
(4 Hefte) sowie die »Lehrbücher zur Beamtenfortbildung«
(2 Bände) und mit dem Mediziner Karl Wilhelm Jötten ein »Lehrbuch
der Gesundheitsfürsorge« heraus.
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seit 1924: Webers Stellenbeschreibung als Professor umfaßt nunmehr
auch die wirtschaftlichen Staatswissenschaften. -
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Um eine zeitgemäße Bildung und Fortbildung der Beamten zu erreichen,
wurde auf Betreiben der Westfälischen Provinzialverwaltung und des
Zentrumsabgeordneten Prof. Dr. Georg Schreiber eine Westfälische Verwaltungsakademie
aufgebaut, in deren Verwaltungsrat die Professoren Bruck und Weber gewählt
wurden. Beide übernahmen die Studienleitung. Die Westfälische
Verwaltungsakademie war eng mit dem Institut für Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften verbunden.
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1925: Weber wird geschäftsführender Direktor der Akademie.
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1929: Auf Anregung Webers hin wurde der »Westfälische Wandererdienst«
als besondere Fachabteilung der Diözesanverbände Münster
und Paderborn geschaffen, dessen Vorsitzender er war.
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seit 1929: Vorsitzender der Finanzkommission des Deutschen Caritasverbandes
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1930: "Einführung in die Sozialwissenschaften". Darin entwarf Weber
in den 20er Jahren ein eigenes System der Sozialwissenschaften, in dem
er 1. eine historische, 2. eine theoretische und 3. eine praktische Gesellschaftslehre
unterschied. Der praktischen Gesellschaftslehre wies er drei Aufgaben zu:
die Herausarbeitung eines Ideals der Gesellschaft, die Erforschung der
Ursachen der Unzulänglichkeiten einer Gesellschaft und den Entwurf
der Möglichkeiten und Mittel, »die tatsächlichen Zustände
dem Ideal so weit als möglich anzugleichen« (Einführung
in die Sozialwissenschaften 1930, 140). Sie hat also die Aufgabe der Analyse
der »sozialen Frage« und der Gestaltung der Gesellschaft durch
Gesellschaftspolitik und durch Sozialarbeit. »Die wissenschaftliche
Behandlung der Wohlfahrtspflege« (ebd.), die als Vorläufer der
Sozialarbeitswissenschaft zu sehen ist, stellte für ihn somit eine
neue Teildisziplin der praktischen Sozialwissenschaften dar. So hat er
entscheidend zur wissenschaftlichen Fundierung und Professionalisierung
der Sozialarbeit beigetragen und durch ihre Verknüpfung mit moral-
und pastoraltheologischen Erkenntnissen auch die Grundlagen einer Caritaswissenschaft
geschaffen.
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1932: gemeinsam mit dem Mediziner Karl Wilhelm Jötten gibt weber das
»Lehrbuch der Gesundheitsfürsorge« (1932) und gab so wegweisende
Impulse für die Gesundheits- und Behindertenfürsorge und förderte
mit der Betonung der Sozialhygiene ein Gegenmodell zu dem der Rassenhygiene.
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nach 1933: Versetzung in die Katholisch-Theologische Fakultät auf
Drängen der Nationalsozialisten. Seine Position als Direktor des Instituts
für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mußte er aufgeben.
Sogar eine »Voruntersuchung« wurde ihm angedroht.
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Dezember 1934: Im Dezemberheft der Zeitschrift "Caritas" verteidigte Weber
das Recht der Kirche auf caritative Dienste. Er hob unter Hinweis auf das
zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich am 20. Juli 1933 geschlossene
Konkordat den Rechtscharakter der Katholischen Kirche als Gesellschaft
des öffentlichen Rechts und die »Caritasarbeit [als] Wesensbestandteil
der kirchlichen Aufgaben und Zwecke« hervor: »Solange die Kirche
besteht, wird auch die Caritas bestehen. Wer die Caritas der Kirche zerschlagen
will, muß zuerst die Kirche selbst zerschlagen, denn die Caritas
gehört zum Wesen der Kirche.»
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1935: Auf Drängen des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes
mußte Weber seine langjährige Tätigkeit im »Förderausschuß
des Studentenwerkes Münster e.V.« aufgeben.
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März 1935: Die Konferenz der Kölner Kirchenprovinz beschießt
die Gründung einer Bischöflichen Finanzkammer für den Bereich
der Kölner Kirchenprovinz mit Sitz in Münster. Kardinal Schulte
setzte H.Weber als ehrenamtlichen Leiter der Finanzkammer ein, deren offizielle
Errichtung am 1. Juli 1935 erfolgte.
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1935 Hermann Althaus, Amtsleiter im Hauptamt für Volkswohlfahrt wollte
die Aufgabe der kirchlichen Caritas auf "die Betreuung der Erbkranken und
Asozialen" einschränken. Weber kritisierte die dahinterstehende sozialdarwinistische
Ideologie und wagte es den Amtleiter öffentlich Hermann Althaus zu
widersprechen und setzte dem Sonderungsprinzip nationalsozialistischer
Wohlfahrtspolitik das Totalitätsprinzip der katholischen Caritas entgegen.
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Zum Wintersemester 1935 verfügte der Reichs- und Preußische
Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung die Zwangsversetzung
in die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Breslau,
wo ihm das Fach Caritaswissenschaft übertragen wurde. Mit der Verlegung
seiner Professur nach Breslau wollte das nationalsozialistische Regime
einem im Münsterland und Westfalen einflußreichen Sozialwissenschaftler
seinen langjährigen Wirkungsraum nehmen. Die westdeutschen Bischöfe
drückten im November 1935 ihr Bedauern über die Zwangsversetzung
aus, verbunden mit dem Dank für Webers Bereitschaft, die ehrenamtliche
Oberleitung der Finanzkammer auch von Breslau aus wahrzunehmen. Die Finanzkammer
sollte eine effektive, rechtlich einwandfreie und wissenschaftlich überprüfbare
Finanzgestaltung der Bistümer ermöglichen, die um so dringender
erforderlich wurde, weil die nationalsozialistischen Machthaber in Verbindung
mit »Devisenprozessen« gegen Generalvikare und einige Ordensoberen
eine intensive Propaganda gegen die katholische Kirche entfachten. - Das
Breslauer Institut, mit dessen ehrenamtlicher Leitung Kardinal Bertram
Weber beauftragte, zielte ebenfalls auf den Aufbau einer korrekten und
kompetenten Verwaltung und Finanzwirtschaft in den Bistümern, in den
Orden und kirchlichen Verbänden.
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4.11.1936 Das Breslauer Institut beginnt seinen ersten Ausbildungsgang
für Geistliche, die später in Diözesan-, Stiftungs-, Anstalts-
und Klosterverwaltungen tätig sein sollten. Neben den Lehrgängen
betrieb Weber mit wenigen ehrenamtlichen Mitarbeitern eine umfangreiche
Forschungs- und Gutachtertätigkeit.
-
1937 erhielt er in Breslau auch den dortigen Lehrstuhl für Pastoraltheologie.
Kardinal Bertram nutzte die Versetzung von Weber als Chance, diesen in
Verwaltungs- und Finanzfragen erfahrenen Wissenschaftler mit der Organisation
und Planung des »Instituts für kirchliche Verwaltung und Finanzwirtschaft«
in Breslau zu beauftragen.
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bis 1938: Weber plante in diesen Jahren ein mehrbändiges Lehr- und
Handbuch zur Caritaswissenschaft, das in seinem allgemeinen Teil die Themen:
Wesen - Werden - Wert - und Wirken der Caritas behandeln sollte. Ihm sollten
weitere Publikationen zu den praktischen Arbeitsgebieten der Caritas:der
Unterstützungs- und Wirtschaftsfürsorge, der sozialen Fürsorge,
der religiös-kirchlichen Fürsorge und der Jugend- und Erziehungsfürsorge
folgen. Nur der erste Band über »Das Wesen der Caritas«
ist 1938 erschienen, danach verbot die Geheime Staatspolizei ihm weitere
Veröffentlichungen. In »Wesen der Caritas« hat W. die
Caritas als christliche Fundamentalidee und als Grundlage der Caritaswissenschaft
entfaltet. Er hob die Universalität des christlichen Hauptgebotes
der Nächstenliebe hervor. W. hatte den Mut zu schreiben: »Im
Sinne des Christentums ist jeder Mensch auch der fernste, unser Nächster,
gleichviel auf welchem Erdteil er wohnt, welchem Volke, welcher Rasse,
welcher Nation, welchem Stande und welcher Klasse er angehört.«
»Nationalitäts- und Universalitätsprinzip« schlössen
einander aus (1938, S. 145 und 147). Weber gingen zum Nachteil der Caritaswissenschaft
die fertiggestellten weiteren Bände dieses Lehr- und Nachschlagewerkes
in den Wirren der letzten Kriegsmonate verloren.
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bis 1938 wurdem dem Caritasverband die staatlichen Subventionen völlig
gestrichen, dem Verband die Gemeinnützigkeit abgesprochen und der
Verband zu hohen Steuerzahlungen verpflichtet. Weber hat entscheidend zusammen
mit Benedict Kreutz, dem Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes,
zum Überleben des Verbandes beigetragen.
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Allein 1940/41 erarbeitete das Institut mehr als 800 Gutachten zu verschiedenen
Rechtsfragen (u.a. Steuer-, Devisen-, Arbeits-, Sammlungs-, Polizei- und
Fürsorgerecht), zur kirchlichen Vermögensverwaltung, zum Schulwesen
und zu Versicherungsfragen. Herausgabe der beiden Schriftenreihen »Kirchliche
Verwaltungslehre« und »Beiträge zur kirchlichen Verwaltungswissenschaft«
und des Loseblatt-Lexikons »Die kirchliche Verwaltung und Finanzwirtschaft«,
das in kirchlichen Organisationen und Gemeinden eine rege Nachfrage fand.
Auch von diesem Institut aus arbeitete Weber eng mit dem Deutschen Caritasverband
und seinem Präsidenten Kreutz zusammen, der dem Kuratorium des Instituts
angehörte.
-
1945: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte Weber an die an die
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität
Münster zurück, wo er in seine alten Rechte eingesetzt wurde
und den Lehrstuhl für »Volkswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung
der sozialen Caritaswissenschaften« erhielt. Von hier begründete
er mit Industriellen und Kommunalpolitikern des Ruhrgebietes die Sozialforschungsstelle
an der Universität Münster in Dortmund, das lange Zeit das größte
einschlägige Institut in der Bundesrepublik war, und wurde ihr erster
Direktor. W. stellte folgende Aufgaben für die Sozialforschungsstelle
heraus: 1. Erforschung des sozialen Lebens des rheinisch-westfälischen
Raumes unter sozialpolitischen, sozialpsychologischen und sozialrechtlichen
Gesichtspunkten. 2. Mitwirkung an der Lösung praktischer und sozialer
Fragen durch Beratung und Gutachten.
-
† 29.8. 1946 in Münster
-
zu unterscheiden von:
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Heinrich Weber (1842-1913), Heidelberger Mathematiker
-
Heinrich Weber (+ 1890), Tübinger Agrarökonom
-
Primärliteratur:
-
Ausbildungsgelegenheiten für soziale Berufsarbeiterinnen. Freiburg
1918;
-
Die wirtschaftlichen Leistungen der katholischen Ordensschwestern im Bistum
Münster. In: Caritas. Jg. 24 (1918/19), 170-176;
-
Sozialcaritative Frauenberufe. Freiburg i.Br. 1918, 2. Aufl. 1919;
-
Die volkswirtschaftliche Bedeutung der katholischen Ordensschwestern. Münster
i.W. 1919;
-
Elternausschüsse. Wesen und Aufgaben der Elternausschüsse (=
Flugschrift Nr. 21 der Organisation der Katholiken Deutschlands zur Verteidigung
und Förderung der christlichen Schule und Erziehung) Düsseldorf
1919;
-
Jahresbericht des Diözesan-Caritasverbandes Münster für
das Geschäftsjahr 1917/18. Freiburg i.Br. 1919;
-
Die Erziehung der Schwererziehbaren. Bigge i.W. 1920;
-
Das Lebensrecht der Wohlfahrtspflege (= Staatswissenschaftliche Beiträge,
H. 6). Essen 1920;
-
Das Verhältnis von Wohlfahrtspflege und Hochschulstudium. In:Konferenz
über die Fragen der Ausbildung zur sozialen Arbeit vom 24.-26. Oktober
1921 in Weimar. Veranstaltet von der Reichsgemeinschaft von Hauptverbänden
der freien Wohlfahrtspflege. o.O. O.J. [1921]. 21-22;
-
Akademiker und Wohlfahrtspflege im Volksstaat (Habil. Schr.) Essen 1922;
-
Die Wohlfahrtspflegerin. (= Am Scheidewege. Berufsbilder. Hrsg. von Hans
Vollmer) Berlin-Wilmersdorf 1922;
-
Ein neues Problem in der Wohlfahrtspflege. In: Caritas. Jg. 27 (1. Neue
Folge), (1922), 27-31;
-
Jugendfürsorge im Deutschen Reich. Einführung in Wesen und Aufgaben
der Jugendfürsorge und das neue Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (= Schriften
zur deutschen Politik; H. 6/7) Freiburg i.Br. 1923;
-
Grundsätzliches zur Neuregelung des öffentlichen Unterstützungswesens.
In: Soziale Praxis und Archiv für Volkswohlfahrt. Jg. XXXII (1923),
Sp. 131-136;
-
Das kommunale Jugendamt. Köln 1924, 2. erw. Aufl. 1927;
-
Die Zusammenarbeit der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege.
In: Gegenwartsfragen der Wohlfahrtspflege (= Beiträge zur sozialen
Fürsorge, Heft 1) Münster i.W.1925, 109-122;
-
Die Unterbringung erholungsbedürftiger Stadtkinder in Landfamilien
in sozialökonomischer Beleuchtung. In: Die Kindergesundheitsfürsorge
in der Provinz Westfalen (= Beiträge zur sozialen Fürsorge, H.
3) Münster i.W. 1925, 99-112;
-
Die Westfälische Verwaltungsakademie. In: Das Beamtenbildungswesen
und die Westfälische Verwaltungsakademie (= Schriftenreihe der Westfälischen
Verwaltungsakademie, Heft 1, hrsg. von W[erner], F[riedrich] Bruck und
H.W.) Münster 1925, 25-38;
-
Der Landaufenthalt für Stadtkinder in sozialökonomischer Beleuchtung.
In: Der Landaufenthalt für Stadtkinder. Schriften zur Jugendwohlfahrt.
Bd. 5. Freiburg i.Br. 1925, 67-84;
-
Sozialwissenschaftliche Forschungs- und Ausbildungsarbeit im Münsterer
Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. In: Deutsche Zeitschrift
für Wohlfahrtspflege. Jg. 1 (1925/26), 296-302;
-
Abbau der Wohlfahrtspflege (= Schriften der Kommunalpolitischen Vereinigung;
H. 4). Köln o.J. [1926]; Allgemeines und Geschichtliches zur Krüppelfürsorge.
In: Neuzeitliche Krüppelfürsorge (= Beiträge zur sozialen
Fürsorge; H. 6), Münster 1926, 7-19;
-
Die Herrschaft christlicher Grundsätze im Wirtschaftsleben. In:
Die Reden gehalten in den öffentlichen und geschlossenen Versammlungen
der 65. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zu Breslau 21. -
25. August 1926. Würzburg 1926, 91-97. Wieder abgedruckt in:Franz
Furger (Hrsg.), Akzente christlicher Sozialethik. Schwerpunkte und Wandel
in 100 Jahren »Christlicher Sozialwissenschaften an der Universität
Münster. Münster 1995, 41-48;
-
Die Bedeutung der freien Wohlfahrtspflege für die Volkswohlfahrt.
In: Freie Wohlfahrtspflege. Jg. 1 (April 1926 bis März 1927), 8-18;
49-55;
-
Zur sozialen Gegenwartslage Deutschlands. In: Wirtschaftliche Nachrichten
für Rhein und Ruhr. Jg. 8 (1927). 176-182;
-
Die Ausbildung der männlichen Sozialbeamten. In: Soziale Berufsarbeit,
Jg. 6 (1927), H. 9/10, 1-4;
-
Die katholischen kaufmännischen Vereine als Glied des sozialen Katholizismus.
In:Mercuria, Jg. 47 /1927/1928), Nr. 21, 229-232;
-
Die katholische Anstaltsfürsorge im Bistum Münster. Düsseldorf
o.J. [1928];
-
Stand und Entwicklungstendenzen der Verwaltungsakademiebewegung in Deutschland.
In: Festschrift zur Tagung des Reichsverbandes Deutscher Verwaltungsakademien,
Juni 1928, in Münster und Bochum. Münster 1928, 29-50;
-
Die Ausbildung und Fortbildung der Sozialbeamten im Rheinisch-Westfälischen
Industriebezirk. In: Festschrift zur Feier der Einweihung des neuen Gebäudes
der Westfälischen Verwaltungsakademie, Abteilung Bochum. 1928, 103-118;
-
Die Organisation der katholischen Unterstützungsfürsorge. In:
Caritas. Jg. 33 (7. Neue Folge) (1928), 207-220;
-
Caritas und Wirtschaft. Freiburg i.Br. 1930;
-
Einführung in die Sozialwissenschaften. Berlin o.J. [1930];
-
Mensch und menschliche Beziehungskomplexe in der Handwerkswirtschaft. In:
W[erner], F[riedrich] Bruck/ W., H. (Hrsg.), Probleme der Handwerkswirtschaft.
Münster 1930, 7-24;
-
/Peter Tischleder: Handbuch der Sozialethik. Bd. 1 Wirtschaftsethik.
Essen 1931;
-
Streit und Wahrheit um die deutsche Sozialversicherung. Freiburg 1931;
-
Joseph Mausbachs gestaltende Mitarbeit an der neuen Deutschen Reichsverfassung.
In: Max Meinerts/ Adolf Donders (Hrsg.), Aus Ethik und Leben. Festschrift
für Joseph Mausbach zur Vollendung des siebzigsten Lebensjahres. Münster
1931, 232-250;
-
Rationalisierung. In: Hermann Sacher (Hrsg.) im Auftrag der Görres-Gesellschaft,
Staatslexikon, Bd. 4, 5. neubearb. Aufl., Freiburg i.Br. 1931, Sp. 538-546;
-
Die moderne deutsche Sozialpolitik im Lichte der Grundsätze des
Rundschreibens. In: Die soziale Frage und der Katholizismus. Festschrift
zum 40jährigen Jubiläum der Enzyklika »Rerum novarum«.
(Veröffentlichungen der Sektion für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaften im katholischen
Deutschland) Paderborn 1931, 265-276;
-
Stand und Ursachen der heutigen Arbeitslosigkeit. In: Schönere Zukunft.
Jg. 6, II. Hälfte (April bis September 1931), 969-971;
-
Linderungsmöglichkeiten der heutigen Arbeitslosigkeit. In: Schönere
Zukunft. Jg. 6, II. Hälfte (April bis September 1931), 997-998;
-
Beiträge in: Otto Most/ Bruno Kuske/ H.W. (Hrsg.), Wirtschaftskunde
für Rheinland und Westfalen. Berlin 1931,
-
Das Sozialleben. Führende Sozialreformer in Rheinland und Westfalen,
S. 134-152
-
Die Arbeitnehmer-Organisationen, S. 191-198;
-
Die Arbeitsbedingungen in Rheinland und Westfalen, S., 227-239;
-
Zur Soziologie der Jugend. In: H.W.(Hrsg.), Grundfragen der Jugendwohlfahrtspflege.
Münster 1932, 1-31;
-
Die Gesundheitsfürsorge im Rahmen der sozialen Fürsorge. In:
K[arl] W[ilhelm] Jötten und W. H. (Hrsg.), Lehrbuch der Gesundheitsfürsorge.
Berlin 1932, 7-24;
-
Quadragesimo anno. In: Ludwig Heyde (Hrsg.), Internationales Handwörterbuch
des Gewerkschaftswesens. Bd. 2, Berlin 1932, 1283-1286, Reprint Frankfurt
a.M. 1992;
-
Caritas und Volkswirtschaft. In: Caritas. Jg. 37 (11. Neue Folge), (1932),
466-475; 536-539;
-
Franz Hitze. In: Historische Kommission des Provinzialinstituts für
Westfälische Landes- und Volkskunde [et al.] (Hrsg.), Rheinisch-Westfälische
Wirtschaftsbiographien. Bd. I, Münster 1932, 318-338;
-
Freie Wohlfahrtspflege und Arbeitslosenhilfe. In: Freie Wohlfahrtspflege.
Jg. 7 (1932/1933), 301-309; 352-368; Betriebsführung in caritativen
Anstalten (= Der Wirtschaftsprüfer; H. 5), Berlin 1933;
-
Johannes von Gott. Der Schöpfer des modernen Krankenhauswesens. In:
Caritas. Jg. 38 (12. Neue Folge), (1933), 97-102;
-
Caritaspropaganda. In: Franz Keller (Hrsg.), Jahrbuch der Caritaswissenschaft.
Freiburg i.Br. 1933, 110-114;
-
Caritas im Bistum Münster. Ein Beitrag zur Caritas- und Bistumsgeschichte.
In: [Ferdinand] Emmerich (Hrsg.), Das Bistum Münster. Berlin-Wilmersdorf
1934, 106-120;
-
Die neue deutsche Notstandsfront. In: Caritas Jg. 39 (13. Neue Folge) (1934),
141-146;
-
Der kirchliche Charakter caritativer Anstalten und Einrichtungen. In:Caritas.
Jg. 39 (13. Neue Folge) (1934), 368-373;
-
Die Einkommenssteuer der Geistlichen (= Kirchliche Verwaltungslehre; 1)
Breslau 1937. 5. Aufl. 1941. Nachtrag 1942;
-
Rechtsgrundsätze für die kirchliche Temporalienverwaltung (=
Kirchliche Verwaltungslehre; 4) Breslau-Carlowitz 1938; Das Wesen der Caritas
(= Caritaswissenschaft, Bd. 1) Freiburg 1938.
-
Von Heinrich Weber herausgegebene und mitherausgegebene Werke:
-
Schriften zur Caritaswissenschaft (Schriftenreihe im Auftrage des Deutschen
Caritaverbandes, hrsg. von H.W., Heinrich Auer und Franz Keller). 6 Bde.,
Freiburg i.Br. 1925 ff.;
-
Beiträge zur sozialen Fürsorge. 18 Hefte. Hrsg. im Auftrage des
Westfälischen Provinzialverbandes von Bruno Jung und H.W.. Ab Heft
9 hrsg. im Auftrage des Landeshauptmannes der Provinz Westfalen von H.W.
in Verbindung mit dem Landes-Fürsorgeverband, dem Landes-Jugendamt,
der Landes-Versicherungsanstalt der Provinz Westfalen. Münster i.W.
1925ff.;
-
Westfälische Verwaltungsakademie (Schriftenreihe, hrsg. von W[erner]
F[riedrich] Bruck und H.W.), 4 Hefte. Münster 1925 ff.;
-
Münsterer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Abhandlungen (Schriftenreihe,
hrsg. von W[erner] F[riedrich] Bruck, F[riedrich] Hoffmann und H.W.), 9
Hefte. Leipzig 1926 ff., von Heft 5 Münster i.W. 1930;
-
Der Arbeitsmarkt. Schriftenreihe des Seminars für Arbeitsvermittlung
und Berufsberatung an der Universität Münster i.W. (hrsg. von
H.W. und Bernhard Ordemann). 4 Bde., Berlin 1926 ff.;
-
Beamtenschaft und Verwaltungsakademie. Festschrift zur Tagung des Reichsverbandes
Deutscher Verwaltungsakademien am 1. und 2. Juni 1928 in Münster i.W.
und Bochum. Dargereicht von W[erner] F[riedrich] Bruck und H.W., Münster
i.W. 1928;
-
Arbeit und Sozialpolitik. Schriftenreihe des Seminars für Gewerkschaftswesen
beim Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität
Münster i.W. (hrsg. von H.W. und R[ichard] Woldt). 3 Bde., Leipzig
1930;
-
Probleme der Handwerkswirtschaft (hrsg.W[erner] F[riedrich] Bruck und H.W.).
Münster 1930;
-
Lehrbücher zur Beamtenfortbildung. Hrsg. von W[illibald] Apelt, W[alter]
Pietsch, H.W., 2 Bde., Berlin 1930;
-
Wirtschaftskunde für Rheinland und Westfalen (Unter Förderung
der Provinzialverbände der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen
hrsg. von Otto Most / Bruno Kuske und H.W.). Berlin 1931;
-
Lehrbuch der Gesundheitsfürsorge (hrsg. von K[arl] W[ilhelm] Jötten
und H.W.). Berlin 1932;
-
Die kirchliche Verwaltung und Finanzwirtschaft. Loseblatt-Lexikon. Hrsg.
von H.W., Breslau 1936/37 ff.;
-
Kirchliche Verwaltungslehre (=Schriftenreihe des Bischöflichen Instituts
für kirchliche Verwaltung und Finanzwissenschaft) Hrsg. von H.W.,
8 Hefte, Breslau-Carlowitz 1938;
-
Beiträge zur kirchlichen Verwaltungswissenschaft (= Schriftenreihe
des Bischöflichen Instituts für kirchliche Verwaltung und Finanzwissenschaft;Bd.
1) Hrsg. von H.W. , Breslau 1942.
-
Quellen:
-
Archiv Deutscher Caritasverband Freiburg (= Archiv DCV):
-
110 .055 Zentralvorstands-Sitzungen;
-
111 .055 Zentralrat. Berichte;
-
113,1 .025 Wirtschaftsbeirat. Korrespondenz;
-
113,1 .055 Wirtschaftsbeirat;
-
113,2 Finanzkommission;
-
113,3 Ausschüsse: Fachausschuß IXCaritaswissenschaft;
-
125.63 Diözesan-Caritasverband Münster;
-
519,9 Weber, Dr. Dr. Heinrich; Findbuch Nachlaß Benedict Kreutz;
-
806 Nachlaß Benedict Kreutz;
-
R 959 Institut für kirchliche Verwaltung und Finanzwirtschaft.
-
Bistumsarchiv der Diözese Münster:
-
Löffler, Peter (Bearb.): Findbuch zum Bestand Bischöfliche Finanzkammer
der Kölner Kirchenprovinz. Münster 1976/1984;
-
Bischöfliche Finanzkammer, A 1; A III 1; A III 2; A 11;A 24; Karteikarte
Heinrich Weber.
-
Bundesarchiv Berlin:
-
R 21 Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung;
Personalkarte W.63 des ehemaligen Berlin Document Center;
-
Stadtarchiv Recklinghausen: Schulchronik Röllinghausen I. Sign.:Bibliothek
F 714; - Amtsarchiv Nr. 940.
-
Universitätsarchiv Münster (= UA Münster):
-
Neue Universität. Personalakte Nr. 233;
-
Neue Universität (Press) Personalakte Nr.81;
-
Kath.-Theologische Fakultät: Personalakte Nr. 41;
-
Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät: Rechts- und Staatswissenschaftliche
Fakultät C I, Nr. 4, Bd. 1; Kurator Fach 14, Nr. 1, Bd. 1; Kurator
Personalakte Nr. 3109.
-
Sekundärliteratur:
-
Weber Heinrich. In: Herrmann A. L. Degener (Hrsg.), Wer ist´s? IX.
Ausg. Leipzig 1928, 1653;
-
Caritas-Verband für das Bistum Münster e.V. Berichtsjahr 1924,
Münster 1925; -
-
Schlüter, Joseph: Das Seminar für Fürsorgewesen an der Universität
Münster i.W. In:Caritas. Jg. 32 (6. Neue Folge). 1927, 147 ff.; -
-
Caritas-Verband für die Diözese Münster e.V. Bericht 1930.
Münster i.W. o.J. [1930]; -
-
Generalversammlung des Diözesan-Caritasverbandes. In:Münsterischer
Anzeiger vom 10. September 1930; -
-
Weber Heinrich. In: KürschnersDeutscher Gelehrten-Kalender
-
1931. 4. Ausg., Berlin und Leipzig 1931; Sp. 3183/3184;
-
1940/41. 6. Ausg. Berlin 1941, Sp. 1034/1035
-
Weber Heinrich, in: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch
der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Bd. 2. Berlin 1931, 1993; -
-
»Aktuelle Fragen der Wohlfahrtspflege«. Vortrag Prof. Dr. W.
Münster:Caritas, Volkswirtschaft und öffentliche Wohlfahrtspflege.
In:Bamberger Volksblatt, 7.10.1931.; -
-
Mertens, Heinrich: Rez. zu Heinrich Weber und Peter Tischleder, Handbuch
der Sozialethik, I. Bd.:Wirtschaftsethik.1931. In:Zeitschrift für
Sozialforschung, Jg. I, 1932, 408; -
-
[Zwanzig Jahre] 20 Jahre Diözesan-Caritasverband Münster e.V.
Bericht 1916/ 1936, Münster i.W. o.J. [1936];
-
Auer, Heinrich: Prälat Dr. theol. et rer. pol. Heinrich Weber, in:Caritas.
Jg. 47 (1946), 52-54; -
-
Zum Tode von Professor Heinrich Weber, in: Der Tagesspiegel Nr. 209, 7.9.1946;
-
-
Boldt, Gerhard: Die Entstehung der Sozialforschungsstelle. In:Sozialforschungsstelle
an der Universität Münster Dortmund 1946-1956. o.O. [Dortmund]
o.J. [1956], 7-10; -
-
Kleineidam, Erich: Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität
Breslau 1811-1945. Köln 1961;
-
Hegel, Eduard; Geschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät Münster
1733-1964. Münster Teil 1 1966, Teil 2 1971;
-
Neuloh, Otto:
-
Die Sozialforschungsstelle Dortmund als Modell für die Entwicklung
der sozialwissenschaftlichen Forschung seit 1945. In: Gesellschaft zur
Förderung der Sozialforschung in Dortmund e.V. Dortmund 1978; -
-
Entstehungs- und Leistungsgeschichte der Sozialforschungsstelle Dortmund.
In:Otto Neuloh et al.,Sozialforschung aus gesellschaftlicher Verantwortung.
Entstehungs- und Leistungsgeschichte der Sozialforschungsstelle Dortmund.
Opladen 1983, 13-102; -
-
Gutachten W.s betr. Fachschaft Katholische Wohlfahrtspflege. In: Bernhard
Stasiewski (Bearb.), Akten deutscher Bischöfe über die Lage der
Kirche 1933-1945. Bd. 3: 1935-1936, Mainz 1979, 78-84; -
-
Gröger, Johannes:
-
Schlesische Priester auf deutschen Universitätslehrstühlen seit
1945 (= Arbeiten zur schlesischen Kirchengeschichte, Bd. 3) Sigmaringen
1989;
-
Die Zwangsversetzung von Professor Heinrich Webers nach Breslau. Ein Beitrag
zur nationalsozialistischen Hochschulpolitik. In: Archiv für schlesische
Kirchengeschichte Jg. 49 (1991), 165-176; -
-
Henning, Rudolf: Die Bedeutung des Münsteraner Instituts für
die Entwicklung der Christlichen Sozialwissenschaften in Deutschland. In:
Franz Furger/ Joachim Wiemeyer, (Hrsg.), Christliche Sozialethik im weltweiten
Horizont. Münster 1992, 1-5; -
-
Stanzel, Josef G.: Das Institut für kirchliche Verwaltung und Finanzwirtschaft
in Breslau 1936-1945. Vorgeschichte und Nachfolgeeinrichtungen. Versuch
einer kirchenpolitischen und wirtschaftsgeschichtlichen Einordnung. Zugleich
ein Beitrag zu Leben und Werk von Adolf Kardinal Bertram und H. W. In:
Bernhard Stasiewski (Hrsg.), Adolf Kardinal Bertram. Sein Leben und Wirken
auf dem Hintergrund der Geschichte seiner Zeit. Teil I: Beiträge (=
Forschungen und Quellen zur Kirchen- und Kulturgeschichte Ostdeutschlands)
Köln - Weimar - Wien 1992, 135-197;
-
Furger, Franz:
-
Ein wegweisender Impuls aus der Universität Münster - Katholische
Soziallehre als akademische Disziplin. In: Bernhard Nacke (Hrsg.), Visionen
und Realitäten. Persönlichkeiten und Perspektiven aus der christlich-sozialen
Bewegung Münsters, Münster 1993, 25-44; -
-
Die Geschichte des ersten Lehrstuhls zur »Soziallehre der Kirche«.
In: Franz Furger (Hrsg.), Akzente christlicher Sozialethik. Schwerpunkte
und Wandel in 100 Jahren »Christlicher Sozialwissenschaften«
an der Universität Münster. Münster 1995, 1-15; -
-
Hermanns, Manfred:
-
Impulse von Heinrich Webers für die Caritaswissenschaft. Ein Profil
zum 50. Todestag. In:Karl Hugo Breuer (Hrsg.), Jahrbuch für Jugendsozialarbeit.
Bd. 17. Köln 1996, 337-342; -
-
Heinrich Weber/Zum 50. Todestag. Vielseitiger Sozialethiker. In:Rheinischer
Merkur Jg. 51, Nr. 34 (23. August 1996), 26; -
-
Die Verknüpfung von Sozialethik und Caritaswissenschaft bei Heinrich
Weber. In: Franz Furger (Hrsg.), Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften.
Bd. 38. Münster 1997, 92-114; -
-
Problemlösungsperspektiven im Spannungsfeld Organisation - Wirtschaft
- Caritas in den 20er und 30er Jahren bei Heinrich Weber (1888-1946). In:Heinrich
Pompey (Hrsg.), Caritas im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit.
Würzburg 1997, 311-326; -
-
Weber, Heinrich: Sozialethiker und Caritaswissenschaftler. In: Hugo Maier
(Hrsg.), Who is who der Sozialen Arbeit. Freiburg 1998, 608-609;
-
Heinrich Weber Sozial- und Caritaswissenschaftler in einer Zeit des
Umbruchs. Leben und Werk (= Studien zur Theologie und Praxis der Caritas
und Sozialen Pastoral;Bd. 11) Würzburg 1998. Mit einer ausführlichen
Bibliographie 200-218. (vgl. Besprechung
von Gerhard Merk in: NO 2/2000)
-
Wo steht die Christliche Gesellschaftslehre? Von Heinrich Weber über
Josef Höffner bis zur Gegenwart, in: Die Neue Ordnung, 55. Jg., Nr.
3, Juni 2001.
-
Internet:
-
Biographie Benedict Kreutz (nach Konrad Hilpert,
BBKL)
-
* 15.1. 1879 als Sohn einer Handwerkerfamilie in St. Peter (Schwarzwald)
-
Abitur in Freiburg
-
Studium der Philosophie in Eichstätt, danach der katholischen Theologie
in Freiburg; schon während der Studienzeit Mitarbeit und nachdrücklichen
Förderung kirchlicher Arbeiter- und Caritasvereine
-
1902 Priesterweihe; Kaplan in Birndorf, Durlach und Freiburg
-
1910 Pfarrer in der Industriegemeinde Untergrombach bei Bruchsal (nominell
bis 1920);
-
seit 1915: vorwiegend als Feldgeistlicher im Einsatz, u.a. in Polen und
Finnland.
-
Aufbau eines vorbildlichen sozialen Zentrums mit Kindergarten, Krankenpflegestation,
Volksbad, Bibliothek und Schulungsraum (Elisabethenhaus in Untergrombach).
-
1919 Kreutz wird mit der Einrichtung und Leitung der Hauptvertretung des
Deutschen Caritasverbandes in Berlin betraut. Diese Tätigkeit erlaubte
ihm, zahlreiche Kontakte zu Ministerien, Verbandsleitungen und Entscheidungsträgern
zu knüpfen, die ihm und über ihn auch dem deutschen Episkopat
später von größtem Nutzen waren.
-
Nebenbei: Studium der Volkswirtschaft an der Universität Berlin
-
1921 Berufung in die Zentrale des Deutschen Caritasverbandes nach Freiburg,
um die Nachfolge von L. Werthmann als Präsident anzutreten. Dieses
Amt übte er bis zu seinem Tode 1949 aus.
-
1922 Dissertation zum Dr. rer.pol. über die Wohlfahrtspflege im ländlichen
Raum an der Universität Münster
-
die Gründung des Seminars für Wohlfahrtspfleger, des Jugendleiterinnen-Seminars
und des Seminars für Seelsorgehilfe [alle in Freiburg],
-
die Mitgründung des Instituts für Caritaswissenschaft an der
Universität Freiburg,
-
die Gründung des Caritas-Instituts für Gesundheitsfürsorge
in Köln-Hohenlind
-
durch zahlreiche Denkschriften und Gutachten, die bei ihm eingeholt wurden,
gestaltete er die Wohlfahrtsgesetzgebung der Weimarer Republik mit
-
Zusammenarbeit mit der Inneren Mission sowie den anderen Verbänden
der Wohlfahrtspflege
-
Mitinitiator zur Gründung der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege.
-
1942 Ernennung zum Apostolischen Protonotar
-
1947 Theologische Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät
der Universität Freiburg
-
+ 25.7. 1949 in Freiburg i.Br.
-
Primärliteratur:
-
Das Gemeindeheim auf dem Lande. Eine Studie über seine Geschichte,
soziale und ökonomische Bedeutung und Durchführbarkeit (Diss.
Münster), 1922;
-
Art. Caritas und Deutscher Caritasverband, in: Handwörterbuch der
Wohlfahrtspflege, hrsg. v. O. Karstedt u.a., 1924, 102-110;
-
Die sozial-caritative Bedeutung der Bodenreform, 1925;
-
Caritasarbeit im neuen Deutschland, in: Soziale Arbeit und Gemeinschaft,
hrsg. v. H. Althaus, 1936, 244-255;
-
zahlreiche Reden, Referate, Stellungnahmen, Ansprachen und kurze Beiträge
finden sich in der Zeitschrift Caritas 16, 1910-47, 1946.-
-
Maschinenschriftliche Bibliographie B.K. (bis 1939), zusammengestellt v.
H. Rolfes (64 S.), im Archiv des DCV in Freiburg.
-
Sekundärliteratur:
-
Borgmann, Karl
-
(Hrsg.): Benedict Kreutz zum Gedenken, o.J. (1949); -
-
Dr. Kreutz, Benedikt, in: Freiburger Diözesan-Archiv 71, 1951, 233-236;
-
-
Benedict Kreutz. Zur 10. Wiederkehr seines Todestages, in: Caritas 60,
1959, 231-236; -
-
Benedict Kreutz, in: LThK 2 VI, 605
-
Mann-Tiechler, Gustav v.: Benedict Kreutz (1879-1949), in: ders., Menschen
als Helfer, 1966, 23-27;
-
Wollasch, Hans-Josef:
-
Beiträge zur Geschichte der deutschen Caritas in der Zeit der Weltkriege.
Zum 100. Geburtstag von B.K., 1978; -
-
Benedict Kreutz (1879-1949), Präsident des Deutschen Caritasverbandes,
1979;
-
Benedict Kreutz (1879-1949), in: Zeitgeschichte in Lebensbildern, hrsg.
v. J. Aretz, R. Morsey, A. Rauscher, Bd. V, 1982, 118-133;
-
(Hrsg.): Militärseelsorge im Ersten Weltkrieg. Das Kriegstagebuch
des katholischen Feldgeistlichen Benedict Kreutz. (Veröffentlichungen
der Kommission für Zeitgeschichte. Reihe A, Quellen. 40)). Mainz 1987
-
Benedict Kreutz, in: Badische Biographien. NF I, 193-195
-
Benedcit Kreutz, in: StL7 III, 701-703
-
Internet:
Helmut Zenz - 2003