Helmut Zenz: Heiliges Jahr 2000


Ein Rückblick - ein Ausblick
Informationen zum abgelaufenen Heiligen Jahr 2000:

Zeit der Welt - Zeit der Kirche
Christen auf der ganzen Erde wollten Zeugnis geben
für den Glauben an den dreifaltigen Gott

Das 3. Jahrtausend hat begonnen, nun gilt es, das 21. Jahrhundert zu gestalten.



Inhaltsverzeichnis

(Auf dem blauen kreisförmigen Feld, das das Weltall bedeutet, tritt das Kreuz hervor, das die Menschheit stützt und hält. Diese - auf fünf Kontinenten zusammengeschart - wird durch fünf Tauben dargestellt. Das Kreuz ist in den gleichen Farben der Tauben gezeichnet, um das Geheimnis der Menschwerdung auszudrücken: Christus nimmt die menschliche Daseinsverfassung an und "wird den Menschen gleich". Gott hält Einzug in die Menschheitsgeschichte und erlöst sie. Das Licht, das vom Mittelpunkt ausstrahlt, wollte darauf hindeuten, daß Christus das Licht, das die Welt erleuchtet, ist. Er ist "der alleinige Retter, gestern, heute und in Ewigkeit". Die runde Form, in der die Tauben dargestellt sind, hebt den Geist der Solidarität, die das Große Jubiläum des Jahres 2000 beseelte, hervor. Die Lebhaftigkeit und die Harmonie der Farben wollen an die Freude und den Frieden, als zwei besondere Augenblicke der Jubiläumsfeier, erinnern.)

(Das Logo "Christus 2000" wird die Diözese Rottenburg-Stuttgart in das Jahr 2000 begleiten. Das Kreuz ist Symbol für Tod und Auferstehung Christi. Es schenkt den Menschen Zukunft. Das Segel symbolisiert den Aufbruch, die Fahrt ins neue Jahrtausend, der Wind im Segel den Heiligen Geist.)

Und so geht es weiter:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

-

2004

-
2005


Das 3. Jahrtausend ist da:

Haben wir unsere Ziele erreicht?


Grundlegende Schriften:

Jahresthemen und -ereignisse:
  Die Dreifaltigkeit Die Theologische Tugend


Das Sakrament 


Die marianische Dimension 
Geplante Umsetzung in 
Martyria - Diakonia - Liturgia

1997

Jesus Christus - 

Das menschliche Antlitz Gottes

 
Der Glaube: 
Wahrnehmung, Austausch und Vergewisserung im Glauben 


Die Taufe


Die Frau des Glaubens
Martyria
  • Den Jesus der Bibel als Glaubens- und Lebensbegleiter der Menschen heute verdeutlichen
  • Die Spuren der Nachfolge Christi in der Geschichte wahrnehmen
  • Verborgenes Christsein in unterschiedlichen Biographien, Beziehungen und Lebensformen entdecken
  • Unterschiedliche Lebensräume in den Gemeinden und Verbänden, im privaten und beruflichen Bereich, an verschiedenen gesellschaftlichen Orten ernst nehmen (Netzwerke, Elterninitiativen, Caritasgruppen)
  • Unauffällige Glaubenszeugen in den Gemeinden ermutigen und für die Glaubensvermittlung fruchtbar machen
  • Den Auferstandenen als Begleiter über den Tod hinaus erfahren
Diakonia
  • Die Würde des Menschen als Bruder und Schwester Jesu Christi wahrnehmen
  • Für die Rechte aller Menschen eintreten und sie zu umfassender
  • Solidarität ermutigen (auch mit Fremden und Ausländern)
  • Für gerechte und solidarische Strukturen in Wirtschaft und Gesellschaft eintreten (Gemeinsames Wort zur sozialen Lage)
  • Zu ehrenamtlicher Arbeit in Kirche und Gesellschaft motivieren und befähigen – Das Engagement vieler als Nachfolge Christi wertschätzen
  • Durch Hausbesuche Nöte wahrnehmen und Hilfen vermitteln
  • Frauen und Männer in ihren vielfältigen Familien- und Lebensformen annehmen und ermutigen
Liturgia
  • Die Liturgie wieder neu als Feier des Lebens, des Todes und der Auferstehung Christi entdecken und dadurch die persönliche Beziehung zu Christus vertiefen
  • Das Taufbewußtsein der Gemeinde neu wecken (z. B. durch das sonntägliche Taufgedächtnis, durch Taufen in der Sonntagsmesse, durch besondere u. U. ökumenische Taufgedächtnisgottesdienste)
  • Die österliche Vorbereitungszeit als "Exerzitienzeit" der Gemeinde verstehen, in der die Gemeinschaft mit Christus eine neue Vertiefung erhalten soll
  • Bußgottesdienste mit den Themenschwerpunkten des Jahres 1997 feiern (z.B. "Erneuerung des Taufbewußtseins" bzw. "Glaube")
  • Die Vielfalt der Sakramentalien, Riten und Symbole als Glaubenshilfen an den Knoten- und Wendepunkten des Lebens neu erfahren (z.B. im Kreis der Familie, in der Gemeinde, in der Öffentlichkeit)
  • Ein besonderes Christusgebet für den privaten Vollzug empfehlen, das auch die Jahresthemen "Glauben" und "Getauftsein" aufgreift

  • Das Angelus-Gebet als besonderes Inkarnationsgedenken neu entdecken

1998

Der Heilige Geist - 

Gottes Geist in der Welt

Die Hoffnung: 
Entdecken von Hoffnungszeichen 


Die Firmung 


Die Frau der Hoffnung
Martyria
  • Spuren von Religiosität bei einzelnen und Gruppen wahrnehmen und sich anregen lassen (Gebetskreise, Selbsthilfegruppen)
  • Den Dialog mit den zeitgenössischen Lebenswelten führen (in Kunst, Kultur, Wissenschaften und Medien)
  • Neue Wege der Sakramentenpastoral gehen (z.B. Katechumenat)
  • Das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche und im kirchlichen Leben entdecken
  • In der kirchlichen Erneuerung und den Zeichen der Heiligkeit das Wirken des Geistes finden
  • Die Ökumene als Wirken des Heiligen Geistes ernst nehmen
  • Das gemeinsame Glaubenszeugnis der christlichen Konfessionen und Kirchen verstärken
Diakonia
  • Verantwortlich an der Gestaltung der modernen Lebenswelten mitwirken
  • Die verschiedenen Lebenswelten vernetzen (Beruf, Freizeit, Öffentlichkeit, Kirche, Politik)
  • Politisches und soziales Engagement stärken
  • Lebens- und familienfreundliche Verhältnisse schaffen – Die Ehe als Lebensform stärken
  • Partnerschaft und Solidarität zwischen Frauen und Männern fördern
  • Offene Räume schaffen (Gemeinde als Ort der Begegnung unterschiedlicher Gruppen)
  • Persönliche Dienste an Hilfsbedürftigen leisten (Krankenbesuchsdienst, Krankenkommunion)
  • Menschen für den Dienst in der Kirche gewinnen
Liturgia
  • Die Liturgie als Geist-Geschehen wiederentdecken
  • Das Gefirmt-Sein und die Verantwortung, die daraus erwächst, bewußter leben
  • Die Pfingstnovene, die Pfingstvigil und den Pfingstsonntag in seiner Feier besonders gestalten
  • Bußgottesdienste mit den Themenschwerpunkten des Jahres 1997 feiern (z.B. "Löscht den Geist nicht aus" oder "Hoffnung")
  • Ergänzend zur Meßfeier unterschiedliche Gottesdienstformen fördern (z.B. Stundenliturgie, Früh- und Spätschichten, traditionelle Andachtsformen, Wortgottesdienste)
  • Ein besonderes Gebet um die Gaben des Heiligen Geistes für den privaten Vollzug empfehlen, das auch die Jahresthemen Firmung und Hoffnung aufgreift
  • Das Mariengedenken am Samstag und das "Regina coeli" als Vollzüge österlicher Hoffnung beleben

  • Gebete um Priester- und Ordensberufungen anregen

1999

Gott Vater -

der Vater aller Menschen 

Die Liebe: 
Erinnerung und Orientierung 


Die Buße 


Die Frau der Liebe
Martyria
  • Gott im Leben des einzelnen, in der Familie, im Leben der Kirche und in der säkularen Gesellschaft neu entdecken
  • Die Notwendigkeit persönlicher Umkehr in Erinnerung rufen
  • Das Proprium der biblischen Gottesoffenbarung – Gott als "Gott für uns" – wahrnehmen und als lebensgestaltende Kraft erfahren (Schöpfung, Erlösung, Vollendung)
  • Im Licht der Gottestreue die Gegenwart neu sehen und sich aus dieser Tradition heraus auf die Zukunft einlassen
  • Die Kirchengeschichte als Ort der Gegenwart Gottes entdecken
  • Sich an das Versagen der Kirche in der Geschichte erinnern und die Bereitschaft zur Wachsamkeit stärken (Ecclesia semper reformanda)
  • Die Erinnerung an die Glaubenszeugen (Märtyrer) unserer Zeit wachhalten und fördern
  • Falschen Darstellungen der Kirche in den Medien entgegenwirken
  • Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Sekten führen
  • Den gemeinsamen Glauben von Juden und Christen an den Gott der Bibel erkennen
  • Gottes Wirken in verschiedenen Religionen und Kulturen erspüren
  • Schuld und Sünde in unserer Zeit aufdecken
Diakonia
  • Für Gerechtigkeit und Frieden in der Politik eintreten – Die Zusammenarbeit in Europa und weltweit stärken
  • Die Zivilisation der Liebe für sich, die Kirche, die Gesellschaft und die Gemeinde konkretisieren
  • Die Forderung des Evangeliums ernst nehmen und den Notleidenden helfen, Schulden erlassen
  • Christliche Tugenden für heute wiederbeleben (z. B. Gemeinsinn, Bescheidenheit, Konsumaskese)
  • Gerechtigkeit für Frauen in allen Bereichen von Kirche und Gesellschaft verwirklichen
  • Signale gegen die Gewalt setzen
  • Gespür für die Benachteiligten in den Gemeinden entwickeln und zu einem solidarischen Verhalten gelangen
  • Sich auf "Orte Gottes" im Leben der Menschen besinnen (z.B. Kultur, Kunst, Ethos, Recht)
  • Eckpunkte für die Wirtschafts- und Sozialpolitik aus der Sicht des Evangeliums formulieren
  • Initiativen zur Bewahrung der Schöpfung fördern
Liturgia
  • Die Liturgie als Feier der Großtaten Gottes und als Verherrlichung des Vaters bewußt feiern
  • Das Bußsakrament neu beleben und Hilfen für den sinnvollen Vollzug anbieten
  • Die Schöpfung und die Neue Schöpfung in Christus in den liturgischen Texten neu entdecken und die schöpfungsakzentuierten Feiern besonders gestalten (Bittage, Erntedanksonntag, Segnungsfeiern im Alltag)
  • Bußgottesdienste unter den Themenschwerpunkten des Jahres 1999 feiern ("Versöhnung" bzw. "Gerechtigkeit und Liebe")
  • Zu liturgischen Feiern für Fernstehende einladen (z. B. Kurzandachten als "Atempausen", Meditationsgottesdienste, kirchenmusikalische Andachten)
  • Ein besonderes Bußgebet für den privaten Gebrauch empfehlen, das auch die Themen "Versöhnung", "Gerechtigkeit und Liebe" einschließt

  • Eine Wallfahrt mit Hilfe marianischer Schrifttexte und an der Seite Mariens als "Weg mit Christus" feiern (vgl. Lk 1,39; 2,3f.; 2,22; 2,41f.; Mt 2,13f.; 22f.)
2000

Der dreifaltige Gott

Glaube - Hoffnung - Liebe: Feier der Gegenwart Gottes in der Welt


Die Eucharistie


Tochter des Vaters
Mutter des Sohnes
Braut des Hl. Geistes
Liturgia
  • Dem trinitarischen Gott für die Einladung zum Reich Gottes danken (Doxologie) – Gott voll Freude für die Erlösung in Jesus Christus loben
  • Die Adventszeit 1999 und die Weihnachtszeit 1999/2000 besonders gestalten:
    • Den Brauch der Roratemesse als adventlich-marianisches Gedenken pflegen
    • Der Christmette durch Martyrologium und Lichtritus an der Krippe einen besonderen Akzent geben
    • Einen Gebetsgottesdienst in der Nacht des Jahrtausendwechsels feiern (evtl. ökumenisch)
    • Die Menschwerdung Gottes als Botschaft an alle Völker an Epiphanie 2000 besonders herausheben
  • Die österliche Vorbereitungszeit, das Österliche Triduum und die österliche Festzeit besonders gestalten:
    • Die österliche Bußzeit als Hinführung zum Österlichen Triduum gestalten (Gründonnerstagabend, Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag)
    • Die drei österlichen Hochfeste Ostersonntag/Christi Himmelfahrt/ Pfingstsonntag aus Anlaß des Heiligen Jahres 2000 besonders festlich begehen
  • Die unterschiedlichen Dimensionen der Eucharistiefeier mit Hilfe des Hochgebetes neu entdecken (Lobpreis und Dank, Anamnese und Epiklese, Hingabe bzw. Opfer, Communio)
  • Die Meßfeier an Fronleichnam als Zentrum dieses Festes bewußt machen
  • Eine Wallfahrt mit christologischem Akzent durchführen (evtl. ökumenisch)
Martyria
  • Eine besondere "ökumenische Woche" mit der Einladung an alle Konfessionen durchführen
  • Zum Dialog zwischen den Religionen einladen
  • Sich für eine humane und anspruchsvolle Kultur einsetzen – Die Kultur des Feierns vermitteln und praktizieren
  • Eine Kultur des Lebens in allen gesellschaftlichen Bereichen prägen
  • Die modernen Wissenschaften als Chance und Aufgabe zugleich sehen
Diakonia
  • Die diakonische Dimension des Jubeljahres auf der Grundlage der Heiligen Schrift realisieren (Schuldenerlaß, Menschen in der Kirche neu beheimaten)
  • Die gesellschaftlichen Lebensbereiche nach dem Willen Gottes gestalten

  • "Shalom" als umfassende Aufgabe mit der Bereitschaft zur Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden erkennen und umsetzen (z.B. Ökumene, Ausländer, Randgruppen, Unterpriviligierte in der 3. Welt, andere Religionen)

  Seitenanfang

Christus gestern - heute - in Ewigkeit: Gebete



  Seitenanfang

Internet-Angebote zum Heiligen Jahr 2000

  • Deutschland:
  • Österreich

  • (Ausschnitt aus dem Jubiläumstor)
  • Verschiedenes:

  • Heiliges Jahr 2000 -
    Jubiläum der Katecheten und der Religionslehrer

    HOMILIE Seiner Eminenz Kardinal James Francis Stafford, Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien

    Feierliche Gemeinsame Eucharistiefeier in der Patriarchal-Basilika Sankt Paul vor den Mauern

    " Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir" (Lk 1,28)

    Heilige Messe der Seligen ewigen Jungfrau Maria In Annuntiatione Domini

    Samstag der I. Adventswoche - 9. Dezember 2000 (9.30 Uhr)

    "Gelobt sei Jesus Christus!
    Liebe Konzelebranten, Herr Kardinal, verehrte Brüder im Bischofs- und im Priesteramt, liebe Katecheten und Religionslehrer, liebe Brüder und Schwester im Herrn!

    1. Ich wende mich vor allem an euch, verehrte Katecheten und Religionslehrer, geliebte Diener der Wahrheit,
    die mit Eurer Jubiläumspilgerfahrt nach Rom eine leuchtende Katechese des besonderen Glaubensbundes und der Kommunion in der Barmherzigkeit bietet, die Euch mit dem Nachfolger des Apostels Petrus und der Universalkirche verbindet.
    Euer Jubiläum ist tatsächlich eine ausdrucksvolle Darstellung der Kontinuität und Treue gegenüber dem apostolischen und missionarischen Auftrag, den ihr von Christus erhalten habt.
    In euren Gesichtern, einige jung, andere von den Jahren durchzogen, vielleicht ein wenig müde von der Pilgerfahrt, aber alle voller Freude und tatsächlicher Hoffnung, spiegeln sich die Worte des Auferstandenen wieder: "Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern (…) Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt " (Mt 28, 18-20).
    In der Person eines jeden von euch wende ich mich auch an die Katecheten und die Lehrer der Fünf Kontinente, die nicht nach Rom kommen konnten und denen ihr die von der väterlichen Liebe bestimmten Grüße des Heiligen Vaters überbringen werdet.
    Übertragt ihnen jene neue Kraft, die parresía, den vertrauensvollen Mut, von dem der Apostel Paulus spricht (vgl. 1 Thess 2,2) und den ihr bei dieser Gelegenheit so reichlich am Grab des Apostels der Völker, nicht weit von der Stelle seines Martyriums geschöpft habt.
    Mögen euch seine bekannten Worte am Areopag von Athen begleiten: "Ich fand auch einen Altar mit der Aufschrift: einem unbekannten Gott. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch" (Apg 17,23).
    Verkündet und verbreitet mit festem Glauben, den evangelischen Reichtum der ewigen und unumstößlichen Wahrheit des Guten, den der Sohn Gottes in seiner Menschwerdung der Geschichte der Menschheit geschenkt hat, wenn ihr in eure Länder zurückkehrt, in die Familien, Schulen, in die verschiedenen Areopage der Welt.
    Die Mutter Gottes, die euch an diesem ersten Samstag der Adventszeit empfängt, jenem Tag, den wie ihr wisst, die christliche Tradition der Jungfrau Maria widmet, dem Tempel des Heiligen Geistes, der herrlichen Ikone des Mysteriums der Fleischwerdung, möge euch in dieser Ankündigung vorangehen und begleiten: "Da das Leben sichtbar geworden ist, haben wir es gesehen und davon zeugen wir und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und für uns sichtbar geworden ist " (1 Joh 1,2) in Jesus von Nazareth! In Ihm - wie auch der Brief die Kolosser erinnert" (…) wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes " (2,9).

    2. "Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen. Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor " (Jes 45,8)
    Die herrliche prophetische Anrufung des Eingangsliedes führt uns in die eucharistische Feier dieses ersten Jubiläumstages ein und wirft neues Licht auf unsere missionarische Aufgabe in der Kirche angesichts der heutigen Bedürfnisse der Evangelisierung.
    "Rorate, caeli, desuper, et nubes pluant iustum"! Mit den Worten des Heiligen Vater erinnern wir daran, dass "wir es uns nicht erlauben können, der Welt das Bild eines trockenen Bodens zu geben, nachdem wir das Wort Gottes erhalten haben, als sei es wie Regen vom Himmel gefallen; auch können wir niemals erwarten, ein Brot zu sein, wenn wir verhindern, dass das Mehl mit dem Wasser vermengt wird, das über uns ausgeschüttet wurde (Bulle Incarnationis mysterium, Nr. 4; vgl. St. Irenäus, Gegen die Häresie, II, 17: PG 7,930).
    Vor kurzem habt ihr im Geiste der Buße und der freudigen Hoffnung die Heilige Pforte durchschritten und so euren Glauben in Jesus Christus, den Sohn Gottes, bestätigt, der euch dieselbe Aufgabe übertragen hat, die er vom Vater empfangen hat: "Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz gebrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde... damit ich alle Trauernden tröste " (Jes 61,1-3).
    Das leuchtende Mosaik aus dem 19. Jh. der Künstler Agricola und Consoni, das die Fassade der Basilika schmückt, stellt die vier großen Propheten - Jesaja, Jeremias, Ezechiel und Daniel dar – und ist überspannt von der prächtigen Figur des segnenden Retters zwischen den Aposteln Petrus und Paulus, eine ausdrucksstarke Darstellung der Einheit und Einmaligkeit des Rettungsplanes, den auch ihr aufgenommen und geerbt habt: der Alte Bund verbindet sich mit dem Neuen, der primitive Pakt wird vervollständigt und perfektioniert durch die frohe Botschaft des Kommens des Herrn.
    In diesem Kontext verkünden die prophetischen Worte Jesajas, die wir in erster Lesung gehört haben den Konsens einer Kreatur gegenüber diesem rettenden Plan Gottes: "Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel, Gott mit uns, geben " (Jes, 7,14).
    Die Prophezeiung des wunderbarsten Ereignisses der Ökonomie der Rettung ist die barmherzige Liebe Gottes, Erscheinung des Lichts und der göttlichen Schönheit.
    "Veritas de terra orta est!" (Ps 84, 12), singen wir mit den Worten des Psalmisten: "Treue sproß aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag" (Ps 84, 12- 13).
    Maria, als Erde Jungfrau, seit der Ewigkeit wohl vorbereitet von der himmlischen Gerechtigkeit, hat den göttlichen Samen der Barmherzigkeit des Vaters aufgenommen. Sie ist die erhabene Osterfreude, die uns die Frucht ihres Leibes, Jesus anbietet, den semen mulieris, der uns von der Sünde erlösen und uns im in der Genesis angekündigten Geschlecht der Frau aufnehmen wird (vgl. Gen 3,15).
    Meine Lieben, auch ihr seid gut vorbereitete Erde, die vom Geist Christi durchnässt ist, bereit, das göttliche Wort zu empfangen und es über euer Lebenszeugnis weiterzugeben.
    Ich wünsche euch, dass jede eurer Katechesen, jede Unterrichtsstunde, jenen Zauber und jenes leuchtende Geheimnis der Ankunft des göttlichen Wortes erhalten mag, das Maria uns in Nazareth und im Stall Bethlehems angeboten hat, denn "seit 2000 Jahren ist die Kirche die Krippe, in die Maria Jesus legt und ihn der Anbetung und der Kontemplation aller Völker anvertraut" (Bulle Incarnationis Mysterium, Nr. 11).
    Übernehmt den von der Jungfrau Maria eingeschlagenen Weg; nehmt und legt in die Wiege eurer Katechese die liebenswerte Figur Christi, den barmherzigen Blick dessen, den die östliche Spiritualität bezeichnet hat als "den Schönsten der Schönheit aller Sterblichen" (Enkomia dell’Orthó del Santo und Grande Sabato: vgl. Brief von Johannes Paul II. an die Künstler, Nr. 6).
    Mögen also eure Katechesen und Lektionen an diesem Morgengrauen des Dritten Jahrtausends der Menschheit vor allem die Gelegenheit eines Treffens mit dem göttlichen Immanuel schenken, dem Gott mit uns (vgl. Mt, 1,23) und "jedem menschlichen Wesen die Aussicht geben, gottgleich zu werden und so mehr Mensch zu sein" (Bulle Incarnationis mysterium, Nr. 2).
    "Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und immerdar " (Heb 13,8). Grundlegende Aufgabe der Kirche, die die Verlängerung Christi in den Jahrhunderten darstellt, ist es, diese Unveränderbarkeit in der Verkündigung und der Katechese beizubehalten. Die Kirche selbst, wie hiermit klar wird, muss in ihrer Kontinuität begriffen werden können. Die Jahrtausende gehen vorbei, die politischen Mächte wechseln einander ab, Kulturen und Moden folgen aufeinander, aber die Kirche bleibt immer sie selbst, gestern, heute und immerdar und in diesem sich selbst bleiben, enthält sie die ewige Kreativität und Neuheit des Heiligen Geistes. Es ist nicht der Geist der Welt, sondern der Heilige Geist, der das Boot Petri in eodem sensu voranbringt, obwohl es an Stürmen und Wellen nicht fehlt.

    3. Verehrte Brüder und Schwestern, es ist Willen Gottes, dass die Verkündigung dieses ewigen Lebens, "das beim Vater war und auch für uns sichtbar geworden ist " (1 Joh 1,2) sich verbreiten kann
    - entsprechend der Teilnahme und der Antwort eines jeden auf das Wirken des Heiligen Geistes - auf alle katholischen Gläubigen, auf alle Christen, die "die Taufe erhalten und damit denselben Glauben in den Herrn teilen" (Bulle Incarnationis mysterium, Nr. 4); und auch alle "Brüder der einzigen Menschenfamilie" die gemeinsam über die Schwelle des neuen Jahrtausends geschritten sind (vgl. Ibid. Nr. 6), deren Erwartungen, deren Probleme und Lösungen aufgrund der wachsenden Globalisierung die harmonische Mitarbeit aller fordern.
    Dies ist die Mission ad gentes, die Christus auch und vor allem euch anvertraut, damit die plantatio Ecclesiae in jedem Bereich und jeder Kultur verbreitet werden kann! (II. Vat. Konzil, Dekret Ad gentes, 2; vgl. Lumen gentium, 9). Die Kirche in euch, liebe Katecheten und Lehrer, entdeckt ihre Missionsaufgabe immer neu und belebt sie, sie inspiriert und verstärkt die wirkungsvolle Ökumene, die aus dem Priestergebet des Retters entsteht "Alle sollen eins sein (…), damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast" (Joh 17,21).
    Die Lesung der Zeiten hebt tatsächlich die Wirkung der "Mondialisierung" hervor, aber die Diagnose des menschlichen Herzens zeigt die Sensation von Leere und Abscheu gegenüber dieser Dunkelheit voller Nichts, die die Desorientierung ansteigen lässt. Da er nicht weiß, wie er sich selbst wiederfinden kann - den Grund des Lebens und des Todes, die Bedeutung von Bösem und Leiden - gelingt es dem Menschen auch nicht, sich unter den anderen wiederzufinden.
    Nun, diesem von neuen Idolen des moralischen Relativismus und hedonistischem Pragmatismus irregeleiteten Herzen, getäuscht durch die unterschiedlichsten Formen der Verweltlichung, bietet ihr mit der Katechese den günstigen Moment und eine wirksame Art an, um in sich selbst zu kehren und die Vollständigkeit des Lebens zu fühlen, das es zu empfinden anstrebt.
    Tut dies zunächst mit dem Zeugnis eures heiligen Lebens, mit jener inneren Freude und Kreativität, mit der ihr allen Menschen dient, die sicheres Zeichen der Präsenz des fleischgewordenen Gottes in euch ist.
    Denken wir daran, dass "der zeitgenössische Mensch Zeugen mehr als Meistern glaubt, mehr der Erfahrung als der Doktrin, mehr dem Leben und den Tatsachen als den Theorien" (Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio Nr. 42).
    Der wahre Katechet, der wahre Religionslehrer, so wie auch der wahre Missionar, ist der Heilige. Wir sind hier, um uns zu wahrer Heiligkeit in unseren verschiedenen Lebensstadien zu bekehren.
    Ich wende mich an euch alle, damit in eurer Diakonie der Wahrheit, die sich nicht ändert, ihr das Salz sein möget, das dem Leben christlichen Geschmack gibt, das Licht, das im Dunkeln der Gleichgültigkeit und des Egoismus leuchtet.

    4. "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir" (Lk 1,28)
    Meine Lieben, Maria ist das göttliche Meisterwerk durch das der Vater der Menschheit den Sohn anvertraut.
    Sie ist das Bild dessen, was Gott in denjenigen bewirkt, die sich ihm anvertrauen: in Maria verherrlicht die Freiheit des Schöpfers die Freiheit des Geschöpfs. Die gesamte Schöpfung, und in ihr die gesamte Menschheit, ist wie in der Erwartung die Zustimmung eines einfachen Mädchens, damit sich der rettende Willen Gottes erfüllen kann.
    Richten wir unseren Blick auf sie, rein und leuchtend wie ein Stern, der uns im dunklen Himmel der Erwartungen und menschlichen Unsicherheiten leitet. Besonders heute morgen, wenn gegen Ende des Monats Dezember die freudige Feierlichkeit der Geburt des Erlösers leuchtet, sehen wir sie in der ewigen göttlichen Ökonomie als offene Tür durch die der Retter der Welt kommen wird (vgl. Johannes Paul II., Allokution am 8.12.1982).
    "Ave Stern des Meeres, glückliches Tor des Himmels" (aus der Hymne Ave Maris Stella): Sie ist das Zugangstor zum Fleisch gewordenen Wort, ist "das äußere Osttor des Heiligtums" (Ez 44,1), denn über sie wurde uns Jesus, die Sonne der Gerechtigkeit gegeben.
    "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du gesagt hast." (Lk 1, 38).
    Es besteht kein Zweifel daran, dass die Wirksamkeit der Katechese und der Evangelisierung zum großen Teil auch von euch gläubigen Laien Katecheten und Lehrern abhängt, die ihr mit brennendem Glauben dem universellen Aufruf folgt, Zeugnis von Christus abzulegen, an das sehr klar im Dekret zum Laienapostolat angeführt wird: "Es ist der Herr selbst … der noch einmal … alle Laien auffordert, sich immer enger an ihn zu binden und alles, was von ihm kommt als ihr eigenes zu empfinden, sich seiner rettenden Mission anzuschließen" (Nr. 33).
    Dieses Zeugnis kann und muss in den neuen Areopage der Moderne abgelegt werden: die Welt der sozialen Realität, der Politik und Wirtschaft; die Welt der Kunst in jeder ihrer zahlreichen Formen und ihres edlen Ausdrucks; die Welt der Kommunikation und wissenschaftlichen Forschung wie der Informatik, mit allen ehrlichen und angemessenen Mitteln, die darin zur Verfügung stehen, in der erneuten Zusammenzuführung zwischen Evangelium und Kultur (vgl. Paul VI., Evangelii nuntiandi Nr. 20), die falsch ist und die Kommunion den Menschen mit Gott so sehr behindert.
    Ihr gläubige Laien habt die Aufgabe über die Katechese und den Unterricht, die neuen Sprachen und Techniken der Kommunikation zu befreien, und nicht, sie nur zu verwenden: mit den Worten des Heiligen Vaters erinnern wir daran, dass es "daher nicht ausreicht, sie zu verwenden, um die christliche Botschaft und das Kirchenamt zu verkünden, sondern es ist notwendig, die Botschaft selbst in diese neue Kultur zu integrieren, die von der modernen Kommunikation geschaffen wurde" (Johannes Paul II., Redemptoris missio, Nr. 37).
    Und wie kämen wir umhin, uns auf die anderen ständigen und grundlegenden Areopage der Gesellschaft zu beziehen, immer neue Bereiche, weil sie für den Menschen grundlegend sind: die Familie, die Schule, Orte der Pflege und der wissenschaftlichen Forschung, ehrlichen Vergnügens, des Sports und des Schauspiels und der Kunst in jeder ihrer edlen Ausdrucksformen?
    Liebe Eltern, ihr seid die ersten Katecheten eurer Kinder: seid für sie das Bild der Liebe und der göttlichen Vergebung, indem ihr mit allen Kräften versucht, eine vereinte und solidarische Familie aufzubauen.
    Ich wende mich an euch, liebe Dozenten, die ihr innerhalb des Schulunterrichts der Religion die Jugendlichen mit der Pädagogik des Glaubens in Christus formen, im vollsten Respekt ihren authentischen Freiheit, um sie zur wahren Befreiung zu führen. Denkt daran, dass das Fleisch gewordene Wort gekommen ist, um allen die befreiende Wahrheit vorzuschlagen, nicht um sie aufzuzwängen, jeder Kultur und jeder Generation. Denjenigen, die sich mit den verschiedensten Vorwänden der katechistischen Aktivität der Kirche entgegensetzen, antwortet: öffnet Christus eure Türen! Er schränkt die Freiheit nicht ein, sondern unterstützt sie (vgl. Ibid Nr. 39). Wenn man die Geschichte ohne Vorurteile liest, beweist sie dies umfangreich!
    Unter den Schwachen, den an den Rand gedrängten, den Kranken, Flüchtlingen, Entfernten, muss die Doktrin der sequela Crucis verbreitet werden, über die Katechese auch des Schmerzes, ein privilegierter Weg der Einheit mit dem gekreuzigten Christus für das Auferstehen der Menschheit (vgl. 1 Petr 4,13; vgl. Johannes Paul II., Salvifici doloris, Nr. 26).

    Abschluss
    Maria, dem Stern der neuen Evangelisierung vertrauen wir unsere Gebete an. Durch die Fürbitte der Jungfrau der Erwartung möge sich in uns und in unserer Zeit der Bund zwischen Glauben und Kunst der Katechese wieder herstellen, damit das Evangelium, die neue, frohe Botschaft dieses unendliche Vokabular des göttlichen Wissens darstellt (P. Claudel), jenen ikonographischen Atlas (M. Chagall), der in unseren Worten und unseren Aktionen leuchten muss.
    Sie wird aus uns ein würdiges Haus Gottes machen, Tempel des Heiligen Geistes, wo geistlich viele Töchter und Söhne im Glauben zur Welt kommen können und in der Fülle des Lebens in Christus erzogen werden können.
    So sei es!"


    Seitenanfang
    Homepage Helmut Zenz

    Copyright © Helmut Zenz - 2004