DIE SANT THAKAR SINGH-BEWEGUNG
HOLOSOPHISCHE GESELLSCHAFT DEUTSCHLAND E.V.
Eine kritische Auseinandersetzung mit einer umstrittenen Bewegung
von Helmut Zenz


Letzte Änderung: 2003

Die Sant Thakar Singh-Bewegung zählt zu jenen Guru-Bewegungen der Sant-Mat-Religion, die von den Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten der großen christlichen Kirchen, aber auch von zahlreichen anderen Kritikern destruktiver Kulte als gefährlich bis totalitär eingestuft werden.

Tatsächlich weicht die Praxis der Bewegung mit dem offiziellen Namen "Holosophische Gesellschaft Deutschland e.V."  in einigen Punkten vom üblichen Sant Mat, der reformhinduistisch-sikhistischen Ursprungsbewegung und sogenannten "fünften Religion" Indiens, deutlich ab. Vor allem die Praxis der Licht- und Ton-Meditation gegenüber Kleinkindern ist zu Recht in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein Fall von Kindesmisshandlung in einem Mutter-Kind-Haus in Gauting aufgedeckt, angezeigt und rechtskräftig verurteilt worden ist, auch wenn die Gruppe selbst diese Vorfälle allein in die Verantwortung der Verurteilten schieben möchte und die analoge Praxis in Indien als freiwillige Praxis der Kinder deklariert, denen es bei der Gruppe insgesamt wesentlich besser gehe, als den meisten anderen Kindern in Indien.

Vorher war über die Bewegung Anfang der achtziger Jahre (Katastrophenvorhersagen Sant Thakar Singhs, mysteriöser Tod einer Anhängerin, Ungereimtheiten in der Spendenpraxis) und Anfang der neunziger Jahre (Deutschland-Reise Sant Thakar Singhs) in den Medien zu lesen.

Der Autor dieser Seiten ist katholischer Diplom-Theologe, wohnhaft in Obing und Forstinning, derzeit Religionslehrer i. K. und Promovend an der Katholischen Universität Eichstätt.

Da Obing in der Nähe des langjährigen holosophischen Retreat-Zentrums Oberbrunn liegt (seit kurzem ist es dort nicht mehr ansässig), hat er sich nach entsprechenden Anfragen durch betroffene Eltern und Journalisten in die Materie eingearbeitet.

Hier nun einige aus seiner Sicht sachliche und kritische Informationen über die Bewegung, die versuchen sowohl dem berechtigten Informationsbedürfnis besorgter Mitmenschen als auch der Gruppe selbst gerecht zu werden. Es geht dem Autor nicht um "Verfolgung", sondern um kritische Auseinandersetzung, wie sie gegenüber allen gesellschaftlichen Kräften angebracht ist, die  im Grenzbereich von Überzeugung, Werbung und Manipulation dem Menschen religiöse bzw. pseudoreligiöse Angebote machen. Dabei versucht der Autor, auch die Argumente der Gegner der Gruppierung kritisch zu hinterfragen und auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen. Nichts desto trotz fällt das Gesamturteil sehr kritisch aus.

Ohnehin ist Sant Mat mit katholischem Glauben unvereinbar, auch wenn manch Sant Thakar-"Missionar" anderes glauben machen möchte. Katholischer Glaube setzt ein personales Gottesbild und die Gottessohnschaft Jesu Christi und eine umfassendes Verständnis von Initiation und Mystik voraus. Eine Reduktion Gottes auf ein göttliches Prinzip, des Gottessohnes auf einen prophetischen Guru früherer Zeit und das Erlangen des Heils durch Guru-Initiation und die Praxis einer nicht unproblematische Meditationsmethode ist für die römisch-katholische Kirche nicht akzeptabel. Der Respekt vor dem Glauben anderer Menschen gebietet es aber, im Umfang fair zu bleiben und die gemeinsame Suche nach der Wahrheit gemäß dem II. Vatikanischen Konzil nicht unterzubewerten. Letztlich bleibt aber für Katholiken immer ein Vorbehalt bestehen, dass für sie Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.


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