Kurzer Rückblick auf die Entstehung und
Geschichte
des Islam
In dieser Aufstellung ist bislang nicht
berücksichtigt, was unter
der sog. "Phantomzeit"-These von Illig und Toller unter Historikern
sehr
umstritten ist, aber meine Sympathien hat, weil ich glaube, dass
dadurch
einige Ungereimtheiten im Verhältnis von Islam und Christentum
leichter
zu erklären wäre. Dies würde aber bedeuten, dass alle
Daten
bis zum Jahr 911 um ca. 297 Jahre nach vorne wandern würden und
somit
das Jahr 622 eigentlich das Jahr 325 ist. Dabei ist es natürlich
nicht
einfach bei Topper, seine Thesen bezüglich des Islam und seine
Thesen
bezüglich der christlichen Kirche und Bibel voneinander zu
trennen,
da letztere weitaus weniger plausibel erscheinen als erstere. Dieser
notwendigen
Kritik werde ich mich zu gegebener Zeit stellen. Vgl. vorerst die
Originalthesen
von Uwe Topper, in: Die Große Geschichtsfälschung.
Verkürzte
Weltzeit. Durchbruch durch den geschichtlichen Zeitstrahl, Berlin,
Januar
2000, Kapitel 5: Die Ausbreitung des Islam - http://www.jesus1053.com/l2-wahl/l2-autoren/l3-Uwe-Topper/Topper-5.html#0
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Vgl. Uwe Topper, Zur Chronologie der islamischen Randgebiete. Drei
Betrachtungen,
in: Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart - Interdisziplinäres Bulletin
3/1994
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Vgl. Rezensionen, in: Berliner Geschichtssalon 1995
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Die neue Islaminterpretation des Günter Lüling (U. Topper)
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Der Islam: Interpretationen, Deutungen und Aktualitäten (Khammas,
U. Topper)
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Der Islam und das verschwundene Mittelalter (Niemitz, U. Topper)
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A.T. Fomenko und die Chronologie des Islam (Niemitz)
Inhaltsverzeichnis
570/71-632: Das Leben des Mohammed
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Links:
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um 570/71 (n.Chr.): Mohammed/Muhammad (eigentlich:
Abul-Kasim
ibn Abd-Allah, Muhammad ist der Beiname) wird in Mekka
als Sohn einer zwar geachteten, aber verarmten Kaufmanns-Familie
geboren.
Der Vater hies Abd-Allah, die Mutter Amina,
beide aus der Sippe/dem Geschlecht (Banu) Hashim, einer
Nebenlinie
der herrschenden Kuraishiten (Quraihiten/Stamm der
Quraish/Kuraischiten/Kuraschiten)
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Links zu den Kuraishiten:
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Zur von den Kuraishiten verehrten Göttin Manat:
"Manat („Schicksal”, „Geschick”) In vorislamischer Zeit war Manat in
Arabien
bei den Kuraishiten Mondgöttin und Göttin des Schicksals
sowie
Göttin des Abendsterns.Ihr Heiligtum war ein in Kodaid bei Mekka
vereehrter
heiliger schwarzer Stein. In Mekka verehrte man sie als eine der
drei Schicksalsgöttinnen, die beiden anderen heißen al-Lat
und
al-Uzza. Alle drei galten als Töchter des Hochgottes Allah.
Gleichgesetzt
wurde sie der griechischen Nemesis oder der Tyche. Der Koran
erwähnt
sie in Sure 53, 19-23. Ihre Anrufung als Fürsprecherin bei Allah
war
von Mohammed einige Zeit erlaubt, wenig später jedoch als
Götzenverehrung
verboten."
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Der Vater starb früh auf einer Handelsreise. Muhammad kam deshalb
zu einer Amme mit Namen Halima. Alle neugeborenen
Mekkaner
wurden gewöhnlich Ammen der berberischen Hirtennomaden aus dem
Stamm
Bakr übergeben. Muhammad verbrachte so seine ersten Lebensjahre
bei
seiner Amme. Mit seinem Milchbruder hütete er die Herden in dem
gebirgigen
Hinterland Taif. Bald konnte die Mutter Muhammads die Pflegekosten
für
die Amme nicht mehr aufbringen. Muhammad kam deshalb zur Mutter
zurück.
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576: Als Muhammad und seine Mutter Amina nach Jathrib zu einem Besuch
der
Eltern Aminas fahren, stirbt Amina unerwartet auf dem Rückweg in
Abwa.
Muhammad kommt daraufhin zu seinem 80jährigem Großvater Abd
al-Muttalib.
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578: Auch sein Großvater stirbt bald. In der Familie seines
Onkels
Abu
Talib (*620) findet Muhammad Aufnahme. Mit dem Sohn Abu Talibs,
Ali
(ibn Abu Talib), bleibt er zeitlebens befreundet.
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Muhammad wird Karawanenführer. Das Führen einer Karawane ist
mit großer Gefahr verbunden. Es benötigt Verantwortung,
Intelligenz
und Voraussicht. Die Stadt Mekka ist damals ein Umschlagplatz für
den Karawanenhandel. In dieser Stadt lernt Muhammad Menschen
verschiedener
Religionen (Juden, Nestorianer, Manichäer) kennen. Später
fließt
manches von diesen Erfahrungen in den Koran ein. Von seinen Landsleuten
erhält Muhammad den Beinamen al-Amin (der Getreue). Er bekommt
diesen
Namen, da er das Vertrauen der Kaufleute in Mekka gewinnt.
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596/96: Mit 25 Jahren tritt er in den Dienst der 40jährigen
reichen
Kaufmannswitwe Khadidja (555-620). Für sie
organisiert
und leitet er die Karawanendienste. Er wird ihr Vertrauensmann
-
595 Mohammed heiratet Khadidja. 25 Jahre lang führen sie eine
glückliche
Ehe.
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605 Muhammad wird dazu ausersehen, den schwarzen Stein in der Ecke der
Ka’ba wieder einzusetzen. Dieser war bei einer Zerstörung der
Ka’ba
aufgefunden worden. Abraham soll den Meteoriten (arab.: hadschar) an
dieser
Stelle der Ka’ba angebracht haben, um den Ausgangspunkt für die
rituellen
Umgänge zu kennzeichnen. Muhammad beginnt in dieser Zeit, mehr zu
meditieren.
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610 In der "Nacht des Schicksals", in der letzten Dekade im
Ramadan-Monat
hat er in einer Höhle unterhalb des Berges Hira einen Traum. Er
träumt
von einer Erscheinung des Geistes. Der Geist trägt in einer Hand
eine
mit Zeichen bedeckte Schriftrolle. Er will ihm die erste Offenbarung
Allahs
überbringen. Der Bote fordert Muhammad auf, zu lesen: "Lies!
Im
Namen deines Herrn, der alles erschaffen hat, und der erschuf den
Menschen
aus geronnenem Blut. Lies, denn dein Herr ist der gnädigste, der
den
Gebrauch der Feder gelehrt, und den Menschen lehrt, was er nicht
gewußt.
(Sure 96,1-5)" Nach dem Traum und dem Aufwachen hört Muhammad
eine Stimme. Sie ruft ihn vom Himmel als Gesandten Allahs: "Muhammad,
du bist der Erwählte Allahs, und ich bin Gabriel." Muhammad
sieht
dabei einen riesengroßen Engel. Zu Hause angekommen, erzählt
Muhammad seiner Frau Khadidja von dem Offenbarungserlebnis. Sie ist die
erste, die an seine Sendung glaubt. Sie macht ihm Mut. In den ersten
drei
Jahren nach der Nacht des Schicksals bleibt die Offenbarung Allahs an
Muhammad
ein Geheimnis weniger Vertrauter.
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612/613: Der Prophet erhält eine neue Offenbarung. Er soll seine
Botschaft
nun den Menschen mitteilen. Daraufhin tritt er öffentlich in Mekka
auf, seine Sendung beginnt. Muhammad ist der unerschütterlichen
Überzeugung,
daß er der berufene Gesandte Allahs für die Araber ist. Er
versteht
sich als den letzten und größten der vorangegangenen 124000
Propheten Allahs. Unter diesen Propheten ragen vor allem Mose und Jesus
hervor. Sie dienten als Freudenboten für die Gläubigen und
Strafprediger
für die Ungläubigen.
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612-622: Als Prophet in Mekka verkündigt Muhammad die Endzeit. Er
mahnt zur Buße und Wohltätigkeit angesichts des
bevorstehenden
Gerichts. Muhammad eifert für die Einzigkeit Allahs, dem die
Gläubigen
völlige Unterwerfung schulden. Täglich rezitiert er im
Bereich
der Ka’ba seine Offenbarungen mit dem Blick nach Jerusalem. Unter den
Armen
und Sklaven findet der Prophet seine ersten Anhänger. Die
Kuraishiten
werden zu Gegnern Muhammads. Sie fürchten um ihre Macht und gehen
gewalttätig gegen die Anhänger Muhammads vor. Durch die
Verkündigung
Muhammads sehen die Kuraishiten ihren Glauben an das einende Band ihres
Stammes bedroht. Sie belegen Muhammad mit einem Bann. Niemand darf mehr
mit den Mitgliedern des Hauses Hashim reden oder ihnen etwas verkaufen.
Muhammad rät daraufhin seinen bedrängten Anhängern, nach
Abessinien auszuwandern.
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620: Am 27. Tag des Monats Radjab erlebt Muhammad eine mystische
Entrückung.
Vom Engel Gabriel wird er auf der weißen Stute Burak von Mekka
nach
Jerusalem entführt. Während der nächtlichen Reise
(arab.:
isra) des Aufstiegs (arab. mi’radj), steigt er auf einen heiligen
Felsen.
Dort ist der Ausgangspunkt zum Himmel. Muhammad steigt von diesem in
die
7 Himmel auf. Er begegnet Adam (1. Himmel), Johannes und Jesus (2.
Himmel),
Joseph (3. Himmel), Idris (4. Himmel), Aaron (5. Himmel), Mose (6.
Himmel)
und Abraham (7. Himmel). Er wird von ihnen als rechtschaffender Bruder
und Prophet willkommen geheißen. Im Himmel erreicht Muhammad,
daß
die ursprünglichen 50 salat auf 5 pro Tag reduziert werden.
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620: Tod seiner ersten Ehefrau. Noch imselben Jahr heiratet er die
Witwe
Sauda
und verlobt sich mit der 6/7jährigen A’isha
(bin Abu Bakr) (613-678). A’isha wird seine spätere
Lieblingsfrau.
Sie ist die Tochter Abu Bakrs, dem späteren ersten
Kalifen..
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622 beschließt Muhammad nach Jathrib auszuwandern. Der Grund
dafür
sind der Besuch und die Bitte von 18 Anhängern und die
Morddrohungen
von den Kuraishiten. Die Stadt Jathrib wird später in Madina
an-Nabi
(Stadt des Propheten), kurz Madina (Medina) umbenannt. In Medina
angekommen,
läßt Muhammad an dem Ort seiner Ankunft die erste Moschee
des
Islam errichten. Er erwirbt ein Stück Land, um sein Wohnhaus und
die
zweite Moschee zu errichten. Als erstes Amt nimmt er die Aufgabe eines
Emirs an und wird damit politisches Oberhaupt der Stadt Medina.
Außer
dem Prophetenamt übernimmt er auch die Rolle des Staatsmannes,
Gesetzgebers
und Feldherrn. Der Inhalt seiner Offenbarungen ändert sich vom
Endzeitlichen
(Weltenende, Paradiesesfreuden, Höllenstrafen) hin zu
staatspolitischen,
juristischen und sozialethischen Themen. Zu seinem Harem gehören
inzwischen
neun Frauen. Gründung des islamischen Gemeinwesens/Staates
(umma)..
Einer klassischen Definition zufolge ist der Islam `Religion und
Staat´
(din wadaula) in einem. Deshalb wehren sich heute viele Muslime gegen
die
Trennung von Religion und Staat. Muhammad bestraft die Mekkaner
für
ihr Unverständnis.
-
Das Jahr der Auswanderung/Emigration/Flucht (arab.: hidjra, Hidschra,
Hedschra)
Muhammads von Mekka nach Medina, wird seit dem zweiten Kalifen Umar
(Omar,
um 638) als der Beginn der islamischen Zeitrechnung angesetzt. Umar
benötigte
zu diesem Zeitpunkt in den größer werdenden islamischen
Staaten
eine einheitliche Zeitrechung. Die Ära beginnt mit dem 1. Muharram
des Jahres der hidjra (16. Juli, Tamuz, 622 des Julianischen Kalenders,
Abkürzung: A.H. = Anno Hegirae). Seitdem ist dieser Kalender in
allen
islamischen Staaten die Grundlage der offiziellen Zeitrechnung. Der
Gregorianische
Kalender des Westens gewinnt jedoch immer mehr an Bedeutung. So ist er
z.B. in Bereichen der internationalen Zusammenarbeit sehr wichtig. Die
Basis des islamischen Jahres ist das Mondjahr. Es hat 12 Monate und
eine
Länge von 354,36 Tagen. Ein synodischer Monat ist die Grundeinheit
des Mondjahres. Er erstreckt sich vom ersten Augenblick des Neumondes
(arab.:
hilal) bis zu nächstem Neumond. Der Mondkalender ist 11 Tage
kürzer
als der gregorianische Kalender. Nach 33 Jahren fällt deshalb der
Jahresbeginn wieder auf den gleichen Tag. Innerhalb von 30 Jahren gibt
es elfmal einen Schalttag (arab.; yaum kabs). Das Mondjahr und seine
Monate
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30 Tage al-Murharram
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29 Tage Safar
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30 Tage Rabi I
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29 Tage Rabi II
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30 Tage Gumada I
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29 Tage Gumada II
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30 Tage Ragab
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29 Tage Sa’ban
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30 Tage Ramadan
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29 Tage Sauwal
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30 Tage Du I-Qa’da
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29 Tage Du I-Higga (in Schaltjahren 30 Tage)
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Ab 623 überfällt er die mekkanischen Karawanen, die an Medina
vorbeiziehen, und läßt sie ausgeplüdern. Die Juden
weigern
sich in Medina, die Lehre des Muhammad anzunehmen. Deshalb wird er zu
einem
erbitterten Feind der Juden. Muhammad sieht sich als Erneuerer der
Religion
Abrahams. Allah ist es, der die Feinde erschlägt und den Sieg
erringt
(Sure 8,17). Mit der Zeit gerät dieser Gedanke zu der Vorstellung,
daß Allah die Form der kriegerischen Ausbreitung der islamischen
Herrschaft will. Die Idee des Heiligen Krieges (arab.: djihad) zwecks
der
Errichtung der islamischen Herrschaftsformen und der islamischen
Staaten
wird geboren.
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Im Februar 624 bestimmt Muhammad, daß von jetzt an statt
Jerusalem
die Ka’ba in Mekka als Gebetsrichtung, kibla gelten wird. Er macht den
Freitag zum Wochenfeiertag und ersetzt den nach jüdischem Vorbild
eingeführten Fasttag ashura durch den Fastenmonat Ramadan.
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625 wird Muhammad im Kampf mit den Kuraishiten verletzt.
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627 Ein erneuter Kampf findet statt. Muhammad vertreibt die Kuraishiten
zusammen mit den Juden. Er läßt 6000 Männer töten
und verkauft die Frauen und Kinder als Sklaven. Die Beduinen kann er
als
Bundesgenossen gegen Mekka gewinnen.
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April 628: Mit 1500 Anhängern macht er sich zu einer Wallfahrt
nach
Mekka auf. Er kommt aber an seinem Ziel aufgrund der Schwierigkeiten
mit
den Mekkanern nicht an. Daraufhin handelt er einen 10jährigen
Waffenstillstand
mit den Mekkanern aus.
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629 zieht er mit seinen unbewaffneten Anhängern friedlich in Mekka
ein. Er besucht nach dem Gebet und der Umschreitung das Grab der
Khadidja
und kehrt nach Medina zurück.
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630 Trotz Waffenstillstand zieht Muhammad mit 10000 Männern gegen
Mekka. Es wird ihm kein Widerstand entgegengebracht, da die Mekkaner
sich
im Monat Ramadan befinden. Daraufhin umreitet er siebenmal die Ka’ba
und
zerschlägt die altarabischen Götterbilder des heiligen
Bezirks.
Muhammad nimmt den schwarzen Stein heraus und erklärt Mekka mit
dem
Zentralheiligtum der Ka’ba zur heiligen Stadt des Islam. Außerdem
organisiert er die Neuordnung der Wallfahrt zur Ka’ba.
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Von 630-632 widmet Muhammad sich den Herrschaftsaufgaben.
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Im Jahr 632 macht er sich zu seiner Abschiedswallfahrt nach Mekka auf.
Nach seiner Rückkehr erkrankt der Prophet.
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Am 8. Juni 632 geht Muhammad ein letztes Mal in die Moschee. Darauf
stirbt
er in der Wohnung seiner Lieblingsfrau A’isha. Seine letzten Worte
sind:
"Der
Freund, der Höchste, aus dem Paradies."
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In der dritten Nacht wird der Prophet an der Stelle begraben, wo
gestorben
ist. Sein Grab befindet sich heute innerhalb der durch Anbauten
erweiterten
Moschee in Medina. Es ist von Gittern aus Schmiedeeisen und Messing
umgeben.
Auf dem Grab steht das islamische Glaubensbekenntnis in mehrfacher
Wiederholung:
"Es
gibt keinen Gott außer Allah. Muhammad ist der Gesandte Allahs."
-
Muhammad hinterläßt einen Harem von neun Frauen und drei
Konkubinen.
Als Mütter der Gläubigen sollen sie nach seinem Tod nicht
mehr
heiraten. Aus den Ehen gingen 2 bzw. 3 früh verstorbene Söhne
und 4 Töchter hervor - Zainab, Ruqajja, Umm Kulthum und
Fatima
(*632). Zaid ibn Haritha, ein freigekaufter Sklave,
wurde
adoptiert. Fatima heiratete Muhammads Vetter Ali
(ibn
Abu Talib) und hat mit ihm zwei Kinder: Hasan
(+
670 n. Chr.) und Husain (Hüseyin).
632-661 Die vier "rechtgeleiteten" Kalifen
-
Nach dem Tod des Muhammad gab es Streitigkeiten über seine
Nachfolge.
Hier liegt der Ursprung der späteren Spaltungen im Islam.
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(Ali war der Vetter und Schwiegersohn Muhammads. Seine Anhänger
behaupteten,
daß der Prophet Ali auf seiner letzten Pilgerfahrt zu seinem
Nachfolger
bestimmt hat. Das war aber nicht sicher.)
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632-634 Abu Bakr (* 573), der Vater von Muhammads
zweiter
Frau A‘isha, war ein treuer Gefährte des Propheten schon bei der
Flucht
nach Medina (622). Er ging aus dem Streit als Sieger hervor. In seiner
2jährigen Amtszeit mußte er als der 1. Kalif Aufstände
von Araberstämmen niederwerfen. Seine Aufgabe war es, sie zu einen
und die Unruhen in eine Bewegung nach außen umwandeln. Er
veranlaßt
die Sammlung der Offenbarungsreden Muhammads.
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634-644 Sein Nachfolger Omar/Umar ibn al-Khattab wurde
von
Abu Bakr selbst vorgeschlagen. Er setzte die Eroberungen fort. Unter
ihm
gelangen den Muslimen zwei historische Siege. 636 mußten die
Byzantiner
Syrien und Palästina aufgeben. 636 verloren die Perser bei
Quadisiya
am Westufer des Euphrat. Er war ein geschickter Staatsmann. Die
hinzugewonnenen
Regionen sicherte er durch neu errichtete Militärlager. Die
Städte
Kufa und Basra im Irak entstanden auf diese Weise. Außerdem
führte
er das Amt des Richters (arab.: qadi) ein. Den Hidschra erklärte
er
zum Anfang der neuen Zeitrechnung. 644 wurde er von einem Sklaven
ermordet.
Zur Nachfolgerwahl hatte er ein Wahlgremium von sechs Leuten bestimmt.
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635-642 Eroberung von Damaskus (635), Jerusalem (638), Ägyptens
und
Persiens sowie erste Teile Nordafrikas (639-642)
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641: Omar befahl dem in Alexandrien herrschenden Statthalter Amr ibn
al-As
die Bibliothek in Alexandrien zu verbrennen.
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643/644 Eroberung von Ägypten, Palästina, Syrien,
Mesopotamien
(Iran und Irak) und Persien.
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Links:
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644-656 Der 3. Kalif Othman/Uthman ibn Affan aus dem
Stamm
der Ummayaden, war ein Schwiegersohn des Propheten und kein
Kuraishiter.
Die Ausdehnung des Islam gelang ihm im gesamten persischen Hochland.
Mit
den Christen schloß er einen Friedensvertrag, der die Mission in
Richtung Süden für mehrere hundert Jahre beendete. Nur in
Nordafrika
erfolgte weiterhin die Expansion der Araber. Uthman ibn Affan wollte
die
Koranleser (arab.: qurra) entmachten. Er ließ die einzelnen
Bruchstücke
des Koran in einer verbindlichen Redaktionzusammentragen. So entstand
die
schriftliche Fassung des Koran, das Buch des Koran (arab.: al-kitab)
unter
ihm. Da er Mitglieder seiner eigenen Familie bei der Vergabe von
Ämtern
und Begünstigungen bevorzugte, war der Unmut gegen ihn groß.
Schließlich wurde er von den Beschwerdeführern ermordet.
Damit
begann eine unruhige Phase des Islam. Blutrache wurde für den Mord
gefordert.
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650 (bis 720) Beginn der Eroberung Nordafrikas und der iberischen
Halbinsel
(Spanien und Portugal).
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Links:
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653 Endredaktion des Koran
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Ali ibn Abu Talib, der Vetter und Schwiegersohn
Muhammads,
wurde nach drei vergeblichen Anläufen zum 4. Kalifen gewählt.
Seine Wahl lehnte der Statthalter in Syrien, Muawiya,
ab.
Sie hatte nicht unter der Mitwirkung von den Provinzfürsten
stattgefunden.
Ali verlegte seinen Amtssitz von Medina nach Kufa in Mesopotamien. Das
bedeutete das Ende Medinas als dem Zentrum des Islam. Die Gegner Alis
wollten
ihn stürzen.Der erste Bürgerkrieg im Islam begann. Muawiya
machte
Ali das Kalifat streitig. Seine Begründung lag in Alis geringem
Engagement
bei der Suche der Mörder Uthmans. Ein Schiedsgericht sollte den
Streit
zwischen den beiden entscheiden. Eine Lösung wurde aber nicht
gefunden.
Ali bekam außerdem Gegner aus den eigenen Reihen. Die
Kharidschiten
waren aus theologischen Gründen nicht mit dem Schiedsgericht
einverstanden.Die
Sunniten meinten, daß das Kalifat einem Mitglied aus dem Stamm
der
Kuraishiten vorbehalten sein muß. Die Schi’iten sprachen sich
dafür
aus, daß der Anführer ein leiblicher Nachfahre Alis und
Fatima,
der Tochter Muhammads, sein muß. Daß die religiösen
und
moralischen Fähigkeiten des Leiters allein wichtig sind, war die
Meinung
der Kharidschiten.
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657 Schlacht bei Siffin am Euphrat zwischen Ali und Mu’awija;
Entstehung
der Kharidjiten und Schiat (Anhänger Alis); Absetzung Alis
-
661 Ali wurde von den Kharidschiten ermordet.
660/661-750 Das umaiyadische/omaiyadische
Kalifat:
-
Muawiya wurde neuer und einziger Kalif. Ab 641 war er
Statthalter
des Reiches in Damaskus und verlagerte das Zentrum der islamischen Welt
in die syrische Metropole. In Medina wollten nur die frommsten
Gläubigen
bleiben, um das Vermächtnis des Propheten aufrecht zu erhalten. In
Kufa in Mesopotamien, blieben die Anhänger des Ali, die Shi’iten.
Mit dem Machtantritt Muawiyas endete die Reihe der rechtgeleiteten
Kalifen.
Nun begann die Leitung der Gemeinde durch Familien und Männer. Sie
hatten sich erst zum Islam bekehrt, nachdem Mekka erobert wurde.Muawiya
setzte die expansive Politik der 4 Kalifen fort.
-
670 gelang schrittweise die islamische Expansion auf dem westlichen
Teil
Nordafrikas bis an die Atlantikküste. Der Statthalter in Damaskus
versuchte die Herrschaft der Umayyaden und seine Interessen einer
zentralen
Gewalt durchzusetzen. Dabei mußte er sich gegen zahlreiche
konkurrierende
Stämme zur Wehr setzen. Er ist der eigentliche Gründer und
Verfestiger
eines einheitlichen islamischen Reiches. Außerdem hat er das
Prinzip
einer Dynastie in der Frage der Nachfolge durchgebracht. Noch vor
seinem
Tod wurde sein Sohn Yazid sein Nachfolger.
-
680-683 Yazid herrschte. Unter ihm wurde der 2.
innerislamische
Bürgerkrieg gegen die Gegner Yazids ausgetragen. Der Krieg brachte
heftige Seuchen und Hungersnöte. Die Shi’iten versuchten dabei,
die
Macht zu übernehmen. Der Sohn Alis und Enkel Mohammeds, Husain
(Hüseyin), sah sich als rechtmäßigen neuen
Führer
der Gemeinde. Er starb im Kampf gegen Yazids Truppen in der Nähe
von
Kufa (die Aleviten sprechen vom "Massaker von Kerbala"). Dieser Sieg
der
Sunniten über die Schi´iten bedeutete die endgültige
Spaltung.
Husains Todestag gilt unter den Shi’iten als besonderer Feiertag. Der
zweite
Widersacher Yazids war Abdallah ibn az-Zubair, also der
Sohn
einer gewissen Zubair, der mit A'ischa und Talha gegen
Mu`awiya
gekämpft hatte. Zwölf Jahre lebte er als Gegenkalif in Mekka,
bevor er besiegt wird und sich nach Basra zurückzog. 683 stirbt
Yazid,
sein Sohn Mu`awiya II. kurze Zeit später 684.
Schließlich
wurde Marwan aus Medina zum Nachfolger bestimmt.
-
685/87-691 Abd al-Malik (`Abdalmalik) übernahm 685
die
Gemeinde. Er konnte den Bürgerkrieg beenden. Unter ihm gelang die
Festigung des Reiches und einige Reformen. Arabisch als einheitliche
Verwaltungssprache
ersetzte nun die jeweilige Landessprache. Im Zuge dieser
Maßnahmen
arabisierte man auch das Münzwesen. Die Umayyaden demonstrierten
durch
die Errichtung von Prachtbauten wie dem Felsendom in Jerusalem die
Stabilität
ihrer Macht.
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691 Bau des Felsendomes in Jerusalem
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702 Umbau einer byzantinischen Basilika zur Al-Aksa-Moschee (Jerusalem)
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705 Umbau der byzantinischen Johannesbasilika zur Umayyaden-Moschee
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Noch im 7. Jahrhundert haben sich die Kharidjiten/Charidschiten und die
Yaziden/Yeziden abgespalten.
-
Die Charidschiten gehörten ehemals zu den
Anängern
Alis.
Wegen dessen Nachgiebigkeit trennten sie sich von ihm. Jeder integre
Mensch,
im religiösen und moralischen Bereich, kann nach ihrer Auffassung
Imam und Kalif werden. Ihre Nachfolger waren die Ibaditen, die heute
unter
den Berbern im Maghreb anzutreffen sind. Ebenfalls weitverbreitet sind
sie in Oman.
-
Das Yezidentum ist ein hochgradig synkretistischer Kult,
der Elemente aus den verschiedensten Religionen in sich aufgenommen
hat,
so z.B. zoroastische (Dualismus), jüdische (Speisegebote),
nestorianisch-christliche
(Taufe, Brotbrechen), orthodox-islamische (Beschneidung, Fasten), sufi-
islamische (Extase, Geheimlehre) sowie schamanistische (Orakel). Zum
Verhältnis
der Muslime zu den Yeziden: Durch das Fehlen eines dem Koran oder der
Bibel
vergleichbaren ‚Buches‘ in der yezidischen Religion und durch deren
vermutete
Entstehung nach Verkündung der ‚letzten‘ Offenbarung durch den
Propheten
Muhammad sahen und sehen noch heute orthodoxe Muslime die Yeziden als
Abtrünnige
vom wahren Glauben an. Massaker an Yeziden durch sunnitische Kurden
sind
historisch vielfach belegt.
-
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8. Jhdt.: Enstehung der sunnitischen Schulen und Richtungen der
Hanafiten
und Malikiten, der schiitischen Schulen und Richtungen der Zaiditen und
Ismailiten sowie der Schismatiker der Ibadiya (Nachfolger der
Kharidjiten)
-
Die "Fünferschiiten" oder Zaiditen gehen auf Zaid Ibn Ali (5.
Imam)
zurück, den Enkel Hussains. Sie sind heute hauptsächlich im
Jemen
anzutreffen.
-
Die "Siebenerschiiten" oder Ismailien erkennen insgesamt sieben Imame
als
rechtmässig an. Unter den Schiiten gelten sie als die
extremistischsten.
Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Syrien und in Bahrain. Zu den
Ismailiten
gehören auch die fatimidischen Drusen und die Alawiten. Eine
weitere
ismailitische Sekte sind die Bahai.
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705/707-715: Walid ibn Abd al Malis: Die
zweite
große Eroberungswelle setzte unter ihm, seinem Nachfolger Umar
II.
Ibn Abd al-Aziz und Hisham, dem zweiten Sohn des Abd al-Maliks ein.
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711-715 Die Araber konnten im Westen die Straße von Gibraltar
überqueren.
In kurzer Zeit eroberten sie fast die gesamte Pyrenäeninsel
(Spanien).
Sofort leiteten die Karolinger die Rückeroberung der Gebiete ein,
aber erst 1492 konnten die Araber aus Grenada vertrieben werden und der
arabischen Besetzung in Spanien ein Ende gesetzt werden.
-
Zur gleichen Zeit wie die Eroberung der Pyrenäenhalbinsel,
stoßen
islamische Truppen nach dem Nordosten Persiens vor. Überquerung de
Jaxartes und Einfall in das Industal. Sie gründen das Emirat
Multan.
Es wird später die Keimzelle für die Islamisierung Indiens.
Das
Reich der Umayyaden blieb arabisch. Nichtaraber, die sich dem Islam
anschlossen,
hatten sich dem arabischen Stammesverband anzuschließen. Sie
bekamen
den Status von Klienten (arab.: mawali). Dadurch waren sie den Arabern
nahezu gleichgestellt. Nur die Muslime durften Waffen tragen und in der
Armee dienen. Sie regierten als Kriegerkaste die übrige
Bevölkerung.
Es gab Unterschiede zwischen den Heiden und den Christen und Juden. In
der Hierarchie nahmen die Heiden den untersten Rang ein. Ihre
Götteranbetung
war strengstens verboten. Christen und Juden erhielten den Rang der
Schutzbefohlenen.
Als Andersgläubige genoßen sie Schutz (arab.: dhimma). Durch
den Status als Schutzbefohlene (arab.: dhimmi) waren sie mit gerechter
Behandlung einem dazu Befähigten anvertraut. Die Muslime
mußten
diese Aufgabe nach bestem Gewissen erfüllen. Schutzbefohlene waren
vom Kriegsdienst befreit. Als Gegenleistung hatten sie eine Grundsteuer
für das von ihnen bewirtschaftete Land, eine Kopfsteuer (arab.:
jizya)
zu zahlen. Es war ihnen gestattet, ihre Religion auszuüben.
Verboten
war dagegen der Bau einer eigenen Kultstätte und das Tragen der
Symbole
ihrer Religion. Sie durften kein staatliches Amt bekleiden. Durch
Verträge
wurde gewährleistet, daß sie in eigenen geschlossenen
Gemeinschaften
leben konnten.
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732 Schlacht bei Tours und Poitiers: Sieg der europäischen Heere
über
die Araber durch Karl Martell.
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Mitte des 8. Jh. gab es erste Unruhen und Aufstände. Sie
bedeuteten
das Ende der Umayyaden-Herrschaft.
749/750-1258 Das abbasidische Kalifat:
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749/750-754 Abu al-Abbas war der Nachkomme von Abbas,
dem
Onkel des Propheten Muhammad. Er ließ sich 749 in Kufa zum
Kalifen
ausrufen. Unterstützung erhielt er von den Shi’iten und Mawalis.
Sie
standen den Umayyaden feindlich gegenüber. Von den gebürtigen
Arabern fühlten sie sich benachteiligt. Sie waren konvertiert und
dem islamischen Stamm beigetreten. Diese Unstimmigkeiten führten
zu
einem neuen Bürgerkrieg. Der neue Kalif ließ die Umayyaden
auf
brutale Weise verfolgen und umbringen. Die Abbasiden hatten den
Anspruch,
die islamische Regierung zu etablieren. Sie strebten einen gerechten
Ausgleich
zwischen allen Muslimen an. Der Islam verlor durch die Gleichstellung
der
Araber und Mawalis seine ethnischen Grenzen. Nun war der Weg frei
für
die Entwicklung zu einer wirklichen Weltreligion. Der Weg nach Europa
war
immer noch verstellt. Allerdings konnte sich der Islam nun nach Asien
und
Afrika ausbreiten. Das Zentrum des Abbasidenreiches wurde in den Irak
verlegt.
Dort konnten sich die neuen Herrscher ihrer Anhänger sicher sein.
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754-775 Mansur gründete in seiner Amtszeit als
Kalif
die Haupstadt Bagdad. Sie erhielt den Namen Stadt des Friedens (arab.:
madinat assalam). Ihre kreisrunde Anlage mit den in die vier
Himmelsrichtungen
weisenden Toren, hatte eine Bedeutung. Die Weltoffenheit und der
Machtanspruch
des Kalifats sollten dadurch dokumentiert werden. Ihre Lage am
Schnittpunkt
besonderer Handelsstraßen war günstig. Dadurch wurden die
Ziele
der Abbasiden unterstützt. Die Stadt sollte nach ihrem Wunsch zu
einem
ökonomischen und kulturellen Zentrum des Reiches ausgebaut werden.
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756 (-1031) Herrschaft der Umayyaden in Spanien (Cordoba)
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762 Gründung von Bagdad
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765 Tod Isma’ils, des 7. Imams der Isma’iliten
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767 Tod des Abu Hanifa, des Bergründers der
Hanafiten
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785 Baubeginn der Großen Moschee von Cordoba
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786-804/809 Herrschaft des abbasidischen Kalifen Harun-ar-Raschid
in Bagdad
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795 Tod des Mali ibn Anas, des Begründers der
Malikiten
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801 Eine Frau, Rabi´a von Basra, soll den Sufismus, die
islamische
Mystik bzw. Esoterik, eingeführt haben.
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9. Jhdt.: Entstehung der sunnitischen Schulen und Richtungen der
Shafi´iten
und Hanbaliten., der schiitischen Schulen und Richtungen der Imamiten
und
Karmaten sowie der extrem schiitischen Schismatiker der Alawiten
(Aleviten).
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813-833 Kalif Mamun gründete eine Akademie. Die
wichtigsten
griechischen Werke wurden übersetzt und für die arabischen
Wissenschaften
erschlossen
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820 Tod des Al-Shafi’i, des Begründers der
Shafi’iten
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In der Mitte des 9. Jh. traten soziale Widersprüche in der
Gesellschaft
auf. Die Kontrolle über das Militär, die Verwaltung und die
Zentralgewalt
in den Randzonen schwand. Das führte zu einem allmählichen
Autoritätsverfall
der Zentrale. Immer mehr Provinzen lösten sich vom Kalifat.
Autonome
arabische und iranische Fürstentümer entstanden. Der
Kulturkreis
besaß keine weltliche Durchsetzungskraft mehr. Parallel zu dieser
Aufsplitterung entstanden mehrere shi’itische Bewegungen. Sie erkannten
das Kalifat nicht mehr an. Von Ali abstammende Gegenkalifen wurden von
ihnen eingesetzt – die Zaiditen, Ismailiten, Fatimiden und Buyiden.
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855 Tod des Ahmad ibn Hanbal, des Begründers der
Hanbaliten
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874 Verschwinden des Muhammad al-Mahdi, des 12. Imams
der
Zwölfer-Shi’iten
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890-906 Hamdan Karmat begründet die Karmaten.
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10. Jhdt.: Entstehung der schiitischen Schule und Richtung der
Fatimiden.
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909 Fatimidisches Kalifat in Nordafrika
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922 Hinrichtung des Mystikers al-Halladj als Ketzer in
Bagdad
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929 Der spanische Umaiyade Abd ar-Rahman III. nimmt den
Kalifentitel
an.
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969/973-1071?/1171 Kalifat der Fatimiden in Ägypten und Syrien
(Kairuan)
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971 Vollendung der Al-Azhar-Moschee (in Kairo)
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973 Gründung von Kairo
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980-1037 Arzt und Philosoph Avicenna (Ibn Sina)
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1030 Der Siegeszug begann in Persien.
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Seit Mitte des 11. Jh. gab es eine Invasion türkischer
Nomadenstämme
aus Zentralasien unter der Leitung der Seldschuken. Die Herrschenden im
Iran und in Byzanz wurden davon nicht verschont.
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1055 eroberten die Fatimiden Bagdad. Für einige Zeit drangen die
Seldschuken
bis an die Ostküste des Mittelmeeres vor. In Bagdad beendeten sie
die Macht der Buyiden. Von ihnen übernahmen sie das Ritual der
Amtseinsetzung
durch den Kalifen. Er verlieh ihren Herrschern den Titel des Sultans.
Die
Seldschuken erlangten den Sieg über das byzantinische Reich und
den
Sieg in der Schlacht am Van-See. Ein Großteil Anatoliens wurde
von
ihnen besetzt. Dieser Erfolg wurde zum Auslöser für die
christlichen
Kreuzzüge.
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11. Jhdt.: Entstehung der schismatischen Schule und Richtung der Drusen
(1017) sowie der schiitischen Schulen und Richtungen der Muhammadiya,
Quasimsaki
und Nizariten.
Die Drusen wurden um 1000 durch Mohammed Ibn Ismail Daraze
(Darasi; + um 1020) in Syrien verbreitete islamische Sekte, die als
abgetrennte
Völkerschaft (etwa 570 000) noch heute in Syrien (besonders im
Hauran
oder Jabal Ad Durus, Drusengebirge), in Israel und im Libanon lebt. Die
Drusen glauben an den kommenden Imam, gehören also zur Schia,
gehen
in ihren Lehren aber z.T. auf vorislamische Traditionen zurück.
Sie
sind eine Geheimreligion, die Elemente der drei großen Religionen
beinhalet und loyal gegenüber dem Staat ist. Seit Gründung
der
Religionsgemeinschaft Ende des 10. Jahrhunderts galt der Golan als
Heimat
der Drusen. Hier suchten sie Schutz vor der Verfolgung durch die
Muslime,
von denen sie sich abgespaltet hatten. Von den heute 350 000 Drusen
leben
die meisten in Libanon und Syrien. Im von Israel besetzten Teil der
Golanhöhen
wohnen rund 16 000 Drusen. Damit stellen sie rund die Hälfte der
Bevölkerung
in diesem Gebiet. Die Drusen haben den Ruf eines "Geheimverbandes". Sie
bezeichnen sich selber als "Bekenner der Einheit Gottes"
(Mutawahiddun).
Doch genauere Kenntnis über die Grundlagen ihres Glaubens sind
selbst
innerhalb der Gemeinschaft wenig verbreitet. Die meisten Drusen
beschreiben
ihre Religion eher in Abgrenzung zum Islam. Sie müssen zum
Beispiel
den Fastenmonat Ramadan nicht einhalten, und sie dürfen nur eine
Frau
heiraten. Ihre Grundsätze sind zwar in einem Buch zusammengefasst,
aber "das sollten traditionell nur Drusen über 40 lesen", sagt
Imtithal,
Anglistikstudentin aus Damaskus. Wie für viele Drusen stellt der
Glaube
für die 27-Jährige eher eine soziale Identität dar: "Ich
weiß ja gar nicht, was eigentlich dahinter steht." Trotzdem
prägt die Religionszugehörigkeit Imtithals Alltag. Mag ihr
Bekanntenkreis
an der Universität noch so bunt gemischt und multi-konfessionell
sein
der wesentliche Teil ihres Lebens spielt sich im Kreis der drusischen
Familie
ab. Die Heirat mit dem Angehörigen einer anderen Religion
wäre
für sie wie auch für die Mehrheit der Syrer anderer
Konfession
undenkbar. Um so härter traf die Drusen die Teilung der
Golan-Höhen
1967. Viele Familien leben jetzt wie die von Abu Ali in zwei
verfeindeten
Staaten. Die Bilder von Menschen, die sich per Megafon über die
Grenze
hinweg Nachrichten von Hochzeiten oder Todesfällen zuriefen,
gingen
um die Welt. Nach einer Aussöhnung zwischen Syrien und Israel
würden
die Drusen wieder einfacher ihre Familienbeziehungen pflegen
können.
Beide Staaten nehmen für sich in Anspruch, ihre Interessen am
Besten
zu vertreten. Abu Ali zuckt auf die Frage nach seiner Meinung nur mit
den
Schultern. "Das ist Politik", lautet sein knapper Kommentar. Ob als
syrischer
oder israelischer Staatsbürger er wird in jedem Fall Druse
bleiben.
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1095 Papst Urban II. (1088-99) ruft die Christen zum 1. Kreuzzug auf.
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1096-1099 Erster Kreuzzug ("bewaffnete Pilgerfahrt"), der mit der
Rückeroberung
heiliger Stätten der Christenheit in Jerusalems durch die
Kreuzritterheere
endet. Bis 1293 insgesamt 7 Kreuzzüge.
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Gegen Ende des 11. Jh. zerfällt das Reich der Seldschuken. Es
spaltet
sich in einzelne Kleinstaaten auf. In der Regel werden sie von Atabegs
regiert. Sie waren die Prinzenerzieher der Seldschuken. Nun wurden aus
ihnen Provinzgouverneure. Der Atabeg von Mosul, Imad ad-Din Zengi,
eroberte die Kreuzfahrerstadt Edessa. Der zweite Kreuzzug begann. Die
Christen
konnten Edessa nicht zurückerobern.
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12. Jhdt.: Die Derwisch-Orden verbreiten den Sufismus. Ebenso entstehen
die schiitischen Schulen und Richtungen der Khodjas und Mustalier sowie
der Bohoras.
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1110 Tod von al-Ghazzali (*1059), dem Philosophen und
Mystiker
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1126-98 Philosoph Averröes (Ibn Ruschd)
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1169/1171 Die Aiyubiden unter Saladin
(Salah-ad-Din),
Krieger kurdischer Abstammung, besiegten die Fatimiden. Sie beendeten
das
schi’itische Gegenkalifat und übernahmen die Herrschaft in Kairo.
Sunnitisches Glaubensbekenntnis wird Staatsreligion
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1187 Unter Saladin besetzten die Aiyubiden Jerusalem. Er siegte bei
Hittin
über die Kreuzfahrer. Der Einfluß der Aiyubiden dehnte sich
langsam auf Syrien, den gesamten fruchtbaren Halbmond und die Arabische
Halbinsel aus. Mit dem Sieg der Seldschuken im Osten und den Aiyubiden
im Zentrum, setzt sich in weiten Teilen der islamischen Welt die
sunnitische
Orthodoxie durch. Allerdings bleibt die politische Spaltung des Reiches
davon unberührt. Die Buyiden, Fatimiden und das sunnitische
Kalifat
in Bagdad werden bis zur Bedeutungslosigkeit geschwächt.
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13./14. Jhdt.: Das islamische Reich dehnt sich noch weiter über
Indien
hinaus bis innach China und in die Mongolei hinein
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1207-73 Dichter und Mystiker Djalal ad-Din Rumi
(Konya/Anatolien)
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1212 Schlacht von Las Navas de Tolosa; Beginn des Niedergangs der
islamischen
Herrschaft auf der iberischen Halbinsel
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Ab der Mitte des 13. Jh. dienen die Mamluken unter den Aiyubiden als
Söldner.
Meist handelt es sich bei den Mamluken um türkische Sklaven. In
Kairo
reißen sie nun selbst die Macht an sich.
1258-1290: Zwischenzeit
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1258 wurde das abbasidische Kalifat in Bagdad gestürzt. Die
Mamluken
wollten Bagdad zurückerobern. Sie scheiterten jedoch und
errichteten
in Kairo ein Schattenkalifat. Dessen Bedeutung war bis zu seinem Ende
nach
dem Sieg der Osmanen 1517 äußerst gering. Die Mongolen
planten
eine Invasion. Die nichtmuslimischen, mongolischen Stämme stellten
durch ihren Einmarsch eine elementare Bedrohung dar. Sie waren eine
Gefahr
für die seit Jahrhunderten gewachsenen Lebensformen und Strukturen
der islamischen Gesellschaft. Die eingefallenen Mongolen nahmen bald
die
Religion ihrer muslimischen Untertanen an. Diese Entwicklung sorgte
dafür,
daß sich der Islam weit bis nach Osten, nach China ausdehnen
konnte.
So mußten die Muslime die Ausbreitung ihres Glaubens in dieser
Richtung
nicht mit Gewalt durchsetzen. Die Ausdehnung des Mongolenreiches nach
Westen
verhinderten jedoch die Mamluken.
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1260 erlitten die Mongolen eine Niederlage gegen die Mamluken am
Mittelmeer.
Die Mongolen waren für ihre Grausamkeit bekannt. Ihre
Feldzüge
nach Rußland, Anatolien und Indien brachten unbeschreibliches
Leid
für die betroffenen Landstriche. Besonders katastrophal waren die
Raubzüge unter den orientalischen Christen. Der Mongolensturm
vernichtete
die christliche Kultur dort fast vollständig. Der Islam konnte
sich
nun zu einer glänzenden Kultur entwickeln. Das Mongolenreich
drohte
Ende des 14. Jh. auseinanderzufallen. Durch Timur wurde es wieder
vereint.
1290-1922 Reich der türkischen Osmanen
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1291 Eroberung der Kreuzfahrerburgen von Akko und Tripoli durch die
Mameluken.
Die Mameluken konnten ihren Einfluß auf Syrien ausdehnen. Sie
besiegen
im Süden Ägyptens das Reich der Nubier. Es war seit der
Entstehung
des Islam eine politische Barriere für die Ausbreitung des
muslimischen
Glaubens in Richtung Zentralafrika. Die islamische Welt wurde im Osten
von einer Eroberungswelle aus Zentralasien erschüttert.
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1356-63 Bau der Sultan-Hassan-Moschee (Medrese) in Kairo
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um 1400 Bau der Ulu Djami in Bursa (Türkei)
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1453 Mehmed II.und seine Osmanen erobern Konstantinopel (Istanbul), das
Zentrum der Orthodoxen Kirche; Ende des byzantinischen Reiches; Beginn
der Neuzeit. Der Islam gelangt nach Osteuropa
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1492 Eroberung des Königreiches von Granada durch die Katholischen
Könige. Dies bedeutete das Ende der islamischen Herrschaft in
Spanien.
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16. Jhdt.: Entstehung der schiitischen Schulen und Richtungen der
Sulayman
und Dawudi.
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1502 Herrschaft der Safawiden in Persien; Der schi’itische Glaube wird
Staatsreligion
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1526 Die Türken erobern Ungarn und bedrohen Wien.
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1526-1806 Moguldynastie in Indien
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1529 Türken vor Wien durch Suleiman den Prächtigen
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ab 1550 Vordringen des Islam nach Indien und Indonesien.
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1571 Sieg der Venezianer und Spanier über die Türken in der
Seeschlacht
von Lepanto
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Im 17. Jahrhundert trat der als Messias auftretende Schabbetai Zewi
(1626-1676)
vom Judentum zum Islam über. Dies wurde als Tikkun
(Wiederherstellung,
Erlösung) der von bösen Kräften gefangenen muslimischen
Welt gedeutet.
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1630-48 Mogulkaiser Shah Jahan (1603-52) erbaut das Tadj Mahal bei Agra
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1659 Bau der Perlenmoschee in Delhi (Indien)
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1668 2. Belagerung Wiens und Bedrohung Mitteleuropas durch die
Türken.
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18. Jhdt.: Entstehung der schismatischen Schule und Richtung der
Wahhabiten.
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ab 1770 bis ca 1950 allmähliche Eroberung und Unterwerfung der
moslemischen
Völker in Nordafrika, Saudi-Arabien, Indien, und im Vorderen
Orient
durch die Franzosen und Engländer. Starke Prägung des
islamischen
Welt durch die europäisch-christliche Kultur.
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1745 Begründung der Sekte der Wahabiten durch Muhammad Ibn Abd
al-Wahab
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1780 al-Wahab reformiert den Islam in Arabien
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1798 Landung Napoleons in Ägypten und Sieg über die
Mameluken;
Rückzug Napoleons nach dem Sieg der Engländer bei Aboukir
(Erste
Kontakte mit europäischer Wissenschaft?)
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19. Jhdt.: Entstehung der schismatischen Schulen und Richtungen der
Ahmadiya
(1898) und Baha´iten des Baha´ullas (1817-1892) sowie der
Schule
und Richtung von Aga Khan.
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Zweite Hälfte des 19. Jhdts.: Schwächung des Osmanenreiches;
Gründung von Kolonien und Protektoraten auf islamischen Gebiet
(Indien,
Ägypten, Nordafrika). Atatürk übernimmt für die
Türkei
die Trennung von Staat und Religion aus dem modernen Europa
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1869 Eröffnung des Suezkanals
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1878 Besetzung Ägyptens durch die Briten
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1880 Gründung der Ahmadiya in Indien (siehe unten)
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1880-1920 Aufschwung der panislamischen Bewegung
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1881-98 Aufstand des Mahdi im Sudan
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ab 1900 Besiedlung Palästinas durch die Juden.
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1902 Eroberung Riads durch Abd-al-Aziz Ibn Saud
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1906 Gründung der Muslim-Liga in Dakka
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1916 Aufteilung der Interessensphären im Nahen Osten durch
Frankreich
und Großbritannien: Palästina soll unter internationale,
Syrien
unter französische und Mesopotamien unter englische Verwaltung
gestellt
werden
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1916 In Algerien wird der sog. "Code Morand" veröffentlicht, der
sich
in der Form den Regelungen des islamischen Rechts anschlißet, in
der Sache aber gewisse Einzelbestimmungen von irgendwelchen
Rechtsgelehrten
aus der Masse verschiedener Lehrmeinungen herausgreift und zur Regel
macht.
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1917 Balfour Declaration: England verspricht während des
Weltkrieges
den Menschen jüdischen Glaubens eine "nationale Heimstätte"
in
Palästina.
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1921 Einsetzung von König Faisal im Irak durch die Engländer,
sein Bruder Abdallah wird König von Transjordaniuen
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1922 Atatürk schafft das Sultanat der Osmanen ab. Ende des
Osmanischen
Reiches.
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1924 Abschaffung des türkischen Kalifats; Sturz des Sherifen
Husain
von Mekka durch Ibn Saud, der sich zum König des Hedschas
proklamiert;
Vertreibung der Haschemiten
1924-heute: Zeit der Arabischen Liga
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1924: Ibn Saud
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1926 Die Türkische Nationalversammlung beschließt die
Übernahme
des Schweizer Zivilrechts
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1928 Gründung der Arabischen Liga in Kairo
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ab 1940 allmähliche Befreiung der moslemischen Staaten von der
europäischen
Vorherrschaft: Jordanien, Syrien, Ägypten, Algerien
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1947 Die UNO spricht eine Empfehlung zur Teilung Ägyptens aus;
Beginn
heftiger Kämpfe zwischen Arabern und Juden; Pakistan wird
selbständiger
islamischer Staat
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1948 Gründung des Staates Israels, Proklamation durch David Ben
Gurion
und 1. Israelisch-Arabischer Krieg; Eroberung des restlichen
Galiläas,
der Neustadt Jerusalems und der Negev-Wüste durch Israel
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1948 neues Zivilrecht in Ägypten
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1949 neues Zivilrecht in Syrien
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seit 1950 Langsames Vordringen des Islam nach Mittelafrika.
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1957/1958 In Tunesien tritt ein neuer "Code du statut personnel" in
Kraft
und durch ein tunesisches Staatsgesetzt vom 4. Juli 1958 wird die
Polygamie
kurzweg verboten.
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1963 "Weiße Revolution" des Schahs im Iran; ein
Militärputsch
in Syrien bringt die Baath-Partei an die Macht; Militärputsch im
Irak.
Ermordung von General Kassem
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1967 und 1973 Kriege der arabisch-moslemischen Staaten gegen Israel.
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1969 Oberst Khadafi putscht gegen den Derwisch-König Idris von
Libyen
und wird Präsident der Libyschen Republik
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1971 Hafez al Assad wird nach einem Militärputsch in Syrien
Staatspräsident;
Entlassung von Abu Dhabi und fünf weiterer Emirate aus der
britischen
Oberhoheit; Bildung der "Vereinigten Arabischen Emirate"
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ab 1975 Zurückdrängen der westeuropäisch-christlichen
Kultur
in den islamischen Staaten. Erwachen des radikalen islamischen
Fundamentalismus
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1979 Der Sturz des Schah-Regimes (Schah Muhammad Reza Pahlevi), die
Ausrufung
der "Islamischen Republik Iran" durch Ayatollah Khomeini und die
anschließende
Errichtung eines theokratischen Staates und die Wiedereinführung
der
Scharia im Iran machten die breite Öffentlichkeit auf den
islamischen
Fundamentalismus aufmerksam.
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1980 Ausbruch des Krieges zwischen Persien (Iran) und Irak (unter
Saddam
Hussein); Ermordung von Präsident Anwar-es-Sadat in Kairo. Tod von
König Khalid von Saudi-Arabien
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1989 Tod von Ayatollah Khomeini
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1990 In Algerien gewinnt die FIS-Partei die Mehrheit in 75% der
Provinzvertretungen
und in 55% der Stadträte
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1991 Golfkrieg
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1992 Wahlen in Algerien: Vorläufiger Sieg der FIS-Partei;
Annulierung
der Wahl durch die algerische Führung
Helmut Zenz - 2002