Die Nurculuk/Nurdschuluk-Bewegung (Jamaat-un
Nur)
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http://www.nurculuk.de (nicht mehr online!)
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http://www.saidnursi.de/
= http://www.nurculuk.com/
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http://www.nursi.com
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http://www.saidnursi.com
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Nurcular=Gemeinschaft bzw. Bruderschaft der Lichttraeger,
Gemeinschaft des Lichts, Licht steht fuer die Erleuchtung, die vom Koran
ausgeht
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Islamische Gemeinschaft Jama´at-un Nur e.V. - Deutsche
Provinz, Neustr.11, 51063 Koeln/Deutschland, Telefon (0221) 61 72 27 und
611 03 74, Telefax (0221) 611 03 75 oder 733804? (mit
ca. 30-120 Medresen=Lehrhäuser und 6000 Mitgliedern; laut REMID 2000:
5000-6000 Mitglieder)
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e-mail: nurculuk@t-online.de
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http://www.lichtstr.de/: Alles über
Risale i-Nur und Bediüzzaman Said Nursi
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Mitgründer des Islamrats. Die Gruppierung stellt
mit Sükrü Bulut den gegenwärtigen "Scheich ül-Islam
des Islamrates"
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Es handelt sich um eine türkisch-sufistische, antilaizistische Gruppierung
bzw. Bruderschaft, die einen am Koran orientierten islamischen Staat fordert.
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Missionarisch auch gegenüber Nicht-Muslimen.
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Sie versteht sich als religiöse Reformbewegung, die sich unter anderem
zum Ziel gesetzt hat, die moderne Technologie und Wissenschaft mit dem
Islam zu versöhnen
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Während eine in der Türkei die Mehrheit repräsentierende
Fraktion sich um den `gemäßigt´ auftretenden Prediger
Fethullah Gülen schart, tritt in Deutschland hauptsächlich der
radikalere Flügel um den Lehrer Rüstem Ülker in Erscheinung.
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Der Verband der Islamischen Jugendzentren e.V. orientiert sich an den Lehren
Nursis
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Adresse: Em.-von-Ketteler-Straße 47, 4730 Ahlen, Tel. (02382) 60887
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Autonomer Verband, der zu den Trägern des Bundes Moslemischer Pfadfinder
Deutschlands (BMPD) gehört
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Zeitschrift: Nur - Das Licht, Redaktion: Rüstem Ülker, vierteljährlich,
Auflage: 6000
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Mihrab Verlag/(Yeni) Asya-(Mihrab)-Verlag, Neustraße 11, 5000 Köln
81
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Quellen:
SAID NURSI
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um 1873/1874/1876/1877 Said(i) Nursi kam in Nurs, einem Dorf in
der ostanatolischen Provinz Bitlis als viertes Kind der Familie Mirsa zur
Welt. Vom Namen des Dorfes leitet sich sein Name ab.
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Der Beiname Bediuzz(a)man (Bedi'uz-Zaman/Bediüzz(a)man), was
soviel wie der Mann, der Überragende, der Außergewöhnliche,
der schöpferische Geist der Epoche bzw. der Zeit bedeutet, wurde ihm
schon in seinen jungen Jahren aufgrund seiner hohen geistigen Fähigkeiten
und seiner hohen Gelehrsamkeit von zeitgenössischen Islamgelehrten
verliehen. Diese Bezeichnung macht aber auch bereits deutlich, welche überragende
Bedeutung seine Anhänger ihm beimessen.
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mit 9-12 Jahren: Zunächst wurden ihm von seinem 9. Lebensjahr an von
seinem älteren Bruder Abdullah die Grundkenntnisse des Islam vermittelt.
Er besucht in dieser Zeit die Koranschule des Mullah Muhammed Amin in Tagh.
Er beendete seine Schulzeit, die durch eine ca. einjährige Unterbrechung
und einem ständigen Wechsel der Studienorte, Dozenten und Schulen
geprägt war, bereits mit 12 Jahren und hatte sich in dieser kurzen
Zeit ein immenses Wissen angeeignet. Unter anderem lernte er beim Korangelehrten
Sayyid Nur Muhammed, nahm brieflich Kontakt mit zahlreichen bekannten Moscheepredigern
und Religionsfuehrern in der Osttuerkei auf und absolvierte auf diese Weise
eine Art "theologische Fernkursus". Zuletzt wurde er von Shaikh Muhammed
Jalali unterwiesen. Seine außergewöhnliche Intelligenz
und Merkfähigkeit verliehen ihm schon in dieser seiner Lehrzeit eine
Berühmtheit, und nach wenigen darauf folgenden Jahren, in denen er
die ostanatolische Region bereiste, besaß er die breite Anerkennung
als unangefochtene Autorität in den geistig-religiösen Wissenschaft.
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Mit 13 Jahren: Mit seiner Unerschrockenheit setzte er sich für Gerechtigkeit
ein, scheute selbst nicht gerade 13-jährig (!) sich vor den als Tyrannen
gefürchteten Stammesführer der Miran zu stellen und ihn aufzufordern
mit der Unterdrückung aufzuhören und anzufangen zu beten. Während
seines Aufenthalts in Van stiftete er unter den kriegsführenden Stämmen
Frieden, sogar den Krieg zwischen Scheker Aga und dem besagten Miranführer
Mustafa Pascha, bei dem sich Tausende Menschen auf beiden Seiten gegenüber
standen.
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Aufgrund seiner Gelehrsamkeit und hohen Tugend genoss der junge Said hohes
Ansehen bei den Stammesführern und Gouverneuren. Bei den Angehörigen
seines Berufsstandes hatte er hingegen nicht selten mit deren Neid zu kämpfen,
da sie nicht fähig waren ihm im theologisch-wissenschaftlichen Disput
das Wasser zu reichen. Durch Selbststudium eignete Said Nursi während
dieser Zeit naturwissenschaftliche Kenntnisse an. Er studierte Geologie,
Geschichte, Physik, Chemie, Philosophie, Astronomie, Mathematik. Mit den
führenden Wissenschaftlern führte er auch hier Dispute und er
überragte sie in seinem Wissen und seiner Autorität.
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Das folgende Geschehen bestärkte sein Ziel und seine Entschlossenheit
der Verkündigung des Korans und der Koranischen Erhabenheit. Said
Nursi verfolgte regelmäßig die Publikationen und es war noch
während seines Aufenthalts in Van als ihm der Gouverneur Tahir Pascha
einen Zeitungsbericht über den englischen Premierminister William
E. Gladstone (1880-1885, 1892-1894) vorlegte. Dieser hält in der Hand
den Koran und darauf zeigend führt er vor den Abgeordneten aus:
"Wir können, solange die Muslime diesen Koran haben, sie nicht beherrschen.
Entweder müssen wir diesen vernichten oder sie von ihm abbringen."
Dieser Bericht veranlasste Said Nursi seine Entschlossenheit mit den Worten
zu betonen: "Der Koran tilgt sich weder selbst, noch lässt er sich
vernichten. Dass er eine Quelle der Erleuchtung ist, werde ich der ganzen
Welt beweisen!" Die Unwissenheit und Armut der islamischen Welt schmerzten
Said Nursi sehr. Genauso die Lethargie gegenüber ihrer Religion, in
die die Menschen verfallen waren. Die langen Bildungswege sowie das getrennte
Studium von Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften machten diese
für die breite Schicht der Bevölkerung unzugänglich. Außerdem
stellte Said Nursi fest, daß die Geistlichen ohne gewisse naturwissenschaftliche
Bildung zu Fanatismus neigen und andererseits die Naturwissenschaftler
ohne eine geistig-religiöse Unterweisung zum Materialismus ohne Ethik.
Als Voraussetzung für das Angehen der sozialen und religiös-kulturellen
Missstände sah er die Notwendigkeit einer Reform des Schulsystems,
wie die Gründung von Hochschulen mit verkürzten Studienzeiten,
an denen sowohl geistige als auch naturwissenschaftliche Fächer in
den Sprachen arabisch, türkisch, kurdisch angeboten werden. Zu den
Religionsschulen, den Medresen, merkt Said Nursi u.a. an: »Wir halten
uns durch pseudowissenschaftliche Nichtigkeiten in Unwissenheit. Das kann
nicht so weitergehen, denn die Aufrechterhaltung dieses Zustandes führt
zu weiterem Untergang und zu Fremdbestimmung. Die Medresen müssen
und werden wiederaufleben. Wie ich feststelle hängt ein Teil unseres
weltlichen Glücks von den Wissenschaften der Zivilisation ab. Von
diesen Wissenschaften muß auch ein Teil ihrer Quellen in den Medresen
entspringen, zur Schulung des Verstandes, damit die Theologen mit diesen
Wissenschaften vertraut sind und die geistigen Disziplinen mit Naturwissenschaft
zu verbinden wissen. Die Lehrkräfte und Religionswissenschaftler müssen
analysierend forschen, in die Tiefe gehen, die Wurzeln finden, sich von
den Einflüssen und Einfärbungen der Jahrhunderte befreien und
die Dinge mit Logik betrachten. .... Dann ist eine Qualifizierung in verschiedenen
Disziplinen unbedingt von Nöten. ... Bezüglich eines spezifischen
Themas der Naturwissenschaft besitzen nur Wissenschaftler der entsprechenden
Disziplin die Kompetenz sich zu äußern. Die Meinungen und Urteile
anderer Gelehrter dazu, gleichgültig welche Größe sie in
ihrer Disziplin besitzen, sollten keine entscheidungstragende Weite haben
." An der Horhor-Medrese von Van führte Said Nursi die erste Unterrichtsreform
der Türkei durch.
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1907 Nursi begibt sich nach Istanbul, um die Bildung solcher reformierten
Schulen zu realisieren und um sich vor allem für den Bau einer Universität
in der Osttürkei einzusetzen. Darüber hinaus wollte er den Angriffen
der westlichen Welt auf den Islam entgegentreten. Auch in Istanbul genoß
er nach kürzester Zeit die Anerkennung als Autorität. Wie ein
Lauffeuer verbreitete sich sein Name Bediuzzaman. Überall hielt er
Vorträge und alle Zeitungen berichteten über ihn. Said Nursi
selbst veröffentlichte mehrere Artikel. Sein Treffen mit Sultan Abdulhamid
brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Seine strenge Religiosität
und seine unnachgiebige Haltung gegen Unrecht zogen die Angriffe aus den
verschiedenen Reihen auf sich. Als er während der Audienz bei Sultan
Abdulhamid wegen gewisser Vorkommnisse ihn kritisierte und anmahnte: »Im
Islam gibt es keine Unterdrückung. Durch Ausspionieren und anonyme
Anzeigen sowie unter Ausschluss der Öffentlichkeit darf niemand abgeurteilt
werden. Die Gerichtsbarkeit darf nur im Rahmen der Scheriatregeln erfolgen.
Zum andern besteht das Amt des Khalifen nicht aus Freitagsgebetszeremonien,
sondern es verpflichtet zum materiellen und geistigen Engagieren für
die Belange der Muslime auf der ganzen Welt .« wurde Said Nursi vors
Kriegsgericht gestellt. Im Verlauf dessen wollte man sich seiner entledigen,
indem man ihn durch ein fünfköpfiges Ärztekomitee, bestehend
aus einem armenischen, zwei jüdischen, einem griechischen und einem
türkischen Arzt in die psychiatrische Anstalt verwies. Dem zu untersuchenden
Arzt in der Anstalt Toptasi, bat Said Nursi um Anhörung. Er sagte:
»Einem Arzt Unterricht zu erteilen ist absurd, aber die Ursachen
der Krankheit festzustellen helfen ist des Patienten Pflicht. Damit die
Zukunft ihn (den Arzt) nicht bloß stellt, möge er diese vier
Punkte berücksichtigen:
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1. Ich bin in den Bergen des Ostens aufgewachsen. Ihr müßt mein
Verhalten, meine Kleidung mit der Waage des dortigen messen, nicht mit
den empfindlichen Waagen Istanbuls. Was hier als Höflichkeit gilt,
gilt dort als Heuchelei. ...
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2. Ich bin als Moslem verpflichtet, mich für die nützlichen Dinge
für das Volk, die Religion und den Staat einzusetzen.
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3. Viele fähige und begabte Menschen wurden in ihrer Zeit vom Volk
als Irre bezichtigt. Oder es wurde als Magie oder Wunder abgetan. Die Schlußfolgerung,
ich sei verwirrt, weil ich alle schwierigen Fragen beantworte - wer solche
Argumente anführt, dessen Geisteszustand selbst sollte in Frage gestellt
werden.
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4. Leidenschaftliches Engagement und entsprechendes Auftreten bei einem
impulsiven Menschen wie mir ist natürlich. Wenn jemand eine große
Idee trägt, nämlich die der Freiheit des Islam, und sobald man
ihr nahe ist, man sie wieder sich entfernen sieht, wie soll man da nicht
entsprechend reagieren. .... Wenn das Kriechen, Heucheln und Flehen, das
Opfern des allgemeinen Vorteils gegen den eigenen Vorteil, wenn all dies
als Zeichen der Intelligenz bezeichnet werden sollte, dann sei Zeuge trete
ich zurück von dieser Intelligenz. Dann ist Irrsinn eine Stufe der
Unschuldigkeit und ich ziehe ihn vor.
Ich möchte nun einiges Weitere erläutern. Zu Punkt eins des vorher
Gesagten ist noch anzumerken: Meine Erscheinung ist fremd. Damit distanziere
ich mich von weltlichen Absichten und trage mit den hiesigen Traditionen
einen Widerspruch. Es ist lediglich ein Ausdruck meiner Natürlichkeit
und der Liebe zu meinem Land. .... Der Grund meiner Dispute mit den Gelehrten
ist folgender: Als ich nach Istanbul kam, stellte ich fest, daß die
Medresen (theologischen Schulen) sich im Vergleich mit anderen Schulen
nicht entwickelt haben. Statt wissenschaftlich zu arbeiten wird ein passives
Buchstudium betrieben und unter den Schülern hat sich eine Lustlosigkeit,
Trägheit und Unfähigkeit breit gemacht. Um das zu beseitigen
und um die Motivation zu fördern, sollte das Studium in Form von Frage
und Antwort angeboten und der Lehrstoff in Disziplinen gegliedert werden.
Die Schüler sollten nach ihren Fähigkeiten in einer entsprechenden
Disziplin sich qualifizieren können. In diesem Jahrhundert des Fortschritts
hat sich die wahre Zivilisation 'Islam' im Vergleich zur westlichen Zivilisation
aufgrund der unterschiedlichen Methodik und des gegenseitigen Ablehnens
von Medresen, Tekken (Ordenshäuser) und staatlichen Schulen nicht
entwickelt. Dieser Missstand ließe sich beheben, indem in den Medresen
statt der überflüssig gewordenen griechischen Philosophie Naturwissenschaften
und in den staatlichen Schulen Religionswissenschaften gelehrt werden.
Dann sollte die Führung der Tekken sich in den Händen hoher Gelehrter
befinden. Meine nächste Beanstandung gilt den Hodschas und Imamen,
den Lehrern des einfachen Volkes in den Moscheen: Früher war die Hingabe
und Nachahmung in der Religiosität groß. Man brauchte weder
Beweise noch Nachweise. Jetzt sind die Menschen an logischen Argumenten
und an den Fakten interessiert. Um Akzeptanz zu erzielen, müssen die
Dinge rational dargelegt werden. Man erzeugt Motivation durch Angst und
durch unsachliche Vergleiche werden wichtige Dinge unwichtig gemacht und
weniger wichtige Dinge wichtig. Durch die unzeitgemäßen, orts-,
zeit- und situationsfremden Reden der Prediger werden die Menschen mit
alten Geschichten überzogen. Ich möchte hier nur sagen, unsere
Prediger müssen Forscher sein und recherchieren, damit sie das Gleichgewicht
in den religiösen Dingen nicht stören und durch sachliche Reden
überzeugen. .....«
Nach dieser Rede und nachdem Said Nursi bezüglich seiner Lage
nochmals auf die Unverhältnismäßigkeit solcher Atteste
hinwies, attestierte der Arzt: »Wenn es an Bediuzzaman die winzigste
Spur von Verwirrtheit geben sollte, dann dürfte in der ganzen Welt
kein einziger geistig gesunder Mensch existieren.« Als man nun keinen
anderen Weg sah ihn loszuwerden, wurde ihm von seiten des Ministeriums
ein Angebot unterbreitet: eine Entschädigung, ein sehr hohes Gehalt
und die Zusicherung sein Vorhaben werde vom Ministerium beraten. Said Nursi
lehnte ab, da er es als Bestechungsversuch und als ein Hinhalten wertete.
Die Schwerpunkte seines Engagements verlagerten sich, als er feststellte,
daß die Einheit des Volkes und Staates in Gefahr waren. In vier Gründen
fast er die Ursache für das Unheil und die Rückständigkeit
in Wissenschaft, Technologie und Zivilisation der muslimischen Bevölkerung
zusammen:
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Wir haben den Sinn und das Ziel der Scheriat nicht begriffen.
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Korruption hat sich breit gemacht.
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Wir sind Demagogen und Dilettanten gefolgt.
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Wir haben den äußeren Schein des Westens nachgeahmt, weil die
eigentliche europäische Zivilisation schwierig zu erreichen ist, da
sie eine wissenschaftliche Infrastruktur erfordert.
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In diesen politisch unruhigen Jahren waren Streiks, Demonstrationen, Aufstände
an der Tagesordnung. Bediuzzamans spontane massenbewegende Reden gegen
gewalttätige Ausschreitungen verhinderten Chaos und Anarchie. Wegen
seinem großen Einfluß fürchteten und respektierten ihn
die politisch Mächtigen. Jede Partei wollte ihn für sich und
ihre Sache gewinnen. Said Nursi hatte eine ungeheure Ausstrahlung. Die
Menschen in seiner Umgebung konnten sich ihm und seinen Worten nicht entziehen.
Seine Gegner, die ihn haßten und vernichten wollten, waren nach einer
Begegnung und einem Gespräch mit ihm nicht mehr in der Lage ihre Feindseligkeit
aufrechtzuerhalten.
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1909 In Folge des Aufstandes am 31. März 1909 wurde Said Nursi wegen
der Anklage des Anstiftens zum Aufruhr vors Kriegsgericht gestellt, obwohl
es ihm und seiner außerordentlichen Führung zu verdanken war,
dass der Aufruhr kein größeres Ausmaß annahm. Der Aufstand,
als Unmutsbekundung aus den verschiedensten Anlässen heraus, brachte
die religiösen Leute als mutmaßliche Drahtzieher ins Kreuzfeuer
der Kritik. Nachdem Said Nursi an der Schwelle zum Galgen in seiner Verteidigungsrede
in scharfer Sprache seinen Standpunkt zur herrschenden Situation und zur
Scheriat klargestellt hatte, wurde er freigesprochen.
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Said Nursi kehrte nach Ostanatolien zurück. Unterwegs nach Van, begleitet
von zwei seiner Studenten, machte er einen Abstecher nach Tiflis, wo es
zu folgendem interessanten Gespräch kam. Said Nursi beobachtete vom
Scheych Sanan Hügel, von dem man die ganze Gegend überblicken
konnte, sehr aufmerksam die Stadt Tiflis. Da näherte sich ihm ein
russischer Polizist und fragte: "Auf was schaust du denn so?" Said Nursi:
"Ich mache Pläne für eine Medrese." Polizist: "Von wo kommst
du?" Said Nursi: "Ich bin aus Bitlis." Polizist: "Aber hier ist Tiflis."
Said Nursi: "Tiflis ist die Schwester von Bitlis." Polizist: "Was heißt
das?" Said Nursi: "Die islamische Welt wird hintereinander drei große
Entwicklungen erfahren und hier bei euch wird es drei große Perioden
der Unterdrückung und Tyrannei geben. Dann wird dieses System zusammenstürzen
und sich zurückziehen. Dann werde ich kommen und meine Medrese bauen."
Polizist: "Ha, ich lache über deinen Verstand." Said Nursi: "Ich lache
über deinen Verstand. Kannst du dir etwa vorstellen, daß dieser
Winter ewig anhält. Nach jedem Winter folgt eine Zeit des Aufblühens.
Und auf jede Nacht folgt ein Tag." Polizist: "Der Islam ist zerfallen."
Said Nursi: "Sie sind zum Studieren gegangen. Indien ist ein begabtes Kind
des Islam und geht in das Gymnasium in England. Ägypten, ein intelligentes
Kind des Islam, studiert auf der politischen Fakultät Englands. Kafkasien
und Turkistan sind zwei tapfere Söhne des Islam und besuchen die Militärschule
Russlands usw. Wenn sie ihre Zeugnisse haben, werden sie als Führer
ihrer Kontinente die Fahne ihres edlen Vaters Islam wehen lassen. Zum Trotz
der Welt werden sie das Geheimnis der Weisheit der Ewigkeit ausrufen."
(Anmerkung: Tiflis, die Hauptstadt Georgiens, und Bitlis haben sich 1989
zu Partnerstädten erklärt. Eine Medrese gibt es auch schon in
Tiflis.)
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Die auf seiner Weiterreise zu den entlegenen Provinzen Ostanatoliens geführten
Debatten und Ansprachen, sammelte Said Nursi anschließend in einem
Buch. Hierin betont er u. a. die Konformität des Islam mit den Freiheitsbestrebungen
im Land, da alle Arten der Diktatur durch die religiösen Gesetze des
Islam abgelehnt werden, und diese ihre Vorzüglichkeit in einer freien
Atmosphäre aufleben und zeigen würden.
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1911: Im Winter 1911 ging Said Nursi nach Damaskus. In seiner später
berühmt gewordenen Predigt in der dortigen Omayaden-Moschee, die er
auf Bitten hochrangiger Gelehrter hielt, wies er auf den desolaten Zustand
der muslimischen Gemeinschaft hin, der gekennzeichnet sei:
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durch die Verbreitung einer Hoffnungslosigkeit, eines Pessimismus',
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durch ein Abgleiten der Aufrichtigkeit im politischen Leben
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dem Gefallen an Feindseligkeiten
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dem Verkennen des Verbindenden unter den Gläubigen
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durch die wie eine Seuche ausgebreitete Tyrannei und Unterdrückung.
Des weiteren erklärt er: »Die Menschheit ist durch die zivilisatorisch
hervorgebrachten Wissenschaften aufgewacht und sich über die Umstände
ihrer Existenz bewusst geworden. Sicherlich kann sie weder sinn- und zwecklos
noch religionslos sein und leben. Sogar ein hartnäckiger Atheist muss
sich auf die Religion besinnen, weil er wegen der Schwäche der Menschheit,
den unzähligen Unglücken, wegen seinen äußeren und
inneren Feinden, die ihn verletzen, eine Stütze und wegen seiner Armut
zusammen mit seinen bis in die Unendlichkeit gehenden Wünsche eine
Hilfsstelle braucht. Allein in der Anerkennung des Schöpfers, in dem
Glauben an das Jenseits hat die aufgewachte Menschheit die Wahl. In den
koranischen Versen wird am Anfang und am Ende der Verstand angesprochen,
indem der Mensch aufgefordert wird: 'Frage deinen Verstand, deine Gedanken,
dein Herz. Berate mit ihnen, damit sie diese Wahrheit erkennen.' Doch trotz
der wiederholten Aussagen: 'Warum schauen sie nicht? Warum ziehen sie keine
Lehren? Schauet, damit ihr die Wahrheit wisset.' verfällt die Menschheit
in Unkenntnis. Warum verstehen sie nicht? Warum befinden sie sich im Irrtum?
Warum sind sie vor der Wahrheit erblindet? Wenn sich der Mensch in seinem
Lebensabendteuer Gedanken über diese Ereigniswelt machen würde,
würde er den rechten Weg finden. Oh ihr Menschen, zieht Lehren von
den vergangenen Epochen, damit ihr euch vor künftigen Unglücken
schützt. Die Koranverse in diesem Sinne fordern die Menschen auf,
in ihren Ideen und Gedanken den Verstand zu Rate zu ziehen. Die wiederholte
Erwähnung der Wunder der Propheten im Koran gibt einen Hinweis auf
die Entwicklung der Menschheit und spornt die Menschheit an, ähnliches
wie in den Wundern beschrieben hervorzubringen. Zum Beispiel wie Salomon
den Weg von zwei Monaten an einem Tag zurücklegen, oder wie Jesus
die schrecklichsten Krankheiten heilen, oder wie Mose mit seinem Stab aus
der Erde Wasser hervorquellen lassen, wie David dem Eisen alle möglichen
Gestalten und Formen geben, oder wie Abraham hitze- und feuerbeständiges
Material erfinden, und wie andere Propheten weit entfernte Bilder sehen
und Stimmen hören. .....« In seinen Schlussworten führt
Bediuzzaman aus: »Das Zerbrechen der fanatischen, hartnäckigen
Aggressionen der Gegner geschah in der Vergangenheit der Entwicklung des
Islam durch Abwehr mit Waffen und Schwertern. In Zukunft werden die Widersacher
durch die geistigen Waffen der wahren Zivilisation, der materiellen Entwicklung
(Wissenschaft), des Rechts und der Gerechtigkeit unterliegen. Nach jedem
Winter gibt es einen Frühling. Nach jeder Nacht folgt ein Morgen.
Die Menschheit wird auch einen Morgen und einen Frühling haben und
unter der Sonne der Wahrheit des Islam im Weltfrieden wahre Zivilisation
von Gottes Barmherzigkeit erwarten. Die islamischen Nationen haben von
der Standhaftigkeit der Araber gelernt. Inschallah, so Gott will, werden
die Araber sich wieder von diesem Pessimismus befreien und sich den Soldaten
des Islam, den Türken, anschließen und in Einigkeit und Solidarität
den Islam in allen Ländern der Welt kund tun. .... Es lebe die Aufrichtigkeit.
Tod dem Pessimismus. Die Liebe möge anhalten und das solidarische
Einvernehmen (Schura) sich stärken. Die Abneigung soll dem Egoismus
(Nefs) und den Egoisten gelten. .... Amin."
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Als Vertreter der östlichen Provinzen geleitete Said Nursi bald nach
seiner Rückkehr aus Damaskus Sultan Resad auf einer Balkanreise, im
Verlauf derer er ihn für den Bau einer Universität in der Osttürkei
gewinnen konnte. Unglücklicherweise verhinderte der Ausbruch des 1.
Weltkrieges die Realisierung des Baus.
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1912 Als die Balkankriege anfingen, nahm Said Nursi 1912 als Kommandant
der östlichen Kräfte aktiv teil.
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Nach der Befreiung Edirnes wurde Said Nursi von westlichen Journalisten,
die ihn aufgrund seines weiten Ansehens als geistig-religiöser Führer
aufsuchten, um folgendes Interview gebeten.
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Frage: Sie sind ein religiöser Gelehrter und Sie führen Krieg.
Zwingt euch zur Teilnahme am Krieg, die Tatsache weil eure Gegner Christen
sind?
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Antwort: Nein! Islam heißt Frieden, Sicherheit, Gebet. Wenn wir die
Angehörigkeit zu einer anderen Religion als Grund sähen, hätten
wir den Christen und Juden, die in unseren Städten leben, kein Lebensrecht
gegeben. Der Fragesteller möge nicht außer Acht lassen, diejenigen,
die uns heute angreifen, waren 500 Jahre unser Volk. Falls sie heute leben,
verdanken sie das einzig allein der Tatsache, daß wir Muslime sind.
Wir kämpfen ausschließlich für die Rechte und Freiheit
der Muslime und unserer Heimat.
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Frage: Was für eine Kraft hat Sie hergebracht?
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Antwort: In unserer Religion gilt das Prinzip der Bruderschaft.
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Frage: Der Staat, in dem Sie leben, ist ein türkischer Staat. Aber
Sie sagen Sie kämpfen für den Islam.
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Antwort: Unseren Staat haben die Türken gegründet und ihn nach
dem Islam geordnet. Türken haben im Staatsleben andere Nationalitäten
niemals außer Acht gelassen und sie nach ihren Fähigkeiten am
Staat beteiligt. Und jeder weiß, dieser von Türken gegründete
Staat vertritt die islamische Welt. Die Zerstörung dieses Staates
wäre nicht nur für die islamische Welt, sondern auch für
die Unterdrückten eine Katastrophe.
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Frage: Warum benutzt Ihr den Namen Said'i Kurdi? Beweisen Sie damit nicht,
dass sie einem anderen Volk angehören?
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Antwort: Ich bin kein Anhänger des Nationalismus. Niemand ist frei
in der Wahl seines Volkes. Die Nationalität ist nur ein Hinweis auf
den Herkunfts- und Geburtsort. Wenn ich diesen Staat unterstütze,
bedingt das nicht die gleiche Herkunft, sondern den Umstand, dass ich Moslem
bin und dieser Staat ein islamischer Staat ist. Der Name Said'i Kurdi bekundet
lediglich die Angehörigkeit zu meinem Geburtsort. Wenn ihr neugierig
seid auf die Herkunft der Kurden, dann lest das Buch des Historikers Idris-i
Bitlisi.
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Frage: Was sagt Ihr zu dem Elend in den vom Islam beherrschten Ländern?
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Antwort: Die Fehler der Muslime dem Islam anlasten ist eine primitive Denkweise.
Diese Länder machen eine Krise durch und so Gott will, werden sie
diese auch überstehen. Wenn wir auch wie die westlichen Staaten die
wertvollen Güter der Länder, in denen wir geherrscht haben, ins
eigene Land geschafft hätten, wäre unser Reichtum unermesslich.
Da unsere Religion sich auf Gerechtigkeit und Barmherzigkeit stützt,
verbietet sie uns, unsere Macht zu missbrauchen. Man dürfe nicht vergessen
in der Zeit von Fatih, Yavuz, Kanuni und davor der Seldschuken und Karahans
konnte keine Nation sich mit unserer Macht messen. Wenn der Islam ein Hindernis
wäre, wie hätten wir diese Macht erlangen können. Wenn das
Christentum für die Entfaltung genügt hätte, wie Ihr meint,
müßte der erste christliche Staat Äthiopien der fortschrittlichste
sein. Und außerdem ist Europa nicht erst seit gestern christlich,
sondern schon seit ca. 2000 Jahren. Wenn seine Macht aus der Religion käme,
warum hatte es sie vorher nicht. Weder die Fortschrittlichkeit der westlichen
Welt, noch die Rückständigkeit der islamischen Länder rührt
von Religion. Die westliche Welt hat die Überlegenheit über die
islamische Welt seit zirka 150 Jahren. Die Gründe für diese Entwicklung
müssen woanders gesucht werden.
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1914 Unter dem Vorwand, dass manche Kommandanten nicht religiös seien,
revoltierten 1914 kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges religiöse
Volksgruppenführer in Bitlis gegen die osmanische Armee. Said Nursi
lehnte eine Unterstützung dieses 'Scheych Selim'-Aufstandes mit der
Begründung ab, dass man das Fehlverhalten der Kommandanten nicht der
gesamten Armee anlasten kann. Diese osmanische Armee verberge 100.000 Evlias
[Evlia = Bezeichnung für wegen ihrer Religiosität und Frömmigkeit
bei Gott hochstehende Personen]. Durch seine Absage blieb der Aufstand
regional beschränkt und größeres Blutvergießen wurde
verhindert. Als der erste Weltkrieg ausbrach, wurde unter Said Nursis Mitwirkung
an alle Muslime eine Aufforderung (Fetwa) herausgegeben, sich und ihr Volk
und ihre Heimat gegen die Invasoren und Besatzer zu schützen. Dieses
Fetwa wurde von Said Nursi persönlich mittels deutscher U-Boote verteilt.
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1915/16: Er selbst kämpfte von 1915 bis 1916 im Osten der Türkei
als Führer der Miliz (Freiwilligenregiment aus seinen Schülern)
gegen die russischen und armenischen Kräfte. Er konnte ihren weiteren
Vormarsch aufhalten und erfolgreich eine Abwehrline aufbauen. Ungeachtet
der Wirren, manchmal auf dem Pferderücken sitzend, manchmal an der
Frontlinie, manchmal in den Schützengräben fand Said Nursi Zeit
seinen berühmten, hoch gewürdigten Korankommentar 'Die Zeichen
des Übernatürlichen (isârâtü'l i'câz)'
in arabischer Sprache zu schreiben.
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1916/1918 geriet Said Nursi mit neunzehn anderen Offizieren in russische
Gefangenschaft. Dort, in Sibirien, vollendete er seinen ersten Korankommentar.
Nach zwei (einhalb) Jahren gelang ihm die Flucht über Petersburg,
Warschau, Berlin und Wien zurück nach Istanbul. Er wurde aufgrund
seiner Verdienste ausgezeichnet und der Verteidigungsminister Enver Pascha
bot ihm einige Posten in der Regierung an. Said Nursi schlug die Angebote
aus, um unabhängig zu bleiben. Hingegen die Ernennung zum Mitglied
des Obersten Religionsrates, der "Dar'al-Hikmet-el Islamiyya",
des Islamischen Hauses der Weisheit, nahm er an, um diese Institution
durch seine Person zu stärken.
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1919: Bediuzzamans Haltung zur Politik und zum Einsatz für die Religion
verdeutlicht das folgende Gespräch, das er bei einem Zusammentreffen
mit Politikern während des Besuchs einer Versammlung (1919) führte.
Er wurde gefragt: "Warum mischst du dich nicht in die Politik ein?" Said
Nursi antwortete: »Ich suche Schutz vor dem Scheytan und vor der
Politik bei Gott. Die Politik Istanbuls ähnelt der spanischen Grippe
und macht den Verstand leichtsinnig. Wir sind nicht die Urheber der Anstöße
zu unseren Taten. Europa bläst und wir spielen. Alles wird durch Fremdeinwirkung
bestimmt. Wir sind nicht die eigentlichen Initiatoren.« Ihm wurde
entgegnet: "Siehst du die Gottlosigkeit nicht, verbreitet sie sich. Man
muß im Namen der Religion auftreten!" »Ja sicher, aber unter
einer absoluten Bedingung. Die Motivation muß von der Liebe zum Islam
und der Eifer vom Glauben herrühren. Falls die Impulse für die
Motivation vom politischen Engagement oder von einer Parteilichkeit kommt,
ist es gefährlich. Dem ersteren, der aus Liebe zum Islam sich engagiert,
wird verziehen, wenn er Fehler macht. Aber der zweite ist verantwortlich,
auch wenn er es richtig macht.« Hierauf wurde Said Nursi gefragt,
wie das zu verstehen sei und er antwortete: »Wenn jemand seine heuchlerischen,
politischen Mitläufer aus nichtigen Gründen dem religiösen
Mitglied der Gegenpartei vorzieht, ist sein Initial Politik. Außerdem,
da die Religion das heilige Besitztum von jedem ist, erweckt eine monopolistische
Einstellung, die eigenen Parteigänger als die besseren Muslime anzusehen,
in der Mehrheit der Bevölkerung eine antireligiöse Einstellung
und damit eine Herabminderung der Religion. Das, d.h. die eigenen Parteigänger
als die besseren Muslime ansehen usw., ist parteiliche Verfangenheit. Zur
Veranschaulichung: Zwei Männer streiten sich und einer bemerkt seine
Unterlegenheit. Indem er dem Stärkeren den Koran reicht, bittet er
um Schutz, da eine stärkere Hand nötig ist, damit der Koran mit
ihm nicht auf den Boden fällt. Diese Person möge seinen Respekt
und seine Liebe dem Koran erweisen. Wenn der Unterlegene aber den Koran
als Schild gegenüber dem Stärkeren benutzt, zieht er statt dem
Schutzgefühl eine Provokation auf sich, da er den Koran dem stärkeren
Bediensteten vorenthält. Er fällt mit ihm auf den Boden, das
heißt er liebt den Koran nur für sich selbst.« Und Said
Nursi resümiert: »Ja, der Religion kann nur gedient werden,
indem man die Neigung und das Interesse an der Religion weckt, das Angehörigkeitsgefühl
stärkt, die Notwendigkeit aufzeigt und durch Erinnerung an die religiösen
Aufgaben und Anmahnung. Wenn man aber statt dessen den Menschen sagt, ihr
seid fern von Religion oder Atheisten, würde dies die Menschen zur
Gegnerschaft veranlassen. Religion darf nicht in ausschließender
Form gebraucht werden und das Einbeziehen der Religion darf nicht zu einem
Missbrauch führen.« Im weiteren Verlauf der Debatte wies Said
Nursi darauf hin, dass der feindselige Gegner des Islam und der Muslime
(der innere wie der äußere Gegner) niemals gleichgesetzt werden
darf mit Muslimen, die in ihren Taten und in Glaubensdingen nicht aufrichtig
sind. Zum Hang des Menschen zur Tyrannei führt er aus: »Wegen
der Sturheit, Arroganz und Eigensinnigkeit der Menschen scheint ein Konsens
in ihren Meinungen und Ideen unmöglich zu sein. Die Haltung entweder
'für' oder 'gegen' führt zu einer ungerechten Konsequenz - das
geringste Anzeichen wird als belastender Beweis gewertet. Das ist eine
Tyrannei.* Diese Einstellung des Menschen beweist den Koranvers: 'Wahrlich
der Mensch ist ein Tyrann.' Sure 14, 34 (*Anmerkung: Es ist wahrlich eine
Tyrannei, wenn man aufgrund einer Schwarz-weiß-Sichtweise Andersdenkenden
fortwährend Schlechtes unterstellt und die geringsten Anzeichen als
Beweise anführt. Hiergegen gilt im Islam die Pflicht über den
anderen immer eine gute Meinung zu hegen, nur Gutes zu denken solange es
keine anderslautenden Beweise gibt. Um ein ausgeglichenes, objektives Urteil
über eine Sache oder eine Person usw. bilden zu können, müssen
die Indizien relativiert und die Skala des Wertemaßstabes entsprechend
breitbandig gewählt werden.) Beim Menschen ist im Gegensatz zu Tieren
das Ausmaß Unheil anzurichten nicht eingeschränkt. Besonders
durch Zusammentreffen der schlechten Formen des Egoismus' wie beständig
an sich selbst und das eigene Wohl denken, die eigenen Ideen besser finden,
Arroganz und Sturheit in einer Person erlangt der Mensch die unermessliche
Fähigkeit zum Bösen. Die Menschheit hat für diese Fähigkeit
zu unermesslicher Grausamkeit noch keinen Begriff erfunden. Das ist auch
ein Beweis der Notwendigkeit der Hölle. Eine angemessene Bestrafung
kann es auch nur in der Hölle geben.« Weiter erklärt Said
Nursi: »Jemand, der sich über den anderen wegen einer schlechten
Eigenschaft ärgert und deswegen die ganze Person, sogar dessen Verwandten,
sogar dessen Berufsgenossen als schlecht bezeichnet und seinen Zorn und
Hass auf diese lenkt, widersetzt sich Gottes Wort: '... Und keine lasttragende
Seele trägt die Last einer anderen.' (Jeder ist für seine Taten
selbstverantwortlich und wird dafür zur Rechenschaft gezogen.) Sure
Isra 17,15
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1920 Als das Land 1920 durch imperialistische Kräfte nach der Niederlage
im 1. Weltkrieg überfallen wurde, rief Said Nursi in Zeitungsartikeln
und verschiedenen anderen Druckschriften die Bevölkerung Istanbuls
zur Auflehnung gegen die britischen Besatzer auf. Daraufhin versuchten
die Engländer ihn zu liquidieren. Doch Said Nursi entkam den Anschlägen.
Von Mustafa Kemal und dem Parlament wurde Said Nursi alsbald eingeladen,
bei der Neugründung und Gestaltung der Türkei mitzuwirken. Erst
nach mehrmaliger Wiederholung der Einladung ging Said Nursi im Juni 1922
nach Ankara, da er es bis dahin vorzog wegen des Kampfes gegen die Besatzer
in Istanbul, in unmittelbarer Feindberührung zu bleiben als in sicherer
Entfernung. In Ankara wurde er von der großen Nationalversammlung
mit einer Zeremonie empfangen. Said Nursi fand hier jedoch nicht, was er
erwartet hatte. Die Haltung der Abgeordneten zur Religion enttäuschte
ihn besonders. Es herrschte eine Atmosphäre des Bruchs mit dem Islam,
der islamischen Kultur und Tradition. Dies veranlasste ihn, in seinen Reden
im Parlament, in seinen Schriften und Appellen an die Abgeordneten herauszustellen,
dass es für eine Akzeptanz der Volksvertretung und Regierung bei einer
breiten Schicht der Bevölkerung, für eine materielle und geistige
Entwicklung, für den Fortschritt, für eine Motivation zur
Gemeinsamkeit die islamische Religion sehr notwendig sei. Darin spiele
die Einhaltung der Farth-Pflichten der Abgeordneten als Führer des
Volkes eine besondere Rolle. Dieses Parlament müsse das religiöse
Bedürfnis des Volkes befriedigen. Die Fortsetzung des Erfolges, außen
wie innen, könne nur durch den Geist der Gemeinschaft, durch den Geist
des Islam gewährleistet werden. Die Kraft, die von der Einheit des
Volkes ausgeht und durch Festhalten an den islamischen Grundsätzen
realisiert wird, könne durch nichts ersetzt werden. Nach diesen Appellen
und weil daraufhin die Mehrheit der Abgeordneten sich wieder der Religion
zuwandten, gab es ein Streitgespräch zwischen Said Nursi und Mustafa
Kemal, der eine totale Loslösung von der Religion und ihre Verdrängung
aus dem öffentlichen Leben anstrebte. Mustafa Kemal sagte: "Wir haben
Sie eingeladen, um von Ihren hohen Ideen Nutzen zu ziehen. Du aber hast
unter uns Zwietracht gesät." Als Antwort verwies Said Nursi auf den
Stellenwert der Religiosität und des Gebets, woraufhin Mustafa Kemal
sich entschuldigte. Mustafa Kemal bot ihm dann bei anderer Gelegenheit
einen Abgeordnetenposten an. Said Nursi lehnte ab, auch die späteren
Angebote wie die Stelle als Generalprediger, denn es war Mustafa Kemals
Taktik bzw. Prinzip: Biete deinem Gegner einen guten Posten, dann bist
du ihn los. Acht Monate verbrachte Said Nursi in Ankara, in denen er zwei
seiner kleineren Werke veröffentlichte, und verließ es dann
in Richtung Van. Für zwei Jahre lebte er hier in Abgeschiedenheit
und beschäftigte sich lediglich mit Meditation und Gebet. Unterdessen
brachen die bedauerlichen Ereignisse bekannt als "Die Rebellion des Ostens"
aus. Viele Stämme in Ostanatolien waren wegen der antireligiösen
und antiislamischen Politik M. Kemals gegen ihn aufgebracht. Aufgrund seines
Einflusses begehrten die Aufständischen Bediuzzamans Hilfe, aber seine
Antwort auf die Anfrage nach Unterstützung lautete: »Das türkische
Volk hat seit Jahrhunderten die islamische Fahne getragen und viele Gelehrte
und Opfer hervorgebracht. Gegen die Enkel dieses Volkes können keine
Waffen erhoben werden. Wir sind Muslime und Brüder mit diesen. Und
einen Bruder lassen wir nicht gegen den anderen Krieg führen. Nach
der Scheriat ist dies auch nicht erlaubt. Waffen kann man nur gegen die
äußeren Feinde erheben. Im Innern können Waffen nicht gebraucht
werden. In dieser Zeit besteht unsere einzige Rettung im Koran, in den
Glaubenswahrheiten, in der Aufklärung und im Erleuchten der Menschen.
Unser größter Feind ist die Unwissenheit. Die müssen wir
beseitigen. Gebt euer Vorhaben auf, weil es zu nichts führt. Wegen
ein paar Verbrechern kann es tausenden Unschuldigen das Leben kosten.«
Er sagte auch: »Um Scheriat zu wollen die Scheriat ausnutzen und
wider der Scheriat handeln, ist gegen den Islam. Der Schlüssel zur
Scheriat ist bei mir. Geht nach Hause.« Durch seine Mahnungen nahm
die Provinz Van und viele andere Städte an den Aufständen nicht
teil und viele Menschenleben wurden geschont. Anderenorts wurden Tausende
getötet. Alle bekannten Persönlichkeiten und Stammesführer
wurden verhaftet und verbannt. Und trotz des Einsatzes Said Nursis für
Frieden wurde er ins Exil nach Burdur in Westanatolien geschickt. Eine
lange Periode der Verbannung, Einkerkerung, der Schikanen und Unterdrückung
begann, aber auch eine vermehrte Schreibtätigkeit Said Nursis.
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Mustafa Kemal ordnete eine streng nationalistische Ausrichtung der neuen
Türkei an unter Verbannung der Religion aus allen Bereichen. Der Islam
wurde gleichzeitig aus den Schulen verbannt, theologische Hochschulen,
die Medresen und Ordenshäuser geschlossen, Koranschulen verboten -
selbst der Esan, der Ruf zum Gebet, wurde verboten; hunderte Moscheen wurden
für nichtreligiöse Zwecke benutzt. Pläne, alles abzuschneiden
was die Nation mit der Vergangenheit und ihren moralischen Werten verbindet,
wurden vollzogen. Durch den Wechsel der Schrift vom arabischen zum lateinischen
Alphabet waren alte Bücher der folgenden Generation nicht mehr zugänglich.
Die Zeitungsherausgeber und Publizisten standen unter Zensur der Presseabteilung
der Regierung, die es "als schädlich erachtet, das Konzept der Religion
in den Gemütern der Jugendlichen zu fördern." Der Bekämpfung
der islamischen Kultur auf allen Ebenen fielen tausende Leben zum Opfer.
Said Nursi war wegen seiner Berühmtheit und seinem Einfluss von den
Verfolgungen besonders betroffen. Über 1000 Mal wurde er angeklagt,
vor's Gericht gestellt und trotz Freispruchs wurde er verbannt, ins Gefängnis
gesteckt, Mordanschlägen ausgesetzt. Ca. fünfunddreißig
Jahre seines Lebens verbrachte er in Verbannung und im Gefängnis.
Trotz aller Bemühungen ihn mundtot zu machen, gelang es ihm, seine
Werke zu verfassen, die 600.000-fach von seinen Schülern und Studenten,
die ihn auf Schritt und Tritt folgten, per Hand vervielfältigt wurden.
Nur damit er nicht schreiben und diktieren konnte, verhängte man beispielsweise
über eine ganze Stadt das Verbot des Vertriebs von Papier und Schreibwaren,
was Said Nursi jedoch nicht davon abhielt. Auf Zeitungsrändern, auf
Streichholzschachteln und Zementsäcken wurde weitergeschrieben. Von
den Verfolgungen waren auch die von seinen Werken motivierten aktiven Muslime
und ihre islamisch-religiösen Unternehmungen stark betroffen. Im Untergrund,
in privaten Häusern versuchten sie den Islam weiter zu unterrichten,
und Islamstudium zu betreiben.
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1925 Einige Stationen des Verbannungslebens Said Nursis, das 1925 im westanatolischen
Exil in Burdur begann: In Burdur wurde er unter Bedingungen strengster
Überwachung und Druck gehalten. Dies hielt ihn aber nicht ab, den
Leuten in seiner Umgebung die Glaubenswahrheiten zu ehren und vom geheimen
Zusammenstellen seiner Schriften. Seine Aktivitäten wurden nach Ankara
berichtet, wo man Pläne vorbereitete, ihn zum Schweigen zu bringen.
Und man schickte ihn nach Barla, einem abwegigen Platz in Zentralanatolien
umgeben von Bergen, mit dem Gedanken, dass Bediuzzaman hier möglicherweise
aus Unvermögen und Einsamkeit sterben würde. Doch er starb nicht.
Während der acht ein halb Jahre, die er in absoluter Unterdrückung
in Barla verbrachte, schrieb Bediuzzaman drei Viertel der Risale-i Nur
Sammlung. Die Abhandlungen waren alle mit der Hand geschrieben, weil weder
der Autor noch seine Studenten die Druckkosten aufbringen konnten. Selbst
wenn sie in der Lage hierzu gewesen wären, hatten sie die Freiheit
dafür nicht. Die Abhandlungen per Hand zu vervielfältigen war
ebenso eine gefährliche Sache. Diejenigen, die es wagten, wurden im
Gefängnis und auf der Polizeistation drangsaliert und jeder Versuch
wurde unternommen, die Leute davon abzuhalten, mit Said Nursi in Kontakt
zu kommen.
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1935 wurde Said Nursi mit 125 seiner Schüler und Studenten zur Untersuchung
am Gerichtshof in Eskisehir eingesperrt. Im Gefängnis in Eskisehir,
wo sie elf Monate während der Gerichtsverhandlung verbrachten, mussten
sie unerträgliche Schikanen hinnehmen. Zum Frühlingsbeginn wurden
sie freigelassen, aber nicht in Frieden. Die Anklage verwies
dabei auf das "Risale-i Nur, trotz scharfer Ueberwachung durch die Behoerden
in den Kreisen der Schueler des Bediuezzaman zirkulierte und studiert wurde.
Das Urteil: erneut acht Jahre Verbannung, diesmal nach Kastamonu. Wieder
durch Gendarmen eskortiert, wurde Said Nursi nach Kastamonu gebracht. Dort
verbrachte er die ersten drei Monate auf einer Polizeistation. Dann wurde
er in ein Haus gegenüber der Polizeistation verlegt. In Kastamonu
lebte Said Nursi sieben Jahre, in denen er seine Schreibtätigkeit
und das Verbreiten des Risale-i Nur fortsetzte, und das trotz der widrigen
Umstände und der ständigen Gefahr entdeckt zu werden. Weil er
und seine Studenten fast jeder Art von Freiheit beraubt waren, bildeten
sie ihre eigene Postorganisation, die "Nur-Postboten" genannt. 600.000
handgeschriebene Kopien der Abhandlungen wurden überall in Anatolien
verbreitet.
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1943/1944 wurde er wieder eingesperrt und zusammen mit 126 seiner Studenten
vor das Strafgericht in Denizli gebracht. Der Hauptpunkt der Anklage war,
weil Said Nursi unlängst eine Abhandlung über die Existenz Gottes
in Istanbul gedruckt hatte. Auch im Gefängnis war sein Einsatz unaufhörlich.
Er verfasste neue Traktate und da Papier und Schreibzeug im Gefängnis
nicht erlaubt waren, wurden die Abhandlungen auf schmale aus Papiertüten
gerissenen Papierstreifen geschrieben und in Streichholzschachteln hinausgeschmuggelt.
Früchte des Glaubens wurden auf diese Weise geschrieben. Wegen der
gesetzlichen Willkür, seinen ständigen Verfolgungen, den Schikanen
aus nichtigen Anlässen, aus Vermutungen und Verdächtigungen heraus,
Wegen der Haltung des Ministeriums, das alle Richter, Anwälte für
seine Verurteilung angewiesen hatte, verglich Said Nursi seine groteske
Situation einmal mit dem Kind in der folgenden Geschichte: Ein Sultan ist
von einer schlimmen Krankheit befallen und die Ärzte wissen kein anderes
Mittel mehr, als dass der Sultan das Blut eines Kindes trinken müsse.
Der Vater dieses Kindes verkauft es mit richterlicher Erlaubnis und gegen
Entgelt an den Sultan. Aber statt zu trauern und sich zu beklagen, lacht
das Kind. Man fragt es: "Warum bittest du nicht um Hilfe und warum beklagst
du dich nicht?" Das Kind antwortet: "Wenn einen Menschen ein Unglück
trifft, geht er zum Vater, zum Richter oder zum Sultan. Mein Vater verkauft
mich zum Schlachten. Der Richter gibt das Urteil für meinen Tod und
der Sultan verlangt mein Blut. Ob solch einer unmöglichen und schrecklichen
Lage kann man nur lachen." Der Prozeß in Denizli endete in einem
einstimmigen Freispruch. Aber das hieß nicht, dass Said Nursi seine
Freiheit bekam. Auf Befehl aus Ankara wurde er in eine andere Stadt, nach
Emirdag geschickt. In Emirdag erwartete Said Nursi genau das gleiche wie
anderswo auch: wieder Überwachung, Druck und Folter und ungeachtet
dessen ein ununterbrochener unermüdlicher Dienst am Glauben. Die Periode
in Emirdag endete auf die übliche Weise im Gefängnis. Zusammen
mit 53 seiner Schüler und Studenten wurde Said Nursi zum Strafgerichtshof
nach Afyon geschickt und sie verbrachten dort 20 Monate im Gefängnis.
Die Grausamkeiten, denen sie dort ausgesetzt waren, übertrafen all
die vorherigen. Said Nursi war 72 Jahre alt und litt an verschiedenen Krankheiten.
Dennoch wurde er in einer Zelle mit zerbrochenen Fenstern isoliert, wo
er zwei raue Winter verbrachte. Und als ob das nicht genug war, versuchte
man noch ihn zu vergiften, indem man ihm Gift injizierte. Das Gift konnte
ihm jedoch nichts anhaben. Diejenigen seiner Gefolgsleute, die es wagten
sich ihm zu nähern um ihm zu helfen, wurden unbarmherzig in die Bastion
geschickt. Schließlich und endlich wurde durch den Obersten Gerichtshof
das verhängte Urteil annulliert.
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Weitere Prozesse folgten 1948 und 1952
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1956 Acht Jahre später, 1956, gab der Gerichtshof bekannt, dass diejenigen
die unter unerträglichen Bedingungen fast zwei Jahre im Gefängnis
verbracht hatten nun unschuldig befunden werden. Der Übergang zu einem
Mehrparteiensystem nach 1950 brachte eine teilweise Erleichterung in den
Bedingungen unter denen Bediuzzaman und seine Schüler und Studenten
zu leiden hatten. Trotzdem hatten sie noch manches zu erdulden, denn den
antireligiösen Kräften, die den Staat regierten, verursachte
ihr Dienst an Koran und Glauben weiterhin Unbehagen.
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1958 kam es zum letzten Prozeß. Während der ganzen
Zeit wuchs die Zahl der Schueler und damit verbundene Verbreitung des "Risale-i
Nur" sprunghaft an. Ab den fuenfziger Jahren konnten die Schriften von
Said Nursi schliesslich in der Tuerkei oeffentlich gedruckt und vertrieben
werden.
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In einer Anweisung der "Demokratischen Partei" an die
Oberste Religionsbehoerde hiess es nach den Wahlen des Jahres 1950: "Alle
Buecher, die von Bediuezzaman Said Nursi geschrieben wurden, stehen im
Einklang mit den Prizipien des Islam und der Sunna des Propheten. Und sie
stehen in Uebereinstimmung mit dem sunnitischen Islam. Sie haben zum Ziel,
die Menschen von den drohenden ideologischen Gefahren von heute zu bewahren
durch eine saubere Kommentierung der Ayats des Koran "("Badee-uz-Zaman
Said Noorsi of Turkey", by Kamaladdin Akguen, Milwaukee/USA, 1974, page
50-51). Dagegen blieb die "Republikanische Volkspartei" auch 1966 noch
bei ihrer von Atatuerk uebernommenen These: "Die Buecher von Said Nursi
sind in Anatolien weit verbreitet. Uns stehen daher furchtbare Tage bevor"(S.
"Badee-uz-Zaman Said Noorsi", S.65).
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1960 In der Nacht der Bestimmung im Ramadan 1960, am 23. März, schied
Bediuzzaman Said Nursi aus dieser Welt. Als Vermächtnis hinterließ
er sein 5000 Seiten umfassendes Werk und hunderttausende gläubiger
Menschen, die dieses und das kommende Jahrhundert erleuchten werden, und
eine Liebe, die der Nachwelt überliefert sein wird von Generation
zu Generation.
LEHRE
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Lemmen: "Said Nursi ist berühmt durch die Abfassung einer großen
Zahl theologischer Schriften, in denen er sich im Licht des Korans um eine
Auseinandersetzung mit der modernen Welt bemüht. Dieser Gedanke findet
sich bereits im Titel seines Hauptwerks, dem Risale-i Nur (die Abhandlung
vom Licht). Sein Hauptanliegen sieht Ursula Spuler-Stegemann in der „Anfertigung
eines umfassenden Werkes, das den Koran in eine veränderte und moderne
islamische Welt hineintragen, ihr religiöse Kraft verleihen und wahre
Erleuchtung bringen soll, ‘Risale-i Nur’. Offenbar haben Bedeutung und
Einflußkraft des Koran selbst im Islam als der ‘Religion des Buches’
ihm die Überzeugung gegeben, auf diesem Wege sein Ziel erreichen zu
können. Wie den Koran selbst soll man auch sein nunmehr Baustein für
Baustein wachsendes eigenes Werk achten und beherzigen; es steht völlig
gleichrangig neben dem Koran, ja in der praktischen Bedeutung für
seine Anhänger sogar an erster Stelle." [Spuler 1973, S. 131f.] Zur
Verbreitung dieses Werks entstand die Nurculuk-Bewegung, deren Mitglieder
sich dementsprechend Nurcular (Lichtträger) nennen. Sie erfüllen
diese Aufgabe, indem sie die Werke Said Nursis lehren und kommentieren,
sie in verschiedene Sprachen übersetzen, drucken und vertreiben sowie
Vorträge und Konferenzen dazu organisieren und durchführen. ...
In einzelnen Gesichtspunkten ihrer Struktur, wie den Aufnahmeriten, der
hierarchischen Gliederung und der Autorität des Gründers, erweckt
die Bewegung den Anschein eines mystischen Ordens. Abgesehen davon, daß
sie sich aufgrund des seinerzeit erlassenen Verbotes überhaupt nicht
in dieser Form etablieren konnte, betrachtet sie sich selbst auch nicht
als mystischen Orden, sondern vielmehr als Lehranstalt. Für diese
Sicht spricht, daß Said Nursi selbst niemals einem solchen Orden
angehört hat und keinen Nachfolger für die Leitung der Bewegung
hinterlassen hat. In seiner Eigenschaft als Bediüzzaman nimmt er für
seine Anhänger hingegen eine einmalige und einzigartige Position ein.
[Vgl. Spuler 1981, S. 439-442.] Wie die Süleymanci-Bewegung ist auch
die Nurculuk-Bewegung unter Voraussetzungen entstanden, die sie mit ihrem
religiösen Bildungsprogramm unweigerlich in Konflikt mit der staatlichen
Säkularisation brachten. Wiederholt hatte Said Nursi sich vor Gericht
für sein Tun zu verantworten und wurde zu Verbannung oder Gefängnisaufenthalt
verurteilt. Mit dem Wandel der politischen Verhältnisse nach dem Zweiten
Weltkrieg konnte auch die Nurculuk-Bewegung zunehmend einen legalen Charakter
annehmen und zu einer bedeutenden religiösen Kraft in der gegenwärtigen
Türkei werden. Dabei hat sie sich nicht in Richtung einer politischen
Partei entwickelt, sondern vielmehr durch die Unterstützung bestimmter
politischer Kreise, wie der Partei des Rechten Weges (Dogru Yol Partisi
/ DYP) und der Mutterlandspartei (Anavatan Partisi / ANAP), ihren Einfluß
ausgeübt. [Vgl. Hagemann 1996, S. 109-111.]
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Berliner Stimme, 26.1.1980: Es werden mehrere mystische Richtungen
unterschieden: "Die vierte Richtung ist die Risale-i Nur Bewegung, mystisch
im Kult, unpolitisch und liberal. Sie hat sich entschlossen den Islam dem
Westen anzubieten. In Berlin hat sie drei Moscheen, einen Verlag, Gebetsraeume
in beiden Universitaeten. Sie bietet als Dienstleistung den 'Unabhaengigen
Gemeindedienst' an, der allen Gruppen Raeume zur Verfuegung stellt, solange
sie keine Politik machen'. Weil diese Richtung nicht strikt 'antiwestlich'
ist, bietet sich als Gespraechspartner an "
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Paul Geiersbach: "Die Nurcular sind die Jesuiten unter den
tuerkischen Moslems, oft hochgebildet, elitaer im Anspruch, und ein feines
Gespuer fuer Macht ist ihnen eigen." (in: "Gott auch in der Fremde dienen.
Ein Tuerkenghetto in Deutschland", Bd.II)
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Lemmen: "Auf die missionarische Komponente der Bewegung angesprochen,
meinte Mehmet Emin Birinci, Mitglied des Leitungsgremiums der Nurculuk,
im Juli 1978 in einem Gespraech mit der "Deutschen Welle", dass der missionarische
Einsatz von Nurculuk nach innen gerichtet sei. Diese Ausrichtung komme
der Bewegung heute besonders in der Diaspora zugute. Hier betrachte sie
es als vordringlichste Aufgabe, den Glaubensbruedern zu helfen, die angesichts
der hochtechnisierten Arbeitswelt verstaerkt geistigen Beistand benoetigt,
um ihre Religion, den Islam, in rechter Weise zu verstehen und praktizieren
zu koennen. Besondere Aufmerksamkeit widme die Bewegung daher den muslimischen
Jugendlichen, von denen ein grosser Teil Gefahr laufe, dem Atheimus zu
verfallen, ohne vorher die Chanze gehabt zu haben, die Religion ihrer Eltern
kennenzulernen und zu erproben.: "Unsere Arbeit ist umso wichtiger, als
man davon ausgehen muss, dass die Anwesenheit des Islam in Deutschland
keine voruebergehende Erscheinung ist. "Im uebrigen sei Nurschuluk gegen
jegliche Form von Proselytenmacherei und koenne sich auch nicht mit einem
Missionsverstaendnis anfreunden, wie es von einigen christlichen Gruppen
praktiziert werde: "Gleichwohl sind wir entschlossen, den Islam im Westen
anzubieten. Jeder von uns ist geradezu verpflichtet, moeglichen Interessenten
den Zugang zum Koran, zum Islam einzuraeumen." Nicht mehr und nicht weniger
verstehe die Nudschuluk- Bewegung unter Mission DEUTSCHE-WELLE, Kirchenfunk,
"Moscheen in Deutschland- die Nurdschuluk-Bewegung", 8.Juli 1978) Die Nurdschuluk
Bewegung ist eine Bruderschaftsbewegung mit einer offenen Struktur. Sie
ist von der sunnitischen Tradition gepraegt. Ihr gehoeren heute 10 Millionen
Brueder (Schueler) in ca 100 Laendern der Erde an. Die Gesamtleitung der
Bewegung liegt in der Verantwortung einer "Arbeitsgemeinschaft" gleichberechtigter
Brueder in Istanbul. Der Aufbau der Bewegung, deren akademisches Potential
ueberdurchschnittlich gross ist, geht von unten nach oben. Die einzelnen
Lehrhaeuser (Medressen) sind autonom und regeln ihre Angelegenheiten selbst.
Sind Entscheidungen zu fallen, so tritt der "Mesveret" (Beratungsgremium)
zusammen. Diesem Gremium gehoeren alle Brueder an, die zum Zeitpunkt der
Einberufung in der Medrese anwesend sind. Niemand ist ausgeschlossen. International
bedeutsame Entscheidungen werden in der "Mesvseret-i Nuriyye" in Istanbul
entschieden. Jede einzelne Medrese ist berechtigt, in diesem Gremium einen
Vertreter zu entsenden. Die Bewegung unterhaelt in Berkeley/Cal. ein theologisches
Institut (Risale-i Nur Institute of Amerika). Dieses Institut, Soezler
Verlag Nesriyat Tic.ve San.A.S., Nuru Osmaniye Cad. No: 28/2,Cagaloglu
ISTANBUL/TURKEY sowie einige Stiftungen in Istanbul haben die Aufgabe;
das "Risale-i Nur" in Fremdsprachen zu uebertragen und weltweit zu verbreiten.
Der Ausbreitung des Gedankengutes von Said Nursi dient auch die Tageszeitungen
"Yeni Asya", "Zaman" (Istanbul), und die Monatsschriften Koeprue, Zafer,
Sizinti, und Nur The Light (Istanbul) und Nur-das Licht (Koeln,Jama'at-un
Nur, Neustr.11, 51063 Koeln/Deutschland). In Westberlin unterhaelt die
Nurdschuluk eine Korandruckerei ("Ittihad Druck-und Verlags GmbH", Eisenbahnstr.
16, Berlin; mehrere Buchverlage Radio- und Fersehsender bestehen in Istanbul
und ein Buchverlag in Koeln ("Asya Verlags GmbH, Kempenerstr. 53 Koeln).
Die Brueder (Schueler) sind verpflichtet, eines Teil ihres Lebens, ihrer
Freizeit und Ihres Einkommens der Bewegung zur Verfuegung zu stellen. Sie
sind aufgefordert, sich mit dem Werk Said Nursis, insbesondere mit dem
"Risale-i Nur" zu beschaeftigen und die daraus gewonnenen Erkentnisse anzuwenden
und weiterzuverbreiten. Sie gehen bei ihrem Eintritt in die Gemeinschaft
keinerlei aeusserliche Verpflichtung ein. Alle Regeln ergeben sich aus
dem Koran, der Sunna, und aus dem Werk Said Nursis. Der Verpflichtung gegenueber
der Gemeinschaft ist eine persoenliche und innere Entscheidung und umfasst
u.a. Tugenden wie Schweigsamkeit ueber die Angelegenheiten eines Bruders
oder der Gemeinschaft, Treue, Aufrichtigkeit und Solidaritaet gegenueber
den Mitbruedern."
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Lemmen: "Said Nursis Modell befasst sich ausschliesslich
mit der islamischen Renaissance und den aus ihr resultierenden Folgen fuer
das islamische Gesellschaftsystem. Gemaess dem Risale-i Nur versucht die
Nurdschuluk-Bewegung nicht nur das Gewissen des einzelnen Menschen zu schaerfen,
sondern auch das Gewissen der real existierenden Gesellschaft. Das Nur-Modell
geht davon aus, dass die heutige Gesellschaft sich in einer ideologischen
Krise befindet und daher einer fundamentalen Veraenderung und inneren Stabilitaet
bedarf. Diese Veraenderung zu bewirken, ist nach Auffassung der Nur-Schule
die eigentliche Mission des Islam in der heutigen Zeit. Das Nur-Modell
sieht als Voraussetzung an:
-
die Staerkung des Glaubens durch Gewissensschaerfung.
-
die Verlagerung der islamischen Arbeit von Einzelpersonen
in die Verantwortung von Gruppen (Said Nursi vertritt die Auffassung, dass
gesellschaftveraendernde Leistungen nur in Teamarbeit bewaeltigt werden
koennen. Es ist allerdings notwendig, dass die einzelnen Gruppen sich gegenseitig
anerkenen, respektieren und zusammenarbeiten. Seine Regel: Du magst das
Recht haben, zu sagen, dass deine Methode der bessere Weg oder richtiger
sei. Du hast aber nicht das Recht zu behaupten, dein Weg sei der einzig
richtige und nur dein Weg sei gangbar);
-
Verwirklichung des Einheitgedankens unter den Muslimen, in
den Beziehungen der islamischen Staaten untereinander, schliesslich in
der Kooperation mit anderen Religions-Gemeinschaften und hier insbesondere
mit den Christen.
Said Nursi geht davon aus, dass die sprituelle Krise das
schwerwiegende Problem unseres Zeitalters ist. Sie zu bewaeltigen, bedeutet,
die Probleme der Menschheit zu loesen. Seiner Meinung nach kann diese Krise
bewaeltigt werden, wenn es gelingt, den einzelnen Menschen positiv und
lebensbejahend zu beinflussen und zu veraendern. Positiv veraendern bedeutet
fuer ihn, die Menschen wieder glaubensfaehiger zu machen. Dieser Prozess
setzt nach Said Nursis Auffasssung voraus, dass die Religion so verkuendet
wird, dass sich die Menschen in ihrer konkreten Situation von dieser Verkuendigung
angesprochen fuehlen. Zeitgemaesse Glaubensverkuendigung und -lehre bedeutet
nach dem "Risale-i Nur", dass Religion und Wissenschaft eine Symbiose eingehen.
Die Wissenschaft muesse mit religioesen Massstaeben gemessen werden, waehrend
die Religion sich gefallen lassen muesse, mit den Augen der Wissenschaft
betrachtet zu werden. Aufgabe des Islam in der heutigen Zeit sei also auch,
Religion und Wissenschaft miteinander zu versoehnen. Said Nursi hat sich
selbst einmal als einen "religioesen Republikaner" bezeichnet. Seinem am
Islam ausgerichteten Staatsmodell liegen drei unverzichtbare Prinzipien
zugrunde.: Recht, Beratung, Gesetzestreue. Diese Prinzipien sind fuer Said
Nursi die Stuetzpfeiler einer idealen Republik, in der die Institution
"hilafa" (Chalifat) nur noch die Funktion eines "Praesidenten der Republik"
beschreibt. Die Entscheidungen in einem islamischen Idealstaat muessen
nach dem Nur-Modell von ordnugsgemaess durch das Volk gewaehlten und fuer
ihr Amt qualifizierten Abgeordneten gefaellt werden. Daraus folgert Said
Nursi, dass die parlamentarische Demokratie das gerechteste und dem Koran
entsprechende Gesellschaftssystem ist, da ihre Koerperschaften aus freien
Volkswahlen hervorgehen. In einem islamischen Idealstaat muessen Tugenden
wie Liebe, Bruederlichkeit, Solidaritaet, Zusammenarbeit, Moral, Recht,
Freiheit, und Gleichheit Prioritaet besitzen und folglich angestrebt werden.
Freiheit bedeutet nach dem Nur-Modell, dass jedermann sein Leben nach seinen
persoenlichen Beduerfnissen, Anschauungen und Mitteln gestalten kann. Nach
Auffassung von Said Nursi koennen der Freiheit nur durch geltendes Recht
Grenzen gesetzt werden. Die Gesellschaft muss dem Unternehmertum zwar Gelegenheit
geben, sich frei zu entfalten, sie muss aber gleichzeitig darauf bedacht
zu sein zu verhindern, dass durch die Gewaerung dieses Freiraumes bestimmte
Gruppen herrschen. Freiheit bedeutet nach dem "Risale-i Nur" eben auch
Ende von Unterdrueckung und Ausbeutung. Letzlich wird darauf verwiesen,
dass in einer freien Gesellschaft kein Raum ist fuer Fanatismus und Despotismus.
Notwendige und zeitbedingte Veraenderungen persoenlicher und gesellschaftlicher
Natur sollten stufenweise und evolutionaer bewirkt werden. Gewaltsame,
aggressive und revolutionaere Ideen sind nach Auffassung der Nurdschuluk-Bewegung
nicht geeignet, Freiheit im wohlverstandenen Sinne zu gewaehren, zu garantieren
und zu schuetzen."
Nurculuk-Bewegung in Deutschland
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Auch in Deutschland tritt die Nurculuk-Bewegung nicht in einem einheitlichen
Erscheinungsbild auf, sondern in einer Vielfalt unterschiedlicher Organisationen.
Sie sind meist daran zu erkennen, daß sie den Namen des Gründers
oder die Bezeichnung Nur (Licht) tragen."
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Insgesamt sollen ihr etwa 120 Lehrhäuser mit einigen Tausend Mitgliedern
angehören. [Vgl. Jama ‘ at un-Nur Köln e.V. o.J., S. 1.]
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Die bedeutendste Gruppierung ist die am 14. Januar 1979 in Köln gegründete
Jama’at un-Nur Köln e.V. (Mitglied des Islamrates, die sich selbst
auch Islamische Gemeinschaft Jama’at un-Nur nennt. Ihrer Satzung nach hat
sie folgende Aufgabe: „Sie verbreitet die Lehren von Bediüzzaman Said
Nursi und nimmt sich insbesondere des Studiums der islamischen Pflichtenlehre
an" (§ 2 S. 2). Zu diesem Zweck betreibt sie eine Reihe von Lehrhäusern,
die ihr als Zweigstellen angehören oder eigenständig sind. Sie
gibt ferner die übersetzten Werke Said Nursis sowie die Zeitschrift
Nur - Das Licht heraus und führt Konferenzen und Veranstaltungen zur
Verbreitung seines Gedankenguts durch. [Am 4./5. Dezember 1999 fand im
Haus der Geschichte in Bonn das erste deutsche Symposium mit dem bezeichnenden
Titel Said Nursi - eine zeitgenössische Annäherung an das Verständnis
des Islam statt.] Die Jama’at un-Nur ist der Satzung nach zentralistisch
organisiert und unterhält demnach im ganzen Bundesgebiet Niederlassungen.
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Zu den wichtigsten eigenständigen Vereinen der Nurculuk-Bewegung gehören:
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das Islamische Jugendzentrum Ahlen e.V. (Mitglied des Islamrates)
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die Bediüzzaman-Said-Nursi-Kulturstiftung mit Hauptsitz in Aschaffenburg,
Bodelschwinghstr. 5 63739 Aschaffenburg 06021-24069
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der Unabhängige Islamische Gemeindedienst e.V. in Berlin.
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Als eigene Unternehmen betreibt sie:
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die Asya Verlags GmbH in Köln
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die Ittihad Druck- und Verlags GmbH in Berlin. [Die Werke Said Nursis und
wertvolle Koranausgaben sind in der Berliner Druckerei hergestellt worden.]
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1977 hieß es über die "Nurculuk-Bewegung", dass sie "die meisten
Koranschulen in der Bundesrepublik Deutschland" betreiben würde. Dies
wurde 1979 von Abdullah verneint, der behauptet, dass die Nurculuk-Bewegung
"keine Koranschulen" unterhalten würde. Das Mißverständnis
sei entstanden, weil sich die Mitglieder der Bewegung als "Schüler"
bezeichnen würden.
Fetullahci (Fetullah Gülen):
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Quellen:
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Unter den verschiedenen Gruppierungen, die aus der Nurculuk-Bewegung hervorgegangen
sind, ist die nach dem Wanderprediger Fetullah Gülen (* 1938) benannte
Gruppe der Fetullahci die wohl bedeutendste. Ihr Begründer ist vor
allem durch seine Predigten bekannt geworden, die im ganzen Land durch
Kassetten Verbreitung fanden. Neben zahlreichen Bildungszentren, dershane
genannt, gehören die Tageszeitung Zaman, mehrere Zeitschriften, regionale
und überregionale Rundfunksender sowie ein Fernsehsender zur Bewegung
um Fetullah Gülen. [Dazu im einzelnen: Spuler-Stegemann 1998, S. 143
Anm. 236.]
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Seit einigen Jahren sind auch die Anhänger Fetullah Gülens in
Deutschland tätig geworden und haben eine Reihe von Einrichtungen
in verschiedenen Städten geschaffen, die als Bildungsvereine oder
Bildungszentren auftreten, darunter:
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Gesellschaft zur Förderung der Erziehung und Bildung e.V. (Zühre-Bildungszentrum
Düsseldorf);
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Internationaler Bildungs- und Umweltverein e.V. (Sistem-Bildungszentrum
Hamm);
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Feyza-Bildungsverein e.V. (Feyza-Bildungszentrum Duisburg);
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Zirve Eltern- und Bildungsverein e.V. (Zirve-Bildungszentrum Wuppertal);
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Selbstdarstellung (übermittelt durch Dipl.-Ing. Ahmet Ünver durch
Mail vom 12.11.2003): "Zirve e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der
in Neuss seit über 8 Jahren besteht. Die Ziele sowie Zweck des Vereins
sind in unserem Satzung eingetragen. Die Kontakte sowie die erfolgreich
Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen, Behörden, dem Rat der
Städte, Schulämter und mit dem Vereinzweck entsprechenden Berufsverbänden
und Vereinen zeichnen die Arbeit des Vereins aus."
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Herr Ünver hat gegen die von Dr.
Lemmen vorgenommene Verknüpfung ausdrücklich Widerspruch
eingelegt, die hier selbstverständlich wiedergegeben wird: "Leider
mussten wir jedoch feststellen, dass der Verein von ihrerseits mit bestimmten
Interessengruppen, Vereinigungen sowie Organisationen in Verbindung gebracht
wird, die den Tatsachen nicht entsprechen und nicht bewiesen sind."
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Türkisch-Deutscher Bildungsverein Mannheim e.V. (Ufuk-Bildungszentrum
Mannheim).
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Auch in Köln soll neuerdings ein Bildungszentrum entstanden sein.]
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Sie sind alle eigenständige Vereine und gehören keinem Verband
und keiner Spitzenorganisation an. Wie bei den Einrichtungen Fetullah Gülens
in der Türkei besteht ihre Aufgabe in einer Kombination der Vermittlung
seiner Lehren zusammen mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. [Vgl.
Spuler-Stegemann 1998, S. 143.]
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Darüber hinaus dienen die in Mörfelden-Walldorf erscheinende
Europaausgabe der Zeitung Zaman und die Zeitschrift Die Fontäne diesen
Zwecken.
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Seine Bewegung ist auf Zusammenarbeit mit den rechtsgerichteten
politischen Zentrumskraeften (Demokratische Partei - Gerechtigkeitspartei
- Partei des Rechten Weges) ausgerichtet und betont sehr oft den Begriff
der Tuerkisch-Islamischen Synthese.
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Neben seiner Taetigkeit als Prediger hat Muhammed Fethullah
Guelen, der neben Arabisch und Persisch auch gut Franzoesisch und etwas
Englisch spricht, sich auch als einflussreicher religioeser Schriftsteller
etabliert, der versucht, jungen Menschen die Moeglichkeit der Zusammenschau
intellektuellen Wissens mit weiser Spiritualitaet und humanem Aktivismus
zu erschliessen. Die tuerkische Version seines Buches ueber den Propheten
Mohammed wurde in drei Jahren in ueber 400.000 Exemplaren verbreitet. Einige
seiner Buecher sind auch in englischer Sprache erhaeltlich.
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Die Gemeinschaft von Guelen hat ein ausgebreitetes Netzwerk
von Stiftungen, Repetitorien (Dershane), Privatschulen und Studentenheimen
aufgebaut, zu denen etwa 35 Schulen in der Tuerkei und mehr als 200 in
den tuerkischen Republiken sowie eine im Nordirak gehoeren. Ihr Denken
geht in Richtung von Neo-Nationalismus, Neo-Ottomanismus sowie Nurcu-Ueberzeugungen.
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Fethullah Hoca pflegt sehr bewusst Loyalitaet zum Staat und
hat eine Reihe von abweichenden Stellungnahmen zur Haltung protestierender
Islamisten eingenommen. Lange Zeit lebte er persoenlich sehr verborgen
und trat erst seit Dezember 1994 bewusster in die Oeffentlichkeit. In den
letzten Jahren hat er sich aber sehr stark als Fuehrer einer der groessten
religioesen Gemeinschaften der Tuerkei profiliert. Er steht dabei eigentlich
bewusst im Gegensatz zur religioesen Refah-Partei und will aufzeigen, dass
diese Bewegung, die aus dem Hintergrund der Nakschibendi-Gruppe kommt,
nicht das Monopol als Vertreterin des politischen Islams hat. Neben Treffen
mit Politikern und grossen Fastenbrechen-Essen (1995 fuer ueber 1000 Gaeste
im Istanbuler Roenesans Hotel mit einer sehr programmatischen Ansprache
ueber einen liberalen tuerkischen Islam) hat Fethullah Hoca auch durch
die Tageszeitung ZAMAN und den Fernsehkanal Samanyolu einen so grossen
Einfluss im Leben des Landes, dass sich keine konservative Partei mehr
leisten kann, ihn und seine Gemeinschaft zu ignorieren.
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Seit einiger Zeit zeigt der Hocaefendi, wie er von seinen
Anhaengern genannt wird, auch viel Interesse fuer das Gespraech mit Vertretern
der christlichen Kirchen. Sein oeffentliches Zusammentreffen mit dem Oekumenischen
Patriarchen Bartholomaios fand grosses Echo in den Medien, in der letzten
Zeit ist ein besonderes Interesse fuer die katholische Kirche zu spueren.
Die Zeitung ZAMAN hat kuerzlich einen Berichterstatter beim Vatikan, Mesut
Erisen, ernannt, der im April eine Serie von Artikeln zum Thema "In der
Welt des Dialogs" verfasste. Die Berichte beschaeftigen sich neben Rom
in besonderer Weise mit Oesterreich und beruehren so verschiedenartige
Themenkreise wie Engelwerk, Kardinal Koenig, Fatima, Afro-Asiatisches Institut
oder Radio Vatikan. Der Ton dieser Berichte ist bewusst freundlich gehalten.
Auch die oesterreichische Schule wurde von Vertretern der Zeitung ZAMAN
besucht, und der Direktor eingeladen, das Schulwerk der Fethullahis, etwa
das Fatih Lisesi oder die neu entstehende Universitaet, kennenzulernen.
Mitte April kam es auch zu einem Treffen Fethullah Hocas mit dem Apostolischen
Nuntius in der Tuerkei, Erzbischof Pierre Luigi Celata, bei dem der Nuntius
eine Einladung an den Hoca zu einem Besuch im Vatikan aussprach. Mit Interesse
wurde auch vermerkt, dass am ersten Tag des islamischen Opferfestes der
Apostolische Vikar von Istanbul, Monsignore Louis Pelatre, ein Grusswort
zum Thema "Die Soehne Abrahams" verfasste, das an prominenter Stelle in
der Zeitung ZAMAN abgedruckt wurde.
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Der Einfluss der "Tuerkisch-islamischen Synthese" Fethullah
Hocas, die sich auch bemueht, die nationalen "Uelkuecueler" einzubinden,
ist als andersgeartete Bewegung zur "Gerechten Ordnung" der Refah-Partei
eine der interessantesten Entwicklungen im Leben des Islam in der gegenwaertigen
Tuerkei.
Literatur:
-
Primärliteratur:
-
Nursi, Said:
-
"Risale-i Nur" (Muhakemat, S. 34; Hutbe-i Samiye, S.58. 87-88;
Muenazarat, S. 12-13);
-
Magmuat al-lamaat min kulliyat rasa'il an-nur. Bairut, 1985
-
Du-'l-Fiqar, magmuat al-mugizat al-ahmadia wa-'l-qur'aniya. Bairut, 1987
-
Das oberste Zeichen. Beobachtungen eines Wanderers, der das
Universum befragt, wer sein Schoepfer sei, Aus der Sammlung Risale-i Nur,
Istanbul/Koeln 1986.
-
Die Auferstehung, Aus dem Risale-i Nur Gesamtwerk, Istanbul/Wetzlar
1987.
-
Die Auferstehung und das Jenseits, Aus der Sammlung Risale-i
Nur, Istanbul/Koeln 1990.
-
Islamische Glaubenswahrheiten. Istanbul u.a., 1990
-
Wunder Mohammeds. Wetzlar u.a., 1992
-
Bruderschaft und Wahrhaftigkeit im Islam, (keine weiteren
Angaben).
-
Leuchtende Rechtleitung, (keine weiteren Angaben).
-
Kleine Worte, (keine weiteren Angaben).
-
Das grosse Zeichen, (keine weiteren Angaben).
-
The words, London
-
The letters, London
-
Panel Bediüzzaman Said Nursî <1991, Istanbul>. Istanbul,
1991
-
International Symposium The Reconstruction of Islamic Thought in the Twentieth
Century and Bediuzzaman Said Nursi <1992, Istanbul>. Istanbul, 1993
-
al-¬ Mu'tamar al-alami li-Badi-az-Zaman Said an-Nursi - International
Symposium on Bediuzzaman <3, 1995, Istanbul>. Istanbul, 1997
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Sekundärliteratur (arabisch):
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Sahiner, Necmeddin:
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Bediüzzaman Said Nurs§ ve nurculuk hakkinda aydinlar konusuyor,
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Bilinmeyen taraflariyle Bediüzzaman Said Nursî . Istanbul, 1990
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Türk ve dünya aydinlarinin gözüyle Nurculuk nedir?.
Istanbul, 1990
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Son sahitler.
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2. Bediüzzaman Said Nursî'yi anlatiyor. Istanbul, 1981
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5. Bediüzzaman Said Nursî'yi anlatiyor. Istanbul, 1992
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Mürsel, Safâ: Bediüzzaman Said Nurs§ ve devlet felsefesi.
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Bilgi, Faik: Bediüzzaman Said Nursî . Istanbul, 1991
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Sekundärliteratur (deutsch oder englisch)
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Spuler(-Stegemann), Ursula (Prof. für Türkisch und Religionsgeschichte
in Marburg)
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S. 1246-1252.
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Noth (Hrsg.): Studien zur Geschichte und Kultur des Vorderen Orients. Festschrift
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Kurter, S./Birge, O.: "The Model of Bediuezzaman Said Nursi",
Berkeley/Cal., 1977;
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Abdullah, Muhammad Salim: Die Nurdschuluk-Bewegung = CIBEDO
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Mardin, Serif:
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Mardin, Serif: Religion and Social Change in Modern Turkey.
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"Bediuezzaman" Said Nursi und die Mechanik der Natur, in:
Blaschke, Jochen - Bruinessen, Martin von (Hrsg.): Islam und Politik in
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Toplu eserleri. 4,[2]. Türkiye'de din ve toplumsal degisme, Bediüzzaman
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Demir-Schmitt, Cäcilia M.: Der Mann der Epoche. Stuttgart, 1994
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Ein Bericht vom 3.Symposion zu Said Nursi im September 1995
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Karpat, Kemal:
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Nurculuk, in: The Encyclopaedia of Islam, New Edition Bd.8,
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Nursi, in: The Encyclopaedia of Islam, New Edition Bd.8,
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Nereid, Camilla T.: In the light of Said Nursi. Bergen, 1997
Helmut Zenz - 2003