Baha´i-Religion (Stand: 2003)
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19. Jahrhundert: Der islamische Zweig hat sich aus dem schiitischen Islam
abgespalten und ist als Religion also aus dem Bahá´í
erwachsen. "Der Bahá´ismus ist einzuordnen in die Hochreligionen
der Erde. Er ist die im Lichte der Geschichte entstandene jüngste
Offenbarungsreligion. Angesichts der Tatsache, dass der Bahá´ismus
sich an die gesamte Menschheit wendet und bereits in den meisten Ländern
der Erde Fuß gefasst hat, kann er schon heute den Weltreligionen
zugerechnet werden." (Theologische Realenzyklopädie, Bd. V, S.131)
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Ausgangspunkt soll der Kaufmann Mirzà ' Ali-Muhammad (1819
in Shiraz-1850) gewesen sein , der auch der "Bab” genannt wurde.
Die eigentliche Gründergestalt ist Mirza Hosein Ali Nuri (1817-1892),
ihm wurde der Ehrentitel Bahá'u'llàh, der "Glanz Gottes”
verliehen. Er verfasste einige Bücher, die den Heiligen Schriften
der anderen Religionen als gleichwertig betrachtet werden.
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1844 verkündete Mirzà Ali-Muhammad der Bab ("Tor") eines kommenden
grossen Propheten, des vom schiitischen Islam erwarteten Imam Mahdi, zu
sein - später versteht er sich als dieser selbst. Er droht der islamischen
Welt die Katastrophe an, wenn sie sich nicht zu seiner neuen Wahrheit bekehre.
Hatte er sich zunächst nur als innerislamischer Reformer verstanden,
so löst er sich mit dem Bayan ganz vom Islam. Der Bayan enthält
ein neues Religionsgesetz und eine in der Religion begründete Politik,
die dem Djihad und der Hoffnung auf einen eigenen Babi-Staat einen wichtigen
Platz einräumt. Die Gruppe wird daraufhin grausam verfolgt.
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1850 Der Bab wird erschossen. Mirza Husain (Hosein) Ali Nuri, als Siebenundzwanzigjähriger
Anhänger des Bab geworden, im Zusammenhang mit einem am Schah verübten
Attentat in Teheran verhaftet, erlebt seine Berufung und nennt sich - allerdings
erst später offiziell - Baha'ullah, d. h. "Herrlichkeit Gottes". Ursprünglich
war für die Stellung als neue Autorität und Schriftausleger sein
Halbbruder Subh-i-Azal vorgesehen und innerhalb der Gemeinde auch anerkannt,
doch behauptet sich der organisatorisch geschickte und staatsloyale Baha'u'llah:
Die Gruppe um den zurückgezogenen und streng an der Lehre Babs festhaltenden
Subh-i-Azal wird kleiner. Die beiden werden nach Adrianopel, Konstantinopel
und, als die Auseinandersetzung ihren Höhepunkt erreicht, getrennt
nach Akka bzw. Zypern verbannt. In Akka bleibt Baha'u'llah mit seiner Familie
bis zu seinem Lebensende 1892; zuerst unter strengen, dann immer freieren
Haftbedingungen. In der Verbannung entstehen die meisten seiner zahlreichen
Schriften, mit denen er die Baha'i-Religion begründet : Es sind Sendschreiben
an bedeutende Persönlichkeiten seiner Zeit mit Bitten um Friede und
Bekehrung, v. a. aber auch das heiligste Buch der Baha'i, der Kitab-al-Aqdas.
Indem er sich als Vollender des Bayan und damit als der vom Bab angekündigte
Gesandte Gottes bezeichnet, begründet er eine eigenständige Baha'i-Religion,
mit der die Mission des Bab abgeschlossen ist. Bah'a'ullah bestimmt seinen
ältesten Sohn Abdu'l-Baha zum Nachfolger und einzigen bevollmächtigten
Ausleger.
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1892 Tod Mirza Hosein Ali Nuris. Nachfolger Bahá'u'llàhs
wird Abbàs Effendi, sein ältester Sohn. Er wird als
"Diener Bahá'u'llàhs” bezeichnet. Unter ihm verbreitet sich
die Bahá'i-Lehre in Afrika, Europa und Nordamerika. Auch ihm macht
ein Halbbruder diese Ehre streitig; doch Abdu'l-Baha, der als vollkommener
Mensch gilt, kann sich durchsetzen. Er baut in Haifa ein Zentrum für
die Baha'i und unternimmt zahlreiche Missionsreisen in den Westen. Die
dadurch steigende Zahl von Gläubigen in aller Welt macht eine besser
strukturierte Organisation nötig. In seinem - z.T. ebenfalls wieder
angezweifelten - Testament verfügt er, dass sein ältester Enkel
Shogi Effendi die im Kitab-al-Aqdas angelegte Ordnung in die Realität
umsetzen soll.
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1921 Shogi Effendi übernimmt diese Aufgabe als sog. "Hüter des
Bundes". Er betätigt sich ausserdem als Übersetzer von Offenbarungsschriften
ins Englische und verfasst eigene Werke.
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1957 Tod Shogi Effendis. Seit dieser Zeit werden die Bahà'í
durch das "Universale Haus der Gerechtigkeit” geleitet, das von den Nationalen
Geistigen Räten gewählt wird. Ihr Verwaltungssitz ist in Haifa,
Israel.
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Heute sind die Baha'i im Iran verboten. Seit der Islamischen Revolution
waren sie massiven Verfolgungen ausgesetzt. Es leben dort nur noch ca.
sechs Prozent aller Baha'i, in Afrika sind es ca. zwanzig und in Indien
vierzig Prozent. Wohl nicht zuletzt dank den verschiedenen Mehrjahresplänen
Shogi Effendis zur Verbreitung der Baha'i - Religion gibt es heute weltweit
- die Angaben sind sehr schwankend - vielleicht 5 Mio. Baha'i.
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Die Verwaltungsordnung: "Diese Entwicklung [Angriffe auf Gläubige,
die die Verwaltungsordnung errichten, d.V.] geht durch sämtliche Stufen
der Unterdrückung, des sich Freimachens, der Anerkennung als eine
unabhängige Offenbarung und als Staatsreligion und muss schliesslich
zur Begründung des Baha'i-Staates führen und letzten Endes in
einer Baha'i-Weltgemeinschaft gipfeln". (Shogi Effendi, Gott geht vorüber,
S.413). - Die von Shogi Effendi in die Praxis umgesetzte "Verwaltungsordnung"
soll Kern und Modell für eine neue Weltordnung sein. Sie hat eine
als gottgegeben betrachtete Grundlage - das Kitab-al-Aqdas - und gilt darum
selber als göttlich. Wie sieht sie aus? Einerseits gibt es Institutionen,
die von der jeweils höheren Stufe ernannt werden. Zuoberst steht als
geistiges Oberhaupt und unfehlbarer Ausleger des Wortes Gottes der Hüter.
Da dieser ein direkter männlicher Nachkomme Baha'u'llahs sein muss
und Shogi Effendi keinen Sohn hatte, die übrigen in Frage kommenden
Verwandten aber alle "Bündnisbrecher" geworden waren, wird das Amt
seit seinem Tod nicht mehr besetzt. Weitere Ämter, deren Ausführende
ernannt werden, sind die Hände der Sache, die kontinentalen Beraterämter,
das internationale Lehrzentrum und die Hilfsämter. Ihre Aufgaben sind
u. a. Verbreitung und Schutz der Religion und Beratung. Der Hüter
und diese Ämter bilden zusammen den ernannten Pfeiler. Anderseits
gibt es neunköpfige gewählte Gremien. Auf der untersten Ebene
sind das die örtlichen geistigen Räte, die z.B. die Feste organisieren,
die Armen unterstützen und den Glauben verbreiten. Über ihnen
stehen die nationalen geistigen Räte, die u.a. die nationalen Besitztümer
verwalten. Zusammen mit dem indirekt gewählten Universalen Haus der
Gerechtigkeit bilden diese Räte den gewählten oder verwaltenden
Pfeiler. Das oberste Verwaltungsorgan, das Universale Haus der Gerechtigkeit,
hat seinen Sitz in Haifa. Es ist oberster Gerichtshof in der Rechtsprechung
und erlässt Gesetze für die Gegenwart in Ergänzung zu Baha'u'llah;
das von ihm gesetzte Recht gilt als mittelbar göttliches Recht. Mitglieder
sind nur Männer. "Was diese Körperschaft einstimmig oder mit
Stimmenmehrheit entscheidet, ist die Wahrheit und Gottes eigener Wille.
Wer davon abgeht, gehört wahrlich zu denen, die Uneinigkeit lieben,
Bosheit zeigen und sich vom Herrn des Bündnisses abkehren." (Abdu'l-Baha,
Wille und Testament, zitiert in Esslemont S.304f.) Die Verwaltungsordnung
ist also zu einem guten Teil demokratisch, doch sind auch die autokratischen
Züge des Systems und sein hoch gegriffener Anspruch der Gottgegebenheit
beachtlich.
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Glaubenspraxis und Grundsätze: "Die Schriften aller Religionen werden
bei den Bahà'í in den "Häusern der Andacht” gelesen.
Ein solches Haus steht in Deutschland in Hofheim-Langenhain im Taunus.
Dieses Gebäude will eine” Architektur des Lichtes” bieten und die
Anschauungen der Bahà'í in einem Gebäude zum Ausdruck
bringen. Ähnlich wie die Pfeilerstreben in der 48m hohen Kuppel zusammenlaufen,
so laufen alle Religionen zusammen im Bah'a'ìtum. Alle früheren
Religionen sind in dieser Religion erfüllt. Der Einheit Gottes entspricht
die Einheit der Religion und die Einheit der Menschen. Die Bahà'í
betrachten sich selbst als "aufgeklärte” Religion. Der Erwerb von
Wissen hat folglich einen hohen Stellenwert. Seit Anbeginn und besonders
seit der iranischen Revolution durch Ayatolla Khomeni werden die Bahà'í
im Iran blutig verfolgt, weil sie als Häretiker gelten. In Deutschland
wird ihnen Asyl gewährt und sie haben einen festen Platz in der Religionslandschaft."
Die Gottesvorstellung der Baha´i-Religion ist vom shiitischen Islam
geprägt; durch ihre sufistisch-mystische Färbung und die Betonung
der göttlichen Liebe zu allen Menschen nähert sie sich aber dem
Christentum an, sie weist freilich auch monistische Züge auf." (http://www.folienkasten.de/islam/folien/folie09.htm:)
- "Die Baha'i betrachten ihre Religion als Weltreligion und sehen in ihr
alle früheren Religionen erfüllt. Viele ihrer Lehren entstammen
denn auch andern Religionen. Sie glauben an einen Gott, der allwissend,
allmächtig, allgegenwärtig und absolut transzendent ist. Der
Gedanke der Einheit Gottes ist zentral. Dieser Einheit entspricht auch
die Einheit der Menschheit und die der Schöpfung. Und auf Einheit
hin werden die Endzeitverkündigungen aus AT, NT und Koran gelesen:
Die alte Weltordnung wird zerfallen und stufenweise ein friedlicher Weltstaat
unter Baha'ullah entstehen. Der Mensch muss Gott anerkennen und lieben.
Ihn partiell zu erkennen ist möglich durch die Schöpfung und
v.a. durch sog. Manifestationen Gottes, als welche z. B. Krischna, Moses,
Christus und Mohammed gelten. Es sind Menschen, die als Spiegelungen Gottes
die Menschen zur Wahrheit führen. Ihre Offenbarungen sind göttliche
Wahrheit, ihre jeweilige Form entspricht aber dem Erkenntnisvermögen
der Menschen ihrer Zeit und wird immer deutlicher. Der Prophet für
das gegenwärtige Zeitalter - aber nicht der letzte - ist Baha'u'llah.
Er gilt als der Heilsbringer, den die einzelnen Religionen für die
Endzeit erwarten. Die Baha'i betonen die Aufgeklärtheit ihrer Religion.
So soll jeder die Wahrheit selbst erforschen, und die Übereinstimmung,
ja gegenseitige Bedingtheit von Religion und Wissenschaft wird gefordert.
Auf das vielleicht deutlichste aufklärerische Element verweist der
Gedanke, dass die Manifestationen Gottes Erzieher der Menschen sind: Den
Glauben an die Vervollkommnung der Menschheit. Während die Baha'i
in ihrer Organisationsform ein ideales Modell für die zukünftige
Weltordnung sehen, so betrachten sie ihren Glauben als deren ideale ethische
Grundlage. Eine stattliche Anzahl Gesetze regelt möglichst alle Bereiche
menschlichen Lebens. Der Gehorsam ihnen gegenüber ist neben der Annahme
der Manifestationen unerlässlich für den Weg zur göttlichen
Wahrheit, Krankheit und Leiden werden als Folge von Ungehorsam betrachtet.
Auch staatlichen Gesetzen ist Folge zu leisten. Die einzelnen sind seit
Abdu'l-Baha zur Einehe verpflichtet (im Gegensatz zu den Regelungen im
Kitab-al-Aqdas) und haben vor der Heirat die Zustimmung der Eltern einzuholen.
Alkohol und andere Rauschmittel sind verboten. Wichtig und auch dem Grundsatz
der Einheit verpflichtet ist die Forderung nach Nächstenliebe. Die
Baha'i kennen keinen Priesterstand und keine sakramentalen Handlungen,
doch strukturieren Pflichten und Feste das Leben: Täglich sollen rituelle
Waschungen und Gebete (keine freien Gebete) durchgeführt werden. Der
letzte Monat des Baha'i - Jahres, das aus 19 Monaten à 19 Tagen
besteht, ist Fastenzeit. Eine Reise zu den heiligen Stätten ist erstrebenswert.
Gefeiert werden das Neujahrsfest, das Ridvan-Fest und andere Tage, die
an Geschehnisse aus der Geschichte der Religion erinnern. Monatlich findet
das 19-Tage-Fest statt, eine dreiteilige Feier mit Lesung aus Schriften
von neun Hochreligionen, einem beratenden und einem geselligen Teil. In
der Beratung werden Botschaften des Universalen Hauses der Gerechtigkeit
verlesen und Probleme der Gemeinde besprochen. Hier können auch einzelne
Vorschläge ins Gespräch bringen, die gegebenenfalls an höhere
Instanzen weitergeleitet werden. Nicht-Baha'i dürfen an dieser Feier
nicht teilnehmen." (http://www.relinfo.ch/bahai/infotxt.html)
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Anfragen: "Einige Anfragen wird man an diese Religion stellen dürfen.
Etwa die, wie sich Toleranz und Wertschätzung anderer Religionen vertragen
mit dem Anspruch, die gegenwärtig "richtige" Religion zu sein. Oder
auch, warum bei lautstarker Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter
ins Universale Haus der Gerechtigkeit keine Frauen gewählt werden
dürfen. Der grösste Stein des Anstossses ist wohl die Hoffnung,
dass baldmöglichst ein Weltstaat unter Baha'ullah errichtet wird Immerhin
sollen diese Umwälzungen gewaltfrei und nicht revolutionär vonstatten
gehen. Man darf auch bedenken, dass sowohl Altes wie Neues Testament Visionen
universaler Eintracht kennen. Doch steht im NT diese Hoffnung unter dem
eschatologischen Vorbehalt. Darin, dass für die Baha'i das Paradies
jetzt und eigenhändig zu gestalten ist, mögen Chancen liegen,
gleichzeitig ist aber auch die Gefahr der Ideologie und der zwanghaft angestrebten
Verwirklichung dieser Ziele gegeben." (http://www.relinfo.ch/bahai/infotxt.html)
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Baha´i-Verlag Deutschland
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Deutsche Baha´i Jugend
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Baha´i: Mystik
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Baha´i: Heilige Schriften
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Aussagen
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Bahá'í Academics
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Bahá´í-Directory
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Orthodoxe Bahá´í
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Folienkasten
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Zur Entstehung der Bahai
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