Aleviten=Alewiten=Alawiten=Alawiden=Alauiten=Alaouiten,
auch: Bektaschiten, Nusairie(r)=Nossairier
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1978 Gründung des alevitischen Vereins "Patriotische Einheit" in
Berlin
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1979 Umbenennung in "Türkischer Arbeiterverein"
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Frühe 80er Jahre-1983: Mehrere Patriotenvereine schließen
sich zur Föderation der Patriotenvereine zusammen.
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1986 Gründung der Alevitisch-Bektaschitischen Vereine in Mainz,
Frankfurt, Dortmund, Köln, Heilbronn, Stadtallendorf, Hamburg, Berlin,
St. Pölten, Duisburg, München, Stuttgart und Ahlen sowie in Europa
erhielt die Organisation der Aleviten eine völlig neue Form.
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1988 Vorbereitung zu einem Zusammenschluss beginnen.
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1989 Veröffentlichung einer Deklaration zum Alevitentum in Hamburg.
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17.1.1991 Gründung der ersten alevitischen Dachorganisation: Föderation/Vereinigung
Alevitischer Gemeinschaften in Deutschland in Ginsheim-Gustavsburg (Hessen)
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1991 Kulturwoche der Anatolischen Aleviten in Berlin
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1991 Umbenennung in "Kulturzentrum Anatolischer Aleviten e.V." und "Alevitische
Gemeinde zu Berlin"
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1992 Umbenennung des Zusammenschlusses in: Föderation/Vereinigung
der Aleviten-Gemeinden in Deutschland e.V. nach Eintritt neugegründeter
Vereine und der bis dahin noch nicht angeschlossenen Vereine aus Berlin,
Hamburg, Köln und Mannheim. Der Sitz wird nach Köln verlegt.
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1993 Die Föderation hat 44 Mitgliedsvereine
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1993-1995 zahlreiche Demonstrationen und Kulturaktivitäten gegen
die terroristischen Ereignisse in der Türkei
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1994 Satzung der Föderation. Umbenennung in "Föderation/Vereinigung
der Aleviten-Gemeinden in Europa e.V." (AABF)
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1. Juli 1995 1. Alevitisches Kulturfestival in Heilbronn
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1997 in Köln findet bereits das dritte Alevitenkulturfestival statt.
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25.11.1997 Satzungstagung: europaweite Organisation in Form einer "Konföderation"
mit verschiedenen Unterorgansationen; bis jetzt sind das:
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Kommission von Dedeler (Dede: religiöser Führer der Aleviten)
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Kommission für Bildung, Forschung und Wissenschaft
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Kommission für Medien und Presse
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Kommission für Kunst und Kultur
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Bund Alevitischer Jugend in Deutschland
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Bund Alevitischer Frauen in Deutschland
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November 1997 Gründung der Europäisch-Alevitischen Akademie und
der Europäisch-Alevitischen Stiftung durch die AABF, die Föderation
der Alevitengemeinden in den Niederlanden sowie der Kommission für
Bildung, Forschung udn Wissenschaft.
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1997 in Essen: Gründungskongreß des deutschen Zweigs der "C.E.M-Vakfi"
(Cumhuriyetçi Egitim Vakfi = Stiftung für Alevitische Bildung,
Kultur und Erziehung; Kritiker übersetzen: Republikanische Erziehungszentrale),
die nadir.org als rechtsextremistisch
einstuft und durch ihn die Alevitische
Bewegung in den Fängen der Staatsmacht sieht, Kieser
dagegen lediglich als "relativ staatsnah" und Lemmen
von einer "Sunnitisierung der Aleviten", Vorhoff
von der "Türkisierung des Alevitentums". Deutschlandvertreter der
1995 in der Türkei gegründeten Stiftung war damals Halis Özkan
(Essener Sozialdemokrat), Vorsitzender war der alevitische Dede Izzettin
Dogan.
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große Anzahl von Büchern in deutscher Sprache wie "Der Weg der
Aleviten (Bektaschiten)" von Ali Duran Gülcicek
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parallel in deutscher und türkischer Sprache erscheinende Zeitschrift:
Alevilerin Sesi/Die Stimme der Aleviten
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Die Aleviten sind bislang in keinem der großen islamischen Dachverbände
organisiert, weil sie von deren Gruppierungen in der Regel als nicht orthodox
abgelehnt werden.
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Einschätzung von Nadir.org (Frühjahr 1997): "Wir rufen die demokratische
Öffentlichkeit, insbesondere die deutschen Stellen dazu auf, die "C.E.M.
Vakfi" nicht als Repräsentant der Aleviten in Deutschland anzuerkennen.
Da diese Organisation als ein Teil der Lobbyarbeit des türkischen
Geheimdienstes (MIT) und der türkischen Botschaft anzusehen ist -
um auch die alevitische Opposition zu vernichten - sollten daher die Bemühungen
dieser Marionettenorganisation keine Früchte in der (deutschen) Öffentlichkeit
tragen. Denn trotz der massiven Unterstützung durch die türkischen
Staatsorgane und die türkischen Massenmedien ist I. Dogan bisher weit
davon entfernt, die demokratischen Aleviten für sich zu gewinnen.
Die deutsche Öffentlichkeit darf ihm und seinesgleichen kein Forum
bieten."
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Geschichte (Selbstdarstellung):
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661 Vollzieht sich die Spaltung des islamischen Glaubenssytem in ein schiitisches
und ein sunnitisches Bekenntnis, zudem stirbt in diesem Jahr Hüseyin.
Die Aleviten verstehen sich als Anhänger Ali ibn Abi Talibs,
dem Schwiegersohn Mohammeds, die die drei sogenannten „rechtgeleiteten“
Kalifen vor ihm nicht anerkennen und nur ihm den rechtmäßigen
Nachfolger des Propheten Mohammed sehen und lassem ihm geradezu göttliche
Verehrung zukommen. Sie sind also ihrer Herkunft nach eine schiitische
Gruppierung. Hüseyin gilt als Märtyrer, der gegen die
Feinde der Lehre seiner Väter zu Felde gezogen war. Er wird in den
alevitischen Gottesdiensten, dem "Cem", besonders hervorgehoben.
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872 Nach dem Vorläufer des elfeten Iman Abu Schu'ayb Mohamed ibn
Nusair=Nossair, der ebenfalls als Gründer gilt, werden die Alewiten
auch Nusairier genannt.
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922 Der Mystiker Halladsch-i Mansur wird in Bagdad hingerichtet.
Sein Ausspruch “Ene `I Hak – zu Deutsch etwa „Ich bin die absulute Wahrheit“
wurde ihm zum Verhängnis, da er als „Ich bin Gott“ gedeutet wurde,
zählt doch hakk (arabisch u. a. “ Wahrheit“) zu den zahlreichen Namen
Gottes. Was für Mansurs Gegner Grund zu Hinrichtung wegen Blashemie
war, ist für die Aleviten das Resultat eines Prozesses, den
der wahre Gläubige durchlaufen muss, um durch eine unio mystica zur
„absuluten Wahrheit“ zu gelangen. Somit ist dieser Ausspruch keineswegs
anmaßend oder gar gotteslästerlich. Welche Bedeutung die Aleviten
Halladsch-i Mansur und seiner Lehre beimessen, ist daran zu erkennen,
dass innerhalb des “Cem das sogenannte „Dar -i Mansur“
eingerichtet ist – eine, wenn man so will, rechtsprechende Instanz.
Hier müssen Gläubige, die sich etwas haben zu Schulden kommen
lassen, in gebeugter Haltung Rechenschaft vor versammelter Gemeinde ablegen
und eine angemessene Strafe entgegennehmen.
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1037 Der Berühmte Philosoph Avicenna (ibni Sina, geb. 980)
stirbt in Hamadan. Avicennea stammte wie Hadschi Bektaschi-Veli aus Chorosan.
Er gehörte zu den typischen jener islamischen-sufistischen Philosophie,
die das klassische griechische Denken im Lichte der späteren
hellenistischen Umarbeitungen gedeutet hat. Das Denken Avicennas
war für die Gefolgsleute des heiligen Augustins, die im Neuplatonismus
die Grundlage für eine neue christliche Philosophie.
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1071 Nach dem Sieg des seldschukischen Sultans Alparslan über den
byzantinischen Kaiser Diogenes Romanos IV. bringen turkmenische Stämme
aus dem Nordiran alevitisches Gedankengut nach Anatolien.
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Anfang 13. Jahrhunderts: Ausbildung des Alevitentums (Alevismus), als die
Nusairier, die wahrscheinlich in Nordsyrien entstanden sind und sich dann
aber vor sunnitischer Verfolgung in die Berge in die Berge des später
nach ihnen benannten Djebel al-Nusairiye zurückzogen hatten, in die
Türkei kamen.
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1240 Revolte des Volkpredigers (Barak) Baba Ishak (+1301) in Anatolien.
Dieser niedergeschlagene Aufstand ist – mit einer Reihe weiterer – für
das alevitische Selbstverständnis von Bedeutung, da er sich gegen
die Staatliche Obrigkeit richtet und die politischen und sozialen Mißstände
anprangert, wurde der alevitische Glaube doch zu keiner Zeit von staatlich
autorisierten Stellen anerkannt.
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1252 Schach Sayfiyettin (Safi ad-Din) kommt auf die Welt. Er gründete
den Ardabil-Derwischorden (Südufer des Kaspischen Meeres) der über
Jahrhunderte hinweg großen Einflusses auf die anatolischen Aleviten
ausübte.
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1281 Sari Saltuk wird von Hadschi Bektasch(-i Veli bzw. Veli) (1248-1337/1343)
beauftragt, das Alevitentum nach Europa zu tragen, worauf dieser dann in
den Balkan geht. Heute leben viele Bektaschiten in den Balkanländern.
Hadschi Bektasch ist der geistige Führer und Heiliger der Aleviten,
er gilt als Begründer der türkischen Ausprägung des Alevismus
und als Reinkarnation Alis.. In dem nach ihm benannten Orden, in dessen
Räumlichkeiten heute ein Museum eingerichtet ist, welches jedoch noch
immer als Wahlfaltstätte fungiert, finden im August eines jeden Jahres
Feierlichkeiten zu seinen Ehren statt.
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1320/21 Yunus Emre, einer der größten Türkischen
Dichter stirbt. Zentrales Thema seiner Gedichte ist die sufische
Philosophie, die die auf den Neuplatonismus zurückgeht. Nachdem er
– wie er in seinen Gedichten angibt – „40 Jahre lang“ im Dienst eines Mystikers
namens Tapduk Emre gestanden hat, wird er von seinem Dienst entbunden
und führt fortan das Leben eines Derwisches. Yunus Emre zählt
zu den Sieben Heiligen Dichtern der Aleviten.
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1397 Kaygusuz Abdal, ein Anhänger der bektaschitischen Lehre,
zieht nach seinem Dienst bei seinem Meister Abdal Musa nach Ägypten,
um dort ein Kloster zu gründen, welches in kurzer Zeit zur Heimstätte
von notleiden und kranken Menschen wird.
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1417 Seyid Nesimi, enger Vertraute von Fazullahs Hurufi und bekanntesten
Huruf-Dichter, wird in Aleppo (Syrien) zu Tode geschunden, da seine sufischen
Ansichten den Regeln der Scharia widersprechen. Seyid Nesimi trug mit seinen
Gedichten, die er in Aserbaidschanisch-Türkisch verfasste, in erheblichem
Maße zur Verbreitung des hurufitischen Glaubens bei.Er gehört
zu den Sieben Heiligen Dichtern be den Aleviten.
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1420 Bewegung des Scheich Bedrettin. Gegen die Unterdrückung
duch den offiziele Staats-Sunnismus und die Ausbetung durch die Grundherrn
finden sich Mitglieder Verschiedenster Sufi–Bruderschaften sowie Bauern
aus allen Teilen der damaligen Gesellschaft, die im Gebiet der heutigen
Provinzhauptstadt Aydin und Umgebung lebten, unter der Führung Scheich
Bedreddins, eines ehemaligen orthodoxen Theologen zusammen und erheben
sich gegen die Osmanen. Die pantheistische Beredsamkeit Scheich Bedrettis,
beseelt die Massen. Börklüce Mustafa und Torlak Kemal, enge Vertraute
Bedrettins, schließen sich ihm an.Eine ihrer Hauptforderungen
ist die Entführung von Gemeineigentum, um der immer größer
werdenden Armut Herr zu werden. Die Aufständischen werden Von der
vereinten rumelisch–anatolischen Herresmacht der Osmanen bei Karaburun
besiegt. Ihre Anführer werden nacheinander gefangen genommen und schließlich
hingerichtet.
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1428 Balim Sultan wird geboren. Er organisiert durch eine „Erkanname“
(Schrift zu ordensinternen Angelegenheiten) das Bektaschitentum neu.
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1495 Fuzuli, einer der Sieben Heiligen Dichter bei den Aleviten
wird in Hille geboren.
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1499 Sultan Beyazit II. tritt im Einvernehmen mit Balim Sultan,
dem Nachfolger Hadschi Bektaschi–i Velis als Ordensvorsteher, zum Bektaschitentum
über.
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16. Jahrhundert: Nach vielen Historikern entstanden die Aleviten bei den
Auseinandersetzungen zwischen den Osmanen und den Safaviden, die versuchten,
turkmenische Stämme im osmanischen Machtbereich durch religiöse
Propaganda für sich zu gewinnen.
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1501 Der erst 14 – jährige Safavide Schach Ismail wird zum
Schah von Persien gekrönt. Schon am Vorabend der Thronbesteigung
lässt er das zwölferschitische Glaubensbekenntnis als Staatsreligion
ausrufen. Ismail wird von den Aleviten u.a. als grosser Dichter verehrt,
der unter dem Pseudonym Hatayi in aserbaidschan–türkischer Sprache
dichtete.
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1514 Schlacht zwischen Osmanen und Safayiden bei Tschaldiran: Schah Ismail
zieht sich geschlagen zurück.
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1519 Yemini schreibt die berühmte „Faziletname“.
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1527 Hinrichtung von Kalender Tschelebi.
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1560 Der Dichter Pir Sultan Abdal wird auf Befehl von Hizir Pasa,
des damaligen Statthalters von Sivas, hingerichtet. Durch seine Gedichte,die
er in der Sprache des (einfachen) Volkes verfasste, genießt Pir Sultan
Abdal, der ebenfalls zu den Sieben Heiligen Dichtern zählt, heute
noch großes Ansehen bei den Aleviten.
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(1631/1660/1669)/1696 Die Alawiden-Dynastie stellt seit nunmehr über
300 Jahren die Monarchen des Landes Marokko
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1772 Dichter Dertli wird geboren.
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1807 Dichter Seyrani wird geboren.
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1826 Auflösung des Janitscharen – Korps. Damit einher geh auch die
Bekämpfung des Bektaschi – Ordens.
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1826 Hamdullah Tschelebi, Nachfahre Hadschi Bektasch – i Velis und Ordensvorsteher,
wird ins Exil nach Amasya verbrannt. Anschließend erfolgt die Beförderung
des Nakschibandi – Scheichs in das Haus des Pir,des Vorstehers der bektaschitischen
Anhängerschaft.
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1893 Der alevitische Dichter und Sänger Asik Veysel wird in Sivas
geboren.Trotz Erblindung seit seinem 7.Lebensjahr hat Asik Veysel die Gott
und Natur hervorragend beschrieben.Er stirbt im Jahr 1973 und hinterlässt
zahlreiche Gedichte und Lieder, die in der Türkei Anerkennung breitester
Kreise gefunden haben.
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1919 Atatürk besucht das Haus des Pir Haci Bektasi Veli
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1924 Aufhebung des Kalifats und Einrichtung des Amtes für religiöse
Angelegenheiten.Die Aleviten werden von dieser Institution nicht berücksichtigt.
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1925 Schließung von religiösen Klöstern. Als Folge setzen
die Aktivitäten des Bektaschi Ordens aus.
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1953 Gründung des ersten Bektaschi–Klosters in den USA.
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1956 Der alevitische Dede Halil Öztoprak veröffentlich
sein Buch Mit dem Titel „Der verborgene Sinn des Koran und die Wahrheit
in der Geschichte“ das heftige Diskussionen in der Türkei auslöste.
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1960 Der verfassungsgebende Rat nimmt seine Arbeiten auf, um die Verfassung
von 1923 neu zu fassen. Alevitische Studenten stellen die Forderung auf,
dass auch die Aleviten durch das „Präsidium für religiöse
Angelegenheiten“ vertreten werden.
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1963 Gründung des Hadschi Bektasch–i Veli-Vereins. Im großen
Kino von Ankara wird zum ersten Mal ein für alle offener Cem abgehalten.
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1964 Das Kloster von Hadschi–Bektaschi–Veli wird als Museum eröffnet.
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1967 (1966?) Gründung der Einheitspartei der Türkei (Türkiye
Birlik Partisi, TBP). Diese Partei gilt als die Partei der Aleviten.
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1968 (1969?) Die Einheitspartei entsendet nach den Parlamentwahlen acht
Abgeordnete in die Große Türkische Nationalversammlung.
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1971 Die Einheitspartei beginnt allmählich zu zerbröckeln und
wird in der Folgezeit aufgelöst.
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1976 Ausschreitungen gegen die alevitische Bevölkerung in Malatya,
die noch von weiteren Jahren 1978 (Kahrmanmaras), 1979 (Sivas) und 1980
Corum gefolgt werden sollen.
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1993 Beim Massaker von Sivas sterben 37 Menschen.
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1995 Ausschreitungen gegen die alevitische Bevölkerung im Istanbuler
Vorort Gaziosmanpasa.
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1999 Gründung der Alevitisch–Bektaschitischen Repräsentantenversammlung
in Ankara.
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Relinfo: "Aleviten
fallen in unserer modernen Gesellschaft nicht auf, weil sie sehr anpassungsfähig
sind. Sie tragen keine spezielle Kleidung oder Kopfbedeckung, die auf ihre
Kultur oder Religion hinweist. Aleviten bekennen sich zu Humanität
und Demokratie, deshalb kommt ihnen unsere Staatsform entgegen. Scharia,
das islamische Gesetz, lehnen Aleviten ab. Das ist der wichtigste Unterschied
zu den Sunniten. Aleviten kennen keine Pflichtgebete. Aleviten brauchen
zum Beten keinen besonderen Raum und keine spezielle Zeit. Jede Alevitin
und jeder Alevit betet dann und dort, wo er oder sie will auf eine Art,
wie es ihm oder ihr entspricht. Der Koran ist für Aleviten kein Gesetzbuch,
sondern die Niederschrift von Offenbarungen, die kritisch gelesen werden
dürfen. Mann und Frau sind gleichberechtigt. Zu anderen Religionen,
Glaubensbekenntnissen und Ideologien haben Aleviten ein sehr offenes Verhältnis.
Auf eine undogmatische Weise fühlen sie sich der Humanität verpflichtet.
Die Menschenrechte im ganzen sowie die Meinungs- und Religionsfreiheit
im speziellen werden von ihnen ausdrücklich bejaht. Jedem Menschen
wird ausdrücklich das Recht auf einen eigenen Glauben zugestanden.
Über die Anzahl der Aleviten gibt es nur Schätzungen. In ihrer
Heimat, der Türkei, werden sie nicht als eigenständige Religionsgemeinschaft
anerkannt, sondern den Sunniten zugeschlagen, deshalb sind keine offiziellen
Zahlen erhältlich. Aleviten nehmen an, dass etwa 20 Millionen zu ihrer
Gemeinschaft gehören. Die Aleviten haben ein ganz anderes Gottesverständnis
als Muslime, Christen und Juden. Mit der Aussage, Gott ist der Schöpfer,
Erhalter und Vernichter des Universums und allem, was darin ist, ist die
Gemeinsamkeit praktisch erschöpft. Gott entwickelt sich in mehreren
Stufen. Die sichtbare Gestalt Gottes ist die Natur und damit auch der Mensch.
Jeder Mensch ist eine Manifestation Gottes, auch der Schurke und der Gottlose;
allerdings sind diese missglückte Experimente Gottes. Jeder muss selber
zur Erkenntnis von Gott und Natur kommen. Jedem Menschen wird das freie
Selbstbestimmungsrecht zugestanden. Er kann beliebige Rituale pflegen oder
darf sogar Atheist sein, sofern er seine eigenen Ansichten nicht anderen
aufzwingen will. Die sozialen Normen wie das Verbot des Tötens, Diebstahl,
Verleumdung und Ehebruch gelten für Aleviten gegenüber allen
Menschen. Die Frage nach dem Tod und den Jenseitsvorstellungen ist für
Aleviten nebensächlich. Das Verhältnis zum Mitmenschen ist wichtig.
Aleviten sind in der Türkei eine respektable Minderheit von mindestens
15% der türkischen Bevölkerung. Sie werden unterdrückt und
hatten im Verlauf der letzten Jahrzehnte immer wieder Verfolgungen zu erdulden.
Nur so ist es zu erklären, dass bis in die jüngste Vergangenheit
auch im Ausland sehr viele ihre Glaubenszugehörigkeit nicht bekanntgaben.
Alevismus im Leben: Cem bedeutet Kreis, Ring und ist eine religiöse
und soziale Versammlung, die mindestens einmal jährlich abgehalten
wird. Ein Cem besteht aus verschiedenen Teilen und deckt wichtige Aspekte
des religiösen und sozialen Lebens ab. Gericht und Versöhnung,
Belehrung und Spiritualität beinhaltet diese Versammlung, die wahrscheinlich
auf uralte Formen zurückgeht. Ansprachen und Unterweisungen von Dedes
und von Laien, Gebete und Segnungen folgen sich im Ablauf, der mehrere
Stunden dauert. Semah, der kultische Tanz zu den Klängen der Saz,
ist ein weiterer wichtiger Faktor. Jede Person bringt nach Möglichkeit
etwas Essbares mit. Das gestiftete Essen wird am Schluss der Zusammenkunft
an alle Anwesenden verteilt. Ein wichtiger Unterschied zu einem sunnitischen
Gebet darf nicht ausser acht gelassen werden: die Sprache. Im Cem wird
ausschliesslich Türkisch verwendet. Beim Cem kommt die Saz zum Einsatz.
Die Saz ist ein traditionelles Instrument, das an eine Laute erinnert und
in der Türkei und in den umliegenden Ländern weit verbreitet
ist. Die Saz ist ein Bestandteil der Kultur und wird von vielen Menschen
gespielt. Alevismus ohne Saz ist schwer vorstellbar; Cem ohne Saz ist sogar
praktisch undenkbar. Deshalb werden möglichst viele Aleviten im Spiel
der Saz angeleitet. Die Cem haben im Leben der alevitischen Vereine eine
sehr wichtige Funktion, sie stehen aber nicht im Mittelpunkt. In
der Diaspora gehört der Unterricht zu einem wesentlichen Bestandteil
vieler alevitischer Vereine. So werden immer Semah- und Musikkurse angeboten.
Daneben wird Sprach- und Computerunterricht erteilt. Es gibt auch Kurse,
die sich ausdrücklich an Frauen richten wie zum Beispiel Alphabetisierungs-
und Deutschkurse. Die alevitischen Vereinslokale sind deshalb auch keine
Gottesdiensträume sondern Vereinslokale, wie sie auch bei rein weltlichen
Vereinen anzutreffen sind. Organisationen der Aleviten: Ausgehend von Deutschland,
begannen sich Aleviten zu organisieren. Zur Zeit gibt es dort über
90, in Österreich 7 Vereine. In der Schweiz wurde 1992 der erste Verein
gegründet, heute sind es etwa 15, die Tendenz ist steigend. Parallel
zu den in den ”Föderationen der Aleviten-Gemeinden” organisierten
Vereinen, die sich als Aleviten-Bektaschiten verstehen und ihre Religion
und Kultur über jede Politik stellen, entwickelte sich eine Bewegung
von kurdischen Aleviten, die sich zuerst als Kurden und erst dann als Aleviten
verstehen. Manche bezeichnen sich als Alevi-Kizilbasch. Kizilbasch heisst
Rotkopf und ist eine seit dem späten 15. Jahrhundert vorkommende,
ursprünglich eher abschätzige Bezeichnung, die unter anderem
für Aleviten gebraucht wurde. Von vielen Sunniten werden alle Aleviten
mit der extremen PKK (Arbeiterpartei Kurdistan) in den gleichen Topf geworfen.
Dies ist aber falsch. Nur eine Minderheit gehört zur PKK. Manche Neugründungen
von Vereinen haben ihren Grund nicht in unterschiedlichen religiösen
oder politischen Ansichten, sondern sind aufgrund von allgemeinen zwischenmenschlichen
Problemen entstanden. So gab es allein in einer Schweizer Stadt 3 Vereine,
die durch Spaltungen entstanden waren."
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Das Alevitentum unterscheidet sich vom Bektaschi-Orden kaum. Das Alevitentum
umfaßt den Bektaschi-Orden und andere Menschen mit gleichen Glaubensgrundlagen.
Der Bektaschi-Orden und die AlevitInnen sind so eng miteinander verbunden,
daß beide Begriffe fälschlicherweise oft sogar synonym verwendet
werden. Man kann sagen, die Aleviten wurden vom Bektaschi-Orden islamisiert
und sufisiert.
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Verbreitung:
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In der Türkei leben über 23 Mio. Aleviten.
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Die türkischen Aleviten bilden in der Bundesrepublik die größte
schiitische Gruppe mit etwas mehr als 100000-340000 (2000) Schiiten (Selbstangabe:
mehr als 200000-700000) (Feindt-Riggers/Steinbach: ca. 30% der aus der
Türkei nach Deutschland kommenden Muslime sind Aleviten). In Berlin
sollen es 40000 Aleviten sein.
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Etwa 2000 Mitglieder hat der alevitisch-sufistische Bektaschi-Orden in
Deutschland
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Kontakte:
-
Deutschland: Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu / Föderation der
Aleviten-Gemeinden in Deutschland e.V. Stolberger Str.317, D-50933 Köln.
0049-221-94'98'560. (Fax: …561).
-
Schweiz: Föderation Alevitischer Gemeinden in der Schweiz, Fröschenweidstr.
10, Postfach 3017, 8404 Winterthur, Tel. 052 232 26 94 und 052 232 26 60
-
Österreich: Avusturya Alevi Birlikleri Federasyonu / Föderation
der Aleviten-Gemeinden in Österreich, Molkereistr., 3-2, A-1020 Wien.
-
Internet:
-
Literatur:
-
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1908
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Die Bektaschijje in ihrem Verhältnis zu verwandten Erscheinungen.
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Wulzinger, Karl: Drei Bektaschi-Klöster Phrygiens. Berlin,
1913
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. Berlin, 1917
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Helmut Zenz - 2004