GESCHICHTLICHE INFORMATIONEN Geschichte im Überblick
Frühgeschichte
vor ca. 180 Millionen Jahren: Beginn der Auffaltung der Alpen
mittlere Kreidezeit (120-80 Millionen Jahre): Geologische Hauptveränderungen
im Alpen- und Voralpengebiet
vor rund 60 Millionen Jahren: Abschluß der Entwicklung, die zur Entstehung
eines Binnengewässers (sog. Thetysmeer) geführt hat.
vor 50 bis 5 Millionen Jahren: Tertiäre Versteinerungen
auch am Ostrand des Obinger Beckens (gefunden durch Franz Geist)
70000 bis 10000 v.Chr.: Würm-Eiszeitprägt
die Landschaft im Obinger Gemeindebereich
ab ca. 20000 v.Chr.: Schmelzen der Gletscher. Die
Wassermassen gruben gewaltige Täler in die Schotterböden: der
Schnaitseer Bach und der Gallenbach sowie die Mörn im Nordosten, das
Seetal
zur Alz im Osten Obings.
Steinzeit: Grabhügelfundbei Großbergham
(Die
von Dietl 1908 ausgegraben Scherben sind leider nicht mehr vorhanden)
Hallstattzeit (Kelten): Erste Straßen für
das "Gold des Südens" (Salz) und das "Gold des Nordens" (Bernstein)
führen durch das Obinger Gemeindegebiet (Güldene Salzstraße
u.a.)
1.-4. Jahrhundert:
Mehrere sich kreuzende Römerstraßen sind für
das Gemeindegebiet belegt.
Obing könnte eine römische Gerichtsstation gewesen
(vgl. Römerstein, der im "Freithof" 1814 von dem kgl. Legationsrat
von Koch-Sternfeld aufgefunden wurde und auf Verwenden des Prof. Hefner
von Pfarrer Carl Puricelli an das kgl. Antiquarium in München abgetreten
wurde. Er befindet sich seit 1845 in der Prähistorischen Staatssammlung
in München. Der Stein hat die Inschrift: "Dem Maximianus, des Maxismus
Sohn, dem rechtsprechenden Präfekten, der 30 Jahre alt starb, ließ
seine Mutter diesen Stein setzen." Da dieser Stein mit großer Sicherheit
ein christlicher Spuchraldenkstein ist, da das heidnische Symbol
D.M. fehlt und die Lebenszeit des Verstorbenen angegeben ist, und er in
einer alten christlichen Cultusstätte aufgefunden wurde, scheint das
Christentum bereits im 4. Jahrhundert in dieser Gegend geblüht zu
haben. Der Stein ist in die Zeit nach dem römischen Kaiser Konstantin
(324-337) zu datieren und seine Errichtung fällt wohl in den Zeitraum
von 340 bis 380.
Wohl schon zur Zeit der Römerherrschaft wurde das Ende eines steil
gegen das Dorf auslaufenden Hügelrückens südlich von der
Kirche, der schönste Punkt des Dorfes von einem größeren
Gebäude gekrönt.
6./7. Jahrhundert:
Wenn Obing in der Römerzeit schon bestanden hatte, wurde es samt seinem
Stammsitz durch die Hunnen während der Völkerwanderung zerstört.
Das vorhandene Christentum ist wohl niedergegangen und das Mischvolk der
Bajuwaren hat die Gegend in Besitz genommen, bis der Herzog es einem Grafen
oder einem Vasallen als Lehen zuerkannt worden ist.
Es bestand ein Friedhof im Oberdorf im Bereich Jelsen-Freilinger
(Fund bei Bauarbeiten von Kaufmann Wimmer im Jahr 1936). Außerdem
wurden gefunden: Reihengräber (5 geborgene und zwei zerstörte
Gräber) in Talham (1987) mit schönen Sax-Schwertern (3
mit bis zu 80 cm), einigen Messerchen, einige kleine Bronzesachen und im
Frauengrab Schmuck (Golddraht-Ohrringe, Glas- und Bronzeperlen) aus
dem 6. Jahrhundert; frühere Gebeinfunde sind bezeugt. Daher ist
eine ansehnliche Siedlung Talham/Bergham zu vermuten; Reihengräber
bei Pfaffing wurden 1914 abgegraben.
7. Jhdt.: Christianisierung. Das Kloster Gars ist seit dieser
Zeit für unsere Gegend bedeutsam.
8./9. Jahrhundert:
ca. 716: Unter dem agilufingischen Herzog Theodebert (ca. 700-720)
befanden sich dort ca. 20 Häuser und der Ort wurde OPINGA genannt.
Diese schenkte der Herzog an das Erzbistum Salzburg. Die Schenkung wurde
mehrfach beurkundet: Nach der Breves Notitiae (Mitte 8. Jahrhundert) schenkte
Herzog Theodebert die Villa Opinga im Sundergau mit Haus und Hof,
Ländereien und Wäldern und 20 Sölden, dieses alles daselbst
gelegen, für immer rechtskräftig an das Erzstift Salzburg. Der
Indiculus
des Erzbischofs Arno von Salzburg (788) besagt dasselbe: Herzog Theodebert
schenkte an das Erzstift Salzburg die Villa Opinga im Obinggau,
in der sich 20 Sölden befinden, welche teils Freiknechten (Urbarleuten),
teils wirklichen Knechten gehörten, mit Feldern, Wiesen, Waldungen
und allen Zugehörungen die zum Teil bebaut und zum Teil unbebaut waren.
Die Bezeichnung Obinggau, der die karolinigische Gaueinteilung
zugrundeliegt, ist wohl eine jüngere, so daß der Verfasser der
Breves Notitae noch auf die älteren, nämlich Ostergau, Sundergau,
Westergau und Nordgau verwendet hat. Der Obinggau wäre also ein Untergau
des Chiemgaues.
Spätestens seit dieser Schenkung wurde der Obinggau missioniert. Das
typisch frühchristliche Patrozinium, St. Laurentius, weist
darauf hin, daß dabei wohl noch auf alte Wurzeln zurückgegriffen
werden konnte.
Bislang wurde der Name mittels des altdeutschen Namens "Opo/Oppo" bzw.
"Ot-po/Ot-perth" erklärt, was soviel bedeutet wie "berühmt
durch Reichtum". Eine andere Verkürzung des Namens ist "Oto/Otto",
was zu Ortsnamen wie Otting führte. Andere führen den Ort auf
eine eine keltische Wortwurzel zurück wie "Oob = Au" und verweisen
auf Aubing. Unwahrscheinlicher ist eine römische Wortwurzel wie "oppidum"
als Ursprung für Obing. Ich selbst halte Obing für den Sitz des
fränkisch-bayerischen Grafen "Aubert/Aupert von Bayern" mit
Sitz im Chiemgau, gesprochen "Opert/Obert/Obo", was namensgeschichtlich
einhergeht mit dem Namen "Aribert/Aribo/Arbeo bzw. Aripert/Aripo/Arpeo",
der für unsere Gegend auch später so bedeutsam ist. Dieser Aubert
von Bayern kann als Stammvater der Aribonen und Ottokaringer gelten. Sein
Vater war der Angier von Ogiers, Abt von Prun (vor 738- um 804). Dieser
ist sehr wahrscheinlich mit der Schwester des bayerischen Herzogs Odilo
(712/714-748) verheiratet, der 737 Herzog wird und selbst um 732 mit Childtrude/Hiltrude
(* 716), der Tochter Karl Martells (686-741), Pfalzgraf und Herzog von
Austrasien, verheiratet ist. Aubert selbst dürfte daher wohl um die
Mitte des 8. Jahrhunderts geboren sein, so dass er durchaus der Obo sein
könnte, der Obing seinen Namen gab.
Wohl schon zu dieser Zeit war Obing Pfarrsprengel, der Niederseeon,
Ischl, Eschenau, Pittenhart, Oberbrunn und Diepoldsberg umfasste, da
später nach Gründung des Klosters 994 ein derartig großer
Sprengel, wie er 1195 festgehalten wird, kaum mehr denkbar ist.
10. Jahrhundert
911/955: Arnulf Herzog von Baiern kämpft gegen Ungarn. Er erhielt
den Beinamen "der Böse", weil er für die Kosten der Ungarnkriege
ganz rigoros die Kirchen- und Klostergüter enteignete und an vermögende
Ansässige und treue Gefolgsleute gab. So dürfte auch die "Opinga
Villa" an seine Verwandten, die Chiemgaugrafen aus dem Geschlecht der
Sieghartinger,
gekommen sein, aus dem Besitz von St. Peter in Salzburg.
927: Waldhaiming (Walthalmingen) mag seinen Namen von jenem Walthalmus
haben, der 927 mit seinem Bruder, dem Erzdiakon Hartwin, einige Besitzungen
an das Stift St. Peter in Salzburg schenkte.
934: Es taucht der eventuell erste "beschriebene" Obinger auf, "Willihalm
von Opinpurc". Diese Meldung aus dem Cartular des Klosters Ebersberg
wird aber von einigen Forschern auf Obernburg bei Prutting bezogen, der
Name Opinpurc würde nämlich besagen, daß auf unserem Schloßberg
zu der Zeit schon eine Burg stand und nicht bloß ein Herrenbauernhof.
ca. 985: Der erste der Herr von Obing, welcher urkundlich angeführt
werden kann, ist "Her(r)ant de Opingin" zusammen mit "Brun von Sura"
(Kirchensur) und "Ratpoto von Ratpotingun" (Rabenden). Dieser war ca. 985
Zeuge, als Graf Ulrich von Ebersberg sein Landgut zu Seeon mit aller Zugehör
dem Kloster Ebersberg schenkte.
994: Die Gründung des Klosters in Seeon durch Pfalzgraf Aribo
war für Obing von großer Bedeutung.
11. Jahrhundert
Keine gesicherten Dokumente.
12. Jahrhundert:
1130: Am 1.2. übergab Graf Dietrich von Wasserburg dem Koster Beyharting
durch die Hand Rudolphs von Diepoldsberg ein Gut der Edlen Bertha
im Inntale.
ca. 1135: Fridrich von Risare (Reising bei Graßau), ein Ministeriale
des Markgrafen Engelbert, gab seinen Hof in Honau dem Kloster Herren-Chiemsee
"Adalbert von Walthaimingen", ein Ministeriale des Kuno von Falkenstein,
gab an das Kloster Herren-Chiemsee eine Leibeigene Namens Willibirch und
deren 2 Söhne Adalbert und Konrad.
ca. 1140: Als Arnold, ein Ministeriale des Kuno von Megling, sein Gut in
Udalheim (jetzt Ulsheim in der Pfarrei Eggstätt? oder gar unser Ilzham?)
dem Kloster Herren-Chiemsee vermachte, war "Megingoz von Dipoldesperc"
Zeuge.
1145: Die Äbtissin Walburga von Frauen-Chiemsee verkaufte in Folge
einer allgemeinen Hungersnot um 10 Pfund Pfennige den Einödhof von
Sachsenham
(Sachsenheim, Sasenhaim, Shasenkaim) an das Kloster Au. Dabei war Adalbert
von Walthaimingen, ein Ministeriale des Kuno von Falkenstein, Zeuge.
ca. 1150: Der Edle Piligrim von Eschenau schenkte sein von Emerich zu Amerang
erhaltens Gut in Ulzham (jetzt Ilzham) an das Kloster Herren-Chiemsee.
1155/58-1247: FALKENSTEIN UND HARTMANNSBERG
1155-58: Der Obinger Markt wird wegen Erbstreitigkeiten erstmals
erwähnt. Er scheint ziemliche Bedeutung genossen zu haben, da für
den Obinger Markt 30 Pfg. und 16 Pfg. für eine Haut zu bezahlen waren.
Der halbe Hof in Obing, auf dem Herr Wernheri ist, zahlt 40 Pfennig.
Ein Enkel des Grafen Siboto´s Bruder hatte sich das Recht der Oberherrlichkeit
über den Markt Obing und das Allodium Siboto´s angemaßt,
drang aber mit seinen Ansprüchen nicht durch, da Siboto sein Recht
durch Zeugen erhärtete. Bald darauf trat er ihm jedoch 3 Zehenthäuser
in Obing ab.
ca. 1160: Der Abt Albert von Seeon erwarb für das Kloster daselbst
einige Gründe und Güter zu Steppach, Alpach und Rumersham.
"Marcwart de Albratsaich" war Zeuge, als "Pruno von Putenberg" seinen
Hof zu Zesmanningen (jetzt Zaismaning, oder Zeismaring?) an das Kloster
Baumburg abtrat.
1165 - 1174/1182: Der Pfarrer Heinrich von Geren wurde in den Jahren
von 1165 bis 1174 von dem Grafen Siboto von Falkenstein und Neuburg mit
dem Pfarrhof, mehreren Grundstücken und dem nahe beim Dorf gelegenen
See belehnt. Die Gebrüder Aschwin und Bernhard von Pheffingern
sind
Zeugen bzw. Spitzenzeugen, bei Akten, die unmittelbar an das Hartmannsberger
Urbar anschließen. Auf einem Taiding = Gerichtstag in Obing wurden
neben der Bestallung des Pfarrers Heinrich von Gern auch die Abgaben
an die Herrschaft festgelegt. Dieses Weistum zählt zu den ältesten
deutschsprachigen Dokumenten, die aus Oberdeutschland noch erhalten sind.
(Noichl/Wilhelm). Der Lehensvertrag lautet: "Der phaffe von Obingen
sol gebt vier mute rotgen von deme huse, dar da uffe sizzet, und von dem
weiere und von dem garten und von der wise; und wart daz also gelobte,
sweclh sin afterqunft nach ime chome, er gaeb ime daz selbe reht oder er
lieze ime sin gut. Die rede gesach daze Obingen zeime daidinge und ist
des geziuch der herre Heinrich phaffe von Geren." Die lateinische
Urkunde besagt: "Der Graf Sibito überließ das Haus, in welchem
der Pfarrer zu Obing ist, und den Fischweiher, und den Garten , und die
Wiese (nämlich dem Pfarrer), daß er ihm davon jährlich
4 Metzen Getreide gebe. Geschehen in der Kirche zu Obing in Gegenwart der
Pröbste und Erzpriester Rudolf von Chiemsee und Meingoto von Baumberg,
des Dekans Siboto und des Kellermeisters Kuno vom Chiemsee." Noch 1506
wird ein Ackerfeld im Niederfeld am Wege nach Seeon die Gern geheißen.
In einer jetzt nicht mehr bestehenden Ortschaft, welche "Gern" hieß
und südöstlich von Obing an der Straße zu Seeon lag, dürfte
wohl der erste Pfarrsitz gewesen sein. Wohl hatte Obing bereits in sehr
früher Zeit einen eigenen Priester. Die älteren Pfarreien sind
auf die Zeiten Karls des Großen zurückzuführen. Daß
Obing zu diesen gehörte, ist aus dem Codex Falkensteinensis zu entnehmen,
in dem schon um das Jahr 1170 von einem Pfarrer und dem Pfarrhof in Obing
die Rede ist. Sehr wahrscheinlich dürfte es sich bei dem Pfarrer Heinrich
von Geren um einen priesterlichen Edlen aus dem Ortsadelsgeschlecht "de
Geren" (Schloß Gern bei Eggenfelden) handeln, das von 1110-1170 mit
einem "Heinricus Edler" bezeugt ist, deren Sitz aber nach 1170 an die Mühlperger
geht, wohl weil mit dem Pfarrer das Geschlecht zumindest männlicherseits
ausgestorben ist.
Im Sommer 1166 und ca. 1170 wurden Abgaben aus Obing an die Prokuratie
Hartmannsberg aufgeschrieben:
Für die curia zu Obing, auf der ein Ministeriale namens Ulrich saß:
3 Schweine, eines im Werte von 30 Pfennig, die anderen beiden je 12 Pfg.,
3 Gänse,
8 Gockerl (1170: Hühner) und
100 Eier.
sowie 50 Pfennige in Geld
Vom Zehent der zur curia gehörenden 26 Häusern:
1 Schwein im Werte von 30 Pfennigen,
2 Gänse,
6 Hühner,
20 Maß Gemüse,
10 Maß Bohnen und
10 Maß Erbsen,
1 Schäffel Rüben,
1 Schäffel Kraut,
100 Eier,
10 Maß Weizen,
10 Maß anderes Getreide und
an Geld:
40 Pfennige
für eine halbe Haut 8 Pfennige.
Für die Curia zu Irlham (Herleheim):
3 Schweine, eines im Werte von 30 Pfennig, die anderen beiden je 12 Pfg.,
3 Gänse,
8 Gockerl (1170: Hühner) und
100 Eier.
50 Pfennige
Vom Zehent für die zur curia gehörenden 17 Zehenthäuser
(Die Frage bleibt offen, wo diese 17 Zehenthäuser standen)
1 großes und 2 kleinere Schwine,
2 Gänse,
6 Hühner,
2 Maß Gemüse,
10 Maß Bohnen und Erbsen,
1 Schäffel Rüben,
1 Schäffel Kraut,
100 Eier,
10 Maß Weizen
10 Maß anderes Getreide;
an Geld:
40 Pfennige und
8 Pfennige für eine halbe Haut.
Für die Curia zu Stockham:
3 Schweine,
2 Gänse,
4 Gockerl,
10 Maß Bohnen und
Eier.
Engelmar von Roitham zahlt an die Verwaltung in Hademarsberg, wohl für
den Betrieb einer Gastwirtschaft:
10 Saum Wein (= 30 hl!)
1 Lagl an Salz-, Wein-, Flachs- und Ölabgaben
Der Widderzins beträgt für Obing
2 Böcke gleich, d.h. oder 20 Pfennige.
Außerdem hatten nur Aindorf 3 und Eggstätt 1 Bock zu geben,
was auf eine stärkere Schafzucht in unserer Gegend deutet. Haus- und
Flurnamen wie Scherer, Wollschlager, Weber, Schleinwiese und dergleichen
zeigen dasselbe auf.
Für das Marktrecht mußten jährlich 30 Pfennige und
16 Pfennige für eine Haut abgegeben werden
Im Sommer 1166 und ca. 1170 wurden Abgaben aus Obing an die Grafschaft
Falkenstein aufgeschrieben:
Ein Hof in Irlham (Erlhaim, Erlahaim) gehörte im 12. Jahrhundert dem
Grafen Siboto von Falkenstein und hatte c. 1170 an das Schloß Hademarsberg
3 Schilling Pfennige (ca. 36 Pfennige) jährliche Stift zu bezahlen.
Ein zweiter Hof in Obing (Neumayer; "de secundo curia) zahlte:
ein großes und drei kleinere Schweine
2 Gänse
6 Hühner
20 Maß Hülsenfrüchte,
10 Maß Bohnen und
10 Maß Erbsen,
1 Schäffel Rüben
1 Schäffel Kraut
100 Eier,
10 Maß Weitz und
10 Maß siliginis = Weichweizen
8 Pfg. für eine halbe Haut.
Ein Hof in Roitham (De Riutheim) gibt auf Dreikönig
ein großes Schwein um 60 Pfg. (30 Pfennige?) und 2 kleinere
3 Gänse
9 Hühner,
ein halbes Schäffel Hülsenfrüchte,
1 Schäffel Kraut
1 Schäffel Rüben.
100 Eier
Der andere Hof ("De alia villa item)
ein Schwein um 60 Pfg. (30 Pfennige?) und 2 andere
2 (3?) Gänse
9 Hühner
1/2 Schäffel Bohnen und Erbsen,
1 Schäffel Kraut
1 Schäffel Rüben
100 Eier.
Engelmar von Roitham zahlt außerdem: zwei Saum Wein,
Im Sommer 1166 und ca. 1170 wurden Abgaben aus Obing an das Kloster
Gars aufgeschrieben:
Ein anderer Hof war um dieselbe Zeit an das Kloster Gars zinspflichtig
und gab jährlich 50 Pfennige und 4 Schäffel Haber.
Zwanzig Häuser in Obing gehören weiterhin nach Salzburg und sind
daher der Ortskirche zinspflichtig.
ca. 1170: Gertraud von Fihusen (Viehausen), eine Schwester des Marquard
von Albrateich, gab dessen Gut zu Albrathaich, Rupertsdorf und Reit
an das Kloster Baumburg ab. Marchwardus de Albrateich war wieder
Zeuge, als 2 Höfe, einer in Stockham und einer in Endorf, an den Grafen
Siboto von Falkenstein verkauft wurden. Derselbe erscheint auch als Zeuge
in einem Heiratsbrief des Engschalk von Wasen, welcher eine Tochter des
Grafen Siboto von Falkenstein heiratete. Aus dieser Urkunde geht hervor,
daß er ein Ministeriale des Siboto von Falkensteinoder des Edelmanns
von Wasen war. Rudolph von Diepolsberg war Zeuge, als die Söhne
einer gewissen Regele (= Regina, im Gebirge jetzt noch "Reigl" gesprochen)
dem Grafen Siboto von Falkenstein als Leibeigene übergeben wurde.
Er wird genannt Roudolfus nobilis de Diepoldespergen. Ebenso war
er Zeuge, als der Graf Siboto dem Markgrafen von Kraiburg die Vogtei im
Grassauer- und Leukenthale auf Lebenszeit überließ. Derselbe
war wiederum Zeuge bei Veröffentlichung einer Vereinbarung, die zwischen
dem Grafen Siboto von Falkenstein und Siboto von Antwurt über die
Theilung einer Erbschaft zu Stande gekommen war. Um dieselbe Zeit wurde
laut einer in Hohenowe (Wasserburg) ausgestellten Urkunde eine unbekannte
Tochter des Herrnsteiner Lehensmannes Burghard/Burkhard von Piesting (bei
Wiener Neustadt in Niederösterreich), welche in den Händen des
Rudolf von Diepoldsberg (Rodolfi Diepoltisperch) war, dem Berthold von
Vagen übergeben. Einer der Zeugen war Odelrich Ahorn, warscheinlich
ein Ornacher. Heinrich von Diepoldsberg war erster Zeuge, als der
Sohn des Adalram, ein Bruder des Ulrich von Riedering, den Hof Hakking
dem Grafen Siboto zurückerstattete. Albert und Rapoto von Waldhaiming
waren Zeugen, als der Graf Siboto von Falkenstein einen Hof in Stockham
kaufte. Genannter Albert gab c. 1170 zwei Leibeigene, Namens Rupert und
Rudolf an das Kloster Au.
ca. 1175-1180: Die Güterteilung des Dienstmannes Helmpold von Hademarsberg/Endorf
zwischen dessen Söhnen aus der ersten Ehe mit Hadewich, Otto und Hoholt,
und dessen Söhnen aus der zweiten Ehe mit Willibirg. Dabei erhielt
die eine Partei den ganzen Zehnt von Marchwardus und Rupert (Roubertus)
von Albertaich (Albrateich) und einen halben Hof in Obing, die andere
Partei den ganzen Zehnt von Obing und von einem weiteren halben Hof in
Obing und noch einen halben in Bergham.
ca. 1180: Engelbert von Honau war Zeuge, als der Provisor Karl von
Herren-Chiemsee der Kirche St. Petri daselbst 2 verpfändete Güter
einlöste.
1187: Albert von Waldhaiming war wieder Zeuge als Konrad von Stephanskirchen
dem Kloster Herren-Chiemsee eine Schwaige auf dem Lochberg vermachte.
vor 1189: Anläßlich einer Übergabeordnung Siboto IV. vor
1189 erscheint unter den Lehenshöfen auch ein unbenannter in Giselratesheim
= Gallertsham.
1189: Die Pfarrei wurde laut einer päpstlichen Bulle vom 2.9.1189
errichteten Archidiakonate Baumburg einverleibt.
1190: Kuno von Obing war Zeuge einer Schenkung des Altmann von Griesteten,
der für die Erlangung des Seelenheils sein Besitztum in Griestätt
der Kirche in Herren-Chiemsee vermachte. Am 13.6. gab Siboto von Neuburg
seinem Sohn gleichen Namens den Herrenhof des Heinrich von Roitham
als Erbe. Am nämlichen Tage gab er seinem Sohn Kuno den andern Herrenhof
des Friedrich von Roitham. Graf Siboto von Falkenstein belehnte
den Pfarrer von Obing, dabei war Waltpert der Scherge von Stockham
Zeuge.
1192: Zu Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts findet sich ein Heinrich
Herzog, dessen Wohnort wohl kein anderer war, als die Einöde "Herzog
im Feld" in der Pfarrei Obing. Derselbe war 1192 Zeuge, als der Graf
Konrad von Wasserburg und seine Gemahlin Heilka dem Kloster Schäftlarn
den Zoll von Salz und anderen Handelsgütern bei der Brücke zu
Hohenau am Inn erließ.
1195: Der Erzbischof Adalbert III. von Salzburg tritt auf der Synode von
Laufen die Pfarrei Obing mit allen Zugehörungen an den Abt
Alban von Seeon ab. Diese Zugehörungen bestanden in den pfarrlichen
Rechten zu Pittenhart, Niederseeon, Ischl, Eschenau, Deipoldsberg und der
Schloßkapelle zu Oberbrunn. Der Pfarrhof ist zu dieser Zeit wohl
schon in Pfaffing.
Ende des 12. Jahrhunderts: Judith von Sachsenham verkaufte zu Ende
des 12. Jahrhunderts an die Klosterkirche in Gars ihre Freiheit in der
Weise, daß sie in Zukunft dahin jährlich 5 Pfennige bezahlte
und außerdem ein Gefäß Wein. Albert und sein Bruder
Berthold
von Stockham waren zu Ende des 12. Jahrhunderts Zeugen bei der Übergabe
einiger Leibeigenen des Pabo von Pfaffing an das Kloster Gars.
13. Jahrhundert:
1201/1202: Heinrich Herzog war Zeuge, als 1201 der Graf Dietrich
von Wasserburg und sein Sohn Konrad den Zehent von all ihren Einkünften
dem Altar der seligsten Jungfrau Maria und des hl. Erzengels Michael in
Attl überließen. Erzbischof Eberhardt II. bestätigt diese
Schenkung. Der Abt von Seeon habe in der Weise über die Kirche in
Obing zu gebieten, daß er von den Einkünften derselben für
den Priester, der dortselbst dem Volke den Gottesdienst hält und die
Seelsorge versieht, Lebensunterhalt und Kleidung besorge; das Uebrige aber
zur gemeinsamen Nutznießung der Brüder, die im genannten Kloster
Gott dienen, verwende
ca. 1230: Ein Stockhamer war Zeuge, als der Probst Friedrich von
Gars das Gut Herisheim kaufte.
1236: Fünf Jahre vor seinem Tod, am 29.8.1241, wiederholte Graf Dietrich
von Wasserburg diese Schenkung, weil es vorgekommen war, daß die
Angestellten in Obing nichts nach dem Kloster Seeon fragten und daher auch
kein Absent verabreichten. Er hob besonders hervor, daß der Abt das
Recht habe, solche widerspänstige Priester sofort abzusetzen.
1247-1393: HERZOGTUM UND TRAUNER
1247: Das Schloß von Obing blieb im Besitz der Falkensteiner, bis
bei dem Streit zwischen Papst Innozenz IV. und dem Kaiser Friedrich II.
ein gleichnamiger Nachkomme Siboto´s im November 1247 durch den Prinzen
Ludwig von Bayern sämtliche auswärtige Güter verlor. Das
Schloß wurde vom Herzog von Bayern zusammen mit dem Zehenthof in
Herleheim eingezogen und als Privateigenthum behandelt. Obing blieb
nun im Besitz der bayerischen Herzöge, welche es später lehensweise
den Edlen von Traun überließen. Die Trauner finden sich
schon zu Anfang des 12. Jahrhunderts: Sie hatten zu Waging und Salzburg
ihr Begräbnis.
1266: Im Jahr 1266 überließ der Abt Albert von Seeon das
streitige Gut Fembach bei Eggstätt an das Kloster Frauen-Chiemsee.
Der Pfarrer Rudiger von Obing war dabei Zeuge.
1268: Als im Jahr 1268 die Pfarrei erledigt war, bestätigte Papst
Clemens IV. in einem auf den 4.4.1268 datierten Schreiben dem Kloster Seeon
das von Eberhard II. eingeräumte Patronatsrecht über dieselbe.
1272: Am 16.3. starb Konrad von Truchtling, der zuvor ein Gut zu Ilzham
an das Kloster Seeon schenkte.
ca. 1280: In dem Urbarium Ducatus Bavariae von ca. 1280 heißt es,
daß für das Schloß (curia) in Obing an die herzogliche
Küche gegeben werden müssen: 4 Schäffel Weizen, 5 Schäffel
Haber, 1 Schwein im Werth von 30 Pfennigen, 2 Gänse, 6 Hühner
und 100 Eier. Nach dem Urbarium antiquum von c. 1280 betrug für denselben
die jährliche Abgabe 3 1/2 Schäffel Weizen, 4 Schäffel Haber,
1 Schwein im Werth von 30 Pfennigen, 2 Gänse, 6 Hühner und 100
Eier.
1285-1296: Heinrich der Aeltere von Obing (wohl bereits ein Trauner)
war 1285 Stadt- und Landrichter zu Wasserburg. 1293 bezahlte er dem Christoph
Langenmantel, Vicedom des Herzogs Ludwig des Strengen, für sein Gericht
100 Pfund Augsburger Pfennige.1296 war er Schiedsmann für das Kloster
Attl, wobei auch sein Sohn Konrad erscheint. Beide waren Zeugen, als das
Landgut Cherstof (Kerschdorf) an das Kloster Attl geschenkt wurde. Es ist
dies jedenfalls derselbe Obinger, von dem es im Urbarium antiquum heißt,
daß er in der Nähe der Stadt Wasserburg vom Herzog von Bayern
eine Wiese des Lebens hatte.
Ende des 13. Jahrhunderts: Die Leute des Gottfrid von Schalkham
waren an das Kloster Gars zinspflichtig.
14. Jahrhundert:
1300/1301/1305: Im Jahr 1300 bestätigt Rudolf, Pfalzgraf zu Rhein,
dem Kloster Seeon die niedere Gerichtsbarkeit. In der Urkunde findet sich
unter andern Zeugen der Pfarrer Albrecht von Obing. Am 10.8.1301
war derselbe Pfarrer Zeuge, als Eyt von Aschau dem Kloster Herren-Chiemsee
einen Hof zu Übersee schenkte. Schließlich war er im Jahr 1305
Zeuge, als Eyt von Aschau auch einen Hof zu Höselwang an das Kloster
Seeon schenkte und damit einen Jahrtag in der Kirche des hl. Lambertus
stiftete.
Um 1305: Ein Gut in Stockham war an das Kloster Gars zehentpflichtig.
1322: Der erste Trauner, welcher urkundlich als Besitzer von Obing
angeführt wird, ist Heinrich. Unter Umständen handelt
es sich dabei aber um Heinrich den Aelteren von Obing, bei dem jetzt lediglich
seine Abstammung vom Geschlecht der Trauner stärker betont wird. Dieser,
sowie sein Bruder Gebhard, machten 1322 mit dem salzburgischen Adel die
Schlacht bei Ampfing und Mühldorf mit. Als Heinrich starb, ging das
Lehen in Obing angeblich an seinen Bruder? Ebran Trauner über
oder aber an seinen Sohn Heinrich!.
1327-1341: Heinrich der Jüngere von Obing (Obinger II., wohl
ebenfalls ein Trauner und Sohn des älteren Heinrichs) erscheint 1327
als Zeuge bei einem Streit der Frau Äbtissin Offmay von Frauen-Chiemsee
in Betreff der Benützung zweier Grundstücke, welchen der Richter
Chiminger von Kling beilegte. Der nämliche Heinrich war Landrichter
zu Kling und Stadtrichter zu Wasserburg. 1334 war er Siegler, als am St.
Georgen Abend Hanns Wagner, Bürger zu Wasserburg, das Haus bei der
Stadtmauer in Wasserburg von Ulrich dem Möringer, Bürger daselbst,
kaufte, für welches er ihm jährlich ewiglich 60 Pfennige reichte.
Am 22.8.1341 bezeugt er als Landrichter zu Kling und Stadtrichter zu Wasserburg
in einem Schuldbrief, in welchem Jörg der Stöberl von Mühldorf
bekennt, daß er Konrad dem Schreiber zu Wasserburg 20 Pfund Regensburger
Pfennige schuldig sei. Von diesem Heinrich Obinger II. ist uns das Siegel
der Obinger bekannt mit einem Wappenzeichen, das recht unterschiedlich
gedeutet wird; Kis: "auf dem Schilde zwei spitze Winkel so übereinander
gelegt, daß der davon eingeschlossenen Raum eine Raute bildet.".
1962er Beschreibung: "Zwei verschlungene schwarze Großbuchstaben
A, der eine aufrecht, der andere gestürzt."; andere: vier verkreuzte
Lederbänder. Wohl nichts anderes als die beiden Winkel der Trauner,
lediglich jetzt ineinander geschoben.
1344-1346: Dietrich Maier von Reutham (einige meinen: Roitham in
der Pfarrei Seeon), Pfleger und Probst zu Obing, kaufte am Pfinztag vor
Weihnachtstag 1344 von Albrecht dem Dächser von Stadeln für eine
Hube in Eggstädt den Hof in Wolfeck bei Albertaich. Derselbe
Maier und sein Eheweib Margaretha, sowie ihr Sohn Englbrecht und die Töchter
Diemut, Agnes, Elspet, Christina, Katrei und Margaret verpflichteten sich
am St. Kathreinstag 1346 für diesen Hof Wolfeck bei Alberteich jährlich
an die Pfarrkirche zu Obing 2 Hünner und 5 Schilling Pfennige zu geben.
Besiegelt wurde dieser Brief wiederum von Heinrich Obinger II.
1352: Ulrich von Obing war Richter zu Kling. Außerdem war
er Siegler, als am 17.3. Ulrich der Ragausch, Bürger zu München,
das Eigen des Klosters Frauen-Chiemsee zu Feldkrichen und Trudering zum
Lehen erhielt. Am Fest Christi Himmelfahrt stellte Ludwig der Brandenburger
dem Hanns Obinger, Wirth in Wasserburg, für geliefertes Tuch
aus Löwen (in Brabant) eine Anweisung aus an das Bräuamt zu Pfaffenhofen
(zwischen München und Ingolstadt).
1354: Ebran Trauner wurde von dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg
mit 2 Huben und dem halben See in Obing. Ebran, dessen Todesjahr
unbekannt ist, wurde in Waging begraben. Über seine Nachfolger im
Besitz von Obing fehlen uns genaue Nachrichten.
1359-1363: Am 14.12. leistete ein Heinrich von Obing mit einigen
anderen Bürgschaft für einen von der Frau Äbtissin Sophia
von Frauen-Chiemsee angekauften Forst. Heinrich von Obing erscheint
noch unter den Beamten von Wasserburg und wird der Pfleger Heinrich der
Obinger genannt. Wohl dieser Heinrich von Obing ist Pfleger zu Trostberg.
1366/67: Ein Heinrich von Obing erscheint 1366 zwei Mal in Urkunden
des Klosters Tegernsee als Pfleger von Wolfratshausen; 1367 wird dieser
Heinrich als Landrichter in Wolfratshausen bezeichnet. Die Monumenta Boica
nennen ihn unrichtig Obinger.
1367-1374: Wohl ein anderer Heinrich von Obing war Pfleger in Möring
zu Friedberg. Stephan der Jüngere von Bayern bekannte am 5.10., daß
er diesem Heinrich 442 Pfund und 30 Pfennige Augsburger schuldig geworden
sei. Er siegelt am 18.1.1370 eine Urkunde, nach welcher Marchlin der Huß
von Sinkenried (jetzt Sirchenried bei Friedberg) und Irmelgard, seine eheliche
Wirthin, ihr Gut daselbst verkauften. 1374 versprach Herzog Stephan demselben
Heinrich von Obing 70 ungarische Gulden wegen der Gilt, die man Berchthold
dem Zenger von der Pflege Möring gereicht haben soll, auf Michaelis
zu verabreichen. Heinrich unterschrieb 1374 dafür den zwölften
Freibrief der bayrischen Fürsten.
1368: Am Feste Pauli Bekehrung gaben Heinrich Stibl von Niederratting und
Konrad Jungmayer, Zechpröbste von Amerang, zur Stiftung einer Cooperatur
zu Halfing, unter Anderm 2 Güter zu Ilzham, welche nach Amerang
gehörten.
1370: Konrad Zierler von Schalkham vermachte seinen Hof, genannt
"Zierlparch", am St. Erhardustage 1370 zur Erlangung des Seelenheils
dem Gotteshaus des hl. Laurentius in Obing. Dabei war der Pfarrer Stephan
von Obing Zeuge.
1372: Heinrich der Sattler, Bürger zu Ötting und Trostberg, stiftete
1372 im Kloster Baumburg einen Jahrtag und gab dazu ein Gut zu Schalkham
in der Pfarrei Obing.
1373: Dieser Pfarrer Stephan von Obing war Siegler eines Kaufbriefes
vom 24.2.1373, als Seidel der Rechenstampf am Feste des Hl. Apostels Mathias
sein Haus zu Obing um 3 oder 32 (?) Pfund Pfennige an die Pfarrkirche in
Obing verkaufte. Dieses hatte er von seinem Schwager, Konrad dem Pfeffinger,
geerbt. Zeugen waren Heinrich, der große Truchtlinger, Paulus
der Kienberger von Reitham und Otto der Kurzhals.
1381: Ulrich und Christian die Wasner, Gebrüder, überließen
der Hausfrau ihres Bruders sel., Offmei, das Höcklgut zu Heinham,
Obinger Pfarr
1382: Ulrich Krätzl stiftete in der Pfarrkirche des hl. Laurentius
zu Obing einen Jahrtag, und gab hiezu 10 Pfund Münchner Pfennige.
Derselbe sollte am Montag nach dem Feste des Hl. Bartholomäus mit
Vigil, Seelenmesse und Gedenken abgehalten werden.
1383: Am Samstag vor Laurenzentag verkaufte Hanns von Waltlham, Bürger
zu Mühldorf, dem Gotteshaus Alberteich die Mitter-Hube zu Waltlham
um 11 Pfund Regensburger Pfennige.
1385-1399: Zur Zeit des Kaisers Ludwig des Bayern werden unter den Landständen
des Vitzthumamtes München auch die Obinger genannt. Der letzte siegelfähige
Sproße dieses Geschlechtes scheint Erasmus Obinger gewesen
zu sein. Dieser findet sich in einer Urkunde vom Jahre 1385, in welchem
Heinrich von Giebing den Verkauf seines Landgutes Reichenhart, Gerichts
Aibling, an Christian den Schenk bestätigt, mit noch zwei anderen
Zeugen. Erasmus Obinger wird hier Bürger genannt, 1399 allerdings
Pfleger zu Wasserburg.
1386: Die Angehörigen der Filiale Pittenhart verlangten, daß
sie in ihrer Kirche an jedem Sonn- und Festtag Gottesdient haben sollten,
und daß jede kirchliche Feier, wie in der Pfarrkirche, so auch bei
ihnen vorgenommen werde, bestimmte der Abt Simon von Seeon im Jahre 1386
die Tage, an denen nur in der Pfarrkirche Gottesdienst gehalten werden
dürfe. Am hl. Christtag soll die Metten allein zu Obing und nit zu
Pittenhart gehalten werden. Am Sonntag vorm Palmtag, am Antlaßpfinztag
und in der Marterwochen, in FESTO S. LAURENTII und in der Kirchweihe solle
der Gottesdienst allein in der Pfarrkirche Obing und sonst nirgends ind
er Pfarr verrichtet werden. Item per Octavam corporis Christi sollen der
Pfarrer und seine Priester die Horas Canonicasin der Pfarrkirche mit einander
compliren und täglich celebriren. Hanns Schneider zu Ilzham
und Margaretha seine Hausfrau vermachten ihr Gut dashelbst, beim Schneider
genannt, dem Gotteshaus zu Obing. Der Pfarrer Ulrich der Ortolph von
Obing war Zeuge.
1388: Als im Jahr 1388 die Pfarrei Obing erledigt war, bestätigte
der Papst Urban VI. in einem auf den 23.2.1388 datierten Brief dem Abt
von Seeon das Patronatsrecht über dieselbe neuerdings. Die Priester
Heinrich
Gräfinger (+ 1398) erhält die Pfarrei und schenkte dem Kloster
Seeon ein Gut in Almertsham und stiftete damit für sich einen Jahrtag
in Seeon, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.
1393: Johann Diepoldsberger erscheint in den Fürstenzeller
Urkunden.
1393-1430: LAIMINGER UND TÖRRINGER ZU OBING
1393-1430: In den Jahren 1393-1430 finden wir unter den bayerischen Landständen
die Laiminger Hanns und Konrad zu Amerang, Forchtenegg, Warnbach und
Obing. Dieser Hanns von Laiming, dessen Stammsitz Forchtenegg
war, hatte Anna von Winzer zur Gemahlin. Konrad III. von Amerang hatte
Dorothea, Witwe des Ulrich Ecker von Seldenberg zur Gattin und war Pfleger
zu Rosenheim. Hanns von Laiming war mit Herzog Heinrich von Landshut
in Feindschaft und söhnte sich mit ihm erst 1426 aus. 1428 hatten
sowohl die Laiminger als auch die Törringer Besitzungen in Obing;
es heißt nämlich, daß von mehreren Gütern daselbst
an diese beiden Grafen der Zehent gegeben werde.
1394: Herzog Stephan von Bayern verkaufte in seinem und seines Sohnes Ludwig
Namen den Zoll von Obing an Otto von Pienzenau.
1398: Der Pfarrer Heinrich Gräfinger stirbt. Daraufhin ernennt der
Abt Simon von Seeon am 17.10.1398 auf die Pfarrei Obing den Friedrich
Pretschlaifer (+1427), Priester der Diöcese Freising. Die Ernennung
wurde vom Erzbischof Gregorius von Salzburg am 21.10. bestätigt.
15. Jahrhundert:
Die Obmannschaften werden aus militärischen, steuerlichen und Scharwerksgründen
geschaffen. Sie werden ursprünglich nicht nach Orten, sondern nach
dem jeweiligen Obmann, einem Bauern, benannt. So heißt es auch im
Obinger Salbuch, GL Kling 7 a, 15. Jahrhundert: in officio Heinrici,
Heinzleis oder Obinger Ampt.
1400: Die Pfarrkirche erwarb das sogenannte Birglehen zu Obing durch
Kauf um den Preis von 28 Pfund Münchner Pfennige.
1411: Eine 1411 für die Kirche in Albertaich gegebene Vorschrift sagt:
"Wochentlich sollen zwo Messen als am Sambstag und Erchtag zu unserer Lieben
Frauen zu Alberteich, wo sonst khain fesst auf dergleichen täg fielle,
verrichtet werden."
1414: Konrad Neumaier von Bernhaiming stiftete einen Jahrtag, welcher
innerhalb 14 Tagen nach dem Feste des hl. Simon mit Vigil und Seelenmesse
abgehalten werden sollte. Er gab dafür 10 Pfund Münchner Pfennige.
1419: Hanns Pruner war Umgelder zu Obing.
1421: Herzog Ludwig von Bayern verlieht am Samstag nach St. Antonius Thomas
dem Oberndorfer einen Hof zu Stephanskirchen, 2 Theile Zehents zu Diepoldsberg
aus 3 Höfen und 2 Huben zu Schmerding, Wildenwarter Gerichts, Datum
Wasserburg. Daraus geht hervor, daß der Ort nach dem Aussterben der
Edlen von Diepoldsberg an die bayerischen Herzöge überging.
1425: Abt Erhard I. von Seeon ließ in der Kirche zu Obing
das mittlere Fenster hinter dem Hochaltar neu herstellen. Dasselbe war
ein Glasgemälde, auf dem der Abt kniend dargestellt war, mit der Unterschrift:
"Erhardus Abbas in Sewn. Anno Domini MCCCCXXV."
1425: Johann Wunderer und Dorothea Aicherin, seine Schwester, ließen
1425 zwei Höfe zu Unterhofen und Waldhaiming für eine
ewige Wochenmesse bei St. Walburg in Seeon verschreiben.
1426: Konrad Huber von Schalkham stiftete mit 12 Pfund Münchener
Pfennigen, die auf einem Gütl in Ilzham lagen, einen Jahrtag.
Dieser sollte mit Vigil, Seelenmesse und Gedenken innerhalb 14 Tagen nach
dem Feste des hl. Laurentius gehalten werden.
1427-1430: DER OBINGER INVESTITURSTREIT
Heinrich Fraunberger wird 1427 als Cooperator genannt. Der
Pfarrer
Friedrich Pretschlaifer stirbt am 11.2.1427. Der Abt Erhard I. von
Seeon besetzte nun die Pfarrei gegen alle Gewohnheit mit einem Conventualen
seines Klosters, Namens Johannes Thalhaimer. Inzwischen hatte man,
wahrscheinlich auf eine Petition hin, bei der Curie in Rom erfahren, daß
diese Pfarrei erledigt sei. Der Papst Martin V. schrieb unterm 30.4.1427
an den Abt Konrad Spielberger von Rott und an Johann von Tagershaim, Canonicus
und Professor in Freising: Da wir erfahren haben, daß durch den Tod
des Friedrich Pretschlaifer die Pfarrei Obing erledigt ist, so wünschen
und befehlen wir, daß dieselbe dem Stephan Randeck, Priester
der Diöcese Freising, von dessen Tüchtigkeit und Glaubensstetigkeit
wir sichere Kenntniß haben, mit allen Einkünften und Rechten
übertragen werde. Johannes von Tagersheim, der zugleich als Exekutor
dieses Befehles ernannt worden war, schrieb sofort an den Erzbischof Eberhard
von Salzburg und den Abt von Seeon, daß er dem Willen des Papstes
gemäß die Pfarrei Obing dem Stephan Randeck übertragen
habe. Er forderte sie auf, den Randeck freundlich aufzunehmen, ihm den
nöthigen Schutz angedeihen und den Genuß der Einkünfte
zukommen zu lassen. Über allenfallige Widerspenstige, die gegen diese
Besetzung rebellisch auftreten würden, wäre er gezwungen, kraft
päpstlicher Vollmacht das Interdikt und die Exkommunikation auszuprechen.
Als der Conventuale Thalhaimer die Pfarrei nicht aufgab, wurde über
ihn wirklich der Bann verfügt. Der Abt, dem durch diese willkürliche
Besetzung ein Unrecht geschah, gab sein Recht nicht so leicht auf. Um sich
die Pfarrgemeinde Obing geneigt zu machen, wollte er das bei der Besetzung
der Pfarrei durch Aufhebung des alten Herkommens begangene Unrecht wieder
verbessern. Er bewog den Thalhaimer zum Rücktritt und verlieh die
Pfarrei einem Weltpriester, namens Bartholomäus Scherb, aus
der Diöcese Salzburg. Man gab vor, daß dieser vom Ordinariat
Salzburg auf die Pfarrei präsentiert worden sei, was jedoch nicht
zu beweisen ist. Investiert wurde er am 27.7.1427 durch den Vikar Heinrich
von Höselwang in Beisein des Notars Stoll. Sogleich am darauffolgenden
Sonntag verkündete Scherb öffentlich von der Kanzel aus, daß
er der rechtmäßige Pfarrer sei. Thalhaimer hatte sich zwar von
der Pfarrei zurückgezogen, gab aber seinen Anspruch nicht vollständig
auf. Er kämpfte gegen Randeck besonders dadurch, daß er den
Scherb auf alle mögliche Weise unterstützte. Johannes von Tagersheim
exkommunizierte nun auch den Scherb und den Thalhaimer zum wiederholten
Mal. Der Bann wurde um die Mitte des Monats Oktober in allen Kirchen der
Diözese Salzburg feierlich beim sonntäglichen Gottesdienst von
der Kanzel verkündet. Alles war jedoch vergebens. Obing hatte drei
Pfarrer und befand sich in dem nämlichen traurigen Schisma, wie
noch vor einigen Jahren die ganze katholische Kirche. Die Rivalen befehdeten
sich gegenseitig zum großen Ärgernis des Volkes. Einer hinderte
den anderen an den kirchlichen Funktionen, und Scherb versperrte dem Randeck
sogar die Kirchentür. Am 6.11. kam eine räuberische Hinwegnahme
mehrere geistlicher Gegenstände in der Kirche vor, was von Scherb
und seinen Anhägnern dem Randeck zur Last gelegt wurde, aber durchaus
nicht bewiesen werden konnte. Es stellte sich später heraus, daß
es durch Laien geschehen war. Am darauffolgenden Sonntag wollte Randeck
die hl. Messe lesen, fand aber die Kirche verschlossen, und hatte Mühe,
die Meßnerin dahin zu bereden, daß sie ihm dieselbe öffnete.
Am 16.11. war der Caplan Heinrich Frannberger, der für Randeck Partei
nahm, im Begriff das hl. Opfer zu feiern, fand aber ebenso die Kirchentüre
verschlossen. Einige Laien gebrauchten nun Gewalt und erbrachen die Tür.
Selbst die persönliche Sicherheit scheint gefährdet gewesen zu
sein. Randeck äußerte nämlich, er möchte sehr gerne
die hl. Messe feiern, wenn er es nur tun könnte, ohne Mißhandlungen
ausgesetzt zu sein. Man kann sich vorstellen welch demoralisierende Wirkung
solche Zustände auf die Pfarrgemeinde ausüben mußten. Am
13.3.1428 appellierten Thalhaimer und Scherb an den Papst. Sie legten in
einem Schreiben dar, daß Thalhaimer vom Kapitel in Salzburg die vakante
Pfarrei rechtskräftig erhalten habe. Nachdem dieser zurückgetreten
sei, habe Scherb auf Betreiben desRichters Ulrich Winter von der Pfarrei
Besitz genommen; aber Randeck habe sich in gewaltsamer Weise eingedrängt.
Sie verlangen, daß er von der Pfarrei entfernt, daß ihm ewiges
Stillschweigen darüber auferlegt, und Scherb in sein rechtmäßiges
Amt wieder eingesetzt würde. Wenn endlich die persönlichen Angriffe
einigermaßen aufhörten, so wurde jetzt der Streit auf rechtlichem
Wege geführt. Randeck nahm einen gewissen Johannes Cerdonis zum Anwalt,
und die beiden andern den Richter Ulrich Winter. Nach vielen nutzlosen
Verhandlungen schlug der Prokurator Scherbs und Thalhaimers vor, die Angelegenheit
der Universität Wien zur Entscheidung zu übertragen. Dagegen
forderte der Sachverwalter des Randeck, den Streit von der römischen
Curie entscheiden zu lassen. Da aber jede Partei ihren Vorschlag realisiert
wissen wollte, ging keiner durch. Jetzt griff der Exekutor Johannes von
Tagershaim auf einen Vorschlag zurück, der schon früher gemacht
worden war. Es sollten nämlich auf jeder Seite 12 Artikel über
die streitigen Punkte abgefaßt und darüber mehrere Zeugen vernommen
werden. Dieses kam auch zu Stande. Jede der Parteien sah sich um einige
Zeugen um, reiste mit diesen nach Freising, wo das Verhör stattfand.
Die Zeugen des Scherb und Thalhaimer waren: Heinrich Pils, Hausbesitzer
in Obing, Christian Hager, Diener des Abts von Seeon und Friedrich
Tondel von Pirach in der Pfarrei Obing. Dem Stephan Randeck folgten
als Zeugen: Konrad Halfinger, Bürger von Wasserburg, Konrad Strähler
von Gallertsham, Christian Heinricher von Heinham, Christian Tondel von
Heinham und Konrad Heinricher von Saxenham. Es blieb uns das ganze
Zeugenverhör erhalten, ist aber zu umfangreich, als das es hier angeführt
werden könnte. Während in Freising diese Verhandlung stattfand,
schrieb am 3.8.1428 der päpstliche Auditor Johannes von Palena im
Auftrage des Papstes an die streitenden Parteien, und lud sie ein, innerhalb
40 Tagen zur Beilegung des Zwistes in Rom zu erscheinen. Die Romreise kam
jedoch nicht zu Stande. Dagegen wurde am 20.2.1429 ein Kompromiß
eingegangen, demzufolge für die Dauer des Prozesses alle Streitigkeiten
aufhören sollten, und keiner auch nur den geringsten Anspruch auf
die Pfarrei und der Einkommen machen dürfe. Randeck, des Streitens
müde, entschloß sich endlich, da von der andern Partei an eine
Nachgiebigkeit nicht zu denken war, ein Opfer zu bringen, und so der Pfarrei
den Frieden wieder zu geben. Er resignierte am 27.7.1429 in Herren-Chiemsee
auf die Pfarrei Obing. Bevor dieses in Rom bekannt wurde, schrieb der Papst
an den Bischof Ulrich von Chiemsee, er solle die beiden Parteien zusammenrufen,
die Sache eingehend prüfen, und darüber nach Recht und Gerechtigkeit
entscheiden. Obgleich nun Randeck bereits zurückgetreten war, so war
das insofern noch notwendig, als es sich darum handelte, wer in Zukunft
das Recht habe, die Pfarrei zu vergeben. Am 7.10.1430 erließ der
Bischof Ulrich ein Schreiben, in welchem er die an der Angelegenheit Beteiligten
einlud, zur endgültigen Beilegung des Streites zu erscheinen. Die
Frage wurde ohne besondere Schwierigkeit gelöst, und der Bischof schrieb
am 20.10.1433 (?) (1430!) an den Erzbischof von Salzburg, es sei der Beschluß
gefaßt worden, daß die Pfarrei Obing endgülitg dem Kloster
Seeon einverleibt und somit der status quo wieder hergestellt sein sollte.
Am 22.10. wurde Bartholomäus Scherb rechtlich investiert. Der Abt
von Seeon setzte fest, daß die amtlichen Geistlichen von Obing in
Zukunft nicht mehr Pfarrer, sondern Vikare genant werden sollten, daß
sie vom Abt in Seeon ernannt und endlich vom Erzbischof von Salzburg anerkannt
sein sollten. Bereits am 6.8.1429 wurde Bartholomäus, als er mit Abt
Erhard von Seeon beim Bischof Leonhard von Passau war, "perpetuus Vicarius
von Obing" genannt. Er erfreute sich seines Besitzes nicht lange. So war
das unheilvolle Schisma gehoben, das ohne Zweifel aus der Unkenntniß
der Verhältnisse hervorgegangen war. Es sprechen alle Zeichen dafür,
daß Stephan Randeck nach Erledigung er Pfarrei beim Papst um dieselebe
gebeten hat, un ddieser sie ihm gab, ohn zu wissen, daß das Kloster
Seeon über sie das Patronatsrecht habe.
1427/33: 1427 und 1433 wird die ehemalige dem hl.Achatius geweihte Pfarrhofkirche
in Pfaffing mit ihren drei Altären erstmals erwähnt.
1428: In Obing wird ein Wirtshaus genannt. Daselbe war, wie damals
noch allgemein, ein Weingasthaus und gehörte einem gewissen Leonhard
an. Am Pfünztag nach St. Michaeltag kauften Hanns und Barbara Jörl
zu Allertsham in der Pfarrei Obing von den Brüdern Oswald und
Balthasar den Gessenbergern zu Altenham das sogenannte Meischlgütl
in Pittenhart. Die erste Nachricht von der Kirche in Diepoldsberg haben
wir aus dem Jahre 1428. Bei dem Streite über die Pfarrei zwischen
Stephanus Randeck und dem Kloster Seeon zählt nämlich Konrad
Strähler, einer von den 9 Zeugen, welche in Freising verhört
wurden, unter den Nebenkirchen von Obing auch Diepoldsberg auf.
1434: Christian Krätzl und sein Eheweib auf dem Krätzlgut
in Bergham stifteten einen Jahrtag, der in der Mittefastenwoche mit
Vigil, Seelenmesse und Gedenken abgehalten werden sollte.
1435: Am St. Erharditag 1435 verkaufte Wolfgang der Taufkirchner sein Gut
zu Niedernham in der Pfarrei Obing für den Preis von 40 Pfund
Pfennigen an das Kloster Baumburg.
1439-1453: Am 3.2.1439 resignierte schon bereits der Nachfolger des
Pfarrers Scherb namens Sighard Astaler. Am Feste des hl. Papstes
Gregor verkaufte Wilhelm der Törringer zu Tüßling die sogenannte
Schönherrnhube
zu Honau an Friedrich Willinger. Siegler war Jörg Törringer
zu Törring. Zehn Jahre später verkaufte Friedrich Willinger die
Schönhernnhube am Montag nach St. Dorothentag an seine Söhne
Andreas und Urban um 90 Pf. Pfennige. Und am Montag nach St. Pauli Bekehrung
1453 verkaufte Friedrich Willinger zu Honau an seinen Vetter Hanns
den Neuhauser zu Kienberg, sein Gut, das Schmidknappelchen zu Willing,
um 52 Pfund 3 Schilling Pfennige
1440: Die Geschwister Oswald Schneider von Siboling, Stephan von
Offenhaim, Ruprecht, Wirth in Wolfgang, Anna Schmidin von Siboling, Kathrey
von Hoffham, Barbara und Christian vermachten am Sonntag vor St. Ulrichstag
dem St. Laurentius Gotteshause in Obing die zwei Theile Zehent von ihrem
Gute in Offenhaim in der Pfarrei Schnaitsee. Dafür sollte zum Trost
ihrer verstorbenen Eltern Edmund und Elsbeth, Schneiders-Eheleute von Siboling,
jährlich eine Wandlungskerze angeschafft werden.
1441: Diemud, die Neumaierin von Obing stiftete einen Jahrtag mit
Vigil, 2 Seelenmessen und Gendekne, welcher 8 Tage vor oder nach dem Feste
des hl. Bartholomäus gehalten werden sollte. Sie gab hiefür 14
1/2 Pfund Münchner Pfennige, die auf dem sogenannten Päriglehen
lagen.
1442: Die Pfarrei wurde jetzt vom Concilium zu Basel dem Wilhelm Bischoff
(alias Pfaff), Priester der Diöcese Regensburg und Conventuale
des Klosters Seeon, übertragen. Dieser trat jedoch die Pfarrei nicht
an, sondern wurde bald Abt seines Klosters, wo er 1442 starb. Der Erzbischof
Johannes von Salzburg investierte am 25.3.1442 den Johannes Heuppel,
Ordenspriester von Seeon unter der Bedingung, daß er dem Kloster
eine jährliche Ehrung von 5 Mark Silbers bezahle. Dieser wirkte 3
Jahre in der Pfarrei Obing und wurde 1442 Abt des Klosters Seeon. (Aldarich
Heuppel, wohl sein Bruder, war zu dieser Zeit Propst des Klosters Herren-Chiemsee)
1446: Konrad Mitterer von Ornach stiftete einen Jahrtag mit Vigil,
Seelenamt und Gedenken in der Woche vor oder nach St. Michaelitag. Er gab
dazu 9 Pfund Pfennige, die auf zwei seiner Zehenthäuser lagen, nämlich
zwei Theile Zehent zu Vogelstydöd (jetzt Vogelöd) und
ein Drittheil zu Neustadl.
1446/1447: Am Mittwoch vor St. Lampert 1446 entschied Hans der Paltram,
Landrichter zu Kling(enberg), dem Wilhelm Törringer, Pfleger zu Kling(enberg),
einen Streit über den Blumbesuch zu Schalkham in der Pfarrei
Obing. Als am Pfinztag nach St. Gallentag 1447 nämlicher Hans der
Paltram, Landrichter zu Kling, mehrere verlorengegangene Urkunden über
das Kirchenvermögen in Kirchstätt und Schnaitsee erneuerte, war
Tristan
Döndl von Pirach Zeuge.
1447: Ein Pfarrer Bernhard bekommt die Pfarrei Obing. Hanns Pruner,
Umgelder zu Obing, war Zeuge in einem Kaufbrief. Geiß nimmt an,
daß er diese Stelle von 1419-1477 bekleidet hatte. Kis hält
aber dafür, daß unter letzterem Datum vielleicht ein Sohn von
ihm gleichen Namens dieses Amt verwaltete, da eine 58 jährige
Dienstzeit doch nicht sehr wahrscheinlich ist und in der Zwischenzeit -
1456 - sich ein anderer Umgelder, Namens Stephan Hofkircher findet.
1455: Friedrich der Reicherzhaimer verkaufte am Samstag nach Auffahrt Hannsen
dem Hattenauer in der Honau 60 Pfennige ewige Gilt auf dem Gut Kaltenbrunn
in der Pfarrei Schnaitsee.
1456: Stephan Hofkircher, Umgelder in Obing
1458: Der zweite Hof in Irlham gibt an das Kloster Gars 3 Teile Zehent;
außerdem 3 Schilling Pfennige, 30 Eier, 2 Brode und 4 Käse.
1460: Der Erzbischof Sigismund von Salzburg verpflichtet die Kirche Obing,
jährlich zur Zeit des St. Rupertifestes 12 Denare an das Erzstift
Salzburg zu bezahlen.
1464: Heinrich Amranger zu Neuamrang verkaufte am Montag vor Auffahrtstag
an seinen Vetter Hanns Reutter zu Teysing einen Hof zu Diepoldsberg
1471: Diemut, des Peter Niedermaier zu Diepoldsberg eheliche Tochter,
verkaufte an Konrad Möringer, Bürger zu Wasserburg, den großen
und kleinen Zehent aus 10 Häusern zu Lampfritzheim, 1 zu Schweinsteig
und 5 zu Wingart.
1471/1476: Georg Rattinger von Irlham vermachte der Kirche unserer
lieben Frau zu Alberteich 60 Pfennige ewiger, jährlicher Gilt auf
seinem Lehen zu Irlham. Dafür sollte ihm in der Pfarrkirche zu Obing
jährlich um die Zeit des Allerheiligenfestes ein Jahrtag mit einer
hl. Seelenmesse gehalten werden. Der Jahrtag wurde schon um das Jahr 1670
nicht mehr gehalten, da für denselben nichts mehr bezahlt wurde. Georg
Rattinger, Brandhuber zu Ilzham und Elsbett seine ehelich Hausfrau
vermachten ein halbes Pfund Geld auf ihrem fünften Theil, den sie
auf einer Hube zu Obing hatten, zu einem Jahrtag in der Pfarrkirche zu
Obing. Derselbe wurde jährlich in der Woche vor oder nach Georgi mit
Vigil, Seelenmesse und Gedenken abgehalten. Von diesem halben Pfund Geld
sollte die Kirche unserer lieben Frau zu Albertaich jährlich 52 Pfennige
bekommen.
1471/1477: Am 28.9. schrieb Herzog Ludwig der Reiche an Hans Brunner,
Zollner zu Obing, daß er von den Bürgern zu Wasserburg kein
Umgeld mehr fordern solle. Hanns Brunner wird zuletzt 1477 als Umgelder
in Obing genannt
1474/77: Konrad Leutner, Pfarrer in Obing
1476: Johann Greß, Besitzer des Gressengutes, und Katharina
sein Eheweib stifteten einen Jahrtag und gaben dazu 6 Schillinge Geld,
welches auf dem ihnen angehörigen Supperlgut zu Mittern-Reutham, Pfarrei
Palling, lag. Es sollte jährlich in der Woche vor oder nach St. Jörgen
Tag eine Vigil mit Seelnemesse und Gedenken gehalten und eine Kerze angeschafft
werden, die bei dem St. Johannes-Altar während jeder gottesdienstlichen
Verrichtung zu brennen hätte.
1478: Hanns und Georg, die Ätenberger, und Katharina, ihre
Hausfrau, stifteten einen Jahrtag mit einem gesungenen Seelenamt, 2 hl.
Messen und Gedenken. Sie gaben dazu 5 Schillinge, 10 Pfennige Geld ewiger
jährlicher Gilt gelegen auf dem Zehent zu Jepolding, Bernhaiming und
Waldheiming, den die genannten Ätenberger vom St. Laurentius Gotteshaus
in Obing käuflich erworben hatten, zum Zwecke dieses Jahrtags wieder
zurückgaben.
1480-1489: Abt Erhard II. von Seeon (1480-1489) setzte fest, was in Obing
von den Einnahmen dem Pfarrer und was den Hilfspriestern zugehören
sollte. Die Übersetzung des lateinischen Originals lautet: "Damit
Friede und Eintracht, Einigkeit mit brüderlicher Liebe erhalten werde
zwischen dem Pfarrvikar und den Hilfspriestern in Obing, hat der ehrwürdige
Vater in Christus, Herr Erhard, Abt des Klosters Seeon, wegen des doppelten
Postens nachgeschriebene Anordnungen gemacht, und kein Hilfspriester soll
auf diesem Posten angenommen werden, welcher nicht nach Durchlesung dieser
Anordnungen deutlcih verspricht, daß er dieselben halten, und außer
dem Vorgeschreibenen nichts verlangen und suchen wollte. Item erstens,
was in Pittenhart, Diepoldsberg und Eschenau an Geld geopfert wird, bleibt
dem Pfarrer und seinen Hilfspriestern gleich zu verteilen, daß der
Pfarrer die Hälfte und die Hilfspriester die Hälfte bekommen,
aber die übrigen Opfer (Naturalien) nimmt der Pfarrer ein. Die Stolgefälle
von Erwachsenen in der ganzen Pfarrei sollen geteilt werden; dem Pfarrer
2 Teile, den Hilfspriestern 1 Teil, so daß sie ein Drittel an Stolgefällen
beziehen. Die kleine Stole soll gleich in zwei Teile verteilt werden, die
eine Hälfte dem Pfarrer, die andere den Hilfspriestern. Item bei den
Vermächtnissen, welche in der ganzen Pfarrei entweder dem Pfarrer
insbesondere, oder einem Hilfspriester, oder allen mit einander geschehen,
die müssen ganz so geteilt werden, wie die Stolgefälle der Erwachsenen.
Item von den in Obing und Pittenhart gestifteten Jahrtagen hat der Pfarrer
die Hälfte und die Hilfspriester die Hälfte. usw."
1480: Heinrich Neumaier von Obing und sein Eheweib Katharina stifteten
einen Jahrtag mit Vigil, gesungenem Seelenamt, 2 hl. Messen und Gedenken
auf die Zeit um St. Michaeli Tag.Sie gaben hierfür den großen
und kleinen Zehent auf den zwei Häusern zum Schirauß und
Hofer zu Jepolding, welcher jährlich 5 Schilling Pfenninge diente.
1482: Papst Sixtus V. bestätigte am 22.1.1482 dem Abt in Seeon das
Patronatsrecht über die Pfarrei Obing.
1483: Wolfgang Huber von Honau und sein Eheweib Anna gaben ihr frei
eigenes Schneidergütl zu Honau, welches jährlich 3 Schilling
20 Pfennige und 4 Pfennige zu Ehrung diente, zu einem Jahrtage. Dieser
soll 14 Tage vor oder nach St. Georgi mit 3 h. Messen und Gedenken für
sie und ihre Vorfahren, Konrad und Katharina Huber abgehalten werden.
1486: Katharina, Hansen Edlmann sel. zu Schalkham eheliche Tochter,
vermachte der Pfarrkirche in Obing ihr freieigenes Drittheil auf dem halben
Lehen, genannt das Edlmannlehen zu Schalkham.
1488: Othmar Kramer von Obing und Diemund, seine Hausfrau, stifteten
einen Jahrtag und gaben dazu ihr Gütl in Obing, das Oberlehen genannt.
Der Jahrtag sollte 14 Tage vor oder nach St. Gallen Tag mit Vigil, gesungenem
Seelenamt, 2 hl. Messen und Gedenken begangen werden.
1489: Andreas Albertaicher stiftete in der Kirche des hl. Laurentius
zu Obing einen Jahrtag mit einem gesungenen Seelenamt, 2 hl. Messen und
Gedenken auf den Donnerstag vor dem Palmsonntag. Hiezu gab er sein frei
eigenes Scherergütl, welches jährlich 2 Pfund 4 Pfennige diente.
Dazu gab Michael Mayer zu Alberteich 20 Pfund Pfennige und stiftete
damit eine Spende für arme Leute mit dem Bescheiden, "daß
jährlichen zu Obingen an dem hl. Antlaßtage in der Marterwochen,
den man den Weyhenpfinztag nent, umb 14 Schilling Pfennige undt darzue
die Eingabe undt ohne allen Abgang Semelbrott kauffen und bestellen solle,
undt darvon ain Sbent vor dem Kirchtor zu Obing geben sollen den dy solches
begern undt nehmen wollen." Sebastian Perndl von Obing vermachte
100 fl. zu einem Jahrtag. Es sollte dafür jährlich ein Amt mit
Vigil abgehalten werden.
1490: Abt Erhard II. von Seeon ließ im Presbyterium der Kirche zu
Obing das Fenster links neben dem Hochaltar neu herstellen. Dasselbe war
ein Glasgemälde, auf welchem genannter Abt kniend mit seinem Wappen,
einer gelben Egge in grünem Felde, abgebildet war, mit der Unterschrift
"Abt Erhardus zu Seeon 1490". Wenn andere Quellen angeben, daß dieser
Abt schon 1489 gestorben sei, so dürfte sich diese Schwierigkeit lösen,
wenn man annimmt, daß das Fenster, welches er kurz vor seinem Hinscheiden
bestellt hatte, erst nach seinem Tode verfertigt und mit dieser Jahreszahl
versehen worden sei. Dieses Fenster gab es bis Mitte des 17. Jahrhunderts
(vgl. Chronist Honoratus Kolb)
1491: Die Pfarrkirche wurde in dieser Zeit im Stil der Spätgotik
neu aufgebaut und am 18.9.1491 durch den Bischof Georg von Herren-Chiemsee
eingeweiht. Derselbe konsekrierte am nämlichen Tage einen Altar, der
auf der Emporkirche zu Ehren der hl. Martyrer Sebastian und Florian und
der hl. Martyrin Ursula errichtet worden war. Dieser Altar enthielt die
Reliquien der genannten Heilen mit denen der hl. Martyrer Fabian, Celestin
und Vitus, der hl. Bekenner Ulrich und Erhard, der hl. Martyrin Afra und
mehrerer anderer Heiligen, deren Namen nicht genannt sind.
1492: Erzbischof Friedrich von Salzburg und der Bischof Georg von Chiemsee
verliehen mit Erlaubniß des Kardinalkollegiums in Rom der Kirche
des hl. Ägidius in Diepoldsberg einen Ablaß. Es sollten
alle Christgläubigen, die an einem der Feste, als Weihnachten, Ostern,
Himmelfahrt Christi, Pfingsten oder Frohnleichnam diese Kirche besuchen
und zur Ausschmückung derselben ein Almosen spenden, einen Ablaß
von 40 Tagen gewinnen. Es scheint, daß die Kirche um diese Zeit im
gothischen Sitl neu gebaut wurde, und daß man den Ablaß verlieh,
um aus den Beiträgen, welche durch denselben geleistet würden,
die innere Ausstattung bewerkstelligen zu können.
1494: Verzeichnis der Anordnungen und Einkünfte des Pfarrers der Kirche
Obing unter Obsorge des Vaters in Christo und Herrn Franziskus, Abt des
Klosters Seeon (1492-1521)
- Saxenhaim
- Siboling (Niederhuber)
- Pfaffing (Orter und Widmayr=Wimmer)
- Heiming (Veichtner und Chörndel, der Weber)
- Jepolding (Schmid)
- Obing (Meßner; der Perndlhub für hl. Achatius)
- Pittenhart (Widmayer)
- in Pittenhart jedes Haus 3 Pfennige nach der Oktav Corporis
Christi und 2 Pfennige um das Fest des hl. Apostels Thomas
- in Obing jedes Haus einen Pfennig um das Fest des hl. Apostels
Thomas und 3 Eier in der Oktav Christi Himmelfahrt
- von den Heiligenpflegern: Ehrengeschenke und alle Hühner
sowie Besetzungsrecht nach seinem Gefallen
- Kirchenrechnungsablage: von jeder Kirche 12 Pfennige und von
den Seelen in Obing und Pittenhart 24 Pfennige
- vom Kirchenpfleger zum Tag des Apostels Paulus ein Viertel
Wein und am Tag Mariä Reinigung 1 Pfund Wachs
- in der ganzen Pfarrei: den dritten Theil aus der Trat (Viehweide)
- Alterweiset (altherkömmliches Geschenk an hohen Festtagen):
einen Käsleib oder zwei Pfennige
- 50 Pfennige von der Kirche des heil. Egydius in Diepoldsberg,
60 Pfennige von der Kirche des hl. Petrus in Eschenau, für Meßwein
Die Verteilung ist noch genau geregelt.
Unter demselben Abt Franziskus verlangten die Pfarrangehörigen von
Obing mit Gewalt, daß man die Pfarrei nicht mehr mit Ordenspriestern,
sondern mit Weltgeistlichen besetze. Es wurde auf dieses Verlangen eingeagngen,
und die Seelsorge war von nun an gegen 140 Jahre in den Händen von
Säkularpriestern. Auffallend ist, daß der Convent in Seeon,
der sonst seine Rechte so energisch wahrte, dieses Mal so leicht nachgab.
Möglicher Weise war das Kloster schwach besetzt und litt selbst Mangel
an tüchtigen Priestern, oder man hielt es für besser, daß
die Ordensleute im Kloster beisammen leben und ein geschlossenes Ganzes
bilden.
16. Jahrhundert
17. Jahrhundert
1618/1627: Im Tagebuch der Frauenchiemseer Äbtissin Maria Magadalena
Haidenbucher wird vermerkt:
1618: "Den 2 September Jst deß Edlen gestrengen herrn hanß
Christoff Rigler von pfangau auff obing auch ain geborne der Edlen Ernthugetreichen
frauen Elisabeth Riglerin ain geborne wäningerin Eheliche dochter
Junkhfrau Maria Elisabeth Riglerin Jn vnnsser khlosster khumben
1627: "Den jO Maij haben vnssere zwäe Nouzin als des wol Edlen vnnd
gestrengen herrn hans Christoph Ridtler von pfangau auf Obing auch der
Edlen Ehrntugetreichen Frauen Elisabeth Ridtlerin ein geborne wäningerin
Ehliche dochter Junkhfrau Maria Elisabetha Ridtlerin doch durch verenderung
in der heiligen PROFESSION Emiliana Ridtlerin genandt ... Nach vollendtung
Jhres NOUICIATS Jhr PROFESSION gethan vnd Jst d´art durch Jhr hoch
wirdt herrn herrn andreas abbt zu S: veicht vnd GeneralVISISTATOR durch
dz ganz Erzstifft SalzBurg deß h: Ordten S: BENDEDICTEN verricht
wordten. Die Ridlerin hat dem Gottshaus zue Bracht 5 hundert fl: ... die
Ridlerin hat vnß auch verehret ein sileres vergoltts schälel
vnd Einer Jeden Counuentfrau j fl."
1635 Große Pest in Obing und Umgebung (vgl. Pestfriedhof)
18. Jahrhundert
19. Jahrhundert
1803: Aufhebung der Hofmark Obing im Zuge der Säkularisation des Klosters
Seeon
1810: Lòffler, Johann G.: Der Seeoner See, Der Obinger
See. Gezeichnet, gestochen und herausgegeben von Johann Georg Löffler.
- [Ca. 1:30 000], München : Löffler, [ca. 1810]. - 1 Kt. : Kupferstich
; 33 x 25 cm (See-Plan ; 14) Maßstab in graph. Form (b. Fuss, 1 Stunde).
- Titel oben rechts. -
Mit dem 19. Juli 1812 übernimmt der Hilfspriester bei der Pfarrei
Obing Columban Müller, in Rücksicht der von ihm in seiner Vorstellung
vom 18. Juni 1812 vorgelegten Qualifikationszeugnisse, die Expositur von
Seebruck verliehen mit der ausdrücklichen Pflicht, in Seebruck für
die wenigen schulpflichtigen Kinder gegen Bezug gewöhnlichen Schuldgeldes
Schule zu halten (München, den 19. Juli 1812. Kgl. Generalkommissariat
des Isarkreises. gez. von Schleich). Am 23. Juli wurde ein förmliches
Regulativ über die Verhältnisse eines Expositus zu Seebruck und
eines Pfarrers zu Eggstädt sowie über die Obliegenheiten des
ersteren verfaßt, das am 23. November 1812 festgesetzt wurde. Kolumban
Müller hat die Stelle bis 1824 inne und war sehr bemüht, die
Kirche Seebruck mit neuen Paramenten und neuer Kirchenwäsche zu versehen.
(Weyerer, Jakob (Vicar): Seebruck am Chiemsee. Eine Studie zur Heimatkunde,
Traunstein 1930, S. 42)
Um 1825: Obing und Albertaich übernehmen zusammen mit anderen Stiftungen
aus dem Vermögensausschuß die Baukosten an der Seebrucker Kirche
(vgl. Weyerer, Jakob (Vicar): Seebruck am Chiemsee. Eine Studie zur Heimatkunde,
Traunstein 1930, S. 48)
1881 Kis, Aloys: Die Pfarrei Obing. München,
1881; Obing, 1981
20. Jahrhundert
1911: Am 11.3. wurde in Obing die sog. "Jubiläums-Luitpold-Linde"
gepflanzt. Auch in Frabertsham wurde 1911 eine Luitpoldlinde gepflanzt.
http://www.garten-traunstein.de/a_baum.htm:
"Als Prinzregent Luitpold am 12.12.1912 im hohen Alter von 91 Jahren für
immer seine Augen schloss, war die bayerische Bevölkerung zutiefst
betrübt darüber. Mit ihm endete die „gute alte Prinzregentenzeit”,
die durch den mysteriösen Tod des Märchenkönigs Ludwig II.
1886 eingeleitet wurde. Die anfänglich misstrauische Stimmung des
Volkes gegenüber dem neuen Monarchen verflog alsbald, zumal sich Luitpold
während seiner 26-jährigen Amtszeit als äußerst volksnah
erwies. Auch brachte sein soziales Engagement dem ganzen Land große
Fortschritte im Kranken- und Schulhausbau. Oftmals war die Grundsteinlegung
dieser Gebäude mit der Pflanzung eines Baumes zu Ehren des Prinzregenten
verbunden. Aber auch an runden Geburtstagen und selbst nach seinem Tode
pflanzte man diesem beliebten Mann Gedenkbäume. Auch in Obing
veranlaßte der Veteranen- und Kriegerverein zum 90. Geburtstag seiner
Hoheit eine „Jubiläums-Luitpold-Linde“ zu pflanzen.Über den Verlauf
des damaligen Festaktes stand am 10.03.1911 im Trostberger Tagblatt folgende
Anzeige des Veteranen- und Kriegerverein zu lesen. „Auch unsere Gemeinde
Obing beabsichtigt das Geburtsfest Seiner königlichen Hoheit des Prinzregenten
Luitpold in würdiger Weise zu begehen. Für die Vorfeier,
die am Samstag, den 11. März stattfindet ist folgendes in Aussicht
gestellt: Abends 6 Uhr erfolgt nach Abgabe von mehreren Böllersalven
die Setzung einer Jubiläums-Luitpold-Linde auf dem Platze unmittelbar
an der Wohnung des Bürgermeisters. Während dieses Festaktes wird
die Obinger Musikkapelle intonieren. Im Anschluss hieran bzw. in der Zeit
von ½ 8-8 Uhr veranstaltet der hiesige Turnverein ein Fackelschwingen,
dem ein geselliges Beisammensein im kufnerschen Gasthause folgt. Am Hauptfesttage,
Sonntag 12. März, werden unsere Obinger durch Böllerschießen
und Tagreveille aus dem Schlafe geweckt. Um ½ 10 Uhr Aufstellung
sämtlicher Vereine auf dem Sammelplatz am Kriegerdenkmal mit darauffolgendem
Umzug. Um 10 Uhr findet ein Festgottesdienst in der hiesigen Pfarrkirche
statt. Nach dem Gottesdienst Rückzug zum Kriegerdenkmal, woselbst
sich der Festzug auflöst. Darnach findet im krallerschen Gasthause
Frühschoppen und hernach Festmahl mit Konzert statt. Um ½ 4Uhr
Beginn der Nachmittagfeier. Während dieser gelangen einige Militär-Humoresken,
dann Vorträge des Gesangvereins Liedertafel und Darbietungen des Turnvereins
Obing ( Keulengruppe mit anschließender Huldigungsgruppe) zur Aufführung.“
Weitere Luitpoldlinden im Landkreis Traunstein finden sich in Frabertsham
(gepflanzt 1911) und in Hausen bei Kirchanschöring (gepflanzt 1901)"
1924: Schmidt, Christof: Die Phyllopoden und Copepoden des Obinger-
und Seeoner-Sees, 1924. - S. 180 - 208 : Ill., Tab., Kt. München,
Univ., Diss. - Aus: Archiv für Hydrobiologie, Bd. XV, H. 2, 1924.
1930: Weyerer, Jakob (Vicar): Seebruck am Chiemsee. Eine Studie zur Heimatkunde,
Traunstein 1930 schreibt in seinem Heimatbuch:
S. 165: "Herr Schulrat Schierl von Obing hatte die Güte, dem Verfasser
seine Zusammenstellung der Gebräuche in Obing zur Verfügung zu
stellen; in mancher Hinsicht ähneln einander die Gebräuche von
Seebruck und Obing (10 Kilometer von einander entfernt), ..."
S. 177: "In Obing sagt der Prokurator, falls eines der Brautleute verwaist
ist: Ich mag hinsehen oder her, ich sehe dem glücklichen Hochzeiter
seine Eltern nicht mehr. Zwar bin ich mehrere Tage herumgeloffen, aber
ich hab sie nirgends getroffen. Auf der Grabstätte konnte ich ihre
Namen lesen, sie selbst aber sind bereits im Verwesen."
S. 181: Klopfersänger "Wenn die Sänger etwas erhalten, singen
sie: Jetzt pfüat Di Gott, Bäuerin, Mir müassn wieda geh.
Für das, was ma kriagt ham, Bedank ma uns schön. - Gehen sie
aber leer aus, rufen sie: Schneidahäusl huhuhu, Schneidahäusl
huhuhu (auch in Obing und Breitbrunn nach Schierl)
1931 SG Seeon:
Gauschießen mit Fahnenweihe: Patenbraut Elis Auer, Obing
"So erzählt man sich in Schnaitsee heute noch gerne die Geschichte
vom Heimspiel 1948 gegen Obing. Das Derby war von hitziger Atmosphäre
geprägt, als Alois Schmidinger einen Obinger Fußballer foulte.
Schnell kam es zu einer Rauferei, in deren Verlauf den Obinger Spielern
die Oberhemden zerrissen wurden. Nach Beendigung des Spiels begaben sich
die Obinger zurück Richtung offenen Lastwagen, mit dem man gekommen
war. Dieser war unterhalb des Ballaufanwesens in der Chiemseestr. geparkt.
Mittlerweile war auch Alois Schmidinger zu Hause und als er die Obinger
so knapp unter seiner Haustüre sah, dachte er sofort an eine Abkühlung
der hitzigen Gemüter. Er rannte ins Haus, holte einen Eimer voll Wasser
und übergoss die Obinger mit Wasser und Spott. Dieses Spiel hatte
allerdings Folgen, Alois Schmidinger musste sich beim Sportgericht in Rosenheim
verantworten. Auf die Drohung des Richters, eine 5-wöchiges Sperre
zu verhängen erwiderte der damalige Abteilungsleiter Alfred
Schläger, dass damit der Spielbetrieb in Schnaitsee gefährdet
sei. Beeindruckt davon nahm der Richter nun Abstand von einer Strafe, jetzt
wiederum wollte Alois Schmidinger aber nicht mehr spielen. Nach hitzigen
Wortgefechten endete die Verhandlung mit der Anweisung des Richters, Alois
Schmidinger müsse nun wieder für den TSV spielen"
1991: 1275 Jahr-Feier
Verschiedenes:
Sebastian Kirchbichler wechselte wohl im 18. Jahrhundert von Eiselfing
nach Obing als Lehrer
Furthner, Johann N.: DEUTSCHE MESSE für die Orgel und Discant oblig:
Alto, Basso, 2 Violini, 2 Corni oder Clarini und Violon ad libitum. in
Musik gesetzt von Johan Nepom: Furthner Hilfspriester bei der Pfarrey Obing.
N.ro 1 Wir werfen uns darnieder & c. & c.. - 9 St. EST:[Deutsche
Messe], München, bei Ignatz Joseph Lentner. - Lith.o.Nr.
Der Traunbote : zugl. Lokalbl. für Altenmarkt, Obing,
Schnaitsee u. Umgebung ; Amtsblatt für d. Stadtrat, d. Amtsgericht
u. d. übrigen Behörden Trostbergs, Traunstein : Rauchenegger,
1868*1869 #Wöchentl. - Forts. --->#Traun-Alz-Bote. - ZDB-Nr.: 1257621-9
Brenninger, Georg: Die Kirchen der Pfarrei Obing.
München u.a., 1990
Mayer, Walter. Die Chronik von Obing, 1991
Obing. Zsstellung und Bildtexte: Ludwig Mörner.
Horb am Neckar, 1992
Eiber, Ludwig: 1914: Hamburg - New York - Hamburg: ein Tagebuch, 1993.
- Ill. Ludwig Mayr aus Obing. - In: Geschichte
quer . - Ingolstadt. - 2 (1992/1993), S. 50 - 52
Mayer, Walter: Kampf und Krampf um Schienen und Dampf: Geschichtliches
von der Lokalbahn Bad Endorf - Obing, in: Der Heimatspiegel
. - Trostberg. - 1997,1, S. 4 ff
Mikulla, Christian: Hydrogeologisches Modell des quartären Hauptgrundwasserleiters
auf Kartenblatt 7940 Obing. Garching, 1998
Pfarrei <Obing>: Informationen der Pfarreien und Gemeinden Obing
- Pittenhart - Kienberg. Obing, [1999]