Helmut Zenz: August Pieper im Internet
August Pieper (1866-1942) -
Katholischer Sozialethiker und Politiker
Quelle: http://www.marianer.de/marianer_2001/bilder/vorschau/AugustPieper.jpg
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Biographie
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* 14.3.1866 als erstes von 13 Kindern einer alteingesessenen bäuerlichen
Familie in Eversberg, Kreis Meschede.
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Besuch der höheren Bürgerschule in Geseke, dann vier Jahre bis
zur Reifeprüfung des Warbuger Gymnasiums Marianum
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1883 Abitur
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Studium der Philosophie und Theologie im Collegium Germanicum in Rom
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Dr. phil., Dr. theol.
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28.10.1889 Priesterweihe
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kurzer Einsatz als Kaplan in Bochum
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Ostern 1890: Eintritt in die Zentralstelle des soeben gegründeten
Volksvereins für das katholische Deutschland in Mönchen-Gladbach.
Für die Mitarbeit in diesem Gremium hatte ihn Franz Hitze (1851 -
1921) gewonnen, der diese Institution auf Veranlassung des Vorsitzenden
der Zentrumspartei Ludwig Windhorst (1812 - 1891) zusammen mit dem Fabrikanten
Franz Brandts (1834 - 1914) zu Anfang des Jahres 1890 ins Leben gerufen
hatte.
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1892-1919 Generalsekretär des Volksvereins unter Generaldirektor Hitze
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1899 Geistlicher Rat in Rom
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1899/1904?-1917 Verbandsleiter d. katholischen Arbeitervereine (West?)-Deutschlands
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1901-1933 Herausgeber der "Führer-Korrespondenz";, einer Zeitschrift
für Ausbilder in christlicher Soziallehre
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1903 Nachfolger Hitzes als Generaldirektor des Volksvereins. Unter seiner
Leitung entwickelte sich der Verein mit 800.000 Mitgliedern zur größten
sozialen Organisation der katholischen Kirche in Deutschland.
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15.8.1906 August Pieper holt Carl Sonnenschein als Referenten nach Mönchengladbach.
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1906-1918 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses für die
Zentrumspartei
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1907-1918 Mitglied im Reichstag für die Zentrumspartei, dort vor allem
als Sozialpolitiker in Erscheinung getreten.
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1923-1932 Dozent bei zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen im Franz-Hitze
Haus in Paderborn (zusammen mit Anton Heinen und Johannes Hatzfeld)
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1939 Übersiedlung ins Franz-Hitze-Haus. Dort hielt er solange es ihm
möglich war, vielbeachtete Einzelvorträge
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Ehrentitel: (Päpstl. Haus-)Prälat.
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+ 25.9.1942 in Paderborn
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Seine Grabstätte fand er in seiner Heimat Eversberg.
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18.5.1952 Gedenkfeier in Eversberg unter großer Anteilnahme der Bevölkerung
aus Nordrhein-Westfalen mit Anbringung einer Gedenktafel an das Elternhaus
mit der Inschrift: Geburtshaus von Prälat Dr. August Pieper, dem um
Kirche und Vaterland hochverdienten Wegbereiter christlicher Sozialreform
1866 - 1942
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Nach ihm ist das August-Pieper-Haus
der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen benannt.
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Eversberg: August-Pieper-Platz
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Nachlass (1902-1942) im Staatsarchiv
Münster: Umfang: 236 Akten (17 Kartons), Findbuch A 510: Kath.
Sozialpolitik; Zentrums-Politik; Konflikte zwischen Staat u. kath. Kirche
bes. in der Zeit nach 1933; philosophische, religiöse, politische
u. soziologische Publizistik.
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zu unterscheiden z.B. von dem Architekten August Pieper (1844-1891)
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Bibliographie
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Primärliteratur:
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Mäßigkeitsbestrebungen. Köln, 1900; M.Gladbach 1900
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Die Herabsetzung der Arbeitszeit für Frauen und die Erhöhung
des Schutzalters für jugendliche Arbeiter in Fabriken. Jena, 1902
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Dienstbotenfrage und Dienstbotenvereine. M.-Gladbach, 1908
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Jugendfürsorge und Jugendvereine. M.Gladbach, 1908; 1910
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Demokratische Forderungen und deutsche Freiheit. M. Gladbach, 1918
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Zur staatsbürgerlichen Bildung und politischen Schulung. M.Gladbach,
1920
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Von der Arbeiterbewegung zum Arbeiterstand. M.Gladbach, 1920
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Soziale und staatsbürgerliche Arbeit der Geistlichen. M.Gladbach,
1920
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Gemeinschaftsgeist im Wiederaufbau. Freiburg im Breisgau [u.a.], 1921
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Der Sinn der Standes- und Jugendvereine als Lebensgemeinschaften. M.-Gladbach,
1922
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Der deutsche Volksstaat und die Formdemokratie. M.Gladbach, 1923
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Wie wird der Akademiker ein Führer des Volkes?. Gladbach, 1924
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Kapitalismus und Sozialismus als seelisches Problem. M.Gladbach, 1924;
1925
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Berufsgedanke und Berufsstand im Wirtschaftsleben. M.Gladbach, 1926
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Was geht den Geistlichen seine Volksgemeinschaft an? M.Gladbach, 1926
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Sinn und Aufgaben des Volksvereins für das katholische Deutschland.
M.Gladbach, 1925: 1926
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Der Staatsgedanke der deutschen Nation. M.Gladbach, [1929]
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Sekundärliteratur:
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Rommen, Heinrich:
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August Pieper, in: Die Schildgenossen, Jg. 15, 1935/1936, S. 464-467
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August Pieper und die Mönchen-Gladbacher Schule, in: Mit. Jg. 1955/1956,
H. 12, S. 19-22
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Brüls, K.-H.: Prälat Dr. A. Pieper. 1957
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Porträt in: Schulte, Wilhelm: Westfälische Köpfe, Münster
1963
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Stasiewski, B. (Bearb.): Akten deutscher Bischöfe über die Lage
der Kirche 1933-1945. 6 Bde, 1968-1985
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Heitzer, Horst Walter:
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Der Parlamentarier August Pieper, in: Christliches Engagement in Gesellschaft
und Politik, hg. v. L. Koch/J. Stanzel, Frankfurt/M. 1979, S. 199-214.
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Krisen des Volksvereins im Kaiserreich. Gründe und Hintergründe
zum Rücktritt von August Pieper als Generaldirektor im Dezember 1918,
in: Historisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft, HJb 99, 1979 S.
213-54
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August Pieper (1866-1942), in: Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem
deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts, hg. v. J. Aretz/R.
Morsey/A. Rauscher, Bd. 4, Mainz 1980, S. 114-132.
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G. Schoelen, Bibliographisch-Historisches Handbuch des Volksvereins für
das Katholische Deutschland.1982.
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Dahmen, Thomas: August Pieper : ein katholischer Sozialpolitiker im Kaiserrreich,
Lauf a.d. Pegnitz : Europaforum-Verl., 2000. - 430 S. : 24 cm ([Subsidia
academica / A] ; 2) Zugl.: Dortmund, Univ., Diss., 2000. -ISBN 3-931070-19-0
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Thesen
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August Pieper gilt als Sozialromantiker, dem es aber um eine Vermittlung
von Katholizismus und Moderne und um eine christliche Sozialreform ging.
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August
Pieper-Haus: "Im politischen Testament des Priesters August Pieper
(1866-1942) heißt es u. a.: „Alle Mappen mit handschriftlichen Aufsätzen
... sind streng vertraulichen Charakters und nur an Gleichgesinnte von
Pieper und Heinen weiterzugeben.“ Es ist die auffällige Aussage eines
Mannes, der 40 Jahre seines persönlichen und priesterlichen Wirkens
in den Dienst des „Volksvereins für das katholische Deutschland“ gestellt
hatte. Piepers Biographie war durch einen heftigen Konflikt mit Bischöfen
und Mitbrüdern belastet. Dessen Thema lautet: Katholizismus und Moderne.
„August Pieper war ein Modernisierer und Visionär“ (Horst W. Heitzer).
Ihm ging es mit den „Männern in M. Gladbach“ um die christliche Sozialreform.
Was bedeutete dies damals? Warum verdient Pieper unseren Respekt? Wie stellt
sich die katholische Soziallehre den heutigen Herausforderungen der Gesellschaft?"
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Mit dem Kölner Kardinal Fischer und Adam Stegerwald zusammen Gegenspieler
von Kardinal Kopp und der "Staatskatholiken"
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