HELMUT ZENZ
Verein für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V.


Informationen über den

Verein für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V.

 

Erste Informationen zum Verein

Zur Gründung des Vereins

Zur bisherigen Geschichte des Kulturaustausches

Bilderbogen


 
Wappen von Villaputzu

Erste Informationen zum Verein

Der Verein für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V. wurde 1995 gegründet. 

Er ist im Vereinsregister des Registergerichts Traunstein eingetragen und vom Finanzamt Traunstein als gemeinnützig anerkannt. 

Er pflegt derzeit vor allem den Kulturaustausch zwischen dem Gebirgstrachtenerhaltungsverein "D´Grüabinga" Obing e.V. und Trachtengruppen aus Villaputzu auf Sardinien. 

Hier können Sie zahlreiche Links nach und über Sardinien abrufen. 

Folgende Sardinien-Bibliographie befindet sich noch im Aufbau, erste Teile sind jedoch schon vorhanden.

Zur Gründung des Vereins

Am Sonntag, den 22. Oktober 1995, wurde von fünfzehn Personen der "Verein für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V." gegründet. Der Hintergrund dieser Gründung war, daß der durch den Obinger Trachtenverein zustande gekommene Kontakt mit Sardinien und die gegenseitigen Besuche in einer durchaus lockeren, aber doch bestimmten Art und Weise weiter aufrechterhalten und gefördert werden sollten. Der Trachtenverein sah sich dazu aus finanziellen, satzungsmäßigen und organisatorischen Gründen allein nicht im Stande. Deshalb war es notwendig, diesem Anliegen die Form eines eigenen, gemeinnützigen und eingetragenen Vereins zu geben.
So wurde eine Satzung einstimmig verabschiedet. Laut dieser Satzung besteht der Zweck des Vereins in der Förderung der Völkerverständigung, dem nicht nur die Organisation von Kulturaustauschfahrten dient. Im Vorfeld und Anschluß an die Austauschfahrten sollen durch Vorträge und eine entsprechende Berichterstattung in den Medien sich auch viele andere ein Bild über Sardinien machen können. Auch eine kleine Bibliothek mit Reise- und Fachbüchern soll errichtet werden, die im Rahmen der Pfarr- und Gemeindebücherei Obing für alle zugänglich sein soll. Auch will der Verein Informationen zur Verfügung stellen für alle, die Land und Leute Sardiniens näher als bei einer Pauschalreise kennenlernen wollen. Auch Sprachkurse sollen organisiert werden.
Bei den ersten Wahlen zur Vorstandschaft wurden gewählt:
  • 1. Vorstand: Helmut Zenz, 1997, 1999 und 2001 wiedergewählt;
  • 2. Vorstand: Klaus Lerner, seit August 1997: Mathias Obermaier; 1999 und 2001 wiedergewählt;
  • Schriftführerin: Paula Wolfegger, 1997, 1999 und 2001 wiedergewählt;
  • Kassierin: Maria Wimmer, 1997, 1999 und 2001 wiedergewählt.
  • Zum 16. August 1997 hat der Verein 30 offizielle Mitglieder. Dazu kommen noch die jüngeren und einige weitere Sardinien-Fahrer des Jahres 1994.
    Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20 DM pro Jahr. Da der Verein mittlerweile im Vereinsregister des Registergerichts Traunstein eingetragen ist und vom Finanzamt Traunstein die Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen hat, können für Spenden Bestätigungen ausgestellt werden.
    Als Sinnbild für den Austausch hat sich der Verein ein besonderes Vereinswappen ausgesucht: Zwei bayerische Löwen tragen das sardische Wappen.

    Zur bisherigen Geschichte des Kulturaustausches

    Im August 1992 hatten die 45 Teilnehmer der ersten Sardinien-Fahrt des Obinger Trachtenvereins die Möglichkeit, Land und Leute, Gastfreundschaft und Lebensweise, Probleme und Hoffnungen Sardiniens kennenzulernen. Ermöglicht hatte dies die Initiative eines nach Sardinien zurückgekehrten Gastarbeiters und eines Kienberger Busfahrers, der Sardinien und Sarden in seiner Bundeswehrzeit schätzen gelernt hat; und nicht zuletzt die Bereitschaft des Obinger Trachtenvereins, sich auf dieses Wagnis einzulassen. Es hatte sich gelohnt, die Mitfahrer kamen sehr zufrieden nach Obing zurück. Im April 1994 hatte die Obinger Bevölkerung dann die Gelegenheit, sich vom Sinn und von der Bedeutung dieses Kulturaustausches zu überzeugen, als die Sarden ihren Gegenbesuch in Obing abstatteten. Sie waren sehr angetan von dem, was sie in drei sardisch-bayerischen Abenden, in einem Kirchenkonzert und nach dem Gottesdienst erlebten. In der Zwischenzeit haben auch viele Obinger den entstandenen Kontakt auch zu privaten Besuchen auf Sardinien genutzt.
    Vom Dienstag, den 28. Mai, bis Freitag, den 8. Juni 1996, waren im Rahmen der dritten Kulturaustauschfahrt 46 Bayern aus Obing und Umgebung nach Sardinien unterwegs, genauer nach Villaputzu im Südosten der Mittelmehrinsel. Vor allem viele junge Trachtler und Musikanten waren mit dabei, um in Sardinien bayerische Musik, Tracht und Lebensart zu zeigen und das Entsprechende von Sardinien näher kennenzulernen. Neben den Aktiven des Trachtenvereins Obing, zahlreiche Volksmusikgruppen: Hans Zunhammer aus Traunwalchen mit vier seiner Musikschüler als Tanzlmusi, die Ziacherer Winkler Klaus und Tobias aus Obing, Gruber Georg aus Trostberg und Lerner Tobias aus Titlmoos, der zusammen mit Bruder Klaus, Cousine Stephanie sowie den Winkler-Brüdern einen Teil der "Grenzroaner Hoagartn-Musi" bildet, nahmen an der Fahrt teil, ebenso wie Rudi Gruber mit seinen Töchtern Eva-Maria und Veronika vom Frabertshamer Trachtenverein, die zusammen mit Helmut Zenz und Martina Strell in verschiedenen Zusammensetzungen spielten und sangen. Nicht zuletzt waren auch einige Goaßlschnoizer von Obing und Dorfen mit von der Partie.
    Nach der Anreise über Livorno, wo man mit der Fähre nach Olbia übersetzte, machte die Gruppe am zweiten Tag Halt in Nuoro und besichtigte das volkskundliche Museum, das Trachten, Brauchtum und Handwerk aus ganz Sardinien ausstellt. Besonders fielen die perchtenähnlichen Karnevalskostüme ins Auge, die auch auf Sardinien die "bösen Geister" vertreiben sollen. Bei Ankunft in Villaputzu wurde die Gruppe von der Gastgeberfamilie Porcu herzlich empfangen, die die Gruppe von nun an bewirtete und betreute.
    Die Gemeinde von Villaputzu stellte auf dem gemeindeeigenen Campingplatz den Gästen einige Bungalows zur Verfügung, bereitete der Gruppe einen schönen Empfang im Rathaus und bewirtete sie zusammen mit einem Bauern. Die Jugendlichen von Villaputzu, vor allem von der Trachtengruppe S. Giorgio, kamen an den Abenden, um mit den Jugendlichen aus Obing und Umgebung zu diskutieren, zu tanzen und musizieren und an einem Abend zu einem Fußballmatch. "Deutschland" gewann dabei gegen "Italien" mit 6:3. Die fehlenden Italienisch- bzw. Deutschkenntnisse wurden bald geschickt überbrückt.
    An zwei Abenden wurde - einmal zusammen mit den beiden Trachtengruppen aus Sardinien, einmal zusätzlich mit zwei weiteren Gruppen aus der Region - getanzt und musiziert. Am vorgesehenen dritten Abend regnete es, dadurch wurde ein Diaabend möglich. Ein weiterer Höhepunkt war ein "Boarischer Hoagart", bei dem die mitgefahrenen Musik- und Gesangsgruppen ihr Können zeigten.
    Zwei große Ausflüge führten in die Hauptstadt Cagliari, nach Ulassai, zur gröszlig;ten Tropfsteinhöhle Sardiniens, sowie zu den "roten Felsen" nach Arbatax. Viele kleinere spontane Unternehmungen am Stand, im Ort und in die Umgebung rundeten den Aufenthalt ab.
    Ein besonderes Erlebnis war es für einen Teil der Gruppe, im Kindergarten und in der Grundschule mit den Kindern des Ortes zusammenzutreffen und deren Fragen zu beantworten.
    Sardinien und Bayern können auf ihre kulturellen Traditionen stolz sein und auf ihre Jugendlichen, so das Fazit am Ende des Aufenthaltes. Gerade die Kinder und Jugendlichen hätten in Sardinien gezeigt, daß bei allen politischen und wirtschaftlichen Problemen ein vereintes Europa der Regionen für sie kein Problem darstellt, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu begegnen, voneinander und miteinander zu lernen. Helmut Zenz, der Vorstand des Sardinienvereins drückte es beim Abschiedsabend unter allgemeiner Zustimmung so aus: "Wenn die Bayern etwas mehr von den Sarden und die Sarden etwas mehr von den Bayern hätten, in ihrer Art zu leben, dann wären wir auf dem Weg zur Völkerverständigung ein großes Stück weiter.".
    Der Kreisjugendring Traunstein mit einem Zuschuß für internationale Jugendbegegnungen und zahlreiche Mitglieder des Gewerbevereins Obing und einige weitere Firmen aus Obing und Umgebung haben die Kulturaustausch 1996 mit Geld- und Sachspenden unterstützt. Vor allem die Jugendlichen, die daran teilnahmen, haben davon profitiert.
    Aus verschiedenen Gründen kam der zweite Gegenbesuch der Sarden, obwohl mehrfach geplant, bis 2002 nicht zustande. Der Kulturaustausch wurde daher in den letzten Jahren vor allem über private Kontakte, sowie den Aufbau dieses Internet-Angebots und einer Sardinien-Bibliographie im Rahmen der Obinger Pfarrbücherei aufrechterhalten.
    Vom 4.-13. September 2002 unternahm daher der Verein mit einer Gruppe von 20 Mitfahrern, den Versuch den Austausch erneut zu beleben, was auch gelang.
    Während man am 5. September bei der Fahrt von Golfo Aranci bei Olbia nach Villaputzu die Barbagia mit ihren Sehenswürdigkeiten kennenlernte und bei der Rückfahrt am 12. September von Villaputzu nach Golfo Aranci beim Brunnenheiligtum Santa Cristina und in Olbia Halt machte, verbrachte man die Zeit vom 6.-11. September in Villaputzu in der Ferienanlage von Porto Corallo. Von dort aus wurden Ausflüge ins eindrucksvolle Flumendosa-Tal und den Gerrei (Archäologische Stätte "Pranu Muteddu"), nach Burcei (Fest Mariä Geburt) und nach Cagliari (Dom, Archäologisches Museum) gemacht. Alle Tage kam es auch zu Begegnungen mit den Jugendlichen von Villaputzu, ob nun am Strand, bei gemeinsamen Auftritten oder durch andere vereinbarte Treffen. Vor allem die Teilnahme am Fest Mariä Geburt in der neuen Marienkirche von Villaputzu (Prozession und Gottesdienst) und der daran anschließende gemeinsame Auftritt mit der Gruppe "San Giorgo" und die gemeinsame "Tanzprobe" am Mittwoch darauf, war sehr beeindruckend. Während die Bayern natürlich besonders das Launedda-Spielen bestaunten, war dies umgekehrt vor allem das Goaßlschnalzen. Sowohl die Gruppe von "Pro Loco", als auch die Gruppe von "San Giorgo" zeigten in diesem Zusammenhang Interesse an einem Gegenbesuch in Deutschland. "San Giorgo" kommt an Ostern 2003 für eine Woche nach Obing, "Pro Loco" Villaputzu plant eine größere Tour, in der sie gerne im Herbst 2003 auch ein paar Tage in Obing Station machen würden.
    Vom 20. bis 26. April war die Gruppe "San Giorgo" in Obing zu Besuch. Die zwei bayrisch-sardischen Abende am Ostermontag, 21.4.2003 beim Kufnerwirt und am Freitag 25.4.2003 beim Oberwirt waren ein großer Erfolg. Nach der Ankunft am Sonntag Nachmittag, traf man sich abends in gemütlicher Runde. Am Ostermontag besuchte man gemeinsam in Tracht die Kirche, im Anschluß daran tanzten die sardischen Gäste auf der Straße. Beim Vereinsheim wurde ein Frühschoppen und ein Ortsrundgang angeschlossen. Am Dienstag waren die Gästetagsüber bei einem Verwandten nach Wemding eingeladen, am Mittwoch besuchte man die Chiemseeinseln, am Donnerstag die Landeshauptstadt München, am Freitag die Schloßbrauerei Stein. Am Samstag früh morgens bracht der Bus dann wieder Richtung Sardinien auf. Eine anstrengende aber wunderschöne Austauschwoche ging damit wieder zu Ende.

    Bilderbogen

    Tracht aus VillaputzuTracht aus Villaputzu
    Tracht aus VillaputzuGemischte GruppeEine Obinger Abordnung mit Fahne,Musikernund Aktiven

    Seitenanfang
    Verein für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V.
    Homepage: Helmut Zenz

    Copyright © Helmut Zenz - 2003.