HELMUT ZENZ
Verein für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V.
Sardinien im Überblick
-
Namen:
-
Sardinien (deutsch)
-
Sardegna (italienisch)
-
Sardinia (englisch)
-
Sardaigne (französisch)
-
Sardenya (spanisch)
-
Politisches Verhältnis zu Italien:
-
Autonome Region (deren politische und kulturelle Rechte gegenüber
Italien aber bei weitem nicht vergleichbar sind mit denen von Südtirol)
-
Starker Wunsch nach mehr Unabhängigkeit (aber keine so starke Separationsbewegungen
wie in Korsika)
-
siehe Geschichte
-
Regionen (benannt nach ihren Hauptstädten):
-
Sassari (Nordwesten: 7520 qkm)
-
Nuoro (Osten: 7044 qkm, 270000 Einwohner, 38,3 E/qkm)
-
Cagliari (Süden: 6895 qkm)
-
Oristano (Südwesten: 2402 qkm, 155000 Einwohner, 64,5 E/qkm)
-
Größe und Lage:
-
39.56.49N und 008.56.27E = Zentrum Sardiniens
-
zweitgrößte Insel Italiens (nach Sizilien)
-
23813/23818 qkm ohne Nebeninseln, 24089/24090/25000 qkm mit Nebeninseln
(277qkm) (als autonome Region)
-
Die Insel ist über 270/271 km lang und 140/143/145 km breit, im Mittel
110 km breit.
-
Sardinien liegt 185/190/200 km vom italienischen Festland und 175/180 km
vom afrikanischen Tunesien entfernt.
-
Das französische Korsika liegt 12 km nördlich der Insel in Sichtweite.
Dazwischen liegt die sog. "Straße von Bonifacio".
-
Einwohner: trotz anhaltender Abwanderung, leichte
Zunahme
-
1901: 0, 8 Mio
-
1931: 0, 98 Mio
-
1975: 1, 55 Mio
-
-
1981: 1, 6 Mio
-
1990: 1, 658 Mio
-
1993: 1,65 Mio
-
1999: über 1,6 Mio
-
jetzt: wird zwischen 1,5 und 1,7 Millionen angegeben ((1,629 oder 1,644
oder 1,6529 oder 1,652 oder 1,66 oder 1,662).
-
zur Zeit : ca. 68-69 Personen pro Quadratmeter
-
=> Seit über 20 Jahren relativ konstante Einwohnerzahlen
-
Bevölkerung:
-
Die ländliche Bevölkerung lebt v.a. in den geschlossenen Siedlungen
der unteren Gebirgsstufe.
-
Die einst versumpften und wegen Malariagefahr gemiedenen Küstenebenen
wurden seit der Bekämpfung der Malaria (1946-50) im Zuge der Binnenkolonisation
und Bodenreform auch mit Einzelhöfen durchsiedelt.
-
Heute ist das hohe Alter der Einwohner Sardiniens auffällig, dessen
Ursachen noch erforscht werden.
-
Der größte Teil der Bevölkerung lebt in den wenigen Städten
-
Je nach Rechnung lebt fast ein Siebtel bzw. ein Drittel der Bevölkerung
lebt allein in Cagliari bzw. im Großraum Cagliari:
-
1993: 234000 Einwohner
-
jetzt: 220000-(232000)-250000, 400000-600000 in der Metropole (mit Quartu
St. Elena etc.)
-
Die anderen Städte:
-
Sassari: ca. 120000-125000;
-
Alghero: ca. 37000-40000
-
Nuoro: ca. 36000-37500;
-
Carbonia: ca. 33000;
-
Olbia: ca. 31000-35000;
-
Iglesias: ca. 30000;
-
Oristano: ca. 29000-32000 Bewohner.
-
Das sind zusammen ca. 316000-332500 Einwohner.
-
Auf dem dörflichen Land leben also insgesamt nur etwas mehr als eine
halbe Million Einwohner, also nur rund 25 Einwohner pro qkm. Einzelgehöfte
und Streusiedlungen sind dabei zudem die Ausnahme, so dass es nahezu unbesiedelte
Landstriche gibt, in denen wirklich nur vereinzelt einige Hirten anzutreffen
sind.
-
Sprache:
-
Rund 1,4 Millionen im mittleren und südlichen Teil Sardiniens sprechen
die romanische Sprache Sardisch, vor allem in den drei großen
Dialekten:
-
galluresisch bzw. sassaresisch im Norden,
-
logudresisch im Zentrum,
-
campidanesisch im Süden.
-
Sardisch weist besonders altertümliche Züge (in allen Bereichen
der Grammatik) auf und steht von allen romanischen Sprachen dem Lateinischem
am nächsten
-
lat. (k) und (g) vor hellen Vokalen sind als Verschlußlaute geblieben;
-
auslautendes -s und -t sind erhalten;
-
kurzes i und u fallen nicht mit langem e und o zusammen wie im späteren
Vulgärlatein;
-
erhalten bleiben cl-, pl-, gl-, fl-;
-
eigenständig ist die Entwicklung von qu zu p, gu zu b.;
-
in der Flexion bewahrt das Sardische den lateinischen Konjunktiv Imperfekt;
-
der Wortschatz bewahrt sonst untergegange lat. Wörter (onus `Last´)
und Wörter aus der Sprache der Urbevölkerung (orgosa `feuchter
Grund), die z.T. auch in Ortsnamen wiederkehren, z.B. Orgosolo).
-
Aufgrund der polit. Geschichte Sardiniens, die unmittelbaren Einfluß
auf Struktur und Bildungsstand der Bevölkerung hatte, hat das Sardische
bisher keine einheitliche Schriftsprache hervorgebracht.
-
Es hat deshalb auch keine eigene Literatur hervorgebracht; es gibt
nur mündlich überlieferte Volksmärchen.
-
Die älteste sardische Urkunde entstand um 1070/1080.
-
Außerdem werden Katlanisch in Alghero (rd. 15000) und im NO
zwei dem Korsischen ähnliche Mundarten gesprochen.
-
Vor allem die ältere Bevölkerung spricht auch im Alltag noch
die alten Sprachen. Die Jugend dagegen spricht im Alltag fast nur noch
Italienisch. Allerdings lernen die Kinder es in der Schule.
-
Shard'na ist der antike Na- me für die Einwohner Sardiniens.
-
Traditionen:
-
Auch viele andere kulturelle Traditionen der über vier Jahrtausende
währenden sardischen Geschichte, die von aufgrund der zentralen Lage
der Insel im Mittelmeer von vielen Besatzungen gekennzeichnet ist, gehen
allmählich verloren.
-
Die Heimat- und Trachtenpflege wurde erst in den siebziger Jahren unter
touristischen Aspekten eingeführt und trägt deshalb noch kaum
zur Bewahrung einer kulturellen Identität bei.
-
Dennoch gilt die "Folklore" mit ihren farbenfrohen Veranstaltungen als
einer der großen Erbschätze Sardiniens.
-
Sardinien hat rund 400 verschiedene Trachten und rund 1500 religiöse
oder profane Volksfeste
-
Landesnatur/Geologie:
-
Durchschnittliche Höhe 334 m, aufgeteilt in:
-
13,6 % Ebenen
-
68 % Hügelland
-
18,4 % Gebirge.
-
Die Insel liegt am Westrand des Tyrrenischen Meers
-
Sie ist Teil der `korsardinischen´, tyrrhenischen Masse und bildet
den Rest des tyrrhenischen Festlandes (durch plattentekton. Bewegungen
verdriftete und gedrehte kontinentale Scholle).
-
Die Insel besteht vorwiegend aus Bergland.
-
Die höchste Erhebung: 1834 m Punta la Marmora im Gennargentu-Massiv,
auch folgende Berge des Massivs sind noch über 1500 m hoch: Dorn Bruncu
(1829 m.), Punta Paulinu (1792 m.), Gebirge von Iscudu (m. 1599), M. Arbu
(1568 m.), Gebirge Klinge (1595 m.), Monte Terralba (m. 1552).
-
Es folgen schließlich andernorts mit 1463 m der Supramonte bei Nuoro
und mit 1359 m der Monte Limbara in der Gallura.
-
Das Bergland ist aufgebaut aus Graniten, Gneisen und Glimmerschiefer, die
in einem von NW nach SO ziehenden Streifen von miozänen Meeresablagerungen,
teilweise (v.a. im Westen) mit jungtertiären und quartären vulkan.
Gesteinen ("Lavadecken") überdeckt sind.
-
NW: Kalktafelland von Nuoro.
-
SW: Der Campidanograben (15-20 km breit und 100 km lang) trennt den Hauptteil
der Insel von dem bergbaulich wichtigen (erzreich) Iglesientebergland.
-
SW: vorgelagerte Inseln:
-
NO: Landschaft Gallura, bestimmt von Granitbergland ("Grantitkuppeln"),
Hochflächen und Riaküste
-
NO: vorgelagerte Insel:
-
O: Hochflächen, das weite Gennargentumassiv (1834 m ü.M.), Jurakalktafelberge,
tiefe Zertalungen und Steilküste herrschen vor.
-
Gewässer:
-
Etwa 10 % der gesamten Landesfläche sind Lagunen, Strandseen und Sumpfgebiete.
-
Die längsten Flüsse sind der bei Oristano an der Westküste
liegende Tirso mit 150/159 km, der Coghinas (123 km) und der an der südlichen
Ostküste mündenden Flumendosa (122 km)
-
Der Lago Baratz ist der einzige natürliche See Sardiniens.
-
Dafür gibt es aber etwa 80 kleinere, brackige Strandseen (stagni).
-
Größter der zahlreichen Stauseen ist der in den Jahren 1918
bis 1924 geschaffene Lago Omodeo am Mittellauf des Tirso (bis zu 21 qkm
Wasseroberfläche).
-
Die Küste
-
Die Küstenlinie beträgt 1843/1849/1850 km.
-
Die Küste ist stark gegliedert, im schnellen Wechsel als steile Kliff-
oder flache Ausgleichsküste ausgebildet;
-
dahinter liegen häufig kleine, lagunenreiche und meist versumpfte
Ebenen, deren Urbarmachung noch nicht abgeschlossen ist.
-
Die Sardische (Faltungs-)Phase ist in der Geologie die nach Sardinien benannte
Gebirgsfaltung am Ende des Kambriums (kaledonische Faltungsära an
der Wende Kambrium/Ordovizium).
-
Sardinien ist heute weitgehend entwaldet und nur von Macchie überzogen.
-
Klima:
-
Typisches Winterregenklima, d.h.
-
trockene Sommer,
-
S-Küste: bes. warmes Klima
-
durch milderen Einfluß des Meeres aber nicht zu heißes Klima.
-
Wirtschaft:
-
Die Wirtschaft erfuhr zwar u.a. durch die Bodenreform, den sehr wichtigen
Talsperrenbau (Omodeo- und Coghinasstausee sind die größten
Italiens), durch Industrieansiedelung, v.a. Erdölraffinerien und petrochem.
Industrie (Cagliari, Sulcis, Porto Torres, Sarroch/Porto Foxi), Papier-
(Arbatax) und Kunstfaserproduktion (Ottana), kräftige Impulse.
-
Daneben finden sich in den Städten die wichtigsten weiteren Industrien
(Textil-, Nahrungsmittel-, metall-, holzverarbeitende), große Salinen
und Werften.
-
Allerdings hat der Bergbau (insb. in Iglesiente und Sulcis), v.a. auf Zink
und Blei (60% der italienischen Produktion), Braunkohle und Antimonerz
(bei Carbonia), erheblich an Bedeutung verloren, obwohl Sardinien reich
an Bodenschätzen ist (Mangan, Antimon, Magnesium (aus dem Meer), u.
Baryt). Der seit 1938 betriebene Steinkohlenabbau bei Carbonia wurde 1971
eingestellt.
-
Mit der Anlage von großen, in den zentralen Gebirgslandschaften liegenden
Stauseen und Kraftwerken wird sowohl eine intensivere agrar. Nutzung als
auch die weitere Ansieldung von Industriebetrieben angestrebt, um die andauernde
Bevölkerungsabwanderung zum Festland einzuschränken.
-
Auch der Ausbau der Verkehrsverbindungen auf der Insel und zum Festland
geht voran, eines der wirtschaftlichen Probleme bleibt aber die Abhängigkeit
von den Fährverbindungen zum italienischen Festland.
-
Dennoch liegt das wirtschaftliche Hauptproblem der Insel darin, dass sich
die Industrie bis heute fast ausschließlich auf die Rohstoffgewinnung
und die nicht selten umweltschädigende Erstverarbeitung richtet. Dagegen
gibt es noch kaum Arbeitsplätze im Bereich der Verarbeitung und Veredelung
oder gar der Zukunftstechnologie.
-
Mehr als 60 % des Bruttosozialproduktes erwirtschaftet mittlerweile das
Dienstleistungsgewerbe.
-
Es gibt ca. 2000 Kleinbetriebe mit 50.000 Beschäftigten. Großbetriebe
gibt es nur wenige.
-
Entsprechend herrscht auf der Insel mit knapp 20 % eine extrem hohe Arbeitslosigkeit.
Die Jugendarbeitslosigkeit außerhalb der Tourismus-Saison steigt
in manchen Regionen auf über 50%.
-
Zudem liegen die Löhne 10-25% unter denen des Festlandes.
-
Deshalb wandern auch heute noch viele Menschen, vor allem Jugendliche,
von der Insel weg, um auf dem Festland oder im Ausland Arbeit zu finden.
Früher kamen viele Sarden auch als Gastarbeiter nach Deutschland,
weshalb noch viele von ihnen Deutsch können.
-
Landwirtschaft:
-
N: überwiegt aufgrund der nährstoffreichen Böden und des
nicht zu heißen Klimas der Anbau von Mischkulturen, v.a. von Getreide
und Fruchtbäumen.
-
NO: In den Granithügel- und Bergländern überwiegen Weideland
und ausgedehnte Korkeichenwälder (liefern den Hauptanteil der italienischen
Korkproduktion).
-
Auf den in jüngster Zeit trockengelegten, früher malariaverseuchten,
heute bewässerten Flächen einiger Küstenebenen und im Campidano
wird Gemüsebau (Tomaten, Artischocken, Gurken, Hartweizen, Reis, Wein,
Oliven und Apfelsinen) betrieben.
-
Die weitgehend entwaldeten höchsten Gebirgsteile (z.T. Wiederaufforstungen
v.a. mit Kiefern) dienen als Sommerweiden für die Schaf- und Ziegenhaltung,
die vor allem in der Form der Wanderweidewirtschaft auftreten..
-
Sardinien hat die höchsten Anteile der italienischen Viehwirtschaft
an Schafen (34%) und Ziegen (24%). Woll- und Käseproduktion.
Es gibt an die 30.000 Hirten mit 3 Millionen Schafe und je
300.000 Rinder, Schweine und Ziegen.
-
Die Fischerei (kaum durch Einheimische) liefert v.a. Makrelen, Langusten
und Thunfisch. Cagliari hat große Meersalzsalinen.
-
Sardinische Weine: meist einfache, trockene, sehr alkoholreiche Tischweine
aus der weißen Vernaccia-Traube; daneben einige ausgezeichnete Dessertweine
(u.a. `Moscato di Cagliari´).
-
Die landwirtschaftlichen Produkte wie Fisch, Obst und Gemüse, Wein
und Käse sind fast ausschließlich für den Export bestimmt,
so daß die Lebenshaltungskosten auf Sardinien selbst entsprechend
hoch sind.
-
Tourismus:
-
Autofähren und Fluglinien verbinden die Insel mit dem Festland.
-
Zu den alten Touristenzentren wie Alghero kamen
-
im NO: die Zentren der Costa Smeralda mit Porto Cervo
-
im NW: die Zentren der Nurra mit Porto Conte
-
im N: die Zentren der Costa Paradiso mit Portobello
-
im S: die Zentren an der Costa del Sud bei Teulada.
-
Die Haupttouristenzentren Costa Smeralda, Costa Paradisa, Portobello, Costa
del Sud und Costa Rei sind fest in der Hand von "Festlanditalienern" und
ausländischen Investoren wie dem Araber Aga Khan.
-
Das Binnenland ist durch moderne Straßen erschlossen.
-
Kulinarisches:
-
Liköre und Spirituosen:
-
Myrto, ein sehr leckerer Likör aus der Myrthe; sehr aromatisch; weiß
wenn aus Blättern gemacht und rot aus Beeren.
-
Filu Ferru, übersetzt "Eisendraht", ein Grappa, den die Bauern früher
schwarz gebrannt und im Garten vergraben haben, damit die "Guardia di Finanza"
nicht finden konnte. Damit die Bauern ihre Schätze selber wiederfinden
konnten, haben sie hauchdünne Eisendrähte an den Flaschenhals
gebunden, die aus dem Boden ragten. Interessante Sorten sind mit Fenchel
oder anderen Kräutern verfeinert.
-
Weine:
-
Cannonau, sehr trockener, starker (bis 15 Umdrehungen) Rotwein, der aber
Gott sei Dank keine Kopfschmerzen macht, da sardische Weine sehr rein sind.
-
Vermentino - ein Weißwein aus der Gallura,
-
Vernaccia - ein weißer Likörwein,
-
Monica di Sardegna - rot oder
-
Nuraghe di Calgiari.
-
Käse:
-
Schafskäse (Pecorino) in allen Variationen, ob superreif (piccante,
stagionato), frischer (dolce) oder als Schafsquark ! (Ricotta). Nur was
für echte "Genießer": Pecorino mit Käsemaden (wird wirklich
so angeboten)
-
Peretta, kleine tropfenförmige Käse die aus Kuhmilch hergestellt
werden und mild schmecken. Gibt es auch geräuchert
-
Brot:
-
Pane Carasau, papierdünnes getrocknetes Fladenbrot und Spianata, dünnes,
weiches Fladenbrot das sich sogar füllen läßt. Ersteres
ist ein super Wanderproviant.
-
Wurst:
-
Salsiccia, luftgetrocknete Salami, mit Glück sogar vom Wildschwein
-
Gebratenes Pferdefleisch
-
Pasta:
-
Gnocchetti sardi, Pasta die vom Aussehen an Larven erinnert
-
Fleisch:
-
Porcetto, Spanferkel mit vielen Kräutern geröstet; im unverschämten
Glücksfall direkt im augeglühten Erdloch gegrillt
-
Fisch und Meeresfrüchte:
-
Bottarga, eine Art Kaviar vom Thunfisch oder Muggine, den man mit Pasta
oder als feine Scheibchen auf Weißbrot mit Butter essen kann
-
Spaghetti al Cartoccio, Meeresfrüchtspaghetti, die in Aluminiumfolie
gegart werden
-
Polpo (Krake)
-
Schnecken:
-
Landschnecken mit Kartoffeln
-
Wasser: Muß man nicht unbedingt im Laden kaufen, außerhalb
der Ebenen gibt es in den Bergen jede Menge gefaßte Quellen, aus
denen
oft bestes Mineralwasser sprudelt. Sehr gutes Wasser gibt es in der
Umgebung von Villanova und von Tempio Pausiana (Monte
Limbara)
-
Geschichte - siehe eigene Datei
-
Zusammenfassung:
-
Angesichts der Geschichte Sardiniens, die von einer unablässigen Folge
von Fremdherrschaften und Kolonialisierungen gekennzeichnet ist, empfinden
die einheimischen Sarden bis heute nach einem alten sardischen Sprichwort:
"Wer übers Meer kommt, will uns bestehlen." Sie sind deshalb
auch sehr skeptisch gegenüber den angeblichen "Segnungen" des Massentourismus
und die Halbherzigkeit der Autonomiegewährung.
-
Sardinien ist zwar formell eine autonome Region, was aber weder wirtschaftlich
noch politisch oder kulturell Verbesserungen für die Sarden gebracht
hat. Für viele Sarden hat deshalb der Freistaat Bayern eine Art Vorbildfunktion,
wenn sie auch wissen, daß im deutschen Föderalismus bei weitem
nicht mehr alles in Ordnung ist.
Unbekannter Sarrabus
Folgende Ausführungen sind der Extrakt aus mehreren touristischen,
geologischen und kulturellen Führern. Ich bitte um Nachsicht, wenn
ich die jeweiligen Quellen selbst bei fast wörtlicher Übernahme
nicht immer angegeben habe.
Quelle:
http://www.sardinien.com/rundreisen/sarrabus_costarei/images/gif/map_sarrabus.gif
Sarcapos - Saeprus - Sarrabus
-
Zwischen den römischen Orten Tertenia (Porticenses) und S. Gregorio
(Ferraria) in der Nähe der Flußmündung des Flusses Flumendosa
befand sich laut der Wegbeschreibung "Itinerarium Antonini" aus dem
3. Jahrhundert vor Christus die phönizische Ort "Sarcapos"
(römisch: "Saeprus"), der im römischen Wegenetz als Handelszentrum
eine so große Bedeutung hatte, daß von ihm heute noch mit ziemlicher
Sicherheit die ganze heutige Region "Sarrabus" ihren Namen hat.
-
Diese antike Siedlung wird heute in der Regel mit dem Ort Villaputzu
identifiziert.
-
Bis heute ist der Mittelpunkt des Gebietes "Sarrabus" der prägende
Flumendosa-Fluß,
der an seiner Mündung eine fruchtbare Ebene angeschwemmt hat. Die
grüne Stahlbrücke über den Fluß zwischen Villaputzu
und Muravera führt im Frühjahr über Wasser, im Herbst dagegen
ist alles knochentrocken.
-
Das Flumendosa-Delta war bis 1949 eine der übelsten Malaria-Regionen
der Insel. Drainage zur Entwässerung der Sumpfgebiete und Einsatz
von Chemikalien schafften Abhilfe. Erst durch die Anlage von zwei Stauseen
in den fünfziger Jahren des 20. Jh. konnte auch die Überschwemmungsgefahr
durch den einst heftigen, zerstörerischen Fluß gebändigt
werden, und die Einheimischen konnten sich intensiver Landwirtschaft widmen.
-
Zur Zucht von Zitrusfrüchten ist in jüngster Zeit auch der Tourismus
gekommen, der die flachen breiten Sandstrände um Muravera entdeckt
hat.
Seit 13. Jahrhundert: Sarrabus als Region
-
Im sardischen "Judikat Cagliari" bzw. im pisanischen "Königreich Sardinien
und Korsika" wurde noch ein mit den Orten Villaputzu, Muravera und San
Vito und ihrem unmittelbaren Umland zu bezeichnendes Gebiet (Curatoria)
als "Sarrabus" bezeichnet.
-
Heute zählen, auch auf Grund der neuen Gemeindeanordnung, die damals
angrenzenden Gebiete "Quirra" im Norden und "Colostrai" im Süden zum
Gebiet des "Sarrabus".
-
Der größte Teil des Gebietes "Quirra" gehört heute nämlich
zur Gemeinde von Villaputzu.
-
Das Gebiet "Colostrai" wurde zunächst den Gemeinden von Muravera und
San Vito zugeteilt. 1985 wurde von diesen beiden Gemeinden die eigenständige
Gemeinde von Castiada ausgegliedert.
-
Damit sind auch im Wesentlichen die heutigen Hauptorte des Sarrabus bezeichnet:
-
Villaputzu,
-
Muravera,
-
San Vito
-
Castiada.
-
Dazu kommen nur noch die kleineren Ortschaften:
-
San Priamo (San Vito)
-
Quirra (Villaputzu)
-
Porto Corallo (Villaputzu)
Umgebung
-
Umgeben wird das heutige Gebiet "Sarrabus" von drei weiteren, seit altersher
bestehenden Gebieten:
-
"Ogliastra",
-
"Gerrei"
-
"Campidano di Cagliari".
-
So liegt es in einem klar umrissenen Teil im Südosten Sardiniens.
Dennoch wird es in den gängigen Landkarten sehr unterschiedlich angesiedelt.
-
Historisch eindeutig ist jedoch, daß Villasimius im Süden, Tertenia
im Norden und Villasalto, Burcei, dem einzigen Ort des Berglandes, und
S. Gregorio im Westen nicht mehr dazu gehören.
-
Es wird klar begrenzt:
-
im Norden: vom Gebirgszug "Salto di Quirra" (bis zu 674 m.ü.d.M.)
verlängert bis zum "Torre Murtas"
-
im Osten: durch die "Cala di Murtas", den "Porto Corallo", die "Spiaggia",
den "Porto Silixi" und den "Porto Pirastu", die gesamte "Costa Rei" entlang
bis zur "Cala di Sinzias" und "Cala Pira"
-
im Süden: durch den "Monte Macioni" (336 m.ü.d.M.) und den "Monte
Minniminni" (732 m.ü.d.M.)
-
im Westen: durch dem Gebirgszug "Sette Fratelli" (bis zu 1023 m.ü.d.M.)
über den "Genn´ Argiolas" (775 m.ü.d.M.) zum "Monte Parredis"
(630 m.ü.d.M.) und "Monte Cardiga" (676 m.ü.d.M.) wieder zum
"Salto di Quirra".
Erreichbarkeit
-
Es gibt im Prinzip vier Möglichkeiten das Gebiet "Sarrabus" zu erreichen:
-
1. Man fährt von Cagliari aus die etwas kurvige SS 125 hinauf
nach S. Gregorio, vorbei an den kürzlich als Naturpark ausgewiesenen
"Sieben Brüdern" (Sette Fratelli) und dann den von zahllosen Granitbergen
umgebenen Rio Cannas entlang hinein in das Tal des Rio Ollastu, das im
unteren Abschnitt bereits zum Gebiet "Sarrabus" gehört.
-
Der Staatsforst "Sette Fratelli" und "Foresta di Castiadas" um den Monte
Minniminni steht als eines der wichtigsten faunistischen Schutzgebiete
der Insel unter Schutz, da sich hier einmalige und wunderschöne Waldflächen
mit beispielsweise Baumheide und Erdbeerbäumen, Kork- und Steineichen,
Kreuzdorn und Myrte befinden. Bislang stehen bereits 1800 ha Wald unter
strenger Kontrolle der Forstbehörden, bald sollen fast 6000 ha zum
Naturschutzgebiet erklärt werden. Zwischen den Bäumen ragen hier
und da Granitgipfel aus dem Grün. Den Namen Monte Sette Fratelli -
Berg der sieben Brüder - erhielt das Gebiet durch ebendiese Gipfel.
Sieben
ragen im höchsten Teil des Gebirgszuges bis zu 1203 m weit über
die Vegetation hinaus. Da eine Spitze wie eine Glocke aussieht, hat sie
den Namen "Sa Campana de Su Dinai" erhalten. Seit einiger Zeit versucht
man hier wieder den sardischen bzw. korsischen Hirsch einzugliedern. Mit
etwas Glück sieht man Gänsegeier, Geier, Steinadler, Wildkatzen,
Marder und die Spuren von Wildschweinrotten. Nach 6 km Fahrweg auf 600
m Höhe sind es ca. 2 bis 2,5 Stunden Wanderung auf den Gipfel Punta
Sa Ceraxa.
-
2. Man nimmt den Weg von Cagliari über den Golfo di Carbonara
auf einer nicht minder kurvigen, immer einige Meter über der Küste
entlanggezogenen Straße, was bei schönem Wetter wegen der in
allen Farben Blau schillernden Korallenriffe und der in allen Farben Weiß
gehaltenen Sandstrände eine Sehenswürdigkeit sonders gleichen
bedeutet. Man gelangt auf diesem Weg nach Villasimius und von dort aus
gelangt man sehr bald zum "Monte Macioni" bzw. der "Cala die Pira" und
damit in das Gebiet "Sarrabus". Bei San Priamo kommt man wieder in die
SS 125.
-
3. Aus dem Norden führt die SS 125 über Tortoli (ein Abstecher
nach Arbatax zu den "roten Felsen" aus Porphyr lohnt sich allemal), Barisardo,
vorbei an Jerzu (auch hier wäre ein Ausflug zu der "Grotta Su Marmuri"
bei Ulassai angebracht, die 850 m! lang mit ihren zahlreichen Sälen
besichtigt werden kann) und über Tertenia in die kleine Ortschaft
Quirra führt, die als Eingangstor in das Gebiet "Sarrabus" betrachtet
werden kann.
-
4. Der vierte mittlerweile gut ausgebaute Weg führt aus der
Barbagia heraus, über Escalaplano, Ballao (von dort aus wird ein Ausflug
zum Pranu Muteddu empfohlen) auf der SS 387 durch den Gerrei, vorbei an
Armungia (einem schön um einen Nuraghen gelegenen Bergdorf, in dem
der berühmte sardische Politiker und Schriftsteller Emilio Lussu geboren
wurde und in dem sich von daher ein volkskundliches und ihrem berühmtesten
Sohn gewidmetes Museum befindet) zum "Nuraghe Corrulia" bei Villasalto.
Kurz nach diesem Nuraghen beginnt das Gebiet "Sarrabus". Über San
Vito kommt man wieder zur SS 125.
Die Ortschaften des Sarrabus im Einzelnen:
-
Auf dem ersten Weg kommt ziemlich exakt 50 km von Cagliari entfernt der
Nuraghe S´Oro oder Asoru, der wiederaufgebaut, den einzigen natürlichen
und daher sehr alten Verkehrsweg vom südlichen Campidano zur Ostküste
und dem Gebiet "Sarrabus" bewacht. Nach weiteren drei Kilometern kommt
die Ortschaft
-
San Priamo.
Dieses kleine Örtchen im Hinterland der Costa Rei wirkt aufgrund
kleiner völlig gleicher Häuschen um eine als Blickfang gestaltete
rotgestrichene, modernere Kirche herum mit riesigen Palmen dazwischen etwas
seltsam. Hinter einer Tankstelle gibt es das Hotel "Elisabeth" (**) mit
Ristorante. Die bereits fertig gebaute Jugendherberge am Ortsrand unterhalb
einer alten Klosteranlage ist noch nicht in Betrieb. Die Ortschaft gehört
zur Gemeinde San Vito, zur der aber nur über die SS 125 und durch
das Gemeindegebiet von Muravera eine normal befahrbare Straße führt.
-
San Vito
(St. Vitus) liegt im Flumendosa-Tal und daher nur 15 m ü.d.M.
und 70 km von Cagliari entfernt, hat etwa 4100 Einwohner auf einem Gebiet
von 231,55 Quadratkilometern. Der Ort lebt im wesentlichen vom Kork- und
Holzhandwerk. Für Touristen werden mitunter volkskundliche Veranstaltungen
angeboten.
Auf dem Gemeindeterritorium liegen folgende Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten:
Arco dell´Angelo, Valle del Riu S´Ollastu, Monte sa Castangia,
Monte Lora (594 m.), Monte Acutzu Sinnesu, Bruncu Sparau, Gutturu is Follas,
Arcu Mannu, Punta Perda Altare, Valle del Flumendosa, Bacu Murdegu, Cannas
de Bidda, Canale Figus, Is Inargius, Rocca Arricelli, Perd´Arba,
Niu Achilli, Rio S´Arenada, Su Mulloni, San Vincenzo, S´Arcu
S´Omini Mortu, Nuraghe Is Crocca.
Die zahlreichen zu San Vito gehörigen, mittlerweile fast alle
stillgelegten Bergwerke sind Ruinen der harten Arbeiterwelt Sardiniens,
die bis in die sechziger Jahre hinein für den Lebensunterhalt gesorgt
und danach in die Arbeitslosigkeit entlassen hatten: Miniera di Genna Flumini,
Miniera di Masaloni, Miniera di Giovanni Bonu, Miniera di Monte Narba (Silber),
Miniera di Nicola Secci, Miniera di S´Arcilloni, Miniera die Tacconis,
Miniera di Peddiattu, Miniera di su Leonargiu.
-
Über den zweiten Weg kommt man über die Gemeinde von Castiadas
in das Gebiet "Sarrabus". Die Ortschaft
-
Castiadas
liegt 167 m.ü.d.M., 53 km von Cagliari entfernt und hat etwas
über 1200 Einwohner auf einer Fläche von 102,70 Quadratkilometern.
Sie ist erst 1985 zur eigenständigen Gemeinde geworden. Auf italienisch
übersetzt heißt der Ortsname "le vedette". Zur Gemeinde von
Castiadas gehören auch noch die kleineren Ortschaften von (Olia)Speciosa,
Camisa, Annunziata und Cala della Marina. Im 19. Jahrhundert war in diesem
Gebiet ein großes Straflager eingerichtet. Von dieser Zeit zeugt
noch das große Gebäude der "Colonia Penale di Castiadas" mit
interessanter Architektur. Das Gebäude diente bis in die 50er Jahre
als Gefängnis. Die Gegend ist bekannt für seine typischen Weine.
Folgende Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten weist die Gemeinde
von Castiadas auf. I Rilievi costieri, Spiagga di Costa Rei, die landschaftlich
interessanten Küstengebiete Cala Sinzias e Cala Pira (dort befindet
sich auch ein K¨stenwachturm), Stagno di Santa Giusta, Monte Minniminni
(732 m.), Dinitorni, Nuraghe Sa Fraigada, Sa Domu´e S´Orku,
Nuraghe Figu Niedda (eine runde Megalithkonstruktion in dem gleichnamigen
Tal).
-
Auf der SS 125 liegen die Gemeinde-Orte Villaputzu und Muravera:
-
Villaputzu
liegt 11 m.ü.d.M. und 69 km von Cagliari entfernt, hat über
5100 Einwohner auf einer Fläche von 181,28 qkm. Zu ihm gehören
die kleineren Orte Quirra und Porto Corallo. Der Name kommt von "Da bidda´e
putzu" (= paese del pozzo sacro?) und wurde im Mittelalter zu "Villa Pupia"
oder "Villa Pupassi". Auch in Villaputzu ist das Kork- und Holzhandwerk
zuhause. Auch hier werden volkskundliche Veranstaltungen angeboten. Im
Mittelalter stand es unter der Führung des cagliaritanischen Königs
und 1258 zum Gebiet der Visconti, später der Stadt Pisa. Die Pfarrkirche
S. Giorgo (St. Georg) ist in der gotisch-katalanischen Form erbaut. Das
Hotel Seralapis (*-**) liegt gleich neben der Kirche. Die Pizzeria/Rist.
"Garten" wird empfohlen, deren Besitzer Luigi Porcu, 20 Jahre lang in Deutschland
gerarbeitet hat und vor einigen Jahren mit seiner Familie nach Sardinien
zurückgekehrt ist. Sie sprechen alle sehr gut deutsch. Es gibt eine
Touris Info an der Piazza Marconi und ein Car rent bei Congiu, Via Umberto
41.
Eine sechs Kilometer lange Stichstraße Richtung Osten führt
von Villaputzu nach
-
Porto Corallo:
Auf einer Anhöhe ist die Ruine des Castello di Gib(b)as zu erkennen.
Die kleine Festung wurde zusammen mit dem Turm von Porto Corallo erbaut,
um das Land gegen Sarazeneneinfälle zu schützen. In der Nähe
befindet sich die Bucht Porto Corallo. Sie ist nach den Korallen benannt,
nach denen hier im 16. und 17. Jh. getaucht wurde. Am Strand fällt
der massive spanische Turm auf, mit dessen Hilfe sich die Bürger von
Villaputzu unter Führung der Spanier gegen den letzten Überfall
der Nordafrikaner und Sarazener im Jahre 1812 verteidigten. Porto Corallo
hat lange Sandstrände, einige Buchten, einen Campingplatz, der von
einer Jugend-Cooperativa geführt wird und mittlerweile zwei Tennisplätze,
Boccia- und Reitmöglichkeiten ein Restaurant, einen Supermarkt und
kleine runde Schilfhütten (Tukuls) sowie Holzhütten hat, die
man mieten kann. Es wurde ein neuer Hafen gebaut, der allmählich ganz
fertiggestellt wird, sowie eine orangefarbene Ferienhaussiedlung.
Cala Murtas ist der Name von Klippen und eines riesigen Standes aus
feinstem Quarzkies, dahinter Macchia und kleine Lagunen. Dieser wird von
Campern und Picknickern leider oft arg vermüllt. Auf den Bergen dahinter
und in der Bucht von Quirra ist das italienische Militär und die Nato
mit Sicherheitsgebieten ansässig, was durch die weithin sichtbaren
Radarschirme offensichtlich wird.).
-
Quirra
Die Burg Castello di Quirra liegt ca. 13 km nördlich von Villaputzu
im sogenannten Salto di Quirra, einem der am dünnsten besiedelten
Gebiete Sardiniens. Die Richter von Cagliari erbauten das Castello die
Quirra Anfang des 13. Jahrhunderts als Verteidigungsanlage, die als Grenzmarkierung
zwischen den Judikaten Cagliari und Gallura diente. Nach den Pisanern ging
sie wieder in den Besitz der Visconti über, nämlich an Nino Visconti.
Später gehörte sie den Carroz. Die heute verfallene Ruine erhebt
sich unweit des Weilers Quirra (12 m.ü.d.M.) auf einem steilen Kalksteinmassiv
(296 m.ü.d.M.) über dem schönen Tal des Flumini Dulci.
Unterhalb des Castello di Quirra liegt zwischen der SS 125 und einem
Wasserlauf die schöne Kirche San Nicola (13. Jh.), einer der auf Sardinien
äußerst seltenen spätromanischen Ziegelbauten wohl aus
der Hand toskanischer Baumeister. Die einschiffige Kirche mit halbrunder
Apsis ist mit Blendbögen des toskanischen Typs dekoriert. Man glaubt,
daß bis 1500 um die Kirche ein Ort lag, von dem es heute aber keine
Spur mehr gibt.
Im Gebiet um Quirra gibt es zahlreiche, noch nicht erschlossene Grotten:
Grotte di is angurtidorgius, Grotta i de predi scatili, Grotta di Buddidroxia,
Grotta die Castello di Quirra.
Außerdem gibt es in Villaputzu folgende Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten:
Su Franzesu, Monte Cardiga, Is Canneddas Tuvulu, Altopiano del Salto di
Quirra, Valle del Rio Capeddu Mannu, Cascate di is Paulatzus, Is Pirois,
Valle del Rio San Giorgio, Valle del Riu de Uluedu, Genna Arrela, Pizzu
Agus, Monte Cardiga, Bacu Lioni, Bruncu Crabilis, Buddidorgiu, Genna Flumini,
Monte Fittilgiu, Arcu Genna Arrela, Canale Figus, Su Spilloncargiu, Miniera
di Baccu Locci, Miniera di S´Acqua Arrubia
-
Muravera
liegt 11 m.ü.d.M. und 64 km von Cagliari entfernt, hat über
4300 Einwohner auf einer Fläche von 94,70 Quadratkilometern. Zur Gemeinde
gehört die kleine Siedlung um den Torre Salinas. Muravera kommt von
sardisch "mura" (=gelso) und "èra" (=vera, vero, non selvatico).
Auch in Muravera gibt es viel Kork- und Holzhandwerk. Muravera ist bekannt
für seine volksundlichen Veranstaltungen und gastronomischen Spezialitäten.
Bekannt ist auch das Teppichweberei-Handwerk im Ort, wo man auch günstiger
einkaufen kann als in den Touristenzentren.
In Muravera gibt es zwei Hotels "Corella" (**) und "Stella d´Oro"
(*) und die Pizzeria Sa forredda in weißem, spanisch gestyltem Haus,
außerdem eine Touristen-Information der AAST an der Piazza Europa.
In der gotisch-katalanischen Pfarrkirche S. Nicola di Barri wird eine
kostbare Skulptur von Scipione Aprile aus dem 17. Jahrhundert aufbewahrt.
Die Kirche ist ein typisches Zeugnis aus der Zeit der Gegenreformation.
Sie besteht aus nur einem Schiff mit Seitenkappellen und einem Kreuzgewölbe
aus spätgotischer Zeit und hat viel architektonische Elemente. Das
Schiff ist von drei Spitzbögen unerteilt, auf denen das Doppelwalmdach
liegt. Über der ersten Kappelle rechtes des Einganges erhebt sich
ein zinnengekrönter Glockenturm. Aus der Spätrenaissance (17.
Jh.) stammen einige Rundbogen. Die Fassade ist aus dem 17. Jh., während
das in der Kirche aufbewahrte Pfarrkreuz aus dem 16. Jahrhundert stammt.
Im Ortsinneren auch noch einige Häuser aus Lehmziegeln und Zitronenbäumen
in den Höfen, die aber immer häufiger verlasssen sind und verfallen.
Der Ort ist bekannt für seine Teppichweberei, bei der man günstig
einkaufen kann.
Es gibt in dieser Zone mehrere lithische Fundstätten. In Piscina
Rei befindet sich ein megalithischer Komplex (5000 v. Chr.) bestehend aus
22 Menhiren (Granitblöcke) in aufgestelltem Zustand, außerdem
die Überreste einer Siedlung aus der Zeit des römischen Kaiserreiches.
Der Nuraghe (´e) Scalas bezeichnet einen Megalithkomplex mit con
42 (43) Menhiren, die in den originalen Positionen wiederaufgestellt wurden.
Auch Sa (D)Omu ´e s´Orcu ein Nuragenkomplex, der die Funktion
einer Festung mit zwei Türmen und Mauer mit fünf seitlichen Türmen
hatte, ist sehenswert. In Perdas Fittas Cuili Piras bei Muravera schließlich
befindet sich ein vornuraghischer Megalithkomplex aus 53 gut erhaltenen
Menhiren. In Cuili Piras selbst (Nähe Costa Rei) gibt es weitere drei
Granitmonolithe, die etwa 1 m im Boden stecken und ebensoweit vom Boden
herausstehen. All diese Lithe beweisen das antike Leben, das sich in anderen
europäischen Ortschaften wiederfindet: in England, in Frankreich,
in Dänemark, in Irland und auf Malta. So schwer ihre Interpretation
ist, gehören diese Zeugnisse zu einem bestimmten Kulturbereich. Es
sind richtige megalithische Gräber, die nicht nur für die Toten
eines Volkes bestimmt waren, sondern oft auch für die Angehörigen
der selben Kulturgruppe. Man ist der Meinung, daß die Erklärung
religiöse Charakter habe: also keine Überreste einer megalithischen
Zivilisation, sondern einer megalithischen Religion. Eine Kultur also,
die wohl mindestens auf das dritte Jahrtausend v. Chr. zurückgeht,
aber bis in die nuraghische Zeit hineinreicht. Das könnte dazu führen,
den ausschließlich pastoralen und kriegerischen Charakter, der dem
Nuraghenvolk zugeschrieben wird, neu zu beurteilen. Es könnte sich
noch um eine Kultur handeln, die sich mit dem Studium der astronomischen
Probleme beschäftigte, zu dem der Menhir ein Lineal darstellte.
Das Haff Stagno und Spiagga di Colostrai liegt 10 km südlich von
Muravera (13 km südlich von Villaputzu), zwischen dem Weiler San Priamo
und der Küste. In der ebenen Landschaft bilden kleine Bäche verschieden
große Wasserflächen; die größte ist der Stagno di
Colostrai. Er trägt nicht nur in besonderer Weise zum Reiz der Umgebung
bei, sondern wird auch mit hervorragenden Erträgen als Fischteich
genutzt. Vor allem Meeräschen (muggine) laichen darin. Interessant
sind Fauna und Flora, vor allem die seltenen Zugvögel, u.a. Brachvögel,
Schnepfen, Regenpfeifer und Stelzenläufer und jede Menge Seevögel,
die dort ihre Nistplätze haben, darunter auch Flamingos, Kormorane
und unzählige Reiher.
In Capo Ferrato befinden sich tiefe, halbkreisrunde, kleine Sandbuchten
(Portu Pirastu), die von rotbraunen Granitklippen eingerahmt sind. Das
felsiges Vorgebirge vulkanische Ursprungs ist lohnend für Unterwassersportler.
Die schattige Pineta rund um die Bucht bei den Einheimischen beliebtes
Ziel, besonders für sonntägliche Picknicks. Der Camping-Platz
Capo Ferrato liegt in einem hügeligen Waldgelände mit Bungalows,
TEnnis, Surfen. Unbedingt oberhalb der Felsküste zu Fuß bis
zum noch in Betrieb befindlichen Leuchtturm auf dem Capo Ferrato, von dort
sehr weiter Blick über Costa Rei und die Lagunen von Colostrai und
Torre Salinas, lohnt besonders im Abendlicht, wenn sich die ruhigen Wasserflächen
der Stagni verfärben und die Sonne hinter den Bergzacken der Sette
Fratelli verschwindet.
Der Torre Salinas und der Torre Dieci Cavalli della "Puerta" wurden
im 17. Jahrhundert zum Schutz des Standes und der Ebene S. Giovanni vor
Sarazeneneinfällen gebaut.
Nach weiteren vier Kilometern auf der Hauptstraße führt
eine Stichpiste hinab zu einem kleinen Flecken zwischen mehreren großen
Lagunenseen, der Ruine eines Wachturms auf einem Felsen und dem Meer. Die
Lage ist ausgesprochen schön, zwei lange Sandstrände rechts und
links des Turms, ein wirklich angenehmer, weil kleiner und familiärer
Campingplatz mit freundlichen und hilfsbereiten deutschen Besitzern sowie
vielen deutschen Gästen, sauberste Sanitäranlagen mit warmen
Duschen gratis sowie Kinderklos und -waschbecken, Kinderspielplatz ohne
Rost, außerdem Waschmaschine, Gefriergerät für Kühlelemente,
Supermarkt, Grillplatz, Tennisplatz und schönem Restaurant; zwei Hotels
("Torre Salinas" (*) und "Colostrai" (***), Wandermöglichkeiten in
die nähere Umgebung und ein wenig Rummel sind zur Erholung für
Ruhesuchende bestens geeignet.
Der Campingplatz Quattro Mori ist riesiges, flaches Gelände unter
regelmäßig gepflanzten Eukalyptusbäumen und Mimosen, sehr
modern und gut angelegt, Sanitäranlagen sehr gut, Waschmaschinen vorhanden,
Ristorante, Bar, Supermarkt, große runde Rasenfläche mit überdachtem
Tanzparkett in der Mitte, Kinderspielplätze, Tennis, Reiten, Boccia,
Fußballplatz, Windsurfschule, Geldwechsel.
Auch auf dem Gemeindegebiet von Muravera befinden sich zahlreiche stillgelegte
Minen: Miniera di Santa Lucia, Miniera di Baccu Arrodas (Es bietet sich
eine Wanderung durch die Weinberge hinauf nach Baccu Arrodas (250 m) an;
bis zum Gipfel sind es von der Strada Bianca aus ca. fünf Kilometer),
Miniera die S´Arrexini
Weitere Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten: Stagno und Spiagga
di San Giovanni, Stagno und Spiagga di Furios, Spiagga di Portu S´Ilixi
e Cala sa Figu, Monte Arbu, Monte della Saline (48 m.), Bacu Senni, Su
Zippiri, Rio Molas, Arcu S´Omini Mortu, Santa Maria, Rio S´Arenda,
S. Giusta Monte Nai bei Muravera.
-
Weitere Informationen zum Sarrabus:
-
Die Isola Serpentara e Variglioni ist ein beliebtes Ausflugsziel für
Bootsrundfahrten zur Besichtigung der schönen Felsenbuchten und des
Turmes aus dem 17. Jahrhundert.
-
Feste: Im Sarrabus, vor allem in Villaputzu ist auch heute noch das populäre
Fest IS ANIMEDDAS üblich. Ansonsten gibt es ein bekanntes Erntedankfest
in Muravera und die großen Patronatsfeste der Pfarrkirchen.
-
Musik: Das Gebiet "Sarrabus" ist bis heute die eigentliche Heimat eines
der ältesten Instrumente des Mittelmeerraumes: die "Launedda", die
auch heute noch hauptsächlich in diesem Gebiet hergestellt und gespielt
wird.
-
Kirche: Kirchlich gehört das Gebiet "Sarrabus" zur Erzdiözese
Cagliari.
Sardinien und die Segnungen des Tourismus
Sardinien - Autonome Region ohne Autonomie: Reisen unter politischen Aspekten
am Beispiel Sarrabus
In den letzen Jahren kam die Existenz Sardiniens wohl nur fünf Mal
in das öffentliche Bewußtsein Deutschlands: Sardinien als NATO-Stützpunkt
für Bosnien-Einsätze, Sardinien als Ferieninsel des dort verunglückten
Schausspielers Götz George, Sardinien als Ort der dramatischen Bergungsaktion
bei einem Fährunfall 1996, Sardinien als teures Repräsentierobjekt
des Scheichs Aga Khan, Sardinien als Ort der Entführung von italienischen
Bankiers und Feriensiedlungsbesitzern. Hintergrundberichte gibt es zu Sardinien
dabei in der Regel keine. Funkstille herrscht, wenn es um die wirtschaftlichen,
politischen und kulturellen Problemen geht, selbst die gängigen Reiseführer
schweigen sich dazu meistens aus. Zum Thema Entführungen werden sogar
immer noch die alten Schauermärchen weiterverbreitet. Korsika - gefährlich
weil Bombenattentate der Separatisten, dennoch eine Reise wert; Sizilien
- gefährlich weil gewalttätige Mafia, dennoch eine Reise wert;
Sardinien - weder eine organisierte Mafia noch eine gewalttätige Separatistenbewegung,
die auch Ausländer ins Visier nehmen würde - nicht aufregend
genug? Keiner stellt die Frage mehr, warum es bei den Entführungen
vor allem Festland-Italiener trifft, Geschäftsleute, die sich am Tourismus
in den letzten Jahrzehnten eine goldene Nase verdient haben, während
die sardische Bevölkerung überwiegend nur die Brotsamen abbekommen
hat. Keiner fragt mehr danach, warum die "großzügige" wirtschaftliche
Förderung Sardiniens wiederum nicht den Sarden zugute kam, sie stattdessen
aber die Umweltbelastungen durch mittlerweile weitgehend zu Ruinen verkommenen
Raffinerien und Schwerindustrien abbekam? Wo dagegen ist die versprochene
zukunftsfähigen Industrie, wo die Unterstützung für die
sardische Landwirtschaft? Warum ist die Arbeitslosigkeit nachwievor eine
der höchsten in ganz Europa, vor allem die Jugendarbeitslosigkeit?
Warum müssen daher immer noch zahllose Jugendliche mangels Zukunftsperspektive
die Flucht von der Insel ergreifen? Warum hat Sardinien immer noch eines
der niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen Italiens? Warum müssen fast die
Hälfte der berufstätigen Sarden noch immer als Arbeitsemigranten
im Ausland arbeiten?
Der durchschnittliche Tourist kümmert sich um solche Fragen heute
nur wenig. Ihm reichen die "phöninzischen Opferplätze, römischen
Ruinen und byzantinischen Kirchen", die je nach Zählung etwa 3000
bis 7000 riesigen, kegelförmigen Steintürme der sardische Ureinwohner"
und die "Relikte aus der fast 400 Jahre dauernden spanischen Herrschaft."
Daß die Sarden sich auch heute noch unterdrückt fühlen
und zwar von den "Festland-Italienern", die ihnen Autonomie versprechen,
aber immer neue Abhängigkeiten bringen; daß sie von ihren eigenen
Politikern enttäuscht sind, die kaum in Rom angelangt mittels Korruption
die Autonomie-Bestrebungen verraten, interessiert im Urlaub wohl weniger.
Daß ihr potentieller "Vermieter", der Milliardär Karim Aga Khan,
die Sarden mit dem Verlassen der Insel erpreßte und - damit erfolgreich
- 360 Hektar bislang unberührter Natur bei Razza di Junctu mit 900
Ferienwohnungen, Villen, vier Hotels, Parkplätzen, Fußballfeldern
und einem neuen Hafen bebauen durfte, obwohl 1989 vom sardischen Regionalparlament
der touristische Ausbau der Küsten mit Privathäuser oder Feriensiedlungen
verboten worden ist, ist für viele wohl Schnee von gestern, zumal
sich Aga Khan dabei ja ohnehin kräftig verspekuliert hat. Politik
im Urlaub - eine Zumutung!?
Heute wird vor allem in Bayern viel geredet vom "Europa der Regionen".
Wenn dies nicht nur eine leere Phrase sein soll, dann heißt das aber
vor allem auch, daß zwischen den Regionen Solidarität oberstes
Gebot sein muß - und zwar nicht nur der Politiker, sondern vor allem
der Bürger. Wenn also schon ins Ausland, gar nach Sardinien, verreisen
und nicht in die eigene Heimat, dann soll es auch denen zu gute kommen,
die die kulturelle Identität dieser Region pflegen, die sie erst so
richtig attraktiv macht. Was würden wir in Bayern sagen, wenn über
die letzten Jahrzehnte hinweg zugereiste Ferienimmobilienmakler aus Hamburg,
Berlin oder Frankfurt oder gar aus Saudi-Arabien den Löwenanteil der
Tourismus-Einnahmen abkassiert hätten und uns lediglich als Staffage
für den Klischee-Urlaub in Bayern mißbraucht hätten. Genau
das passiert aber in Sardinien, seit es für den Tourismus entdeckt
worden ist. Die sardischen Kommunen verdienen aufgrund der Unfähigkeit
italienischer Steuerpolitik nicht einmal einen Bruchteil dessen am Tourismus,
was über Steuerbeteiligungen in die Haushaltskassen bayerische Kommunen
fließt, selbst dann noch nicht, wenn - wie geplant - die Gewerbesteuer
bei uns wegfällt.
Sie interessiert all das nicht, weil Ihnen Sardinien ohnehin zu teuer
ist? Sicherlich: Sardinien ist mit Flugzeug oder Schiff schwerer und vor
allem teurer zu erreichen. In der Hauptreisezeit kostet der Flug mindestens
700-900 Mark pro Person, die Fähre für zwei Personen mit normalem
PKW und einfachste Kabine 400.- bis 500 DM. Vor allem in der Hauptreisezeit
von Mitte Juli bis Ende August wird die Insel ein teures Pflaster für
die Urlauber. Die Preise für Essen, Übernachtung und sonstigen
Luxus steigen in dieser Zeit vor allem in den Touristen-Zentren um das
Doppelte bis Dreifache. Die deutschen Reiseveranstalter sind dennoch wenig
geneigt, die Sardinien-Interessenten etwas abseits von den großen
Touristen-Zentren wie denen an der Costa Smeralda zu führen. Oft stecken
sie in langfristigen Verträgen mit den Veranstaltern vor Ort, die
aufgrund des Touristenrückgangs ohnehin arg gebeutelt sind und deshalb
auf ihre Vorrechte pochen. Mittlerweile gelten La Caletta, Rena Maiore,
Costa Rei, Costa Verde, Marina Sorso, Cala Budoni, Marina Orosei, Cala
Luni, Baia Chia und La Berchida als "Die Top 10 der Strände" - zumindest
bei der Zeitschrift "Reise&Preise" (2/97), die Sardinien zum Trendziel
1997 erklärt hat. Sicher finden sich "an der 2.000 Kilometer langen
Küste noch ruhige Naturstrände und beschauliche Orte mit unverfälscht
sardischem Charme", doch finden die Touristen mangels Information auch
dorthin? Wird ihr Interesse in den Reiseführern dafür geweckt?
Nur selten - wie das Beispiel Sarrabus zeigen soll.
Der Abschnitt über den Sarrabus ist noch nicht fertig. Bitte haben
Sie Geduld und trösten sich mit den Aussführungen über den
unbekannte
Sarrabus.
Presseschau
Kaiser, Hella: Geheimnis hinter steilen Wänden: Sardinien/Den Sommer
verlängern auf der zweitgrößten Insel im Mittelmeer - Vom
Dolce vita an den Küsten in die rauhe Bergwelt der Hirten, in: Rheinischer
Merkur Nr. 40 vom 3.10.97 (Freizeit und Reise), S. 35f.: Olbia - Costa
Smeralda - Isla Maddalena (Giuseppe Garibaldi) - Stintino - Alghero - Barbagia
(Gavino Ledda: Padre Padrone) - Orgosolo - Oliena - Cala Gonone - Dorgali
- Kurz informiert über Auskunft, Anreise, Unterkunft, Reiselektüre,
Karte
Höh, Peter: Italiens wilde Insel, in: Reise & Preise 2/1997, S.
70-72: Sardinien als Trendziel des Sommers 1997: Bosa, Cabras, Barisardo,
Santa Maria Navarrese, Dorgali; Flug, Nebenkosten, Insel-Info, Die Top
10 der Strände, Karte
Schulz, Horst: Meistens grasen Schafe auf den Gleisen. Ankommen ist nicht
das Wichtigste - Mit der Schmalspurbahn durch Sardinien, in: FAZ vom Donnerstag,
22. Mai 1997, Nr. 116, S. R 6: Reisebeschreibung, Information und Karte
Hahn, Peter: Eine Kulisse für den Luxus. Die Costa Smeralda kann nicht
länger mehr nur von den Reichen leben, in: FAZ vom 11. Juli 1996,
Nr. 159, S. R 3: Bericht, Verbindungen, Veranstalter, Literatur
Heimerl, Bernd: Die Freiheit der Kampfpiloten über dem Meer. Mit dem
Neuburger Jagdgeschwader "Mölders" beim Auslandskommando auf Sardinien,
in: Donaukurier vom 1./2. Juni 1996, Sonntagsbeilage 22
N.N.: Brüchige Stellen. Rezension von Bruttel, R. Till: Haus und Weide.
Eine Ethnographie von Orgosolo, in: SZ 15./16. November 1994
Polaczek, Dietmar: Die Wände schreien. Die sardische Orgòsolo
und seine Murales, in: FAZ vom 19. November 1994, Nr. 269: illustrierter
Bericht
Palladino, Irmgard: Das wichtigste Werkzeug ist die Phantasie. Auf den
Spuren der Nuragher durch Sardinien, in: FAZ vom 29. September 1994, Nr.
227, S. R 3: Bericht, v.a. über Su Nuraxi bei Barùmini, Porto
Conte, Oruna, Paulilátino, Isili, Serri, Villanovaforru, Karte
David, Wolfgang: Der Prinz gibt die Hotelschlüssel ab - Luxustourismus
in Sardinien: Ein Imperium wankt. Karim Aga Khan steckt tief in den Schulden
und muß verkaufen. Banken übernehmen das Ruder, in: Rheinischer
Merkur vom 25. Juni 1993, Nr. 26: Bericht
Fischer, Heinz-Joachim: Sardinien ist zu arm und zu schön, um sich
selbst überlassen zu sein. Selbstbehauptung und Abhängigkeit,
in: FAZ im September 199?, S. ?: Bootstourismus, Costa Smeralda, Wirtschaft
auf Sardinien, Entführungen, sardischer Politiker Mario Melis, italienische
Soldaten als unerwünschte "Grenadiere von Sardinien"
Gross, Roland: Der Esel schaut den Soziologen an. August Sander in Sardinien:
Kühle und kostbare Bilder von einer Reise zu den Ursprüngen,
in: FAZ vom ?.199? , S. ?: Bericht über Foto-Ausstellung
Butta, Carmen: Schiessen ist leichter als Reden: Familienkrieg in der Barbagia,
in: FAZ-Beilage vom ?.199?, S. 38-50: "Reportage"
Zitate
Deledda, Grazia
-
über die stillen, menschenleeren Ebenen Zentralsardiniens: "Ein unsagbares
Schweigen vergrößerte noch den Zauber der Landschaft. Wenn ein
Stier brüllte oder die Hunde bellten, klang es wie ferne, urweltliche
Stimmen, die das Echo verwundert zurückwarf. Und ringsum lauschte
alles, erstaunt, daß es außer dem Säuseln der Blätter
im Wind noch andere Laute gab."
-
in "Marianna Sirca" über die blutigen Familienfehden in Orgosolo:
"Verwandte gegen Verwandte, Greise, die nur lebten, um sich zu rächen,
Frauen und Kinder, die hineingezogen waren in den Abgrund des Kampfes;
Mütter, die am Herdfeuer wachten, immer in Angst, nachts einen Schrei
zu vernehmen, der den Tod eines ihrer Söhne bedeutete ..."
-
Cagnetta, Franco
-
über den Supramonte: "Es gibt kaum eine Gebirgslandschaft, von der
eine so ungewöhnliche, düstere Faszination ausgeht. Lange, kahle
Felsrücken, zerschnitten von breiten, senkrechten Einbrüchen
voll wuchernden Gestrüpps, durchziehen das Gelände in horizontaler
Richtung, und hohe steile Wände schließen es wie ein versteinertes
Geheimnis, einen von der Natur geschaffenen urtümlichen Sarg."
-
Ferandez, Dominique
-
Der Franzose über den Sarden: "Der Sarde beugt sich nicht, er neigt
nicht gern den Kopf und verläßt sich nicht auf Serenaden und
Kratzfüße, um zu seinem Ziel zu gelangen."
Seitenanfang
Homepage:
Helmut Zenz
Verein
für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V.
Copyright © - Helmut
Zenz - 2002.