HELMUT ZENZ
Verein für bayrisch-sardischen Kulturaustausch Obing e.V.



Sardinien im Überblick

















Unbekannter Sarrabus

Folgende Ausführungen sind der Extrakt aus mehreren touristischen, geologischen und kulturellen Führern. Ich bitte um Nachsicht, wenn ich die jeweiligen Quellen selbst bei fast wörtlicher Übernahme nicht immer angegeben habe.


Quelle: http://www.sardinien.com/rundreisen/sarrabus_costarei/images/gif/map_sarrabus.gif

Sarcapos - Saeprus - Sarrabus



Seit 13. Jahrhundert: Sarrabus als Region

Umgebung

Erreichbarkeit

Die Ortschaften des Sarrabus im Einzelnen:

Sardinien und die Segnungen des Tourismus

Sardinien - Autonome Region ohne Autonomie: Reisen unter politischen Aspekten am Beispiel Sarrabus

In den letzen Jahren kam die Existenz Sardiniens wohl nur fünf Mal in das öffentliche Bewußtsein Deutschlands: Sardinien als NATO-Stützpunkt für Bosnien-Einsätze, Sardinien als Ferieninsel des dort verunglückten Schausspielers Götz George, Sardinien als Ort der dramatischen Bergungsaktion bei einem Fährunfall 1996, Sardinien als teures Repräsentierobjekt des Scheichs Aga Khan, Sardinien als Ort der Entführung von italienischen Bankiers und Feriensiedlungsbesitzern. Hintergrundberichte gibt es zu Sardinien dabei in der Regel keine. Funkstille herrscht, wenn es um die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Problemen geht, selbst die gängigen Reiseführer schweigen sich dazu meistens aus. Zum Thema Entführungen werden sogar immer noch die alten Schauermärchen weiterverbreitet. Korsika - gefährlich weil Bombenattentate der Separatisten, dennoch eine Reise wert; Sizilien - gefährlich weil gewalttätige Mafia, dennoch eine Reise wert; Sardinien - weder eine organisierte Mafia noch eine gewalttätige Separatistenbewegung, die auch Ausländer ins Visier nehmen würde - nicht aufregend genug? Keiner stellt die Frage mehr, warum es bei den Entführungen vor allem Festland-Italiener trifft, Geschäftsleute, die sich am Tourismus in den letzten Jahrzehnten eine goldene Nase verdient haben, während die sardische Bevölkerung überwiegend nur die Brotsamen abbekommen hat. Keiner fragt mehr danach, warum die "großzügige" wirtschaftliche Förderung Sardiniens wiederum nicht den Sarden zugute kam, sie stattdessen aber die Umweltbelastungen durch mittlerweile weitgehend zu Ruinen verkommenen Raffinerien und Schwerindustrien abbekam? Wo dagegen ist die versprochene zukunftsfähigen Industrie, wo die Unterstützung für die sardische Landwirtschaft? Warum ist die Arbeitslosigkeit nachwievor eine der höchsten in ganz Europa, vor allem die Jugendarbeitslosigkeit? Warum müssen daher immer noch zahllose Jugendliche mangels Zukunftsperspektive die Flucht von der Insel ergreifen? Warum hat Sardinien immer noch eines der niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen Italiens? Warum müssen fast die Hälfte der berufstätigen Sarden noch immer als Arbeitsemigranten im Ausland arbeiten?

Der durchschnittliche Tourist kümmert sich um solche Fragen heute nur wenig. Ihm reichen die "phöninzischen Opferplätze, römischen Ruinen und byzantinischen Kirchen", die je nach Zählung etwa 3000 bis 7000 riesigen, kegelförmigen Steintürme der sardische Ureinwohner" und die "Relikte aus der fast 400 Jahre dauernden spanischen Herrschaft." Daß die Sarden sich auch heute noch unterdrückt fühlen und zwar von den "Festland-Italienern", die ihnen Autonomie versprechen, aber immer neue Abhängigkeiten bringen; daß sie von ihren eigenen Politikern enttäuscht sind, die kaum in Rom angelangt mittels Korruption die Autonomie-Bestrebungen verraten, interessiert im Urlaub wohl weniger. Daß ihr potentieller "Vermieter", der Milliardär Karim Aga Khan, die Sarden mit dem Verlassen der Insel erpreßte und - damit erfolgreich - 360 Hektar bislang unberührter Natur bei Razza di Junctu mit 900 Ferienwohnungen, Villen, vier Hotels, Parkplätzen, Fußballfeldern und einem neuen Hafen bebauen durfte, obwohl 1989 vom sardischen Regionalparlament der touristische Ausbau der Küsten mit Privathäuser oder Feriensiedlungen verboten worden ist, ist für viele wohl Schnee von gestern, zumal sich Aga Khan dabei ja ohnehin kräftig verspekuliert hat. Politik im Urlaub - eine Zumutung!?

Heute wird vor allem in Bayern viel geredet vom "Europa der Regionen". Wenn dies nicht nur eine leere Phrase sein soll, dann heißt das aber vor allem auch, daß zwischen den Regionen Solidarität oberstes Gebot sein muß - und zwar nicht nur der Politiker, sondern vor allem der Bürger. Wenn also schon ins Ausland, gar nach Sardinien, verreisen und nicht in die eigene Heimat, dann soll es auch denen zu gute kommen, die die kulturelle Identität dieser Region pflegen, die sie erst so richtig attraktiv macht. Was würden wir in Bayern sagen, wenn über die letzten Jahrzehnte hinweg zugereiste Ferienimmobilienmakler aus Hamburg, Berlin oder Frankfurt oder gar aus Saudi-Arabien den Löwenanteil der Tourismus-Einnahmen abkassiert hätten und uns lediglich als Staffage für den Klischee-Urlaub in Bayern mißbraucht hätten. Genau das passiert aber in Sardinien, seit es für den Tourismus entdeckt worden ist. Die sardischen Kommunen verdienen aufgrund der Unfähigkeit italienischer Steuerpolitik nicht einmal einen Bruchteil dessen am Tourismus, was über Steuerbeteiligungen in die Haushaltskassen bayerische Kommunen fließt, selbst dann noch nicht, wenn - wie geplant - die Gewerbesteuer bei uns wegfällt.

Sie interessiert all das nicht, weil Ihnen Sardinien ohnehin zu teuer ist? Sicherlich: Sardinien ist mit Flugzeug oder Schiff schwerer und vor allem teurer zu erreichen. In der Hauptreisezeit kostet der Flug mindestens 700-900 Mark pro Person, die Fähre für zwei Personen mit normalem PKW und einfachste Kabine 400.- bis 500 DM. Vor allem in der Hauptreisezeit von Mitte Juli bis Ende August wird die Insel ein teures Pflaster für die Urlauber. Die Preise für Essen, Übernachtung und sonstigen Luxus steigen in dieser Zeit vor allem in den Touristen-Zentren um das Doppelte bis Dreifache. Die deutschen Reiseveranstalter sind dennoch wenig geneigt, die Sardinien-Interessenten etwas abseits von den großen Touristen-Zentren wie denen an der Costa Smeralda zu führen. Oft stecken sie in langfristigen Verträgen mit den Veranstaltern vor Ort, die aufgrund des Touristenrückgangs ohnehin arg gebeutelt sind und deshalb auf ihre Vorrechte pochen. Mittlerweile gelten La Caletta, Rena Maiore, Costa Rei, Costa Verde, Marina Sorso, Cala Budoni, Marina Orosei, Cala Luni, Baia Chia und La Berchida als "Die Top 10 der Strände" - zumindest bei der Zeitschrift "Reise&Preise" (2/97), die Sardinien zum Trendziel 1997 erklärt hat. Sicher finden sich "an der 2.000 Kilometer langen Küste noch ruhige Naturstrände und beschauliche Orte mit unverfälscht sardischem Charme", doch finden die Touristen mangels Information auch dorthin? Wird ihr Interesse in den Reiseführern dafür geweckt? Nur selten - wie das Beispiel Sarrabus zeigen soll.
Der Abschnitt über den Sarrabus ist noch nicht fertig. Bitte haben Sie Geduld und trösten sich mit den Aussführungen über den unbekannte Sarrabus.


Presseschau

  • Kaiser, Hella: Geheimnis hinter steilen Wänden: Sardinien/Den Sommer verlängern auf der zweitgrößten Insel im Mittelmeer - Vom Dolce vita an den Küsten in die rauhe Bergwelt der Hirten, in: Rheinischer Merkur Nr. 40 vom 3.10.97 (Freizeit und Reise), S. 35f.: Olbia - Costa Smeralda - Isla Maddalena (Giuseppe Garibaldi) - Stintino - Alghero - Barbagia (Gavino Ledda: Padre Padrone) - Orgosolo - Oliena - Cala Gonone - Dorgali - Kurz informiert über Auskunft, Anreise, Unterkunft, Reiselektüre, Karte
  • Höh, Peter: Italiens wilde Insel, in: Reise & Preise 2/1997, S. 70-72: Sardinien als Trendziel des Sommers 1997: Bosa, Cabras, Barisardo, Santa Maria Navarrese, Dorgali; Flug, Nebenkosten, Insel-Info, Die Top 10 der Strände, Karte
  • Schulz, Horst: Meistens grasen Schafe auf den Gleisen. Ankommen ist nicht das Wichtigste - Mit der Schmalspurbahn durch Sardinien, in: FAZ vom Donnerstag, 22. Mai 1997, Nr. 116, S. R 6: Reisebeschreibung, Information und Karte
  • Hahn, Peter: Eine Kulisse für den Luxus. Die Costa Smeralda kann nicht länger mehr nur von den Reichen leben, in: FAZ vom 11. Juli 1996, Nr. 159, S. R 3: Bericht, Verbindungen, Veranstalter, Literatur
  • Heimerl, Bernd: Die Freiheit der Kampfpiloten über dem Meer. Mit dem Neuburger Jagdgeschwader "Mölders" beim Auslandskommando auf Sardinien, in: Donaukurier vom 1./2. Juni 1996, Sonntagsbeilage 22
  • N.N.: Brüchige Stellen. Rezension von Bruttel, R. Till: Haus und Weide. Eine Ethnographie von Orgosolo, in: SZ 15./16. November 1994
  • Polaczek, Dietmar: Die Wände schreien. Die sardische Orgòsolo und seine Murales, in: FAZ vom 19. November 1994, Nr. 269: illustrierter Bericht
  • Palladino, Irmgard: Das wichtigste Werkzeug ist die Phantasie. Auf den Spuren der Nuragher durch Sardinien, in: FAZ vom 29. September 1994, Nr. 227, S. R 3: Bericht, v.a. über Su Nuraxi bei Barùmini, Porto Conte, Oruna, Paulilátino, Isili, Serri, Villanovaforru, Karte
  • David, Wolfgang: Der Prinz gibt die Hotelschlüssel ab - Luxustourismus in Sardinien: Ein Imperium wankt. Karim Aga Khan steckt tief in den Schulden und muß verkaufen. Banken übernehmen das Ruder, in: Rheinischer Merkur vom 25. Juni 1993, Nr. 26: Bericht
  • Fischer, Heinz-Joachim: Sardinien ist zu arm und zu schön, um sich selbst überlassen zu sein. Selbstbehauptung und Abhängigkeit, in: FAZ im September 199?, S. ?: Bootstourismus, Costa Smeralda, Wirtschaft auf Sardinien, Entführungen, sardischer Politiker Mario Melis, italienische Soldaten als unerwünschte "Grenadiere von Sardinien"
  • Gross, Roland: Der Esel schaut den Soziologen an. August Sander in Sardinien: Kühle und kostbare Bilder von einer Reise zu den Ursprüngen, in: FAZ vom ?.199? , S. ?: Bericht über Foto-Ausstellung
  • Butta, Carmen: Schiessen ist leichter als Reden: Familienkrieg in der Barbagia, in: FAZ-Beilage vom ?.199?, S. 38-50: "Reportage"

  • Zitate

  • Deledda, Grazia

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