Helmut Zenz SDB:
Weihnachtshymnen und -gebete
Ende 4. Jahrhundert (ca. 397):
"Veni redemptor gentium"
Ambrosius von Mailand, Übertragung 1971 durch Markus Jenny nach
einer Melodie Einsiedeln 12. Jahrhundert, Erfurt 1524
vgl. zur Interpretation des vermutlich ältesten Weihnachtshymnus:
http://www.pegasus-onlinezeitschrift.de/alte_seite/erga32002wagner.htm
-
Komm, du Heiland aller Welt; Sohn der Jungfrau, mach dich kund. Darob
staune,
was da lebt: Also will Gott werden Mensch.
-
Nicht nach eines Menschen Sinn, sondern durch des Geistes Hauch kommt
das
Wort in unser Fleisch und erblüht aus Mutterschoß
-
Wie die Sonne sich erhebt und den Weg als Held durcheilt, so erschien
er
in der Welt, wesenhaft ganz Gott und Mensch.
-
Glanz strahlt von der Krippe auf, neues Licht entströmt der Nacht.
Nun obsiegt kein Dunkel mehr, und der Glaube trägt das Licht.
-
Gott dem Vater Ehr und Preis und dem Sohne Jesus Christ; Lob sei Gott
dem
Heilgen Geist jetzt und ewig. Amen.
Anfang 5. Jahrhundert:
"Corde natus ex parentes" und "Magi videntes parvulum" und
"Quicumque
Christum quæritis"
Clemens Aurelius Prudentius (349-nach 405)
Mitte 5. Jahrhundert
"Hostis Herodes impie"
Coelius Sedulius
(+405)
Mitte 5. Jahrhundert
"A solis ortus cardine"
Coelius Sedulius
(+405)
Übertragung durch Luther 1524, Erfurter Enchiridien, 1524
-
1. Christum wir sollen loben schon,
-
Der reinen Magd Marien Sohn,
-
So weit die liebe Sonne leucht
-
Und aller Welt Ende reicht.
-
2. Der selig Schöpfer aller Ding
-
Zog an eins Knechtes Leib gering,
-
Daß er das Fleisch durch Fleisch erwürb
-
Und sein Geschöpf nicht alls verdürb.
-
3. Die göttlich Gnad vom Himmel groß
-
Sich in die keusche Mutter goß,
-
Ein Maidlin trug ein heimlich Pfand,
-
Daß der Natur war unbekannt.
-
4. Das züchtig Haus des Herzens zart
-
Gar bald ein Tempel Gottes ward.
-
Die kein Mann rühret noch erkannt,
-
Von Gottes Wort man sie schwanger fand.
-
5. Die edle Mutter hat geborn,
-
Den Gabriel verhieß zuvorn,
-
Den Sankt Johannes mit Springen zeigt,
-
Da er noch lag in Mutters Leib.
-
6. Er lag in Heu mit Armut groß,
-
Die Krippen hart ihn nicht verdroß,
-
Es ward ein kleine Milch sein Speis,
-
Der nie kein Vöglin hungern ließ.
-
7. Des Himmels Chör sich freuen drob
-
Und die Engel singen Gott Lob;
-
Den armen Hirten wird vermeldt
-
Der Hirt uns Schöpfer aller Welt.
-
8. Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt,
-
Christ, geborn von der reinen Magd,
-
Mit Vater und dem heilgen Geist,
- Von nun an bis in Ewigkeit.
6. Jahrhundert:
„Christe, Redemptor omnium“
-
Christus, Erlöser aller Welt,
-
du Gottes einzig wahrer Sohn,
-
geboren aus des Vaters Schoß,
-
geheimnisvoll vor aller Zeit.
-
Des Vaters Abglanz, Licht vom Licht,
-
von dir erhoffen wir das Heil:
-
Erhöre deiner Diener Flehn,
-
das rings vom Erdkreis zu dir dringt.
-
Gedenke, dass der Jungfrau Schoß
-
dich kleidete mit Fleisch und Blut
-
in unsre arme Knechtgestalt,
-
dich, Urgrund unsres ewigen Heils.
-
Das kündet uns der große Tag,
-
der wiederkehrt im Jahreskreis,
-
dass du vom Thron des Vaters kamst
-
als Heiland, der die Welt erlöst.
-
Es jauchzen Himmel, Erd’ und Meer
-
und alles, was in ihnen ist,
-
dem Vater zu in frohem Dank,
-
der dich gesandt zu unsrem Heil.
-
Auch wir, mit deinem Blut erkauft,
-
wir singen dir ein neues Lied,
-
voll Freude ob des heilgen Tags,
-
da du für uns geboren bist.
-
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,
-
Gott, den die Jungfrau uns gebar,
-
Lob auch dem Vater und dem Geist
-
durch alle Zeit und Ewigkeit.
-
Amen.
10. Jahrhundert
"Conditor alme siderum"/"Creator alme siderum"
Übertragung durch Thomas Münzer, auch Alstedt 1524; Melodie
Kempten um 1000
-
Gott, heilger Schöpfer aller Stern, erleucht uns, die wir sind so
fern,
-
daß wir erkennen Jesus Christ, der für uns Mensch geworden
ist.
-
(und höre uns, Herr Jesus Christ, der du der Welt Erlöser
bist.)
-
Denn es ging dir zu Herzen sehr, da wir gefangen waren schwer und
sollten
gar des Todes sein; drum nahmst du auf dich Schuld und Pein.
-
Da sich die Welt zum Abend wandt, der Bräutgam Christus ward
gesandt.
Aus seiner Mutter Kämmerlein
-
ging hervor als klarer Schein.
-
(die Jungfrau bleibt, zwart, rein und fein.)
-
Gezeigt hat er sein groß Gewalt, daß es in aller Welt
erschallt,
-
sich beugen müssen alle Knie im Himmel und auf Erden hie.
-
(es müssen beugen sich die Knie in Himmel, Höllen und auch
hie!)
-
Wir bitten dich,
-
o heilger Christ, der du zukünftig Richter bist, lehr uns zuvor
dein´
Willen tun und an dem Glauben nehmen zu.
-
(Herr Jesus Christ, der du der Welten Richter bist, du mögest uns
die Gnade dein und vor den Feinden Schutz verleihn.)
-
Lob, Preis sei, Vater, deiner Kraft und deinem Sohn,
-
der all Ding schafft, dem heilgen Tröster auch zugleich so hier
wie
dort im Himmelreich.
-
(der mit dir wirk und schafft, dem Geiste, der uns Trost verleiht,
jetzt
und in alle Ewigkeit.)
-
Amen.
13./14. Jahrhundert:
"Sei uns willkommen"
Aachen
-
Sei uns willkommen, Herre Christ, der du unser aller Herre bist. Sei
willkommen,
lieber Herre, hier auf der Erde recht mit Ehren. Kyrieleis.
14. Jahrhundert:
"Quem pastores laudavere"
-
Den die Hirten lobeten sehre
-
und die Engel noch viel mehre,
-
fürchtet euch nun nimmermehre
-
euch ist geborn ein König der Ehrn.
-
Heut sein die lieben Engelein
-
in hellem Schein
-
erschienen bei der Nachte den Hirten,
-
die ihr Schäfelein
-
bei Mondenschein
-
im weiten Feld bewachten:
-
"Große Freud und gute Mär
-
wolln wir euch offenbaren,
-
die euch und aller Welt
-
soll widerfahren."
-
Gottes Sohn ist Mensch geborn, ist Mensch geborn,
-
hat versöhnt des Vaters Zorn, des Vaters Zorn.
-
...
-
Lobt, ihr Menschen alle gleiche,
-
Gottes Sohn vom Himmelreiche;
-
dem gebt jetzt und immermehre
-
Lob und Preis und Dank und Ehr.
-
Die Hirten sprachen: "Nun wohlan,
-
so lasst uns gahn und diese Ding erfahren,
-
die uns der Herr hat kundgetan:
-
das Vieh lasst stahn,
-
er wird's indes bewahren."
-
Da fanden sie das Kindelein in Tüchelein gehüllet,
-
das alle Welt mit seiner Gnad erfüllet.
-
Gottes Sohn ist Mensch geborn, ist Mensch geborn,
-
hat versöhnt des Vaters Zorn, des Vaters Zorn.
14. Jahrhundert:
"Puer natus in Betlehem"
15. Jahrhundert, nach Babst 1545 und Leisentrit 1567, Melodie bei Lucas
Lossius 1553
-
Ein Kind geborn zu Bethlehem; des freuet sich Jerusalem - Halleluja,
Halleluja
-
Hier liegt es in dem Krippelein; ohn End ist die Herrschaft sein -
-
Die König aus Saba kamen her; Gold, Weihrauch, Myrrhe brachten sie
dar. -
-
Sie gingen in das Haus hinein, und grüßten das Kind und die
Mutter sein. -
-
Sie fielen nieder auf ihre Knie und sprachen "Gott und Mensch ist hie."
-
-
Für solche gnadenreiche Zeit sei Gott gelobt in Ewigkeit. -
14. Jahrhundert
"Resonet in laudibus"
bearbeitet 1973
-
Freue dich, Jerusalem, Licht strahlt auf in Bethlehem, wie
verheißen
ehedem:
-
Zion, preis den Herren dein, der uns macht von Sünden rein und der
Menschen Heil will sein:
-
Der im Himmelreich regiert, kam zu uns als guter Hirt,
heimzuführn,
was sich verirrt:
14. Jahrhundert:
"In dulci jubilo"
-
Originalfassung:
-
In dulci jubilo (mit wohlklingendem Jubel) nun singet und seid froh:
Unsers
Herzens Wonne liegt in praesipio (in der Krippe) und leuchtet wie die
Sonne
matris in gremio (auf dem Schoß der Mutter). Alpha es et O (Du
bist
das Alpha und Omega).
-
O Jesu parvule (o Kindlein Jesus), nach dir ist mir so weh. Tröst
mir mein Gemüte, o puer optime (o bester Knabe), durch alle deine
Güte, o princeps gloriae (o Fürst der Herrlichkeit). Trahe me
post te (zieh mich dir nach).
-
Ubi sunt gaudia (wo sind die Freuden)? Nirgends mehr denn da, wo die
Engel
singen nova cantica (neue Lieder) und die Zimbeln klingen in regis
curia
(am Hof des Königs). Eja qualia (ei, was für (Freuden und
Lieder).
-
nach Leisentrit 1567
-
Mit süßem Jubelschall nun singet fröhlich all! Unsers
Herzens
Wonne liegt in der Kripp im Stall und leuchtet wie die Sonne,
einkleines
Kind zumal, Herr der Welten all.
-
O liebes Jesuslein, du Lust der Seele mein, tröst mir mein
Gemüte,
du bestes Kindelein, durch alle deine Güte; du bist der Herr
allein;
laß mich bei dir sein!
-
Bei dir ist alle Freud und Lust in Ewigkeit; wo die Engel singen von
deiner
Herrlichkeit und neue Lieder klingen durch alle Himmel weit. Mach mein
Herz bereit!
Um 1320:
"Dies est laetitae"
Übertragung 1969 durch Maria Luise Thurmair, Melodie bei
Lüneburg
um 1320, Hohenfurt 1410
-
Tag an Glanz und Freuden groß allen, die verloren! Seht, aus
einer
Jungfrau Schoß ist uns Gott geboren, ward ein Mensch, ein
Kindlein
schön, zart und lieblich anzusehn unter Menschenkindern. Gott
unfaßbar,
Gott im Licht neigt zur Welt sein Angesicht, ihre Not zu lindern.
-
Staunen die Natur befällt, denn vom Geist empfangen ist Gott Sohn
in diese Welt leibhaft eingegangen. Eine Jungfrau den gebar, der ihr
eigner
Schöpfer war, Gott vor allen Zeiten. Und das Kindlein, das sie
stillt,
hat mit seinem Glanz erfüllt alle Ewigkeiten.
Wie die Sonne Glas durchdringt, ohne es zu trüben, so ist, die
den Herrn uns bringt, allzeit Jungfrau blieben. O Maria, rein und
groß,
selig bist du, deren Schoß Gottes Sohn getragen. Selig, Mutter
Gottes
wert, die den Herrn der Welt genährt in den Erdentagen.
um 1380:
"Gelobet seist du, Jesus Christ"
Medingen bei Küneburg; Medingen um 1460
-
Gelobet seist du , Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist von
einer
Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis.
-
Strophen 2 und 3 von Martin Luther zugedichtet?
-
Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen find't; in unser
armes
Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis.
-
Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien
Schoß;
er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein.
Kyrieleis.
15. Jahrhundert:
"Natus est nobis hodie"
bearbeitet EGB 1971 (Melodie bei Michael Weiße 1531)
-
Ein Kind ist uns geboren heut, das alle Welt erfreut, wendet unser Leid.
-
Heut tut sich auf das Himmels Tor, es bricht ein Glanz hervor, Gott
wird
offenbar.
-
Schaut auf, ein König kommt zu euch: der Sohn, dem Vater gleich,
er
macht alle reich.
-
Die Engel singen. Gott ist da. Ohne Ende fern un dnah klingt es: Gloria.
15. Jahrhundert:
"Quem pastores laudavere"
bearbeitet von Markus Jenny 1971, Melodie Hohenfurt um 1450, Prag 1541
-
Hört, es singt und klingt mit Schalle: Fürcht´ euch
nicht,
ihr Hirten alle! Macht euch auf, geht hin zum Stalle: Gott ward Mensch,
des freut euch sehr.
-
Seht, ein Stern ist aufgegangen denen, die in Nacht gefangen. Zu dem
Kinde
voll Verlangen ziehn von fern die Könige her.
-
Mit den Hohen und Geringen wolln auch wir ihm Gaben bringen, Gloria
voll
Freude singen mit der Engel großem Heer.
-
Denn er ist zur Welt gekommen für die Sünder und die Frommen,
hat uns alle angekommen, uns zum Heil und Gott zur Ehr.
15. Jahrhundert:
"Es kommt ein Schiff, geladen"
bearbeitet von Daniel Sudermann um 1626, Melodie: Andernacher
Gesangbuch,
Köln 1608
-
Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein´höchsten Bord,
trägt
Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewigs Wort.
-
Das Schiff geht still im Triebe, es trägt ein teure Last; das
Segel
ist die Liebe, der Heilig Geist der Mast.
-
Der Anker haft´ auf Erden, da ist das Schiff am Land. Das Wort
will
Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt.
-
Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein, gibt sich für uns
verloren:
Gelobet muß es sein.
-
Und wer dies Kind mit Freuden umfangen, küssen will, muß
vorher
mit ihm leiden groß Pein und Marter viel,
-
danach mit ihm auch sterben und geistlich auferstehn, das ewig Leben
erben,
wie an ihm ist geschehn.
-
Maria, Gottes Mutter, gelobet mußt du sein. Jesus ist unser
Brüder,
das liebe Kindelein.
1524
"Des ewgen Vaters einig Kind"
Martin Luther, Melodie Wittenberg 1524
-
Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser
armes
Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis
-
Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien
Schoß;
er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein.
Kyrieleis.
-
Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein´ neuen Schein;
es
leucht´ wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kindern
macht.
Kyrieleis
-
Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und
führt
uns aus dem Jammertal, macht uns zu Erben in sein´m Saal.
Kyrieleis
-
Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem
Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis
-
Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu
sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis.
um 1525
"Aus hartem Weg die Menschheit klagt"
"Kirchenlied" 1938, Melodie nach Michael Vehes Gesangbuch, Leipzig
1537
-
Aus hartem Weg die Menschheit klagt, sie steht in großen Sorgen:
Wann kommt, der uns ist zugesagt, wie lang bleibt er verborgen? O Herr
und Gott, sieh an die Not, zerreiß des Himels Ringe, erwecke uns
dein ewig Wort und laß herab ihn dringen, den Trost ob allen
Dingen.
-
Gott Vater das mit Huld vernahm, der Sohn verlangt´ zur Erden;
der
Heilig Geist herniederkam, das Wort sollt´ Fleisch uns werden.
Maria,
die erkoren war, hat Gottes Sohn empfangen. Durch ihn ist uns das Heil
gebracht. Zu Ende ist das Bangen, erfüllt der Welt Verlangen.
-
Version 1574 gedruckt zuerst Tegernsee, Weis nach Vehe 1537:
-
Aus hartem Weg die Menschheit klagt, sie stand in großen Sorgen.
Wann kommt, der uns ist zugesagt, wie lang bleibt er verborgen? O Herr
und Gott, sieh an die Not, zerreiß des Himmels Ringe! Erwecke uns
dein ewig Wort und laß herab ihn dringen, den Trost ob allen
Dingen!
-
Gott Vater hört das Klaggeschrei der schwerbedrängten Kinder;
der Heilge Geist voll Lieb und Treu will Gnade für die
Sünder.
Gott Sohn, der spricht: "Ach, Vater mein, den Jammer laß uns
enden!
Soll denn der Mensch verloren sein? Mich selber wollest senden, sein
Elend
abzuwenden."
1535
"Vom Himmel hoch da komm ich her"
Martin Luther, Melodie Leipzig 1539
-
"Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär;
der
guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will.
-
Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein
Kindelein
so zart und frein; das soll eur Freud und Wonne sein.
-
Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller
Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein.
-
Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit´,
daß
ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich.
-
So merket nun das Zeichen recht: die Krippe(n), Windelein so schlecht;
da(rein) findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und
trägt."
-
Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn
hinein,
zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt.
-
Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen
Sohn. Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr.
-
Katholische Version 1555: Valentin Triller, Eingangsstrophe zu
"Vom
Himmel hoch da komm ich her":
-
1. Es kam ein Engel hell und klar von Gott aufs Feld zur Hirtenschar;
der
war gar sehr von Herzen froh und sprach zu ihnen fröhlich so:
-
2., 3., 4., 5 wie bei Luther 1., 2., 3., 5.
-
6. Danach kam bald ein große Schar der lieben Engel, hell un
dklar;
die sangen all ein schönes Lied und freuten sich gar herzlich mit.
-
7. Sie sprachen: "Gott sei Preis und Dank, ihm singen wir den
Lobgesang,
auf Erden auch den Menschen alln sei Friede und ein Wohlgefalln."
-
8. Die Hirten gingen insgemein und suchten dieses Kindelein. Sie
fanden´s,
wie der Engel sagt, Maria auch, die reine Magd.
-
9. O liebes Kindlein, bloß und arm, dich unser aller heut erbarm,
wir wollen dir auch huldgen gern als unserm rechten Christ und Herrn.
-
10. Gelobet sei der höchste Gott, der uns erlöst aus aller
Not,
ihm singen wir mit Innigkeit Lob, Preis und Dank in Ewigkeit.
Version 1554/1560
"Lobt Gott, ihr Christen alle gleich"
Nikolaus Herman
-
Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron, der
heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn.
-
Er kommt aus seines Vaters Schoß udn wird ein Kindlein klein; er
liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein,
-
entäußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering
und
nimmt an eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.
-
(Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen
Paradeis;
der Kerub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis.)
1587/1588
"Es ist ein Ros entsprungen"
um Mainz, Melodie Speyerer Gesangbuch, Köln 1599
-
Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten
sungen,
von Jesse kam die Art, und hat ein Blümlein bracht mitten im
kalten
Winter wohl zu der halben Nacht.
-
Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, ist Maria, die
Reine,
die uns das Blümlein bracht. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind
geboren und blieb doch reine Magd. (ökumenisch: welches uns selig
macht)
-
1844 erstmals bei Friedrich Layritz (Auflösung des
Rätselliedes
Es ist ein Ros entsprungen)
-
Das Blümelein so kleine, dasduftet uns so süß; mit
seinem
hellen Scheine vertreibt´s die Finsternis, wahr´ Mensch und
wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod.
1599
"Wachet auf"
Text und Melodie Philipp Nicolai
-
"Wachet auf", ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der
Zinne,
"wach auf, du Stadt Jerusalem." Mitternacht heißt diese Stunde;
sie
rufen uns mit hellem Munde: "Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf,
der
Bräutgam kommt; steht auf, die Lampe nehmt. Halleluja. Macht euch
bereit zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegengehn."
-
Zion hört die Wächter singen; das Herz tut ihr vor Freude
springen,
sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel
prächtig,
von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr
Stern
geht auf. "Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn. Hosianna.
Wir
folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl."
-
Gloaria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen
und Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner
Stadt;
wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je
gespürt,
kein Ohr hat mehr gehört solche Freude. Des jauchzen wir und
singen
dir das Halleluja für und für."
17. Jahrhundert
"Brich an du schönes Morgenlicht"
Johann Rist (* 1607)
-
Brich an, du schönes Morgenlicht, und lass den Himmel tagen!
-
Du Hirtenvolk, erschrecke nicht, weil dir die Engel sagen,
-
dass dieses schwache Knäbelein soll unser Trost und Freude sein,
-
dazu den Satan zwingen und letztlich Frieden bringen.
-
Willkommen, süßer Bräutigam, du König aller Ehren!
-
Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren;
-
ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank,
-
dass du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren.
-
Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen,
-
dass du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen;
-
hilf, dass ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit
-
und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben.
1622
"O Heiland, reiß die Himmel auf"
Friedrich Spee; Köln (Brachel) 1623 zu einer Melodie
überliefert
im Rheinfelsischen Gesangbuch, Augsburg 1666
-
O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf.
Reiß
ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloß und
Riegel
für.
-
O Gott, ein Tau vom Himmel gieß, im Tau herab, o Heiland,
fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus den König über Jakobs Haus.
-
O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd, daß Berg und Tal grün
alles werd. O Erd, herfür dies Blümlein bring, o Heiland, aus
der Erden spring.
-
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung
stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im
Jammertal.
-
O klare Sonn, du schöner Stern, dich wollten wir anschauen gern; o
Sonn, geh auf; ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.
-
Hier leiden wir die größte Not, vor Augen steht der ewig
Tod.
Ach komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland.
1623
"Still leuchtete der Sterne Pracht"
Köln (Brachel) 1623
-
Still leuchtete der Sterne Pracht, auf Erden lag die Mitternacht; da
kam,
o Gott, dein ewger Sohn, herab zu uns vom Himmelsthron.
-
Wie schön du bist, o Kind, wie schön, du Friedensfürst
aus
höchsten Höhn! Kein Menschenkind dir gleichen kann, dich
beten
Erd und Himmel an.
-
Die Gottheit ruht in deiner Brust, die spendet alle Herzenslust; ist
größre
Freud im Himmel nicht, als schaun dein klares Angesicht.
-
O Jesus, Gott und Mensch zugleich, nimm Einkehr bei mir gnadenreich;
kommst
du, Herr, in mein Herz hinein, so wird´s ein wahrer Himmel sein.
-
Kindelein im Stall, mach uns selig all! Kindelein im Stroh, mach uns
froh.
vor 1623 (vor 1632?)
"Macht hoch die Tür"
Georg Weißel (+ 1635) (Melodie Halle (Freylinghausen) 1704)
- bezieht sich auf Psalm 24,7-10; Sach 9,9; Mt 21,5. 8
-
1. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der
Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt; der halben jauchzt mit Freuden
singt.
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich an Rat.
-
(2. Er ist gerecht, ein Helfer wert. Sanftmütigkeit ist sein
Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all
unsre Not zum End er bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt.
Gelobet
sei mein Gott, mein Heiland groß an Tat.
-
3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich
hat.
Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist
die
rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei
mein Gott, mein Tröster früh und spat.)
-
4. (2) Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eur Herz zum Tempel
zubereit´. Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit
Andacht,
Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben
mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad.
-
5. (3) (O) Komm, (o) mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür
dir
offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns
erschein. Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen
Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.
1637
"Zu Betlehem geboren"
Friedrich Spee, Geistl. Psälterlein, Köln 1637; Melodie Paris
1599, geistlich Köln 1638
-
Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein. Das hab ich auserkoren,
sein
eigen will ich sein. Eja, eja, sein eigen will ich sein.
-
In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich
ihm
schenken und alles, was ich hab. Eja, eja, und alles, was ich hab.
-
O Kindelein, von Herzen dich will ich lieben sehr in Freuden und in
Schmerzen,
je länger mehr und mehr. Eja, eja, je länger mehr und mehr.
-
Dich wahren Gott ich finde in meinem Fleisch und Blut; darum ich fest
mich
binde an dich, mein höchstes Gut. Eja, eja, an dich, mein
höchstes
Gut.
-
Dazu dein Gnad mir gebe, bitt ich aus Herzensgrund, daß dir
allein
ich lebe jetzt und zu aller Stund.
1642/1667
"Mit Ernst, o Menschenkinder"
Valentin Thilo, Str. 3 Hannoversches Gesangbuch, Lüneburg 1657
auf Melodie Lyon 1557, geistlich Erfurt 1563
-
Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das
Heil
der Sünder, der wunderstarker Held, den Gott aus Gnad allein der
Welt
zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.
-
Bereitet doch beizeiten den Weg dem großen Gast und rüstet
euch
mit Freuden, laßt alles, was er haßt. Macht eben jeden Pfad
die Täler all erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was
krumm
ist, macht grad.
-
Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und
Erbarmen,
Herr Jesu, selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von
der
Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.
1653
"Ich steh an deiner Krippe hier"
Paul Gerhardt, Melodie Wittenberg 1529
-
Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben. Ich komme, bring
und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist
und
Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dir´s wohl
gefallen.
-
Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir
zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand
gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.
-
Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die
mir
zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht´, wie schön sind deine
Strahlen.
-
Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil
ich
nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein
Sinn
ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich
möchte fassen.
vor 1676
"Kommt und lasst uns Christus ehren"
Paul Gerhardt (1607-1676)
-
Kommt und laßt uns Christus ehren,
-
Herz und Sinnen zu ihm kehren;
-
singet fröhlich, lasst euch hören,
-
wertes Volk der Christenheit.
-
...
-
Sehet, was hat Gott gegeben:
-
seinen Sohn zum ewgen Leben.
-
Dieser kann und will uns heben
-
aus dem Leid ins Himmels Freud.
-
Seine Seel ist uns gewogen,
-
Lieb und Gunst hat ihn gezogen,
-
uns, die Satan hat betrogen,
-
zu besuchen aus der Höh.
-
Jakobs Stern ist aufgegangen,
-
stillt das sehnliche Verlangen,
-
bricht den Kopf der alten Schlangen
-
und zerstört der Höllen Reich.
-
O du hochgesegnete Stunde,
-
da wir das von Herzensgrunde
-
glauben und mit unserm Munde
-
danken dir, o Jesulein.
-
Schönstes Kindlein in dem Stalle,
-
sei uns freundlich, bring uns alle
-
dahin, da mit süßem Schalle
-
dich der Engel Heer erhöht.
1731
"Jauchzet, ihr Himmel"
Gerhard Tersteegen, Lobe den Herren Nr. 258
-
Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören; singet dem
Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren. Sehet doch da: Gott will so
freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.
-
Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden. Gott und der
Sünder,
die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns
verkündiget
heut. Freuet euch, Hirten und Herden.
-
Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget. Sehet
die
Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget. Gott wird ein Kind,
träget
und hebet die Sünd. Alles anbetet und schweiget.
-
Gott ist im Fleische. Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die
Pforte
des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu
sein,
die ihr zum Vater wollt gehen.
-
Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren. Komm doch, mein Heiland,
denn ohne dich bin ich verloren. Wohne in mir, mache mich eins nun mit
dir, der mich zum Leben erkoren.
1774
"Tauet Himmel, den Gerechten"
Michael Denis
-
"Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab!"
-
rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab,
-
einst den Mittler selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen;
-
denn verschlossen war das tor, bis der Heiland trat hervor.
-
Voll Erbarmen hört das Flehen Gott auf hohem Himmelsthron;
-
alles Fleisch soll nunmehr sehen Gottes Heil durch Gottes Sohn.
-
Schnell flog Gabriel hernieder, brachte diese Antwort wieder:
-
"Sieh, ich bin des Herren Magd, mir gescheh, wie du gesagt!"
-
Und in unsres Fleisches Hülle kommt zur Welt des Vaters Sohn.
-
Leben, Licht und Gnadenfülle bringt er uns vom Himmelsthron.
-
Erde, jauchze auf in Wonne bei dem Strahl der neuen Sonne;
bald erfüllet ist die Zeit, macht ihm euer Herz bereit.
vor 1769
"Dies ist der Tag den Gott gemacht"
Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)
-
Dies ist der Tag den Gott gemacht,
-
sein werd in aller Welt gedacht;
-
ihn preise, was durch Jesus Christ
-
im Himmel und auf Erden ist.
-
Die Völker haben dein geharrt,
-
bis daß die Zeit erfüllet ward;
-
da sandte Gott von seinem Thron
-
das Heil der Welt, dich, seinen Sohn.
-
Wenn ich dies Wunder fassen will,
-
so steht mein Geist vor Ehrfurcht still;
-
er betet an und er ermißt,
-
daß Gottes Lieb unendlich ist.
-
Damit der Sünder Gnad erhält,
-
erniedrigst du dich, Herr der Welt,
-
nimmst selbst an unsrer Menschheit teil,
-
erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil.
-
Herr, der du Mensch geboren wirst,
-
Immanuel und Friedensfürst,
-
auf den die Väter hoffend sahn,
-
dich, Gott, Messias, bet ich an.
-
Du unser Heil und höchstes Gut,
-
vereinest dich mit Fleisch und Blut,
-
wirst unser Freund und Bruder hier,
und Gottes Kinder werden wir.
1774
"Tauet, Himmel den Gerechten"
Michael Denis, Norbert Hauner, Landshut 1777
-
"Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab!" rief das Volk
in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab, einst den
Mittler
selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen; denn verschlossen war das
Tor,
bis der Heiland trat hervor; denn verschlossen war das Tor, bis der
Heiland
trat hervor.
-
Voll Erbarmen hört das Flehen Gott auf hohem Himmelsthron; alles
Fleisch
soll nunmehr sehen Gottes Heil durch Gottes Sohn. Schnell flog Gabriel
hernieder, brachte dieser Antwort wieder: "Sieh, ich bin des Herren
Magd,
mir gescheh, wie du gesagt!"
-
Und in unsres Fleisches Hülle kommt zur Welt des Vaters Sohn.
Leben,
Licht und Gnadenfülle bringt er uns vom Himmelsthron. Erde,
jauchze
auf in Wonne bei dem Strahl der neuen Sonne; bald erfüllet ist die
Zeit, macht ihm euer Herz bereit.
1790
"Adeste fideles"
Abbé Borderie, EGB 1971, Melodie John Reading 17. Jahrhundert
-
Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder und kommet, o kommet
nach
Betlehem. Christus der Heiland stieg zu uns hernieder.
-
O sehet, die Hirten eilen von den Herden und suchen das Kind nach des
Engels
Wort; gehn wir mit ihnen, Friede soll uns werden.
-
Der Abglanz des Vaters, Herr der Herren alle, ist heute erschienen in
unserm
Fleisch: Gott ist geboren als ein Kind im Stalle.
-
Kommet, singet dem Herren, singt, ihr Engelchöre. Frohlocket,
frohlocket,
ihr Seligen. Himmel und Erde bringen Gott die Ehre.
-
Kommt, lasset uns anbeten, kommt, lasset uns anbeten, kommt, lasset uns
anbeten den König, den Herrn.
1810
"O selige Nacht"
Christoph Bernhard Verspoell 1810
-
O selige Nacht! In himmlischer Pracht erscheint auf der Weide ein Bote
der Freude den Hirten, die nächtlich die Herde bewacht
-
Wie tröstlich er spricht: "O, fürchtet euch nicht! Ihr waret
verloren, heut ist euch geboren der Heiland, der allen das Leben
verspricht."
-
Seht Bethlehem dort, den glücklichen Ort, da werdet ihr finden,
was
wir euch verkünden: Das sehnlich erwartete göttliche Wort."
-
O tröstliche Zeit, die alle erfreut; sie lindert die Schmerzen,
sie
wecket die Herzen zum Danke, zur Liebe, zur himmlischen Freud.
1816
"O du fröhliche"
Johannes Falk, Melodie "Stimmen der Völker in ihren Liedern",
Tübingen 1807, Sizilianisches Schifferlied (2./3. Str.:
Zudichtung)
-
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
-
Welt ging verloren, Christ ward geboren:
-
(Christ ist erschienen, uns zu versöhnen:)
-
(Himmlische Heere, jauchzen dir Ehre:)
-
freue, freue dich, o Christenheit!
1818
"Stille Nacht"
Vgl. http://stille-nacht-museum.org/
-
Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das
traute,
(hoch)heilige Paar. Holder Knab(e) im lockigen Haar: Schlafe in
himmlischer
Ruh!
-
Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht. Lieb aus deinem
göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund: Jesus
(Christ),
in deiner Geburt!
-
Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht; durch der Engel
Halleluja
tönt es laut bei fern(e) und nah: Jesus (Christ) der Retter ist da!
1844
"Das Blümelein so kleine"
3. Strophe von "Es ist ein Ros entsprungen" bei Friedrich Layritz
-
Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß;
-
mit seinem hellen Scheine vertreibt´s die Finsternis,
-
wahr Mensch und wahrer Gott,
-
hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod.
1847
"Herr, send herab uns deinen Sohn"
nach Heinrich Bone, Melodie nach Andernacher Gesangbuch, Köln
1608
-
Herr, send herab uns deinen Sohn, die Völker harren lange schon.
Send
ihn, den du verheißen hast, zu tilgen unsrer Sünden Last.
-
O Weisheit aus des Höchsten Mund, die du umspannst des Weltalls
Rund
und alles lenkst mit Kraft und Rat: komm, weise uns der Klugheit Pfad.
-
O Adonai, du starker Gott, du gabst dem Mose dein Gebot auf Sinai im
Flammenschein:
streck aus den Arm, uns zu befrein.
-
O Wurzel Jesse, Jesu Christ, ein Zeichen aller Welt du bist, as allen
Völkern
Heil verspricht: eil uns zu Hilfe, säume nicht.
-
O Schlüssel Davids, dessen Kraft uns kann entziehn der ewgen Haft:
komm, führ uns aus der Todes Nacht, wohin die Sünde uns
gebracht.
-
O Aufgang, Glanz der Ewigkeit, du Sonne der Gerechtigkeit: erleuchte
doch
mit deiner Pracht die Finsternis und Todes Nacht.
-
O König, Sehnsucht aller Welt, du Eckstein, der sie eint und
hält:
o komm zu uns, o Herrscher mild, und rette uns, dein Ebenbild.
-
O "Gott mit uns", Immanuel, du Fürst des Hauses Israel, o Hoffnung
aller Völker du: komm, führ uns deinem Frieden zu.
-
Herr, wir vertrauen auf dein Wort; es wirkt durch alle Zeiten fort.
Erlöse
uns, du bist getreu. Komm, schaffe Erd und Himmel neu.
1859
"O du liebes Jesuskind"
zuerst Laudate Augsburg 1859; Melodie: Ignaz Traumihler 1873
-
O du liebes Jesukind, laß dich vielmals grüßen! Alle
Kinder,
die hier sind, fallen dir zu Füßen. All um deine Liebe
bitten,
die so viel für uns gelitten; schenk uns deine Liebe.
-
O du liebes Jesukind! In der Kripp im Stalle wehte gar so kalt der
Wind;
littest für uns alle. Aber jetzt sollst warm du liegen, jetzt soll
unser Herz dich wiegen; komm in unsere Herzen.
-
3. O du liebes Jesukind, höre unser Flehen: Laß uns alle,
die
hier sind, dich im Himmel sehen, daß wir mit den Engeln droben
dich
und deine Mutter loben: Jesus und Maria!
1938
"Singen wir mit Fröhlichkeit"
nach "Kirchenlied", Melodie Seckau 1345, Moosburg um 1365
-
Singen wir mit Fröhlichkeit, loben Gott in Ewigkeit, seinen Sohn
gibt
er uns heut.
-
Erschienen ist, den uns geborn Maria. Nun erfüllt sich, was
verkündet
Gabriel. Eja, eja, eine Jungfrau wunderbar Gott den Heiland uns gebar
nach
ewgem Rat. Heut, ja heut erschienen ist, erschienen ist der
Christenheit
Gottes Sohn, den loben wir in Ewigkeit.
1938:
"Die Nacht ist vorgedrungen"
Jochen Klepper auf Melodie von Johannes Petzold 1939
-
Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob
gesungen dem hellen Morgenstern. Auch wer zur Nacht geweinet, der
stimme
froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.
-
Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht. Gott selber ist
erschienen
zur Sühne für sein Recht. Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll
nicht mehr sein Haupt. Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde
glaubt.
-
Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf. Ihr sollt
das Heil dort finden, das aller Zeiten Lauf von Anfang an
verkündet,
seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, den Gott
selbst
ausersah.
-
Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch
wandert
nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem
Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr; von Gottes Angesichte kam euch die
Rettung
her.
-
Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er
belohnen,
so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der
läßt
den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem
Gericht.
1952
"Tau aus Himmelshöhn"
Maria Luise Thurmair/Heinrich Rohr:
-
Tau aus Himmelshöhn, Heil, um das wir flehn: Herr, erbarme dich.
-
Licht, das die Nacht erhellt, Trost der verlornen Welt: Christus,
erbarme
dich.
-
Komm vom Himmelsthron; Jesus, Menschensohn: Herr, erbarme dich.
-
Licht, das uns erschien, Kind, vor dem wir knien: Herr, erbarme dich.
-
Dem sich der Himmel neigt, dem sich die Erde beugt: Christus, erbarme
dich.
-
Glanz der Herrlichkeit, König aller Zeit: Herr, erbarme dich.
1954
"Wir sagen euch an"
Maria Ferschl - Melodie: Heinrich Rohr 1954
-
Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die erste Kerze brennt. Wir
sagen euch an eine heilige Zeit. Machet dem Herrn die Wege bereit.
-
Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die zweite Kerze brennt. So
nehmet euch eins um das andere an, wie auch der Herr an uns getan.
-
Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die dritte Kerze brennt.
Nun
Tragt eurer Güte hellen Schein weit in die dunkle Welt hinein.
-
Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die vierte Kerze brennt.
Gott
selber wird kommen, er zögert nicht. Auf, auf, ihr Herzen, und
werdet
licht.
-
Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.
1970
"Tauet, Himmel, aus den Höhn"
Johannes Schlick (zu einer Melodie bei Johannes Spangenberg, Erfurt
1544)
-
Tauet, Himmel, aus den Höhn, tauet den Gerechten; was verdorrt
ist,
blühe auf unter seinem Segen.
-
Wolken, regnet ihn herab, regnet den Ersehnten. Öffne, Erde,
deinen
Schoß, sproß hervor den Heiland.
-
Komm, du Trost der ganzen Welt, rette uns vom Tode. Komm aus deiner
Herrlichkeit,
komm, uns zu erlösen.
-
Komm, du Sonne voller Glanz, komm in unser Dunkel, und erhelle unsre
Nacht,
Herr, in deinem Lichte.
-
Komm, Herr Jesu, komme bald, such uns heim in Frieden. Mach die ganze
Schöpfung
neu. Komm, o komm, Herr Jesu.
1970
"Gott ist geboren, unser Trost"
-
Gott ist geboren, unser Trost, der hat durch sein Kreuz die Welt
erlöst.
Sei willkommen, lieber Herre, hier auf der Erde recht mit Ehren.
Kyrieleis.
1971
"Sieh, dein Licht will kommen"
Maria Luise Thurmair 1971, Melodie: Markus Jenny
-
Sieh, dein Licht will kommen, stehe auf, du Stadt des Herrn; über
dir erstrahlt der Stern, ist der Tag erglommen. Werde licht, Jerusalem,
Christus ist erschienen.
-
Christus ist gekommen, er, der Herrscher, er, der Herr, der das Reich,
die Macht und Ehr in die Hand genommen. Freue dich, Jerusalem, Christus
ist erschienen.
-
Christus ist erschienen. Seht die Zeit des Heils begann; alle
Völker
beten an, alles wird ihm dienen. Bete an, Jerusalem, Christus ist
erschienen.
1972
"Kündet allen in der Not"
Friedrich Dörr zu "Morgenglanz der Ewigkeit"
-
1. Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen. Bald
wird
kommen unser Gott; herrlich werdet ihr ihn schauen.
-
2. Gott naht sich mit neuer Huld, daß wir uns zu ihm bekehren; er
will lösen unsre Schuld, ewig soll der Friede währen.
-
3. Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen;
Quellen tränken dürres Land, überreich die Saaten
sprießen.
-
4. Blinde schaun zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen, Tauben
öffnet
sich das Ohr, wie ein Hirsch die Lahmen springen.
-
5. Gott wird wenden Not und Leid. Er wird die Getreuen
trösten,
und zum Mahl der Seligkeit ziehen die vom Herrn Erlösten.
-
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
1985
Das Licht einer Kerze ist im Advent erwacht.
Rolf Krenzer
-
Das Licht einer Kerze ist im Advent erwacht. Eine kleine Kerze leuchtet
durch die Nacht.
-
Alle Menschen warten hier und überall, warten voller Hoffnung auf
das Kind im Stall.
-
Wir zünden zwei Kerzen jetzt am Adventskranz an. Und die beiden
Kerzen
sagen´s allen dann:
-
Laßt uns alle hoffen hier und überall, hoffen voll Vertrauen
auf das Kind im Stall.
-
Es leuchten drei Kerzen so hell mit ihrem Licht. Gott hält sein
Versprechen.
Er vergißt uns nicht.
-
Laßt uns ihm vertrauen hier und überall. Zeichen seiner
Liebe
ist das Kind im Stall.
-
Vier Kerzen hell strahlen durch alle Dunkelheit. Gott schenkt uns den
Frieden.
Macht euch jetzt bereit.
-
Gott ist immer bei uns hier und überall. Darum laßt uns
loben
unsern Herrn im Stall!
o.J.
"Im Advent, im Advent ist ein Licht erwacht"
Rolf Krenzer o.J.
-
Im Advent, im Advent ist ein Licht erwacht, und es leuchtet und es
brennt
durch die dunkle Nacht.
-
Seid bereit! Seid bereit! Denn der Herr aller Herren ist nicht mehr
weit!
-
Seid bereit! Seid bereit! Ja, der Herr aller Herren, der uns befreit!
-
Im Advent, im Advent ist das Licht erwacht, und es leuchtet und es
brennt
durch die dunkle Nacht.
-
Seid bereit! Seid bereit! Denn der König des Friedens ist nicht
mehr
weit!
-
Seid bereit! Seid bereit! Ja, der König des Friedens, der uns
befreit
-
Im Advent, im Advent, ist das Licht erwacht, und es leuchtet und es
brennt
durch die dunkle Nacht.
-
Seid bereit! Seid bereit! Gottes Sohn, unser Bruder, ist nicht mehr
weit!
-
Seid bereit! Seid bereit! Gottes Sohn, unser Bruder, der uns befreit!
-
Denn es geht im Advent um ein heller Schein. Wenn er leuchtet, wenn er
brennt, wird er in uns sein.
-
Nicht mehr weit! Nicht mehr weit! Gottes Kind in der Krippe, das uns
befreit!
-
Nicht mehr weit! Nicht mehr weit! Gottes Kind in der Krippe! Drum seid
bereit!
"Ein Stern ist aufgegangen"
Guido Maria Dreves o.J.
-
Ein Stern ist aufgegangen, ein Stern aus Jakobs Haus;
-
drei Weise sahn ihn prangen, drei Kön´ge zogen aus.
-
Zu schauen sie begehrten das Kindlein wert und hold
-
und Weihrauch sie bescherten und Myrrhe ihm un dGold.
-
Weihrauch dem Gotteserben, dem Königskinde Gold,
-
die Myrrhe ihm, der sterben für uns am Kreuze wollt.
-
Dank, daß du uns berufen aus tiefer, tiefer Nacht
-
zu deines Thrones Stufen, zu deines Lichtes Pracht!
-
Laß alle Völker sehen hell-leuchtend deinen Stern,
ihn sehen und verstehen und finden ihren Herrn!
Maria durch ein Dornwald ging
-
Maria durch ein Dornwald ging. Kyrieleison.
-
Maria durch ein Dornwald ging, der hat in sieben Jahr kein Laub
getrag´n.
-
Jesus und Maria.
-
Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrieleison.
-
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, das trug Maria unter ihrem Herzen.
-
Jesus und Maria.
-
Da hab´n die Dornen Rosen getrag´n. Kyrieleison.
-
Als das Kindlein durch den Wald getrag´n, da hab´n die
Dornen
Rosen getrag´n.
Jesus und Maria.
Christnacht
Wilhelm Müller
-
O Liebe, die am Kreuze rang, o Liebe, die den Tod bezwang
-
Für alle Menschenkinder,
-
gedenk' in dieser fel'gen Nacht,
-
Die dich zu uns herabgebracht,
-
der Seelen, die dir fehlen.
-
O Liebe, die den Stern gesandt hinaus ins ferne Morgenland,
-
Die Könige zu rufen;
-
Die laut durch ihres Boten Mund
-
Sich gab den armen Hirten kund,
-
Wie bist du still geworden?
-
Noch eine fromme Hirtin liegt in blindem Schlummer eingewiegt
-
Und träumt von grünen Bäumen.
-
Singt nicht vor ihrem Fensterlein
-
ein Engel: Esther, laß mich ein,
-
Der Heiland ist geboren?
Vom hellen Tor der Sonnenbahn
-
Vom hellen Tor der Sonnenbahn bis zu der Erde finst’rem Rand erschalle
Christus unser Lob, dem König, den die Magd gebar.
-
Der Herr und Schöpfer aller Welt hüllt sich in arme
Knechtsgestalt,
im Fleische zu befrei’n das Fleisch vom Tod zu retten, die er schuf.
-
Er scheut es nicht auf Stroh zu ruh’n, die harte Krippe schreckt ihn
nicht.
Von einer Mutter wird gestillt, der allem Leben Nahrung gibt.
-
Der Himmel bricht in Jubel aus, die Engel künden Gottes Huld, den
Hirten wird geoffenbart der Hirt, der alle Völker lenkt.
-
Herr Jesus, Dir sei Ruhm und Preis, Gott, den die Jungfrau uns gebar,
Lob
auch dem Vater und dem Geist durch alle Zeit und Ewigkeit.
-
Amen.