Informationen zu Jugend 2000
zusammengetragen und kommentiert von Helmut Zenz

Jugend 2000 ist im Gespräch. Jugend 2000 ist ein neuer Jugendverband (auch die anderen Jugendverbände haben als Bewegungen angefangen, haben sich erst allmählich strukturiert und organisiert und tragen den Bewegungscharakter zum Teil sogar noch im Namen - siehe Kath. Landjugendbewegung), der auf Grund seines umfassenden, wenn auch sehr viel stärker religiös ausgerichteten Programms sich eigentlich in den BDKJ einbringen müßte, der historisch als Bund DER deutschen katholischen Jugend gegründet worden ist und diesen Anspruch bis heute zu Recht erhebt. Ohne Frage bietet die momentane Ausrichtung des BDKJ wenig Chancen auf einen vorurteilslosen Dialog, der jenseits der Etiketten "politisch" hier, "fromm" dort zu den Essentials der katholischen Jugendarbeit durchdringt und den Common Sense betont. Problematisch ist dabei die Rolle der Bischöfe. Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten in ihren Diözesen nicht die nötigen Maßnahmen ergriffen um den klassischen Jugendverbänden in den Orts- und Kreisebenen die nötige geistliche Begleitung von Geistlichen zu Teil werden zu lassen. Die Pfarrer von immer größer werdenden Pfarrverbandseinheiten, mittlerweile sogar die anderen Hauptamtlichen, haben dafür keine Zeit und keinen Nerv mehr. Es ist logische Konsequenz, dass sich unter diesen Voraussetzungen die Jugendarbeit vor Ort religiös nivelliert und auf den höheren Ebenen politisiert (was natürlich unbequem ist, vor allem wenn es sich die Kritik gegen die Kirche selbst richtet). Leidtragend sind tatsächlich die religiös überdurchschnittlich motivierten und auch sozialisierten Jugendlichen, die in den Territorialstrukturen keine Platz zu finden scheinen. Also nehmen sie Zuflucht bei den Angeboten der Neuen Geistlichen Gemeinschaften und in den letzten Jahren eben auch bei Jugend 2000. Seltsamerweise finden sich dort - böse Zungen sagen nicht ganz unberechtigt, weil pflegeleichter - ausreichend Priester zur geistlichen Begleitung. Die Pfarrer und geistlichen Begleiter sollten eigentlich - so legt es Paulus nahe - bei den Glaubensschwachen in den Gemeinden ansetzen. Leichter ist es natürlich, bei den noch ausreichend sozialisierten und motivierten Jugendlichen anzusetzen. Leichter ist es natürlich, mit Jugend 2000 und anderen Gruppen im Hintergrund, die unliebsam gewordenen klassischen Jugendverbände zu diskreditieren. Als langjähriger KLJBler und zuletzt auch Geistlicher Begleiter im Landkreis Ebersberg kann ich aber nur dagegen protestieren, die im BDKJ organisierten Jugendlichen grundsätzlich als "papstkritisch" und "nur politisch" zu diffamieren und dagegen das Image der "papsttreuen" und "religiösen" Jugend 2000 zu setzen. Mit einer entsprechenden Begleitung gibt es auch in den Kreisen der klassischen Jugendverbände viele spirituelle Schätze bei den Jugendlichen zu entdecken und zu fördern. Nur ist das eben mühsamer, als bei den ohnehin schon sozialisierten Jugendlichen anzusetzten. In den kleinen Kreisen von Jugend 2000 lassen sich natürlich auch leichter fernstehende Jugendliche begeistern und anstecken, das war in der Gründungsphase der klassischen Jugendverbände auch nicht anders. Aufbruchsstimmung ist immer missionarisch fruchtbare Stimmung. Allerdings sollte man sich keiner Illusion hingeben, das für Jugend 2000 nicht die soziologischen Gesetze der Größe und des Alters gelten: Je größer und je älter Jugend 2000 wird, desto verfestigter, unflexibler und einseitiger werden die Strukturen werden. Mag sein, dass dann diese weniger politisch im Sinne des Apostolats der Politik in der Welt von heute sind, kirchenpolitisch relevant sind sie allemal! Wie bei den BDKJ-Verbänden zeigt sich im übrigen auch schon bei Jugend 2000 die Notwendigkeit, zwischen Verbandsfunktionären und den zugehörigen Mitgliedern zu unterscheiden. Den wenigsten Teilnehmern an "Prayer Festivals" von Jugend 2000 ist das Politikum bewußt, sie nehmen daran teil, weil das dort angebotene und ohne Frage für diese Zielgruppe sehr attraktive Programm sie interessiert.

Was Not tut ist daher solide Informationen, selbstkritische Einschätzungen auf beiden Seiten und Dialog, Dialog und nochmals Dialog. Dieser ist aber von den Bischöfen selbst anzuleiten, da sie die Verantwortung für die gesamte katholische Jugendarbeit in ihrer Diözese tragen. Alles andere trägt den Spaltplitz der Parteiungen weiter in die Kirche hinein (ähnliches lässt sich in der gesamten Laienbewegung beobachten, siehe Verhältnis Zentralkomittee der deutschen Katholiken und Forum Deutscher Katholiken). Vielleicht können die Ordensgemeinschaften, insbesondere die, die selbst vor allem in der Jugendarbeit aktiv sind, ihren Teil dazu beitragen.



Adressen und Internet im Blick auf den Organisationsgrad: Selbstdarstellung (kursiv meine Anmerkungen dazu): Geschichte und historische Hintergründe von Jugend 2000: Namen: Regelmäßige Treffen Jugend 2000, Marianische Jugendbewegung und Medjugorje Deutschland e.V.

In der Raingasse 5 in Pfaffenhofen-Beuren gibt es eine auffällige Adressensidentität, deren Zusammenhang in der Regel nicht offenkundig gemacht wird:

Marianische Jugendbewegung und "Der Fels" JUGEND 2000 und Legionäre Christi/"Oase des Friedens" MJB, Jugend 2000 und Marienfried Jugend 2000 und Forum Deutscher Katholiken
  • Beim Forum in Fulda von 20.-22. Juni 2003 traten auf:
  • An neuen geistlichen Gemeinschaften wirken beim Kongress 2004 in Regensburg mit: Medjugorje-Deutschland e.V. und Hubert Liebherr Radio Horeb und Jugend 2000 Problem: Verhältnis Jugend 2000 und BDKJ
    Helmut Zenz - 2004