Liturgie
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„Liturgie“ kommt aus dem Altgriechischen und besteht aus
den Silben „leiton“ und „ergon“. Daher bedeutet „leiturgia“ ursprünglich
Werk oder Dienst am Volk, für das Volk, aber auch des Volkes, öffentlicher
Dienst, öffentliches Werk. Im religiösen Bereich übersetzt
man es einfach mit Gottesdienst.
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„Liturgie“ ist somit alles, was nicht nur privates Gebet
ist, sondern auch auf eine religiöse Gemeinschaft bezogen ist. Dabei
gilt im Christlichen Bereich: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt
sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
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„Liturgie“ bietet damit die Form, in der sich der gemeinsame
Glaube ausdrücken kann.
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„Liturgie“ ist Spiel und Ernst zugleich, aber mehr als Spaß
und nicht todernst. Sie soll daher frei von wesensfremden Zwecken bleiben
und sinnvoll und sinnenhaft gestaltet sein.
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„Liturgie“ lebt vom Alltag und möchte Kraft für
den Alltag geben. Sie hängt daher eng zusammen mit dem Bekenntnis
(Martyria) und dem Menschendienst (Diakonia)
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„Liturgie“ ist lebendig und konkret, gerade weil sie Tradition
hat und auf das Ganze blickt. Sie geht vom Einzelnen (Organ) aus, zielt
aber auf eine Ganzheit (Organismus). Oder wie Paulus sagt: „Ihr aber seid
der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm“ (1 Kor 12,27)
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„Liturgie“ ist Versammlung, Erinnerung, Verwandlung des Alltags,
Aufbruch und Befreiung, Feier und Fest.
Gottes-Dienst
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"Gottes-Dienst" hat eine doppelte Bedeutung - beides gehört
zusammen:
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Der Dienst von/durch Gott an/für uns Menschen
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Der Dienst von uns Menschen für/vor Gott
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"Gottes-Dienst" und "Liturgie". Jede Liturgie ist Gottesdienst,
aber nicht jeder Gottesdienst ist Liturgie (Volks- und private Frömmigkeit).
Auch "Menschen-Dienst" ist "Gottes-Dienst", weil in den Mitmenschen Jesus
gegenwärtig ist ("Was ihr dem Geringsten meiner Schwestern und Brüder
getan habt, das habt ihr mir getan")
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"Gottes-Dienst" und "Menschen-Dienst". Eine Trennung von
"Gottesdienst" und "Menschendienst" ist von Jesus Christus her nicht zu
rechtfertigen.
Jede Liturgie besteht traditionell aus vier Teilen/Phasen:
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Eröffnung
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Feier des Wortes Gottes - Hören => biblische Beziehung
("Sprich ein Wort ...") => Wandlung/Heilung
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Feier der Anbetung Gottes - Antworten => symbolische Handlung
=> Wandlung/Heilung
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Entlassung/Sendung
Ich persönlich bevorzuge jedoch ein siebenteiliges Modell:
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Synagogen-Feier (Vorbereitung auf die Wort-Gottes-Feier außerhalb der Liturgie)
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Eröffnung
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Wort-Gottes-Feier
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Wandlungs-Feier
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Kommunion-Feier
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Entlassung/Sendung
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Agape-Feier (Fortsetzung der Kommunion-Feier außerhalb der Liturgie)
10 Tipps für gute Gottesdienste (aus: Schubert/Gottschalk:
Jugendgottesdienste kreativ gestalten, 2001)
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1. Der Gottesdienst braucht einen roten Faden. Die Lieder, Text und
Aktionen müssen zusammenpassen.
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2. Der Gottesdienst ist eine heilige Feier und keine Aufführung.
Er will Begegnung ermöglichen zwischen Gott und den Menschen. Jede
"Show" um der "Show" willen ist zu vermeiden.
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3. Wenn eine Begegnung gut ist, spielt Zeit keine Rolle. Nicht hetzen,
selbst wenn der Gottesdienst etwas länger dauert.
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4. Wir sind mit vielen Eindrücken total überlastet. Im Gottesdienst
versuchen wir, uns auf Wesentliches zu besinnen. Möglichst knappe
Hinführung, nicht mehr als ein Symbol, aber viel Zeit zum be-greifen
und be-sinnen.
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5. Die Botschaft Jesu ist eine frohe Botschaft. Moralische Appelle sollten
nicht vorkommen.
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6. Am ehesten glaubt man jemanden, der hinter dem steht, was er sagt
und liest. Die Texte sollten möglichst selbst geschrieben werden.
Es geht um die eigene Sprache, auch und gerade, wenn sie stottert.
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7. Keiner kann komplizierter Sprechweise wirklich folgen. So wenig Worte,
so einfachen Satzbau, so kurze Sätze wie möglich.
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8. Hörer brauchen Zeit zum Nach-denken. Texte sollten eher "zu" langsam
und mit "zu" vielen Pausen vorgelesen werden. (allerdings: keine
Pausen an der falschen Stelle)
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9. Für Gottesdienste sind sowohl Traditionen als auch neue Möglichkeiten
sehr wertvoll. Beides sollte nebeneinander Platz haben.
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10. Alle wissen, das letzten Endes alles Entscheidende Gott tun wird.
Vertrauen ist angesagt.