Aus der Festschrift 1999:
Maibaumgeschichten

Frabertsham: Einmal nur wurde in Frabertsham ein Maibaum aufgestellt. Das war im Mai 1935. Der Trachtenverein übernahm diese Aufgabe. Der Schriftführer wußte davon folgendes zu berichten:

“Der Herbergsvater Reiter stiftete den herrlichen emporragenden Baum, auch sorgte er weiterhin zum Weiterwachsen desselben, da mit nicht leeren Maßkrügen immer fleißig eingenetzt wurde. Doch mußte man leider feststellen, daß der Hochentstandene seinen Rumpf allmählich ostwärts senkte, und deshalb vermutlich auf der Westseite doch zu wenig Feuchtigkeit bekam...”

Vom Stehlen hat der Haller Christian nichts geschrieben. Vielleicht war das damals noch nicht der Brauch. Aber aufregend ist es schon, das Maibaumstehlen. Wie war den das gleich wieder 1989?

"Im Baumann z´Bergham sein Fahrsilo liegt den Obingern ihr Maibaum, und koana hodn no g´stohln? Der kehrt uns! Aber schnell muaß geh! Da Vorstand schwoaßt schnell ein Waglgstell zsamm, dann wird a Dutzend Leut eingsagt, und bei stockfinsterer Nacht (saukalt ist es auch) werd´s kriminell. Ein bissl mutlos stehn wir dann da, vor dem Baum. A solcherner Waschl! 25mt lang und am Zopf noch 20cm stark! Irgendwie wird des Ungetüm aus der Hofstatt bugsiert, und mit Bulldog und Nachläufer quer durch die Gemeinde (wenn nur der Traktor nicht so laut wäre) und in den Westner sein Stadl verfrachtet. Hat´s wirklich koana g´spannt? Aufpassen müaß ma scho drauf, weil´s größte Gspött ham immer die bestohlenen Diebe. Wenn uns d´Westner Rosa net so guat verpflegen dad, war de Wachterei ganz schö fad. Und stolz samma beim Einzug ins Dorf, mit Roßg´spann und Musi und dem aufzäumten Baum."

Obing: Auch in Obing wurde in den dreißiger Jahren ein Maibaum aufgestellt, allerdings wohl nicht vom Trachtenverein.

Nach dem Krieg wurde die Idee, einen Maibaum für Obing aufzustellen, laut Protokollbuch schon im Herbst 1958 im Rahmen der Generalversammlung vorgebracht, erstmals verwirklicht wurde sie dann aber erst am 28. April 1974: Erstmals stellte der Trachtenverein "in seiner Vereinsgeschichte in Obing einen Maibaum auf. Durch monatelange Vorbereitungsarbeiten, Diskussionen und Debatten war es nun soweit, daß der von 2. Bürgermeister Georg Huber gestiftete Baum gefolgt von einer großen Schar Trachtler, begleitet von den schneidigen Klängen der Musikkapelle von einem prächtigen Viergespann gezogen, durch den schönen Ort zu seinem Stanplatz vor dem Pfarrheim gefahren werden konnte." Drei weitere Bäume folgten: 1981, 1989, 1995. Den Stiftern, Dieben und Helfern ein herzliches Vergelt´s Gott!