Maria - Hilfe der Christen
Geschichte der Maria Hilf-Verehrung
- um 1500: Lauretanische
Litanei
mit
"Hilfe der Christen"
- Erste Hälfte 16. Jahrhundert (1514 oder 1537), Dresden: Lukas Cranach
der Ältere (1472-1553)
malt sein Marienbild, den Ur-Typ vieler Maria-Hilf-Bilder.
Es war zunächst bestimmt für die Heiligkreuzkirche in Dresden.
- 1589, Bamberg: Plastische Kopie des Cranach-Bildes, das wohl
zunächst in der Magdalenenkapelle in Bamberg verehrt wurde.1692
kommt es zum Bau der barocken Maria Hilf Kapelle, der Vorgängerin
der
jetzigen Maria Hilf-Kirche. Das Gnadenbild wird unter dem Titel "Mutter
von der
immerwährenden Hilfe" hoch verehrt.
- 1611, Dresden: Das cranachsche Marienbild kam in die
Gemäldegalerie des sächsischen
Kurfürsten nach Dresden.
- 1611, Passau: Der Bruder des fromm-katholischen
Kaisers Ferdinand II., Erzherzog Leopold V., zu dieser Zeit noch
regierender
Erzbischof von Passau, kam in diplomatischer Mission nach Dresden. Der
protestantische
Kurfürst bot dem Staatsbesuch an, sich aus seiner
Gemäldegalerie
ein Gastgeschenk auszuwählen. Obwohl es weit wertvollere Bilder
gab,
entschied er sich für das Maria Hilf-Bild und ließ es nach
Passau
in seine bischöfliche Privatkapelle bringen. Er ist der erste
Verehrer
dieses Bildes, auf all seinen Reisen nahm er das Bild mit. Auch den
Namen
"Maria Hilf" dürfte es dem frommen Erzherzog verdanken, da er es
unter
dem lateinischen Titel "Maria Auxiliatrix" (Maria Helferin) verehrte.
- 1615 Der Bayerische Herzog Maximilian I.. lässt eine
Marienstatue von Hans Krumper anfertigen und an der Residenz anbringen.
Sie erhält ein Jahr darauf von ihm den Titel "Patrona
Bavariae". Zugleich führt er den 14. Mai als Festtag der Patrona
Bavariae für das Königreich Bayern ein.
- 1622 Der Bistumsadministrator des ungeweihten Passauer Bischofs,
Domdekan Freiherr
Marquard von Schwendi (+ 1634) war auch ein großer Verehrer des
Bildes
und hatte die Vision: Die Gottesmutter erschien ihm und bat ihn, auf
seinem
Grundbesitz am Schulerberg, gleich oberhalb von Passau eine Kirche zu
ihren
Ehren zu bauen. Schwendi lässt noch vor 1624 eine Kopie von einem
unbekannten Passauer
Maler anfertigen, gegenüber dem Original leicht verändert,
etwas
größer und mit noch zärtlicherer Darstellung der
Mutter-Kind-Beziehung.
Dieses Bild dürfte von Anfang an gekrönt gewesen sein, da der
Brauch der Krönung von Marienbildern von Italien ausgehend gerade
in dieser Zeit den alpenländischen Raum erreichte.
- 1624 Grundsteinlegung für die Passauer Maria Hilf-Kirche
durch
Schwendi.
- 1625 Verzicht Leopolds V. auf das Bischofamt. Er nimmt sein
privates
Gnadenbild
mit nach Innsbruck.
- 1626 Leopold V. heiratet als selbständiger Landesfürst
die
Herzogin
Claudia von Medici. Das Bild wurde zunächst in der Hofburg
aufbewahrt.
- 1629 Der Edle Sebastian von Rothon (= Rottaw) aus Lothringen, der
von
Jugend auf am
Pariser Hof aufgewachsen war, erhält eine
schöne, viel verehrte Marienstatue zum Geschenk. Zu deren
Verehrung baut er neben der Kreuzkapelle 1629 in der Au bei
München ein Kirchlein. Es wurde
den Paulanern überlassen und 1639 zu Ehren Mariens eingeweiht.
Diese alte Maria-Hilf-Kapelle wurde 1840 abgerissen, nachdem 1799 die
ebenfalls Maria-Hilfe genannte Kirche am Rasenplatz (heute:
Maria-Hilf-Platz) Pfarrkirche geworden war.
- 1631 Die Kirche in Passau erhält den Namen "Mariahilf ob
Passau".
Sie wird eine der beliebtesten Wallfahrtskirchen Deutschlands. Vom
Passauer
Bild wurden weit über 500 Kopien angefertigt. Ein dichtes Netz von
Maria Hilf-Wallfahrtsorten entstand.
- 1639 Kurfürst Maximilian lässt in München
Mariensäule
errichten.
- 1650 Erzherzog Ferdinand Karl, der Sohn Leopolds V. stiftet das
Innsbrucker Mariahilfbild der
damaligen Stadtpfarrkirche St. Jakob aus Dank für das Ende des
30jährigen
Krieges und der Abwendung der Bedrohung durch die Schweden zur
öffentlichen
Verehrung. Dafür wurde eine eigene Seitenkapelle errichtet.
- 1660 Für Wien wird eine Kopie eine Kopie des
Passauer Maria-Hilf-Bildes angefertigt, weit größer als das
Original und die erste Kopie in Passau. Für dieses Bild ließ
der Kaiser 1686 bis 1689 zusammen mit Fürst Paul Esterházy
als Dank eine
mächtige barocke Maria Hilf-Kirche erbauen. Noch während des
Baus entwickelte sich ein beachtlicher Wallfahrtsbetrieb.
- 1667/68 Kaiser Leopold I. hegte überdies eine besondere
Verehrung
für das Passauer Heiligtum und lässt ihm reiche Votivgaben
darbringen.
- 1676 Kaiser Leopold I. entschied sich, seine 3. Hochzeit mit
Eleonore
Magdalena
von Pfalz-Neuburg in Passau zu halten, wozu er mehrmals mit allem
kaiserlichen
Zeremoniell und Pomp zum Gnadenbild hinaufpilgerte und der
Mariahilferkirche
eine bis heute erhaltene überaus wertvolle hängende
"Kaiserampel"
stiftete, die vor dem Maria Hilf-Bild aufgehängt wurde.
- 1680 P. Marco d´Aviano kam als kaiserlicher Berater,
Beichtvater
und Prediger nach Passau und wird vom Diözesanbischof auf den
Mariahilferberg
geführt. Dieser Pater organisierte wenige Jahre später als
päpstlicher
Legat das christliche Befreiungsheer.
- 1683 Die Anrufung der Hilfe Mariens erhält in der
Türkennot
auch
politische Dimension. Pater Marco gab als Kampfruf die Devise aus:
"Maria
Hilf". Aufgrund des Protests des protestantischen Kurfürsts von
Sachsen
hieß die Tagesdevise dann "Jesus und Maria Hilf". An Maria Namen
(12. Sept.) errangen die kaiserlichen Truppen den Sieg über die
türkischen
Belagerer. Daraufhin wurde das Fest "Maria Namen" vom Papst auf die
ganze
Kirche ausgeweitet.
- 1683 In der Münchener Sankt-Peterskirche werden während
des Türkenkrieges, ebenfalls vor einer Kopie des Cranachschen
Mariahilfbildes
Andachten gehalten, die als Wurzel für die Maria
Hilf-Bruderschaften
gelten.
- 1684: Die erste Maria Hilf-Bruderschaft (mitunter auch
Erzbruderschaft genannt) wird in München-St. Peter gegründet.
- 1687 Donatus Orelli wollte auch in Vilsbiburg ein Marienbild
aufstellen.
Daher erbaute er auf dem Kalvarienberg eine Rundkapelle. Auf Jakobi,
ließ
er nun das Marienbild zur Verehrung dorthin überführen. Nach
dem Inventarverzeichnis von 1705 wurde das Bild von dem in Venedig
geborenen
Maler Daniel Bisani hier in Vilsbiburg gemalt.
- 1688 Eine Bruderschaft "Maria Hilf" wurde 1688 von
Fürstbischof Johann
Gottfried von Guttenberg in Würzburg eingeführt und 1839 von
Papst Gregor XVI. zur Erzbruderschaft erhoben.
- 1692 P. Marco bittet den Kaiser, er möge die seit 1677
bestehende
Leopoldi-Kapelle auf dem Kahlenberg (dann Leopoldsberg) revnovieren
lassen
und dort eine Kopie des Maria Hilf-Bildes anbringen lassen.
- 17./18. Jhdt.: Zahlreiche "Maria Hilf-Bruderschaften" entstehen
um die
Zentren Innsbruck, Passau und Wien.
- 1713 Das Innsbrucker Bild wird aufgrund des großen Zustroms
der
Gläubigen
in der Mitte des Hochaltars angebracht. Die Jakobskirche wird bald auch
"Maria Hülff zu Ynsbrugg" genannt und zur bedeutendsten
Gnadenstätte
Tirols und der angrenzenden Gebiete.
- 1747/1748: Der Hirt Bartl lässt aufgrund eines Gelübdes
das
Bildnis
Maria Hilf malen und es an dem Birnbaum, unter welchem er vor einem
Gewitter
Schutz suchte, befestigen. Die Verehrung des Gnadenbildes "Maria Hilf
vom
Birnbaum" in der Wienerwaldpfarre Sulz beginnt. Der unbekannte
Maler
hat sich wohl die Wiener Bilder zum Vorbild genommen.
- 1758 Die Wiener Mariahilferkirche ist endgültig
fertiggestellt.
Das
Maria Hilf-Bild wird in Anwesenheit von Kaiserin Maria Theresia auf den
Hochaltar übertragen.
- 1814: Einführung des Festes "Maria Hilfe der Christen" durch
Papst
Pius VII für den 24.5. (als Dank für die Befreiuung aus der
napoleonischen
Gefangenschaft).
- 1844: Traum von Don Bosco
- 1846: Pinardi-Kapelle
- 1852: Kirche des heiligen Franz von Sales
- 1862: Don Bosco: Gebetstitel "Maria Helferin" für Salesianer
- Herbst 1863: Beginn der Bauarbeiten der Maria-Hilf-Basilika in
Valdocco
- 9.6. 1868: Weihe der Maria-Hilf-Basilika in Valdocco


Quellen:
1: http://www.preghiereagesuemaria.it/immaginisacre/maria_ausiliatrice2.jpg
2: http://www.donbosco-torino.it/image/Congresso_Adma2003/Statua_M_A_1b.jpg
- 24.5.1928: Begründung der Monatsschrift "Maria
Ausiliatrice", die
allerdings nach einigen Jahren wieder eingestellt wurde
- 1980: Nach dem ersten Besuch von Papst Johannes Paul II in Turin
kommt
es zur Wiederbelebung der Zeitschrift
Internet:
Literatur:
- Lechermann, Johannes: Die Verehrung der Mutter Gottes unter dem
Titel:
Maria, Hilfe der Christen. München, 1928
- Maria, Hilfe der Christen. Kufstein, [1930]
- Söll, Georg: Maria Hilfe der Christen. München, 1950
- Staudigl, Michael: Maria, Hilfe der Christen. München, 1953
- Maria die Hilfe der Christen. [Graz u.a.], 1954
- Mindera, K: Maria Hilf. Ein Beitrag zur religiösen
Volkskunde,
1961.
- Brummer, Helga M.: Festschrift zur Weihe der Kirche Maria Hilfe
der
Christen
zu Konstanz. Konstanz, 1968
- Kolb, K.: Mariahilf. Mariengnadenstätten heute, 1974.
- Christian, Peter: Maria, hilf!. München, 1976
- Niggl, Thomas: Maria, Hilfe der Christen. Kelheim, ca. 1981
- Hartinger, W.:
- Mariahilf ob Passau, Passau 1985.
- Art. Mariahilf-Verehrung, in: Marienlexikon Bd. 4, 300-301
- Hamminger, J. D.:
- Das Gnadenbild Maria Türkenhülfe in der k. k.
Leopoldi
Schloß
Capelln am Kallenberg, in: Beiträge zur Wiener
Diözesangeschichte
29 (1988) 27-30.
- Maria Türkenhülfe. Ein historisches Gnadenbild in der
kaiserlich-königlichen
Leopoldi Schloss-Capelln am Kallenberg, Privatdruck der Wiener
Katholischen
Akademie, Wien 1988. (Literatur!)
- 25 Jahre Maria Hilfe der Christen. Pfarrei Maria Hilfe der
Christen
<Konstanz>.
[S.l.], 1988
- Machmor, Renate: Katholische Pfarrkirche Maria Hilfe der Christen
Klingenbrunn.
Klingenbrunn, 1991
- Hye, F.-H.: Von der Wiltener Filialkirche zum Bischofsdom St.
Jakob,
in:
Der Dom zu Sankt Jakob. Festschrift herausgegeben anläßlich
des 350-Jahre-Jubiläums der Errichtung als selbständige
Pfarre
St. Jakob und des Abschlusses der Renovierungsarbeiten am Dom am
Sonntag,
den 24. Oktober 1993, Innsbruck 1993.
- Aschenbrenner, Anton: 100 Jahre Kirche Maria Hilfe der Christen
in
Hintereben.
Hintereben, 2002
- Falk, T.: Art. Cranach Lukas d. Ä, in: Marienlexikon Bd.
2,105-107.
- Gugitz, G.: Art. Innsbruck, in: Marienlexikon Bd. 3, 308-309
Helmut Zenz SDB -
2006