Aus der Festschrift 1999:
20 Jahre Obinger Goaßlschnalzer

Das Goaßlschnoizen in der Gruppe hat in Bayern lange Tradition. Früher war es - im Unterschied zum Aperschnoizen, das vom Stephanustag bis zum Faschingsdienstag den Winter vertreiben soll - ständig notwendiges Können der Fuhrleute zum Signalgeben und zum Antreiben der Pferde. Seit jeher hatte es seinen besonderen Reiz für die Schnoizer sich gegenseitig in ihrem Können zu messen, aber auch gemeinsam zu schnoizen. Die Pferdefuhrwerke wurden nunmehr von Lastwagen ersetzt, die Goaßl im Straßenverkehr von der Hupe. Dennoch haben sich seither immer wieder junge Burschen gefunden, die den alten Fuhrleuten auf die Hände geschaut haben und das Schnoizen bewahren wollten. Sie haben andere Burschen angespornt und so entstand eine Schnoizergruppe nach der anderen. So auch in Obing.

1978: Im Herbst beschloß eine Gruppe von Obinger Burschen das Schnoizen zu lernen, nachdem ihnen bei verschiedenen Gelegenheiten andere Schnoizergruppen gefallen hatten. Hauptinitiator war Sepp Eisner. Er erkundigte sich auch bei den Schnaitseern nach den Techniken und Finessen der Goaßler. Die Schnaitseer waren dem Sepp gegenüber sehr aufgeschlossen und führten ihm auch einige Stücke vor. Er konnte schließlich weitere sieben Burschen gewinnen, die mit ihm die Obinger Schnoizergruppe gründeten. Die Gründungsmitglieder waren: Sepp Eisner, Lenz Oberlechner, Wast Wimmer, Schorsch Fischer, Heinz Geisberger, Ernst Oberlechner, Stefan Liebhardt und Rudi Pfisterer als Musikant.

1979: Am 28. Januar war schließlich die erste gemeinsame Probe im Saal vom Oberwirt, wobei von richtig schönen Schnoizern noch nicht viel zu hören war. Aber, da bis heute noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, haben die acht auch nicht die Flinte bzw. die Goaßln ins Korn geschmissen, sondern fleißig weiter geübt. Und nach mehreren Proben hörte sich das ganze immer besser an. Schließlich wurde Schorsch Fischer zum Vorschnoizer gewählt. Aller Anfang ist schwer, auch im Blick auf die Schnoizer-Kasse, so daß versucht wurde, sie durch "Strafen" fürs Zuspätkommen und Spenden aufzubessern. Immerhin war der Materialverbrauch an Goaßln und Schnitzen enorm. Aus diesem Grund wurde auch sehr bald bei den örtlichen Veranstaltern um Auftrittsmöglichkeiten nachgefragt. Durch ihrer ersten Auftritte mit "da oidn Kath", "an Auerhahn", "an Rembacher" und "am Hiatamadl" wurden die Schnoizer bekannter.

Bald kamen auch neue Schnoizer hinzu: Sepp Wimmer, Gust Dumpler, Manfred Falter, Hannes Linner, Toni Heinrich. Und es folgten die ersten größeren Auftritte, z.B. beim Maibaumaufstellen in Holzhausen bei Kienberg, beim Schnoizertreffen in Schnaitsee und zum ersten Mal beim Preisschnoizen in Miesbach, wo schon ein beachtlicher Erfolg zu verbuchen war. Schließlich wurde auch das Repertoire der Schnoizerstücke immer größer und technisch besser.

1980: Der Trachtenverein "D'Grüabinga" Obing, bei dem die meisten Schnoizer Mitglied waren, feierte sein 70jähriges Gründungsjubiläum. Bei den Festveranstaltungen waren die Schnoizer natürlich dabei, wie auch bei den jährlichen Gartenfesten und anderen größeren Vereinsveranstaltungen.

1981: Die Gruppe unternahm eine Dreitagestour zusammen mit dem Obinger Trachtenverein "D'Grüabinga", der Musikkapelle Obing und der Gemeinde Obing als Organisator der Veranstaltungen nach St. Pauls in Südtirol, wo sie mehrere Auftritte hatte.

1982: Im Mai bestritt man dann den nächsten größeren Auftritt in Hamm bei Dortmund, wobei die Schnoizer ebenfalls drei Tage unterwegs waren. Es folgten Auftritte im Waginger Strandkurhaus und im Münchner Hofbräuhaus, die sich über mehrere Jahre hin wiederholten.

1983: Ein eigenes Schnoizertreffen wurde in der Nachbargemeinde Pittenhart - in Obing gab es zu diesem Zeitpunkt gerade keine Festzelte - abgehalten, wohin die Schnoizer aus Schnaitsee, Atzing, Truchtlaching, Ostermünchen, Eggstätt und Traunwalchen eingeladen wurden. Die Schnoizergruppe bestand damals noch aus 10 aktiven Schnoizern: Schorsch Fischer (Vorschnoizer), Sepp Eisner, Heinz Geisberger, Wast Wimmer, Rudi Pfisterer (Musikant), Gust Dumpler, Manfred Falter, Toni Heinrich, Hannes Linner und Sepp Wimmer.

1984: In diesem Jahr konnte der größte Erfolg verbucht werden. Beim Preisschnoizen in Miesbach belegten die Obinger den 8. Platz.

1987: Vorschnoizer Schorsch Fischer übergab sein Amt an Sepp Wimmer. Außerdem wird eine Jugendgruppe mit 5 Schnoizern gegründet.

1989: Die Schnoizergruppe und die Jugendgruppe werden aus verschiedensten Gründen, zum Beispiel durch den Wegzug von Gründungsmitgliedern, zusammengelegt und neu gebildet. Von den Gründungsmitgliedern waren nur noch der Eisner Sepp und der Musikant Rudi Pfisterer dabei. Die Gruppe bestand jetzt aus folgenden Mitgliedern: Sepp Wimmer (Vorschnoizer), Sepp Eisner, Rudi Pfisterer (Musikant), Manfred Falter, Ludwig Wolfegger (seit 1986), Norbert Dobler (seit 1987), Wolfgang Noneder (seit 1989), Hans Kirsch (seit 1989), Georg Strell (seit 1989)

1990: Wolfgang Noneder übernimmt die Verantwortung für das Organisatorische. Es entsteht schließlich ein Gruppenbild aller ehemaligen und aktiven Schnoizer. Immerhin helfen viele der Ehemaligen bei besonderen Anlässen auch noch aus.

1992: Beim Kulturaustausch des Obinger Trachtenvereins mit Trachtengruppen aus Villaputzu auf Sardinien beteiligten sich immer einige Obinger Schnoizer, 1992 und 1996 bei den Fahrten nach Sardinien, 1994 beim Gegenbesuch der Sarden in Obing.

Zu den regelmäßigen Auftritten bei den Veranstaltungen des Trachtenvereins, zum Beispiel dem traditionellen Gartenfest, bei Hochzeiten und Geburtstagsfeiern, kamen noch einige wenige Teilnahmen in Miesbach. Die Gemeinschaft und Freundschaft steht bei den Schnoizern neben der Freude am Schnoizen im Vordergrund. Es ist bei den Obingern seit vielen Jahren der Brauch, daß bei einer Hochzeit eines Schnoizers von der Gruppe eine Sommerbank geschreinert wird, die dieser dann erhält.

1997: Manfred Falter, konnte Klaus Lerner aus Titlmoos dafür gewinnen, mit ihm zusammen einigen Jüngeren das Schnoizen zu lernen.

1998: Die Obinger Schnoizer treten beim Festabend des Pittenharter Trachtenvereins auf.

1999: Heute gehören zur jüngeren Gruppe: Sebastian Größ, Martin Hungerhuber, Peter Maier, Christian Winkler. Der Musikant dieser Gruppe ist Tobias Winkler. Von den älteren Schnoizern sind heute noch aktiv: Sepp Wimmer, Sepp Eisner, Manfred Falter, Wolfgang Noneder, Albert Voglmaier und Norbert Dobler, Musikant ist nach wie vor Rudi Pfisterer.

Manfred Falter


Dahoam

Sechs Buachstab´n, oa Wort
Und doch so vui drin.
Gmoant is der Ort,
wo i gern bin.
Dahoam is net dort,
wo Feindschaft und Streit.
Dahoam is der Ort,
wo d´Liab is und d´Freud.
Dahoam hat nix z´toa
mit arm oder reich.
Ob´s Stüberl blos kloa
oder groß, dös is gleich.
Dahoam, a kurz Wort,
es braucht gar koa Frag,
gmoant is der Ort,
da wo ma se mag.

Johanna Vodermayer +, Schabing



Helmut Zenz